Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Juni:
Deutschland auf dem Weg zum 100-Millionen-Volk

Hurra, wir wachsen!
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Dummheit und kein Entkommen

Salon

E-Book-Selbstversuch Dummheit und kein Entkommen

Von Robin Detje8. Oktober 2012
picture alliance
Buchmesse, E-Book, E-Reader, Cicero-Empfehlung
Schrift:

Das gute, alte Rascheln beim Seitenblättern? Schluss damit, hat unser Literaturkolumnist Robin Detje beschlossen. Anlässlich der Frankfurter Buchmesse, die am 10. Oktober beginnt, hat er sich ein E-Book zugelegt. Zwei Wochen lang verschrieb er sich strenge Papierabstinenz – und führte darüber Tagebuch

Seite 1 von 4

DER 15. SEPTEMBER

Liebes Tagebuch!

Im Oktober ist wieder Buchmesse in Frankfurt. Aber ich fahre nicht hin. Stattdessen habe ich mir einen E-Reader bestellt. Das Anti-Buch. Das Gottseibeiuns-Teil. Ein Druck auf den Einschaltknopf, und es ist vorbei mit der deutschen Buchkultur! Ein Rumpeln und Zittern wird durch mein Viertel gehen, wenn ich meinen E‑Reader auspacke. Meine alten gedruckten Bücher werden weinen und versuchen, sich von den Regalen zu stürzen. Buchhandlungen werden wanken und wahrscheinlich bald schließen. Aber es muss sein. Denn man muss mit der Zeit gehen. Und mit dem Papier ist vorbei, das hört man überall.

Was man sonst noch hört: Wir werden dümmer. Das Internet ist schuld. Mit dem Aufkommen der elektronischen Medien ist die Masse der Dummheit in der Welt explosionsartig angewachsen. Das Internet hat uns in Dummheitsjunkies verwandelt! Und außerdem ist im Internet alles umsonst.

Geiz ist geil. Ich will alles, ich will es für lau und ich will es sofort. Ich will mir online kostenlose Bücher für den E-Reader suchen, die mich vergessen lassen, dass ich jemals Geld für gedruckte Bücher ausgegeben habe. E-Books, die so dumm sind, dass meine letzte graue Zelle flöten geht. Denn so ist es mir versprochen worden: Dummheit einer neuen Dimension wird mich umfangen, dumm werde ich sein und dumm soll ich sterben. Mit einem Bauchklatscher will ich mich hineinwerfen in diese neue Umsonst-Welt und mich darin suhlen, dass es eine Lust ist.

Bildergalerie: Bookfaces – die Gesichter hinter den Büchern

17. SEPTEMBER

Mein E-Reader ist da. Natürlich habe ich ihn online bestellt. Jetzt heißt es auspacken. Eine froschgrüne Schachtel in einem haptisch ansprechenden weißen Schuber. Darin ein schwarzes Plastikteil, das auch nach Plastik aussieht. Fast schon vorsintflutlich im Vergleich zu einem Smartphone, geradezu klapperig. Dazu ein dünnes Käbelchen. Wenn man heute eine Schachtel öffnet, weiß man nie, in welchem Jahrtausend unseres rasenden technologischen Fortschritts man landet. In Riesensprüngen geht es vor und zurück.

Trotzdem bin ich jetzt bereit. Ich muss nur noch über Nacht den Akku laden. Ein Mal werde ich noch wach. Dann bin ich User. „User“ nennt man Drogenabhängige. Oder Menschen, die Computer und anderes fortgeschrittenes technisches Gerät nutzen.

18. SEPTEMBER

Guten Morgen, liebes Tagebuch!

Der Akku ist voll. Das Gerät piepst nicht und summt nicht. Es will Strom sparen. Es reagiert mit einer merkwürdigen Zeitverzögerung, die dem ganzen Beschleunigungsgedanken unserer Zeit zuwiderläuft. Wieder ein Sprung zurück: Das ist kein Porsche, das ist ein Opel Kadett. Grundfarbe: Weißgrau. Man blickt auf die Touchscreen wie auf die Oberfläche eines Teiches. Da unten, unter dem Text, schwimmt noch was. Fische? Buchstaben? Ich tippe hierhin, ich wische dorthin. Schon brauche ich ein Brillenputztuch. Ach, die neue Wisch-und-weg-Technik schenkt uns wahrlich neue Gründe, uns nach dem Essen die Finger zu waschen.

Das Tollste aber: Der E-Reader kann über WLAN mit dem Netz verbunden werden. Ich bin drin! Sofort erscheint eine Meldung: „Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten. Möglicherweise handelt es sich um einen Hackerangriff.“

Ich wusste, dass es im Internet gefährlich ist, aber dieses Tempo überrascht mich doch. Wie hat er mich so schnell gefunden? Der Hacker stellt sich als Christoph Friedrich Nicolai vor, Hauptvertreter der Berliner Aufklärung, geboren am 18. März 1733 in Berlin, verstorben ebendort am 8. Januar 1811. Angeblich. Offenbar aber doch unsterblich. Er lädt mich ein, ihn auf Facebook zu frienden. Schöne neue Welt. In Riesensprüngen geht es vor und zurück!

Lesen Sie auf Seite 2, wie sich Detjes Dialog mit Nicolai entspinnt

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
4 Kommentare
Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

G+J-Chefin Julia Jäkel
Zwischen Journalismus und PR
von
10.04.2013
Agenda 2010
Die verleugnete Erfolgsgeschichte der SPD
von
11.03.2013
Ware Frau
Prostitution abschaffen!
von
08.03.2013
Selbstverschuldete Unmündigkeit
Karlsruhe agiert, Berlin reagiert
von
08.03.2013
Berlin
Die Möchtegern-Metropole
von
07.03.2013

zum Dossier Frisch gedruckt – Frankfurter Buchmessezum Dossier Die Buch-Seite
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier
Diese Artikeln könnten Sie auch interessieren:

G+J-Chefin Julia Jäkel
Zwischen Journalismus und PR
von
10.04.2013
Agenda 2010
Die verleugnete Erfolgsgeschichte der SPD
von
11.03.2013
Ware Frau
Prostitution abschaffen!
von
08.03.2013
Selbstverschuldete Unmündigkeit
Karlsruhe agiert, Berlin reagiert
von
08.03.2013
Berlin
Die Möchtegern-Metropole
von
07.03.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
Neues Dossier anlegen:

Schade, ich dachte, jetzt

Schade, ich dachte, jetzt kommt eine einigermaßen ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema, oder zumindest eine Satire mit Anleihen an der Realität. Aber das ist ja wirklich ein Schmarrn, und dazu noch alles andere als mein Humor.

  • Antworten
WH08.10.2012 | 15:27 Uhr

Hmm, tja, und jetzt ?

Ich dachte, da wäre mehr drin..
Da kann ich mich dem Vor-Kommentator nur anschliessen.
E-Reader werden nicht verschwinden, ebenso nicht wie das gedruckte Buch. Nur weil Verlage die Zeit mehr als verschlafen haben, eine Ebook Ausgabe fast so teuer machen wie die gebundene Ausgabe, werden sie dem (ihrem) Problem nicht Herr.
Es wäre eigentlich einmal an der Zeit, intelligente Verlags-Strategien zum Umgang mit Kindle & Co. zu entwickeln und dort die Chancen für neue Vertriebsmodelle zu entwickeln.
Aber nein, man sieht schon den Verleger mit dem Weihwasser um die Ecke kurven, bloss nix ändern..
Mit dem E-Reader tut sich eine Riesen-Spielwiese für eine neue, kreative Vermarktung textlicher Inhalte, nicht nur Bücher. Das sollte man nutzen und wahrnehmen.

  • Antworten
Mac09.10.2012 | 12:43 Uhr

E-Book - intellektuelle Unfähigkeit mit Originalität verwechselt

Das tut ja schon weh! Vielleicht zuviel Papier im Kopf? Blöde Gleichung: Intellektualität durch Technikverweigerung. Dem E-Book gehört die Zukunft - und es erlaubt Sehbehinderten und auch Blinden endlich einen fast ungehinderten Zugang zu Büchern und Informtionen.
Bisher waren es weniger als 10 v.H. Die deutschen Verlage werden die Zukunft verschlafen, Apple und Amazon sahnen ab. Ich habe alle meine e-Books bezahlt, einfach weil sie einen hohen Komfort bieten. Ich würde gerne wissen wer diese seltsamen Statistiken über Raubkopien verbreitet. Wahrscheinlch ist der berechnete angebliche Schaden geringer als der jemals erzielte Umsatz.

  • Antworten
Mehrlich Heinz10.10.2012 | 20:53 Uhr

nun ja und nu

Ich hab immer gewartet und gelesen, 4 Seiten und kein Ende.
so wirklich informiert bin ich nicht

  • Antworten
Weber Peter17.10.2012 | 17:12 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Buch, Bücher, Literatur
Dossier

Die Buch-Seite

zum Dossier

Bildergalerie

„Die nackte Wahrheit und anderes“ − Aktfotografie um 1900

zur Bildergalerie
Anzeige

Wulf Schmiese

Leicht gesagt. Die Mittwochskolumne von Wulf Schmiese

Von der Volks- zur 20-Prozent-Partei

SPD-Chef Gabriel auf der Pressekonferenz zum Parteijubiläum

Ist alt, sieht auch so aus: Cicero-Kolumnist Wulf Schmiese über den 150. Geburtstag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Göttinger Demokratie-Forschung
Parlamentswahlen in Norwegen: „Menschen, nicht Milliarden“

Im September wird in Norwegen ein neues Parlament gewählt. Fünf Monate vor der Wahl stehen die…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

De Maizières harte Landung
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
150 Jahre SPD: Ist die SPD noch eine Volkspartei?
Ja, die SPD wird wieder deutlich zulegen
34%
Nein, die SPD ist nicht mehr zeitgemäß
66%
Gesamtstimmen: 38
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Dossier

Nordkorea zündelt

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang