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 > Tierheim, Todestrakt und Avocado

Salon
Berlinale-Auftakt

Tierheim, Todestrakt und Avocado

von 
Constantin Magnis
10. Februar 2012
picture alliance
Berlinale,Farewell,Death,Row,Herzog,Jacquot,Angelina,Jolie,Demora
Die Darstellerinnen aus „Lebe wohl, meine Königin“: Diane Kruger, Léa Seydoux und Virginie Ledoyen

Zur Eröffnung der Berlinale beschwört Benoït Jacquot die Apokalypse in Versaille, Werner Herzog trifft Mörder auf der „Death Row“ und Angelina Jolie dreht den „Schindlers Liste“ des Bosnienkriegs – oder auch nicht. Die Filmkolumne von Constantin Magnis für CICERO ONLINE 

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Ein ambitioniertes Filmfestival wie die Berlinale ist immer beides: Ein Wettbewerb der besten Filme, und irgendwie auch ein Zoo der seltenen, anderswo vom Aussterben bedrohten cineastischen Arten. Wer schon einmal im Tierheim war, und dort die grindigen Köter mit permanent verdorbenem Charakter durch die Gitterstäbe schielen gesehen hat, fühlt sich gelegentlich auch daran erinnert. Und zwar bei dieser bestimmten Art von Film, die symptomatisch für das Festival ist, und leicht an der großen Traurigkeit zu erkennen ist, die einem beim Überfliegen der Synopsis im Programmheft überkommt.

Bildergalerie: Zwischen Weltruhm und Propaganda: Die Filmstudios Babelsberg
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Ein klassischer Fall ist dieses Jahr beispielsweise „La Demora“, ein Beitrag aus Urugay: „Faszinierend beiläufig inszeniert La Demora den harten Alltag einer alleinerziehenden Mutter, die in beengten Wohnverhältnissen neben drei Kindern auch ihren dementen Vater mitversorgen muss.“ Oder der Film „Espoir Voyage“ aus Burkina Faso: „In einer der berührendsten Szenen des Films“, lockt der Festivalführer, „spielt der Regisseur seinem Cousin Augustin eine Videobotschaft von dessen Mutter vor. Ihre Vorwürfe, warum er sich nicht melde und dass das Haus dringend repariert werden müsse, treffen Augustin schwer. In seinem Gesicht spiegelt sich die ganze emotionale Last der Hoffnungsträger: Erwartungsdruck, Schuldgefühle, Scham.“

Oder nehmen wir das israelische Kinoerlebnis „Sharquiya“: „Am Rande der Wüste Negev lebt Kamel mit dem Rest seiner Beduinenfamilie im Camp. Nun soll die Hütte abgerissen werden, eine Besitzurkunde für das seit Jahrhunderten besiedelte Gebiet gibt es nicht. In ruhigen, großen Bildern wird Kamels Ausweglosigkeit erfahrbar.“ Eskapismus kann man dem Programm jedenfalls nicht vorwerfen.

Während die mühsameren Filme sich tendenziell in den Sektionen Panorama und Forum sammeln, ist man auch unter den eigentlich publikumsfreundlichen Wettbewerbsfilmen keinesfalls sicherer. Denn die Gewinnchance eines Films verhält sich prinzipiell umgekehrt proportional zu seinem Sex-Appeal. Es gewinnt, – eigentlich grundsätzlich – der eine Film, den man sich bewusst nicht angeschaut hatte, weil man solche Angst davor hatte, sich zu Tode zu langweilen.

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Lesen bildet...scheinbar doch nicht

Wenn Hunde diesen Artikel lesen könnten, dann sollte Herr Constantin Magnis es tunlichst vermeiden, sich auf der Strasse blicken zu lassen.....zerrissene Hosenbeine wären dann sicher nur das kleinere Übel

  • Antworten
www.herz4pfoten.ch12.02.2012 | 16:32 Uhr

Bezug zur Realität verloren?

Mir scheint auch, daß der Schreiber dieses Artikels den Bezug zur Realität verloren hat. Zunächst frage ich mich, was Tierheimhunde mit der Berline zu tun haben (auch die Veranstalter werden sich das sicher fragen). Die Respektlosigkeit, mit der hier über die "grindigen Köter" geschrieben wird, macht mich sprachlos und auch wieder einmal froh darüber, daß ich so ein Kulturbanause bin. Mit Menschen solchen Kalibers möchte ich nichts zu tun haben, da ziehe ich die "grindigen Köter" jederzeit vor!

  • Antworten
Monika Habnre12.02.2012 | 17:23 Uhr

Grindige Köter

Sehr geehrter Herausgeber,

Sie sollten die charakterlichen Fähigkeiten Ihres Journalisten überprüfen. Grundsätzliche Eigenschaften für das erstellen von Artikeln eines solchen Magazines fehlen ihm. Empfehle eine Abmahnung oder besser noch - eine Versetzung ins Archiv. Mfg.

  • Antworten
Marion Romeo13.02.2012 | 10:19 Uhr

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