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 > Ist die Talkshow zu flach, ist der Zuschauer zu doof

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PolitsendungenIst die Talkshow zu flach, ist der Zuschauer zu doof

Von Petra Sorge1. November 2012
picture alliance
Günther Jauch,Polittalk,politische Talkshow,ARD
60 Minuten, sechs Gäste, höchstens zehn Sätze: Polittalk im Ersten, hier bei Günther Jauch
Schrift:

Es ist die Gretchenfrage des öffentlich-rechtlichen Fernsehens: Warum kommt die politische Information in den Talkshows von ARD und ZDF immer zu kurz? Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse und ARD-Chefredakteur Thomas Baumann wussten warum: wegen des Publikums

Seite 1 von 2

Politische Talkshows? Der oberste Herr unseres Parlaments wendet sich mit Grausen ab. Als Norbert Lammert einmal gefragt wurde, ob diese ein Stück politischer Kultur widerspiegelten, sagte er: „Die wichtigste Aufgabe des Moderators scheint darin zu bestehen, spätestens dann einzugreifen, wenn sich zu einem ernsthaften Thema eine ernsthafte Debatte entwickelt“. Niemals werde man den Bundestagspräsidenten deshalb in solchen Sendungen finden. Wo es „vor allem um Unterhaltung und weniger um Information“ gehe, da glänzt der zweite Mann im Staate mit Abwesenheit.

Wenn es nach Lammert ginge, würde nicht nur die ARD live aus dem Bundestag senden. Nein, das TV-Publikum würde wieder beglückt werden mit Debatten – langen, sachlichen, relevanten. Etwa solchen wie zu Zeiten von Abraham Lincoln und Stephen Douglas. Das waren Sternstunden der Rhetorik: Der Republikaner und der Demokrat lieferten sich 1858 sieben öffentliche, meist frei gehaltene Rededuelle – zu Außenpolitik, Sklaverei, Diskriminierung –, die sich über Stunden hinzogen und in allen großen US-Zeitungen abgedruckt wurden.

Und wie hat sich seitdem die Debattenkultur fort-, man müsste fast sagen rück-entwickelt. Fünf Tage, 60 Minuten, in der Regel vier bis sechs zurechtgepuderte Gäste, und dann hopp, ein Statement, höchstens zehn Sätze. Dazwischen Applaus-Häppchen und Zuckerl-Videos. Die Botschaft: Allzu schwere politische Kost verträgt das Publikum nicht.

Politik wird so zum Mittel der Unterhaltung, moniert Bundestagsvize Wolfgang Thierse, als er am Donnerstag bei dem Streitgespräch „Politische Talkshows – Information oder Inszenierung?“ des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags referiert.

Sein Gegenüber, ARD-Chefredakteur Thomas Baumann, spricht lieber von „sogenannten Talksendungen“ und bevorzugt den Begriff der „politischen Gesprächssendungen“. Dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nur auf Quote fixiert seien, glaubt er nicht. Zum Beispiel die Sendung von Anne Will am Dienstagabend: „Die Redaktion hätte sonst wohl nicht kurzfristig von Rommel auf Jonny K. gewechselt.“ Was an einer Gewalt-Prügel-Blut-Sendung über das Berliner Mordopfer so viel weniger quotenorientierter sein sollte als an der Geschichte über Hitlers Afrika-Generalfeldmarschall, ließ der Fernsehmann indes offen. Blöd auch: Der Talk wurde wegen des DFB-Pokalspiels – so wie schon Maischberger am Vortag – weit in die Nacht hinein verschoben. Auf 00:15 Uhr.

Die fünf politischen Talkshows im Ersten („Günther Jauch“, „Beckmann“, „Anne Will“, „Menschen bei Maischberger“ und „Hart aber fair“) stehen sogar bei der ARD zur Disposition. Höchstens vier, vielleicht also auch nur drei, wünscht sich Programmdirektor Volker Herres, wie der Spiegel in dieser Woche berichtete.

Auch wenn Thierse tapfer dagegenhält, kommen die Diskutanten zum Konsens: Der Zuschauer ist irgendwie selber schuld. Und das aus mehreren Gründen:

1. Das immer knappere Zeitbudget für politische Bildung (Baumanns Lieblingsargument!). Die Menschen müssen immer länger arbeiten und in der Freizeit gibt es immer mehr Ablenkung, etwa im Netz. Information über Politik fällt da hinten runter.

2. Daraus folgt: die immer knappere Aufmerksamkeitsökonomie. Langatmige Formate haben in Zeiten schneller Schnitte, rasanter Onlinemedien und noch kürzerer Tweets keinen Platz mehr. Thierse widersprach: „Ich mache seit langem eine Veranstaltung im Prenzlauer Berg mit einem Diskutanten. 90 Minuten – das funktioniert!“ (Nota bene: Die paar Dutzend Zuhörer dort repräsentieren sicher nicht das Publikum der Öffentlich-Rechtlichen.)

Seite 2: Wulff-Talks führten zu Rekord-Quoten

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Schlimm ist, dass in den Talk Show immer Einspieler laufen oder Gäste zu Wort kommen, die der Redaktion genehm sind, die richtung der Sendung vorzugeben. Das hier meistens vom Einzelfall auf die Allgemeinheit geschlossen wird und Zuschauer diese Einzelmeinungen dann als reprösentativ annehmen, ist fatal.

Das wird über Schwule Adoptionen sidkutiert und dann ein Homopaar interviewt,die erzählen , wie harmonisch ihre Kinder erzogen werden. Schon haben wir die richtung. Hätte man ein ähnliches Paar dagehabt, die erklärt hätten, bei uns ist alles schief gelaufen, wäre die diskussion völlig anders verlaufen.

es geht auch NIE darum, einmal aufzuklären, was die Moderatoren mit ihren Produktionsfirmen an Gebühren absaugen, selbst wenn über Steinbrücks Vorträge diskutiert wird.

  • Antworten
Sieweke01.11.2012 | 18:00 Uhr

Polit-Talkshows und die Quote

Liebe Frau Sorge,
seit 1980 verfolge ich das Verhalten der Medien und deren Mitarbeiter.
HInter allem steckt NWO. Das Volk soll durch das Fernsehen ruhig gestellt werden, nicht klüger.
Alles wird gleichgeschaltet, wie es schon im Dritten Reich war. Medien dienen immer der Politik bzw.
den Herrschenden. Dies gilt auch für die verschiedenen Religionen.
Moderatoren sollen "den Brei ständig rühren", damit keine Rosine gepickt werden kann.
In Deutschland gibt es zwei Themen, die nicht auf den Tisch dürfen, weil sie an die Substanz von NWO gehen: 9/11 und das Klima. Seit Jahren wird von verschiedenen Instanzen immer wieder versucht,
diese Themen in das Licht der sog.Öffentlichkeit zu zerren. Die gleichgeschalteten Redakteure und Intendanten schmettern alles ab, bezeichnen dies als "ihren Auftrag zur ausgewogenen Berichterstattung". Gleiches gilt für den sog investigativen Journalismus, den es in Deutschland nur
bei GALA-relevanten Themen gibt.
Mit 9/11 und dem Klima werden Gelder umgeleitet, die den Völkern am unteren Ende fehlen.
Vermutlich ist auch CICERO gleichgeschaltet.
Gruss
Tyll Ruhtenberg

  • Antworten
Tyll Ruhtenberg01.11.2012 | 20:09 Uhr

„Findet die ARD etwas scheiße

„Findet die ARD etwas scheiße, wird’s ein Kracher.“

Damit könnte Herr Raab durchaus Recht haben.

  • Antworten
Quentin Quencher02.11.2012 | 08:40 Uhr

Diese Schwafelsendungen

leiden allesamt an den erbärmlich schwachen Moderatoren. Von denen kommen keine wirklich kritischen Fragen an die anwesenden 'Eliten', sondern nur weichgespültes, anbiederendes Gelulle.

Würden die Politiker strikt an ihren Taten gemessen, und würde ihnen von den Moderatoren nicht erlaubt, mit den üblichen rabulistischen Mätzchen auszuweichen, dann wären auch diese Sendungen sehenswert.

  • Antworten
Very Serious Sam02.11.2012 | 09:51 Uhr

Unterbrecher

Deswegen müssten Laber-Gäste unterbrochen, die Diskussion mit brisanten Filmchen wieder „angeschoben“ (Baumann) werden.

Und wer, bitte schön, unterbricht die Laber-TalkmasterInnen????

  • Antworten
Werner Schmidt02.11.2012 | 13:13 Uhr

Polittalks

Ich schaue mir politische Talkshows gerne an. Zu meinen Favoriten gehören: "Menschen bei Maischberger" und der "Presseclub".

Sehr gut finde ich, dass beim "Presseclub" die Zuschauer/Zuhörer anrufen und Fragen an die Diskussionsteilnehmer stellen können. Dies ist spannend und ich hätte gerne, dass den Anrufern eine längere Sendezeit zur Verfügung gestellt werden könnte.

Die Sendezeiten wie beispielsweise bei "Wetten dass" werden, oft überzogen, während interessante Wortmeldungen im Presseclub nach Ablauf der regulären Sendezeit gnadenlos abgeschaltet werden.

Überhaupt finde ich Politsendungen, in denen der Zuschauer direkt beteiligt werden kann, wesentlich interessanter.

  • Antworten
Edgar Klüppelberg02.11.2012 | 14:01 Uhr

Diese Talkshows sind reine Zeitverschwendung

Die Themen sind flach und die Teilnehmer meist äußerst prominent. Normale Bürger kommen in den politischen Talkshows praktisch schon lange nicht mehr vor. Die sollen ja auch nicht mitreden, sondern nur zuschauen/zuhören. Letzteres gilt für alle Medien.

Man vergleiche heutige Talkshows einmal mit dem 1984 gesendeten "Thai-Mädchen-Eklat":
http://www.youtube.com/watch?v=I8TvLjm9DVg

Da werden Dinge gesagt, die man heute nicht einmal mehr denken darf. Und: Sie werden von normalen Nicht-Promis gesagt. Ferner: In der Runde saß immerhin die spätere Bundesministerin für Justiz Herta Däubler-Gmelin. Offenbar waren Politiker damals noch eher bereit, öffentlich mit normalen Bürgern über strittige Themen zu diskutieren.

In den letzten Tagen haben sich auf Cicero verschiedene Personen (Katja Kipping, Gertrud Höhler) für das Grundeinkommen stark gemacht. Ich sehe darin jedoch eher die Gefahr, dass viele Bürger dann noch stärker von der öffentlichen Teilhabe ausgeschlossen würden. Brot und Spiele hieße die Devise.

Gertrud Höhler sprach davon, dass Arme (die in unserer Gesellschaft nachweislich eine durchschnittlich niedrigere Lebenserwartung besitzen als Wohlhabende und auch häufiger krank sind) oftmals glücklicher sind als gierige Reiche. Jegliches Leben ist jedoch vor allem bestrebt, die eigenen Kompetenzen zu bewahren und sei es durch Mitteilung an andere. Menschen möchten in diesen Sinne wahrgenommen werden. Wer beispielsweise etwas Neues entdeckt hat (z. B. eine Erfindung, eine Komposition) oder sonst etwas kann, möchte dies anderen kundtun. Dieser Weg ist für viele Menschen heute weitestgehend versperrt. Man müsste eine ganze Menge Geld in die Hand nehmen, um sich in den Medien bemerkbar zu machen. Arme (egal ob mit oder ohne Grundeinkommen) verfügen über solche Mittel nicht.

Man liest viel über die sich immer stärker weitende Schere zwischen Arm und Reich. Ich finde, dass die Medien dazu wesentlich beitragen, indem sie nämlich die Meinungsvielfalt reduzieren und die Meinungsträger auf Promis beschränken. Promis sagen für gewöhnlich jedoch nur solche Dinge, die ihren Promi-Status nicht beschädigen.

  • Antworten
Peter Mersch02.11.2012 | 14:01 Uhr

Talkshows - Nachrichten - Wurschtbrei für Angie

Zu diesem Thema braucht man wohl nicht viel zu sagen. Die Sendungen sind selbsterklärend. Wer braucht diesen gleichgeschalteten Antiinformationsbrei sollte man sich fragen. Es erinnert vielmehr an die Zeiten im Dritten Reich oder der DDR. Diese Art von Sendungen sind so notwendig wie ein Kropf und keinen Pfifferling wert. Um so mehr ärgert die GAZ Zwangsbesteuerung, welche eigentlich niemand will, ausser der etablierten, herrschenden Parteiencliquen und deren Bilderberger Drahtzieher.

  • Antworten
Hans Wurscht02.11.2012 | 19:08 Uhr

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