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 > Die Porno-Blase

Salon

Gaddafi, Multimedia und PlayboyDie Porno-Blase

Von Ronald Düker12. Mai 2012
picture alliance
Hugh Hefner, Rundes Bett, Playboy, Pornotopia, Sexualität
Hugh Hefner, der Erfinder und Chefredakteur des amerikanischen Magazins "Playboy", setzt seine Häschen gern in Szene
Schrift:

Wie Hugh Hefner das runde Bett erfand und der "Playboy" unsere Kultur veränderte

Seite 1 von 2

Mit dem gewaltsam erzwungenen Fall des libyschen Diktators platzte auch die Blase, in der er gelebt hatte. Nun wurden die Tempelschätze seines Machtzentrums für alle sichtbar: der elektrisch angetriebene Golf-Caddy, mit dem sich der Staatenlenker durch ein Tunnelsystem unter seiner Residenz bewegte, die Wohnlandschaft im Innern seines vierstrahligen Airbus, und auf dem Couchtisch des situation room lagen noch die Illustrierten, die Gaddafi zuletzt studiert hatte. Im Haus des Lieblingssohns Saif al-Islam: ein rundes Bett mit Meerblick.

Die Geschichte wiederholt sich bekanntlich als Farce, und so führt eine direkte Linie von den Gaddafis zu Hugh Hefner, dem Erfinder und Chefredakteur des amerikanischen Playboy-Magazins. Nachdem der Schriftsteller Tom Wolfe im Jahr 1965 Gelegenheit bekommen hatte, einen Blick in Hefners Schlafzimmer zu werfen, beschrieb er es als «das zarte und plüschweiche Herz eines artischockenartien Gefängnisses». Die 1970 geborene Philosophin Beatriz Preciado behauptet: Hugh Hefner meißelte im «Steinbruch der amerikanischen Popkultur an einer neuen Seele.» Ihre nun erschienene Studie «Pornotopia» untersucht «Architektur, Sexualität und Multimedia im Playboy.»

[gallery:Literaturen: Die beste Belletristik der Buchmesse Leipzig 2012]

Und wenn man einen einzigen Einwand gegen ihre sonst durchweg überzeugende Darstellung erheben sollte, dann diesen: Es ist längst nicht mehr nur die «amerikanische Popkultur», um die es hier geht. Preciado thematisiert einen Lebensstil, der mittlerweile die ganze westliche Welt geprägt hat, und, wie gesagt, sogar die grausam grundierte Alltagsoperette eines arabischen Despoten.

Architektur, Sexualität, Multimedia – diese drei Aspekte sind, im Falle von Hefners «Playboy» auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Allein schon das von Preciado so genannte «pharmakopornographische Bett» im zentralen Schlafzimmer von Hugh Hefners Villa übersteigt die Möglichkeiten eines gewöhnlichen Möbelstücks bei Weitem. Es hatte einen Radius von zwei Meter sechzig und ließ sich durch einen hydraulischen Meter um 360 Grad drehen oder zum Vibrieren bringen. In das lederbespannte Kopfteil war ein Steuerungsmanual für diverse mediale Anwendungen integriert.

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hm...

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kinkerlitzchen15.05.2012 | 19:09 Uhr

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