Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Mai: Nichts klappt, alle lieben sie: Das Geheimnis der verschlunzten Hauptstadt

Babel Berlin
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Der 360-Grad-Roadtrip

Salon

Danielewskis „Only Revolutions"Der 360-Grad-Roadtrip

Von Klaus Nüchtern16. Juli 2012
picture alliance
Roadtrip,Mark Z. Danielewski,Das Haus.House of Leaves,Derrida,Only Revolutions
Der Roadtrip zweier 16-Jähriger aus beiden Perspektiven
Schrift:

Eine Geschichte von Aufruhr und allmachtstrunkener Anarchie: Der Roadtrip zweier 16-Jähriger durch die USA lässt sich aus der Sicht von Sam und von Hailey lesen. Eine Gebrauchsanleitung für Mark Z. Danielewskis neuen Roman „Only Revolutions"

Seite 1 von 2

Es versteht sich durchaus nicht von selbst, dass sich für dramatische politische Umwälzungen das Wort «Revolution» durchgesetzt hat. Ursprünglich war der vom lateinischen Wort «revolutio» abgeleitete Begriff nämlich keineswegs mit dem Rollen von Köpfen, sondern mit dem Rotieren von Himmelskörpern verbunden. Der 45-jährige US-Schriftsteller Mark Z. Danielewski, der mit seinem Debüt, dem voluminösen Horror-Roman «House of Leaves» (2000), rasch zum Kult-Autor avancierte, hat in seinem zweiten Roman «Only Revolutions» die beiden Bedeutungskerne des Begriffs fusioniert. Das Werk – von Gerhard Falkner und Nora Matoczka fulminant ins Deutsche übertragen – ist ein Buch des Aufruhrs ebenso wie ein Buch der Drehungen. Und das darf man ruhig wortwörtlich verstehen.

«Only Revolutions» ist ein Solitär, man braucht das Buch nur in die Hand zu nehmen, um das zu bemerken. Die Vorder- und Rückseite weisen zwar unterschiedliche Abbildungen desselben Motivs auf (ein Highway im Niemandsland, einmal durch rötliche, einmal durch blaue Landschaft führend, einmal mit rotem, einmal mit blauem Federwölkchen-Himmel), aber die Beschriftung ist identisch: Autor, Titel, Strichcode, Übersetzer. Dreht man das Buch um seine y-Achse, steht es plötzlich auf dem Kopf; dreht man es um seine x-Achse, steht es wieder auf seinen Beinen, nur das Gewand hat sich geändert.

Schlägt man das Buch auf, wiederholt sich das Spiel mit Spiegelung und Variation: Das Vorsatzblatt ist einmal lindgrün und einmal beige, und wo die Seite vor dem ersten Text-Blatt einmal mit einem riesigen «S» bedruckt ist, ziert den Antipoden ein seitenfüllendes «H». Diese beiden Lettern stehen für die beiden Protagonisten dieses von beiden Seiten her lesbaren Buchs: Sam und Hailey.

Bildergalerie: LITERATUREN – Die besten Romane für den Sommer

«Only Revolutions» ist ein Werk der explodierenden Kontraste, das Anarchie und Anankasmus auf paradoxe Weise verschränkt. Es ist hyperrigide in seiner formalen – und das heißt hier nicht nur sprachlichen, sondern auch typografischen und layouterischen – Anlage, und handelt doch von nichts anderem als von Aufruhr und allmachtstrunkener Anarchie: von sehr viel Sex und ziemlich viel Drogen und davon, dass zwei ewig 16-Jährigen, eben Sam und Hailey, vermeintlich die Welt gehört, ja, dass sie selbst diese Welt sind.

Sechs Jahre lang hat Danielewski an diesem grandiosen Opus gearbeitet, hat von handschriftlichen Karteikarten bis zu avanciertesten Grafikprogrammen alle ihm zur Verfügung stehenden Aufschreibesysteme genutzt. Er hat den Computermonitor schließlich in Schaumstoffblöcke gepackt, um ihn auf den Kopf zu stellen, da die 180 Grad-Drehung kompletter Doppelseiten vom Grafikprogramm auf dem Bildschirm nicht dargestellt werden kann.

Ach ja, das wurde hier noch nicht erwähnt, sollte sich aber mittlerweile fast von selbst verstehen: Sams und Haileys Perspektive auf dieselbe Geschichte – eines, wie gesagt, von psychotropen Substanzen und Körpersäften gesättigten roadtrips durch die Vereinigten Staaten – sind gegenläufig zu lesen: Jede Doppelseite ist viergeteilt; über der x-Achse verläuft die eine Story von links nach rechts, die komplementäre, auf den Kopf gestellte, von rechts nach links; wobei sich auch noch die Schriftgröße kontinuierlich verändert, sprich: in Leserichtung kleiner wird. In der Mitte des Buches, selbstverständlich auf Seite 180/181, die naturgemäß der Hälfte einer 360-Grad-Drehung entspricht, sind die Schrifttypen exakt gleich groß.

  • 1
  • 2
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Reisephänomen Trampen: Per Anhalter durch die Galaxis

 

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Lesekultur
Das Ende des Buches und was wir verlieren
von
16.09.2012

zum Dossier Die Buch-Seitezum Dossier Literaturenzum Dossier Reise Spezial
Aus Literaturen  
Sommer 2012
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Reisephänomen Trampen: Per Anhalter durch die Galaxis

 

Diese Artikeln könnten Sie auch interessieren:

Lesekultur
Das Ende des Buches und was wir verlieren
von
16.09.2012

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
Neues Dossier anlegen:

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Buch, Bücher, Literatur
Dossier

Die Buch-Seite

zum Dossier

Bildergalerie

20 Gründe, auf den Mars umzuziehen

zur Bildergalerie
Anzeige

Marie Amrhein

Sonntagskolumne: Mein Sozialstaat

Angie, gib' die Wohnung frei

Deutschland ächzt unter akutem Wohnungsnotstand

In Deutschland herrscht akuter Wohnungsmangel. So zumindest wirkt es für die Menschen in den Ballungsräumen der Republik. Und dabei geht es nicht nur um den schönen Altbau mit Balkon im Prenzlauer Berg, Mitte oder Kreuzkölln


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Hollandes Offensive kommt zu spät

Frankreichs Staatschef Hollande will eine Wirtschaftsregierung für die Eurozone. Auf einer…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Klone der Schöpfung
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
Die Türkei muss in die EU, fordert Gerhard Schröder im Cicero. Hat er Recht?
Ja, ein Beitritt ist dringend nötig, um die Region zu stabilisieren
16%
Nein, die EU wäre heillos überfordert
84%
Gesamtstimmen: 668
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Dossier

Nordkorea zündelt

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang