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 > Die staatliche Ehe gehört abgeschafft!

Salon

Plädoyer für die LiebeDie staatliche Ehe gehört abgeschafft!

Von Alexander Grau25. Februar 2013
picture alliance
Ehe
Retten wir die Ehe vor ihren familienpolitischen Fürsprechern
Schrift:

Die staatliche Ehe ist ein Relikt aus einer Zeit, als die Ehe nicht für die Eheleute geschlossen wurde, sondern für die Gesellschaft und den Staat. Zum Glück aber ist die Ehe heute Privatsache. Retten wir die Ehe vor ihren familienpolitischen Fürsprechern. Ein Plädoyer für die Abschaffung der staatlichen Ehe

Seite 1 von 2

Zunächst und um Missverständnissen vorzubeugen: Der Autor dieser Zeilen ist verheiratet. Wichtiger noch: Er ist sogar ausgesprochen glücklich verheiratet. Ganz persönlich hält er die Ehe für eines der wunderbarsten und, ja, auch fordernsten Projekte, die das Leben zu bieten hat. Und weil man auch mal Mut im Leben haben und sich einer Herausforderung stellen muss, sollte jeder Mann und jede Frau, sofern sie den entsprechenden Partner gefunden haben, ein Herz fassen und heiraten. Ob das nun eine Frau oder ein Mann ist, das ist dabei vollkommen uninteressant, da es hier ausschließlich um das individuelle Glück geht, um persönliche Erfüllung und – natürlich – um Liebe. So, das musste gesagt werden.

Doch bei allem Lob der Ehe sollte man natürlich nie übersehen, dass sie, insbesondere für Frauen, über Jahrtausende ein Gefängnis war, in das die Menschen mehr oder minder hineingezwungen wurden. Die Entscheidung über eine Eheschließung lag entweder bei den Eltern oder bei dem Clanchef, bei dem Landesherrn, dem Gutsbesitzer, den Gilden oder Zünften. Die Ehe, sie war während des ganz überwiegenden Teils ihrer Geschichte eben keine romantische Einrichtung, in der das Glück zweier Liebender sein Ziel und seine Erfüllung finden sollte. Die Ehe war, soweit wir überhaupt zurückschauen können, eine gesellschaftliche Einrichtung, die den Clan, den Stamm, die Bürgerschaft und den Staat stärken, strukturieren und stabilisieren sollte. Der Sinn der Ehe lag im Nutzen für die Gemeinschaft, nicht im Glück der beiden Individuen, die verheiratet wurden. Und hier liegt das eigentliche Problem.

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Unser Modell der Ehe als einer Institution, die vor einem Beamten des Staates geschlossen werden muss, gründet gedanklich in einer Zeit, in der die Ehe nicht für die Eheleute da war, sondern für die Gesellschaft. Nicht um die freie Verbindung zweier autonomer Individuen, die ihre Leben gemeinsam verbringen und bewältigen wollten, ging es hier. Die Wurzeln der staatlich anerkannten und beglaubigten Ehe liegen in dem autoritären Willen, gesellschaftliche Strukturen zu festigen und zu bestätigen. Kaum verhüllt findet sich diese Tradition in der bei Politikern und Juristen nach wie vor so beliebten wie ärgerlichen Formel, die Ehe sei die Keimzelle des Staates.

Nein, die Ehe ist nicht für den Staat da und nicht für die Gesellschaft, sondern ausschließlich für die beiden Menschen die da heiraten. Ziehen wir die Konsequenzen: Schaffen wir endlich die staatlich sanktionierte Ehe ab!

Nach der Emanzipation der Individuen aus ihren ständischen und familiären Bindungen und dem Siegeszug der romantischen Liebesheirat ist die staatliche Ehe ein Relikt aus obrigkeitsstaatlichen Zeiten. Keine Frage: Zu dieser Emanzipation hat die Einführung der staatlichen Ehe im 18. und 19. Jahrhundert zunächst erheblich beigetragen. Zudem ergab das staatliche Ehemonopol, die Schutzpflicht des Staates gegenüber der Ehe und die dazu gehörigen steuerlichen Vorteile so lange einen gewissen Sinn, wie die Ehe aus sexualmoralischen Gründen unlösbar mit der Zeugung von Kindern verbunden war. Doch diese Zeiten sind bekanntlich lange vorbei. Die Ehe hat sich nicht nur aus ihren gesellschaftlichen Traditionen emanzipiert, sondern auch von dem Konzept der Familie mit Kindern. Wer heute heiratet, heiratet um des Partners willen, nicht um der Enthaltsamkeit zu entkommen oder um endlich Kinder kriegen zu dürfen.

Man kann es auch anders ausdrücken: Die Ehe ist durch den kulturellen Wandel seit der Aufklärung radikal privatisiert worden. Sie ist der Ausdruck ganz persönlicher und intimer emotionaler und sexueller Vorlieben. Genau diese aber haben den Staat nichts anzugehen. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, irgendwelche sexuellen oder emotionalen Präferenzen zu fördern. Ob man sich lebenslange Treue schwören, eine offene Zweibeziehung führen oder lieber polygam leben möchte: es obliegt nicht dem Staat, den einen Lebensentwurf einem anderen vorzuziehen.

Nächste Seite: Die Ehe ist eine Verbindung zweier Individuen um ihrer selbst willen

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Eheaus

Wissen Sie was? Unverbindlichkeit, Bindungslosigkeit und Freiheit im leider schlechtesten Sinne gibts´in dieser Gesellschaft schon genug. Was wollen Sie eigentlich noch zu Tode schwafeln mit einer Vorstellung von Freiheit, die nur noch böswilliger Egoismus ist und sich mit "Toleranz" und "Individualität" tarnt. Wir werden hier mittlerweile gleichschaltungsartig mit dem GenderDiversity Wahn zugekleistert. Bezahlen sollen das in der Tat die verheirateten "bösen" Normalo-Ehepaare, die ja so rückständig und unfrei sind.
Mit einem solchen Käse, wie Sie ihn hier äußern gehts weiter in den gesellschaftlichen Abgrund.

  • Antworten
tieferdenken25.02.2013 | 17:44 Uhr

"Unverbindlichkeit,

"Unverbindlichkeit, Bindungslosigkeit und Freiheit im leider schlechtesten Sinne gibts´in dieser Gesellschaft schon genug. Was wollen Sie eigentlich noch zu Tode schwafeln mit einer Vorstellung von Freiheit, die nur noch böswilliger Egoismus ist und sich mit "Toleranz" und "Individualität" tarnt".
Hervorragend auf den Punkt gebracht! Ich kann es nicht besser formulieren.
Dieser Artikel ist Paradebeispiel für individualistischen Schwachsinn, der die Welt nicht zum besseren führt.

  • Antworten
Werner Nimietz26.02.2013 | 10:49 Uhr

Die Familie als Produktionsort

Das Entscheidende bei der Empfindung „Liebe“ ist doch auch, dass ich keine unabhängige Person für mich sein will, entgegen allem Individualismus und Singledasein. Ich persönlich würde mich mangelhaft und unvollständig fühlen, wenn ich nicht lieben würde!
Die Struktur der Familie ist die Zuverlässigkeit. Sinn und integraler Zusammenhang entsteht in der Familie! Heute ist an die Stelle dieser privaten und intimen Produktion die Konsumtion getreten. Beziehungsverhältnisse werden ersetzt wie nach der Art des medialen Marktes und auch so werbetechnisch gepusht.
Subjektives: Wir wären niemals auf die Idee gekommen, unsere Kinder mit einem Jahr in eine „Krippe“ zu geben. Eine am „Kinderwohl“ orientierte Politik, war für uns immer gelebte Familienpolitik, über die Jahre betrachtet auch entbehrungsreich und schmerzhaft, jedoch sind meine inzwischen erwachsenen Kinder heute sogenannte „high professionales“, mit hoher sozialer Kompetenz in ihren Berufen unterwegs, will damit sagen, alles in unserem heute „traditionell und alt“ erscheinendem Modell „Erziehung“ war vor 30 Jahren nicht falsch. Rückblickend bedeutete dies für mich als Vater auch, an den Abenden („auch gelegentlich ab-gestresst“), sich die Zeit zu nehmen- beim „Scabble“ oder „Lego“-Turmbau- bei der „scharfen“ Anrede der Kinder „Papa Du bist dran“, plötzlich wieder hellwach zu fragen. Wer ich? Um weiterzumachen im Alltag (Ironie). Ich will auf diesem Feld auch nichts beweisen, alles ist heute situationsabhängig, ganz klar. Aber ohne Liebe ist nichts.

  • Antworten
bernhard jasper25.02.2013 | 22:47 Uhr

Der Autor hat die Institution Ehe nicht verstanden

Sie ist eine Wirtschafts- und Fortpflanzungsgemeinschaft. Und daher verdient sie auch gewisse Privilegien. Was Menschen mit ihren privaten Gefühlen veranstalten, geht in der Tat den Staat nichts an. Für die Liebe zu zweit (oder in sonstiger Gruppierung) braucht es hingegen keine staatlich organisierte Ummantelung.
Womit wir inmitten dr Diskussion um die sog. Homoehe wären: Sinn der Ehe ist die Familengründung - Sexualität und Gefühle kann man erfreuhlicherweise hierzulande/heutzutage auch ohne Trauschein ausleben - und Familie ist da wo Kinder sind. Allein das verdient die Eheprivilegien.

  • Antworten
Tuvia Deuczman25.02.2013 | 23:59 Uhr

Antwort an Tuvia Deuczman

Gratuliere ! Hervorragend auf den Punkt gebracht

  • Antworten
Peter H. Grunwald26.02.2013 | 17:25 Uhr

Bedarfsgemeinschaft vs. staatliche Leistungen

Ich möchte vorausschicken, dass ich in einer stabile Beziehung lebe. Aus verschiedenen Gründen möchten wir jedoch beide nicht mehr heiraten. Wir haben gemeinsames Eigentum und besteiten die sonstigen Kosten und Widrigkeiten unseres Lebens gemeinsam.

Sollte aus welchen Gründen auch immer einer von uns in eine Notlage geraten, aus der ein etwaiger Anspruch auf Leistungen aus dem SGB II erwachsen könnte, greift die Regelung zur sog. Bedarfsgemeinschaft, Nix gibt´s. Umgekehrtes gilt beim Erbrecht, da ist meine Partnerin mit mir nicht verwandt und wird Dank winziger Freibeträge mit aller Härte zur Kasse gebeten, bzw. umgekehrt träfe dies auch mich.

Wir haben unsere Angelegenheiten notariell geregelt und umgehen so die teilweise unsinnigen wechselseitigen Ansprüche aus einer Ehe, mit entsprechenden Vollmachten haben wir für den Krankheits- Pflege- und Todesfall vorgesorgt. Wir haben erwiesenermaßen Verantwortung füreinander übernommen, aber eben zu unseren Bedingungen. Die gesetzlichen Regelungen jedoch benachteiligen uns gegenüber allen anderen Beziehungskonstrukten massiv, wo es nur geht.

Ohne polemisch zu sein, aber anscheinend sorgt sich der Staat mehr um homosexuelle Partnerschaften als um heterosexuelle Zweierbeziehungen.

  • Antworten
Mauermer26.02.2013 | 08:50 Uhr

Familie

Ich verstehe, Sie haben Ihrer "Gemeinschaft" eine Satzung gegeben, wie sich das bei einer GmbH oder einem Gartenverein gehört. Gewappnet für den Ernstfall des Bankrotts oder der Insolvent Ihres individuellen Konstrukts. Was wollen Sie uns eigentlich sagen? Dass sie tapfer und wagemutig durchs feindliche Leben stapfen?

  • Antworten
Max Hoffmann26.02.2013 | 15:43 Uhr

Gemeinschaft mit Satzung

Wenn Sie meinen Text richtig lesen würden und auch verstehen könnten, dann würden Sie merken, dass wir den staatlich vorgegebenen Rahmen, in dem eine fiskalisch privilegierte Beziehung ablaufen darf, für zu stringent halte. Ausserdem nimmt der Staat für sich alle Vorteile wahr und verweigert gleichzeitig einer freieren Gemeinsamkeit als der Ehe die Vorteile. Es wäre anders, wären wir homosexuell und gleichgeschlechtlich und könnten somit eine Art der Ehe-light eingehen.

Der Autor hat völlig Recht, das Institut der Ehe gehört abgeschafft zu Gunsten einer freien Vereinbarung zwischen freien Bürgern. Aber, s.o., der Staat könnte ja finanzielle Einbußen erleiden....

  • Antworten
Mauermer26.02.2013 | 19:35 Uhr

Der Autor

scheint mir dem Zeitgeist mancher Zeitgenossen vollständig zu folgen.
Hedonismus, Beliebigkeit, Dekadenz, dürften die Schlagworte sein, die den Maximen solcher Leute innewohnen. Der Artikel mag eine gewisse Breite haben, an einem Minimum an Tiefe dürfte es mangeln.

  • Antworten
Bambus0726.02.2013 | 12:43 Uhr

Die staatliche Ehe

Komisch, dass sich bis auf einen Kommentar von Tuvia nur Männer zum Thema Ehe äußern. Die Frauen haben wohl gerade zu tun, Berufstätigkeit oder Familie?
In unserer durchökonomisierten Lebenswelt ist die Ehe nicht ausgenommen. Sie ist ein Ort der Reproduktion der zukünftigen Generation und auch immer noch unter diesen patriarchalischen Bedingungen (Frauen verdienen weniger bei gleicher Qualifikation.) ein Ort der Reproduktion der Arbeitskraft des Mannes=Verdieners. Soweit gilt Marx immer noch. Die Frau bekommt die Kinder. Was bekommt sie dafür vom Mann, vom Staat, von der Gesellschaft?
Vom Mann bekommt sie eine Finanzierung, solange die Ehe hält, danach wird es v.a. mit Kind(ern) dünn. Vom Staat (hier: Rentenversicherung) bekommt sie 100%ig eine niedrigere Rente=Altersarmut=schlechtere Lebensverhältnisse. Von der Geselllschaft bekommt sie nichts. Nachdem sie die Kinder bekommen hat, hat sie ihren Nutzen erfüllt und versinkt im Nirvana.
Solange die Verhältnisse sind, wie sie sind, hat die Frau keine Chance auf echte Chancengleichheit.
Aus diesem Grund muss jetzt nicht die Ehe mit Kindern und ihre steuerliche Position zur Disposition gestellt werden, nein im Gegenteil, die Familie muss steuerlich bessergestellt werden und genauso müssen ledige Frauen mit Kindern bessergestellt werden.
Denn jenseits von Liebe und Freiheit sind es einzig diese Frauen und ihre Kinder, welche unser Leben sichern. Ohne sie ist alles andere nichts.

  • Antworten
Exossi26.02.2013 | 13:46 Uhr

Dem Autor wird hier

Dem Autor wird hier "böswilliger Egoismus", "Dekadenz", "Hedonismus" und ein Angriff auf die "bösen normalo Ehepaare"(zu denen ja auch der Autor gehört) vorgeworfen. Das sind ja alles wunderschöne Schlagworte und Phrasen die hier in den Kommentaren von sich gegeben werden aber keiner belegt sie... Aus dem Artikel sind diese Vorwürfe meiner Meinung nach nicht zu stützen.

  • Antworten
Niclas26.02.2013 | 14:48 Uhr

Antwort an Niclas

Der Autor hat vergessen, das Thema "Kinder" einzuarbeiten. Wenn seine Eltern ähnlich gedacht hätten, wie er sich in seinem Artikel darstellt, dann gäbe es den Autor möglicherweise gar nicht.

  • Antworten
Peter H. Grunwald26.02.2013 | 17:32 Uhr

Oh je

Der Autor IST verheiratet und HAT Kinder. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele gehässige Menschen verheiratet sind (damit meine ich NICHT den Autor)

  • Antworten
Tina27.04.2013 | 23:33 Uhr

Der Autor sollte sein Thema noch einmal gründlich überdenken

Waren unsere Vorfahren so ausgemachte Deppen, daß sie so einen Blödsinn wie die Ehe erfinden mußten?

Debatten sollte man immer von Grund auf führen. Dazu brauchen wir nicht bei Adam und Eva anfangen.

Weshalb ist der Mensch eine Einheit in zwei Geschlechtern? Warum rennen wir fast ausnahmslos hinter Gegengeschlechtlichen her? Weil es um die Fortpflanzung geht.
Oder will der Autor behaupten, daß die Bumserei einen Sinn hat, wo man doch auch noch darauf aufpassen muß, daß "nichts passiert"? Die heute übliche reine Triebbefriedigung, warum braucht es die eigentlich?

Die Ehe ist natürlich für die Gatten da, aber ihr Hauptzweck ist Schutz und Geborgenheit für die Kinder, damit diese mental gesund und robust heranwachsen können. Sie ist dem entsprechend für die Sicherheit der Familie da, auch wirtschaftlich, damit die Mittel für ein kleines Rudel Kinder zur Verfügung stehen.

Nur auf dieser Basis funktioniert auch ein Staat. Aber das ist für Linke einfach zu hoch.

  • Antworten
KonradGeorg26.02.2013 | 15:07 Uhr

so much emotion

Der Autor stellt NICHT die Ehe als verpflichtende Verbindung zweier Personen in Frage, sondern deren normativ vorgegebene Regelung als "gesetzlicher Vertrag". Mein alter Rechtsprof stellte die Funktion des Standesamts nach notarieller Beglaubigung und Beurkundung als höchste Stufe einer staatlich vorgesehenen WARNFUNKTION vor, die leider missverstanden werde. Die Ehe ist primär ein Sakrament der kath. Kirche, die sich stets massiv dafür eingesetzt hat, diese Wertvorstellung aus dem kanonischen Recht im Zivilrecht gespiegelt zu bekommen - mit Erfolg. Soviel zur Herkunft.

Das aktuelle wäre, nach der Notwendigkeit und dem Sinn einer säkularen gesetzlich geregelten Ehe HEUTE zu fragen. Da würde mir in erster Linie der Schutz von Kindern und deren RECHT gegenüber den Erzeugern, von diesen auch versorgt zu werden einfallen. Das sollte m.E. besser als bisher geschützt und durchgesetzt sein. Was aber 2 Menschen beschließen, wie sie miteinander leben wollen - notarieller Vertrag, kirchliche Trauung oder sonst ein moralisches Fest - kann dem Gesetzgeber eigentlich wirklich egal sein, solange es nicht um Kinder geht.

  • Antworten
Leo26.02.2013 | 19:40 Uhr

Was da emotional hochschwappt

Was da emotional hochschwappt, wenn an einer alten Institution gerüttelt wird! Wer nicht heiraten will, ist dekadent, egoistisch, etc.?! In der Tat, alles Männer, die sich geäußert haben.
Ich ziehe außerhalb der Ehe zwei Kinder groß. Wenn ich einen Mann heiraten würde, der kein Geld verdient, würde mir das mit Steuervorteilen vergütet. Die Tatsache, dass ich finanzielle und emotional für zwei Kinder sorge (die nicht selbst für sich sorgen können), wird nicht honoriert. Das ist hanebüchen.
Ich bin mit verheirateten Eltern aufgewachsen. Von Geborgenheit konnte nicht die Rede sein. Nur weil das Siegel Ehe wo draufsteht, ist noch lange keine Geborgenheit gegeben, handelt es sich noch lange nicht um empathische Menschen, die begriffen haben, dass das glücklich sein eines sehr komplexe Angelegenheit ist, zu der auch das Glück anderer gehört.
Wie naiv zu denken, ein staatlicher Stempel mache Menschen besser! Er liefert sie Gesetzen aus, die sie meist nicht einmal kennen.

  • Antworten
astrid mayer02.03.2013 | 16:35 Uhr

Anarchie für Alle

Keine Regeln für Niemand mündet in Anarchie.Egal auf welchem Gebiet.
Eine Gruppe ist im soziologischen Sinn eine Anzahl von Menschen, die sich zusammentut um ein gleiches Ziel zu erreichen und sich deshalb gemeinsamen Regeln unterwirft.(einfachst ausgedrückt.)
70% aller Kinder werden in Ehen geboren.(lt staatsrechtlicher Fakultät Tübingen). Die Ehe ist ein Ordnungsrahmen, zu dem noch Niemand staatlicherseits gezwungen wurde.Die meisten tun es gerne, um eine Verbindlichkeit auch nach außen zu zeigen. Die staatliche Förderung von Ehe und Familie ist äußerst gering, lediglich die Propaganda hierzu läuft hervorragend. Den Nutzen, den die Mutter hat, ist von Exossi gut beschrieben worden, auch in der Ehe wird das Existenzminimum von Kindern besteuert. Trotzdem gibt es in meinen Augen nicht Besseres für das Zusammenleben. Mein Mann, meine Frau klingt für mich besser als jeder Lebensabschnittspartner. Ich brauche eine Ordnung für mein Leben, die mehr aussagt als Lebnspartner.

  • Antworten
kultura26.02.2013 | 18:55 Uhr

Sie verwechseln

Ehe nennt man eine Lebensgemeinschaft von ZWEI Menschen unterschiedlichen Geschlechts, die einem gesetzlich vorgegebenen Vertragsinhalt zustimmen.
Familie nennt man ZWEI Menschen unterschiedlichen Geschlechts, die Kinder erziehen (selbst gezeugt oder adoptiert).
Die Erziehung von Kindern ist, da diese sich nicht selbst ernähren können, schützenswert, egal, wie man das nennt, und auch egal, ob die "Eltern" verheiratet sind oder ein unterschiedliches Geschlecht haben.
Erwachsene Menschen und deren Beziehungen sind seit Abnahme der Hausfrauenehe NICHT schützenwert und schon gar nicht subventionswürdig, da beide selbst entscheiden können.
Die Sicherheit, von der Sie reden, ist bereits heute eine lediglich gesetzliche. Das wäre nicht anders, wenn Sie einen entsprechenden Vertrag beim Notar abschließen.
Und Scheidungen sind auch nicht gerade selten. Worin also besteht Ihre "Sicherheit"? In der Hoffnung, dass IHR Mann gezwungenermaßen wegen einer drohend ruppigen Auseinandersetzung vor Gericht bei Ihnen blieb tund für Sie sorgt? Ob zwei Menschen zusammenhalten und verlässlich sind hat mti gesetzlichem Zwang nix zu tun. Und wenn der wegfiele, bräche auch nciht die Anarchie aus. Sie sollten weniger klammern ...

  • Antworten
Leo27.02.2013 | 11:32 Uhr

Von sich selbst absehen können

„In guten wie in schlechten Zeiten…“

Der Staat kennt keine Liebe, sondern nur Gesetze. Politik darf natürlich auch nicht vorgeben, wie Menschen zu leben haben. Kommen Kinder in einer (Partnerschaft, Ehe etc.) ins Spiel, als eigenständige Individuen, sieht es natürlich anders aus. Anmerkung: Das Gefühl erfüllt auch eine Funktion. Nicht als Ordnungsprinzip, als kaltes Gesetz, dem man sich zu unterwerfen hat, sondern es kann auch ein freiwilliges Gebot darstellen, das man aus ganzem Herzen erfüllen will und dessen Befolgung daher Befriedigung und Glück bedeuten kann. Wenn sich die beiden Pole, „Vernunft“ und „Herz“ verbinden, könnte man auch von Glück sprechen (zu idealistisch, zu romantisch? Vielleicht). Von sich selbst absehen können, in einer Zeit die das Individuum (Stichwort Single-Haushalte in Großstädten) zu begünstigen scheint.

  • Antworten
bernhard jasper27.02.2013 | 10:35 Uhr

Schmunzel

Ich kann`s nicht lassen,ich find` Ehe einfach gut und möchte sie nicht abgeschafft haben. Basta! Freie Liebe kann jeder leben wie er will, ich will den Weiterbestand der Ehe. Möglicherweise kann es -ich gebe es zu- für die Frau einen kleinen finanziellen Vorteil geben, wenn der Ehemann pflichtversichert war, vor ihr stirbt und, wie meist der Fall, eine höhere Rente bezogen hat als die Frau.
Man muss auch jönne könne (K.Adenauer).

  • Antworten
kultura27.02.2013 | 19:33 Uhr

Ehrlich sind Sie

Natürlich hat das Modell Versorgungsehe insbesondere für kinderlose Frauen Riesenvorteile, keine Frage. Fair ist es trotzdem nicht. Und es beizubehalten hat eher weniger mit Moral zu tun, wie sie JETZT ja selbst sagen. Also nicht die Angst vor Anarchie, sondern die vor "Bonusverlust" treibt Sie an.

  • Antworten
Leo28.02.2013 | 08:47 Uhr

Nein, Herr Leo

Nein, Herr Leo
da ich meistens gearbeitet habe, wegen 3er Kinder allerdings zeitweilig in Teilzeit, habe ich eigene Rentenansprüche. Natürlich sind die Kindererziehungszeiten in der Rente mit einem so lächerlichen Beitrag angerechnet, dass ich mich schäme, ihn zu erwähnen. Nein, für mich ist Ehe eine reine Gefühlssache. Es ist eine äußere Ordnung, die mir innere Ordnung gibt. Ich hatte auch eine Zeit, wo ich unverheiratet zusammen lebte, die spätere Ehe hat mir finanzielle Verluste eingebracht. Ich würde auch noch ein drittes mal heiraten, diesmal würde ich aber von allen romantischen und sonstigen Gefühlen absehen und auf finanzielle Sicherheit achten. Vielleicht würde ich`s auch lassen, da jetzt Krankheiten in`s Haus stehen könnten.(30 Ehejahre sind auch ganz ordentlich)
Ich hätte gerne finanziell in meinen Ehen besser dagestanden, dann hätte ich nicht im Schweinsgalopp durch mein Leben galoppieren müssen und hätte mich mehr um meine Familie kümmern können.. Aber ...c`est la vie.

  • Antworten
kultura28.02.2013 | 22:01 Uhr

Nicht ganz treffende Argumentation

Der Autor argumentiert nicht treffend. Wir brauchen nicht die Abschaffung der staatlichen Ehe, sondern eine Vervielfältigung der staatlichen Ehe. In der Republik gibt es sehr unterschiedliche Haushaltsformen. Die staatliche Ehe bietet da nicht allen ausreichende soziale Sicherheit, wie das Beispiel zerrütteter Familien und Teenie-Schwangerschaften zeigt. Familien sind Produktions- und Konsumgemeinschaften. Die staatliche Ehe ist derzeit ein ungleicher Vertrag zugunsten von Männern, weil Frauen einen ungleichen Tausch mit Männern leisten. Frauen tragen ein höheres Risiko beim vertraglicher Bindung ihres Reproduktionspotentials als Männer. Aufgrund des Nutzens von Frauen für die frühkindliche Erziehung und der Reproduktion der Arbeitskraft bei psychologisch stabilen Familienvätern und Kindern, sollte man eher eine Reihe schärferer Ehe-Konstrukte anbieten. Z.b. sollte es Männern mit einem nachgewiesenden Persönlichkeitstest, schlechtem Auskommen und unsteten Lebenswandel überhaupt nur das Heiraten in einer für seine Risiko-Kategorie konstruierten Ehe erlaubt sein. Der Verlust von Reproduktionskraft durch eine unnötig lange Bindung von Ehefrauen an Ehemännern verursacht nur Kosten für den Steuerzahler. Die soziale Durchlässigkeit und Mobilität heißt nicht weniger Staat, sondern mehr Staat für die Familie. Denn da soziale Sanktionen durch ausgedehnte Familienverbände und Religionsgemeinschaften ausfallen, ist der Staat in der Pflicht die weiblichen Ehepartner besser zu schützen. Junge Frauen sind naiv. Der Staat muss da die Einschätzung des Mannes für Ehe und Familie vorstrukturieren.

  • Antworten
Brandt02.03.2013 | 23:47 Uhr

Re: Nicht ganz treffende Argumentation

Respekt, das war gerade der falscheste Kommentar, den ich in 20 Jahren lesen durfte.
Noch NIE habe ich solchen Nonsense gehört. MÄNNER WERDEN DURCH DIE EHE BEVORZUGT?! Das habe ich noch nie gehört.
Frauen und Männer sind vertraglich genau gleich aneinander gebunden, wenn sie staatlich heiraten - wenn ein Mann fremdgeht, ist das ein Scheidungsgrund. Er kann keine Spermaspende ohne der Zusage seiner Ehefrau geben.
"Nutzen der Frauen für frühkindliche Erziehung" <- Sie übersehen da etwas: Kinder zu erziehen ist keine Strafe, sondern ein RECHT.
Es sollte KEIN Mann und KEINE Frau nur bei "stetem Lebenswandel, psychologischer Stabilität und ausreichendem Auskommen" eine Ehe mit einer Person führen können, die er oder sie liebt - es jedoch nur den Männern zuzuschreiben ist Sexismus in der extremsten aller bekannten Formen.
"Der Verlust von Reproduktionskraft durch eine unnötig lange Bindung von Ehefrauen an Ehemännern" WAS?! Diese Aussage macht keinen Sinn. Heißt das, Frauen sollen jede Nacht mit jemand anderem schlafen, um ja schnell schwanger zu werden? Wodurch verliert eine Frau bitte durch die Bindung an einen Mann an Reproduktionskraft? Das ist nur Schwachsinn was sie da sagen.
Und ich gebe Ihnen dann doch in einer Aussage recht - Junge Frauen sind naiv. Junge Männer ebenso (Vielleicht junge Frauen mehr, aber das ist eine gesellschaftlich immanente Entwicklung, für die jeder von uns selbst verantwortlich ist - Frauen werden eher zu naiven Persönlichkeiten entwickelt)
Eine Mehrung der ehelichen Konstrukte wäre natürlich wünschenswert, allerdings kennen Sie sich scheinbar im Eherecht nicht aus, wenn Sie sagen, dass Männer durch die Ehe im Vorteil sind - eher im Gegenteil. Vor allem Ex-Ehemänner haben nicht automatisch Mitbestimmungsrecht was die gemeinsamen Kinder angeht, müssen aber trotzdem Alimente zahlen, da sie im Normalfall die Mehrverdiener sind.
WAS eine mögliche Lösung wäre: Rationaleres Denken klar machen. Sich zu verlieben ist kein Problem, doch die Ehe ist als lebenslanges Konstrukt gedacht und wenn ein Paar heiraten will, sollten sie auch in der Lage sein, eine lebenslange Beziehung miteinander zu führen. Das wird leicht unterschätzt und zerstört Leben.

  • Antworten
Mann05.03.2013 | 20:11 Uhr

Contra von Norbert Blüm

gerade frisch entdeckt. Und SO viel menschlicher, herzlicher, zukunftsweisender, dass Autor A. Grau vor Scham im Boden versinken sollte: (und vielleicht, bitte zu schreiben aufhört? Danke.)
http://www.sueddeutsche.de/politik/ehe-und-familie-von-der-liebe-bleibt-der-moderne-mensch-verschont-1.1666123

  • Antworten
Thomas Fügner06.05.2013 | 20:20 Uhr

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