„Horoskope, Handlesen, Tarotkarten: Unsinn, der hilft?“, fragte sich Sandra Maischbergers Esoterik-Runde am Mittwochabend und kultivierte Volksverdummung in Reinkultur
Selber schuld, könnte man sagen, wer sich am ersten Sommerabend, der diesen Namen tatsächlich verdient, vor den Fernseher setzt und „Menschen bei Maischberger“ schaut. Ich war so doof und habe es getan. Weil das Thema dann doch irgendwie interessant klang: „Horoskope, Handlesen, Tarotkarten: Unsinn, der hilft?“
Hätte ja spannend werden können, so eine Sendung, in der diese dünne Linie zwischen Esoterik und Religion vermessen wird. Zumal mit Michael Schmidt-Salomon als Sprecher der „Giordano-Bruno-Stiftung“ der Chef des organisierten deutschen Atheismus unter den Gästen war. Und mit Prof. Ulrich Walter ein Physiker, der als ehemaliger Astronaut die Gelegenheit hatte, mit einem gewissen Abstand ein Auge auf unseren seltsamen Heimatplaneten zu werfen. Ja, es hätte ganz interessant werden können. Wenn nicht die üblichen Verdächtigen in dieser sommerlochtiefen Talkshow ihre schwarze Labermaterie hätten verbreiten müssen.
Aber so ist es offenbar im öffentlich-rechtlichen Schwafel-Gewerbe: Irgendein Schauspieler muss immer dabei sein – sonst würde ja die Gefahr bestehen, dass es doch noch zu einer ernsthaften Diskussion kommt. Weil die ARD-Verantwortlichen diesen Fall offenbar so sehr fürchten wie der Teufel das Weihwasser, wurden gleich drei Show-Schwätzer eingeladen, um dann aber auch wirklich sicherzustellen, dass es zum Äußersten nicht kommt und sich alles in der gewohnten Seichtheit abspielt: Hella von Sinnen in Astro-Kostüm und mit einer „Aszendenten-Uhr“ in der Tasche; Uwe Ochsenknecht, der nun wirklich nichts zu sagen hatte, dies aber in erfrischend-volkstümlicher hessischer Mundart tat. Und der notorische Fernsehpfarrer Jürgen Fliege, geboren im Sternzeichen Wichtigtuer. Als esoterisches Sahnehäubchen durfte dazu noch eine Astrologin namens Mauretania Gregor ihre Weisheiten verbreiten, die sich rühmen kann, unter anderen DJ Bobo die Zukunft vorausorakelt zu haben, was in diesem Fall leider auch nicht so richtig geholfen zu haben scheint.
Lesen Sie im zweiten Teil mehr über die „Freaks bei Maischberger“












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