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Einsamkeit in Zeiten des InternetAlleine im Schwarm

Von Michael Naumann13. Februar 2012
picture alliance
Einsamkeit, Netz 2.0., Michael Naumann, Internet, Facebook
In der Einsamkeit zeigt sich die Trostlosigkeit, seine Ohnmacht, Abhängigkeit, Unzulänglichkeit.
Schrift:

Einsamkeit ist in Zeiten des elektronischen Zeitalter eine verblassende Erinnerung. Aber verstehen wir uns dabei noch selbst – oder nur noch unsere Facebook-Profile?

Seite 1 von 2

Wahre Einsamkeit im elektronischen Zeitalter ist eine verblassende Erfahrung. Still bei sich zu sein, existenzielle Ruhe zu genießen – es ist eine altmodische, offenbar anstrengende Übung geworden. Es gibt aber eine neue: Einsamkeit – allein in der Masse. Der durchschnittliche Deutsche verbringt täglich über drei Stunden vor einem TV-Bildschirm (in Nordamerika sind es über acht). Zählen wir die PC-Monitore an Arbeitsplätzen, Schulen und Universitäten hinzu, könnten es doppelt so viele Stunden sein. Augenärzte wissen mehr. Eine Nation, in der an jeder Straßenecke ein Brillenladen für klare Sicht sorgt, muss an den Rand der Erblindung geraten sein. Und doch glauben wir, alles, wirklich alles sehen zu können.

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Aber verstehen wir uns noch selbst – oder nur noch unsere Facebook-Profile? Stimmt hier das dunkle Wort des Heraklit über eine spezifische Gruppe von Bürgern: „Zwar sind sie da und sind doch nicht da. Es fehlt ihnen das Gemeinsame“? Keineswegs, antworten die Vernetzten. Kann das „Gemeinsame“ nicht das wahre soziale Geschenk der miteinander telefonierenden, simsenden und twitternden Millionen sein? Ist die arabische Facebook-Revolution nicht ein Signal für eine bessere Zukunft? Offensichtlich nicht.

Für die Nutzung sozialer Netze sind in Deutschland – statistisch gesehen – wöchentlich drei Stunden pro „User“ in Anschlag zu bringen. 22 Millionen deutsche „Facebooker“ machen sich tagein, tagaus auf die Suche nach „Freunden“. Und sechs geschlagene Stunden pro Monat am Handy und Festnetz-Telefon sind inzwischen die Regel. Fast scheint es, als könnten wir es mit uns allein nicht mehr aushalten. Die Außenwelt hat die Innenwelt des Einzelnen unter dem trügerischen Banner „Information“ erobert. Meditative Atempausen werden nicht gewährt – es sei denn, man befreit sich mit einem der neuen „Freiheits“-Programme zumindest stundenweise von der permanenten informationellen Internetinvasion: Es ersetzt, gegen Gebühr, den kleinen „Aus“-Knopf, den die Entwickler der Computer einst nicht vorgesehen hatten.

Chaos und Geschwindigkeit der Text- und Bildnachrichten auf den Websites seriöser Zeitungen gleichen flüchtigen Traumsequenzen, deren Deutung sich bis auf den Tag verzögert, an dem alle Server dieser Welt unter der Datenflut den Geist aufgeben. Also niemals. Facebook plant, eine seiner Serverbanken für die 800 Millionen Mitgliederdateien an den Polarkreis zu verlegen, um Kühlungsstrom zu sparen.

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Früher war halt alles besser ...

Lieber Herr Naumann,

Früher sind mir ihre Artikel häufiger positiv aufgefallen durch ihren reflektierten Inhalt und distinguierten Stil, heute frage ich mich zum wiederholten Male, ob ich nicht gerade Zeit verschwendet habe. Der Stil ist immer noch da, allein an der Tiefe des Inhalt mangelt es mir.

Ja, das Leben ist schneller geworden; so schnell, dass sie bei weitem nicht der Erste sind, der eine Entschleunigung fordert. Aber liegt das am Internet, liegt das an den bösen Medien, liegt es, Gott bewahre, vielleicht an einer neuen und neuartigen Partei, mit deren Konzept und Programm sie offensichtlich auch auf Kriegsfuß stehen?
Erinnern Sie sich noch an Mitte der 90er Jahre, als der "lange Donnerstag" eingeführt wurde und später erweitert wurde auf die ganze Woche, bis schlussendlich Ladenschlussgesetze faktisch fast vollständig fielen. Die längeren Öffnungszeiten wurden notwendig, weil die Gesellschaft und ihre Arbeitsgewohnheiten sich drastisch verändert hatten. Weil Frauen häufiger arbeiteten und ihrer "Aufgabe" als Haushälterin in Vollzeit nicht mehr nachkommen konnten. Für mich und meine Kollegen ist es inzwischen selbstverständlich, dass man um sieben Uhr abends langsam über Feierabend nachdenkt. Über die Fahrtzeit zur Arbeit reden wir mal lieber gar nicht.
Gejammert, verzeihen Sie die Wortwahl, wurde damals auch. Geändert hat sich dadurch gar nichts. Weil jammern einfach ist. Der Schlüssel liegt darin, etwas zu tun.

Absatz für Absatz dieses Artikels könnte man so entzwei rupfen. Stattdessen wage ich mich einmal an eine Diagnose: Ihr Problem (und nicht Ihrs allein) ist, dass das Internet eben keine Phase ist, keine Jugendkrankheit, keine Rockmusik. Das Internet ermöglicht es, Kommunikation, Gesellschaft und Beteiligung an selbiger vollkommen neu zu denken. Nicht mehr das Modell "Ein Sender, viele Empfänger", dass sich Jahrtausende bewährt hat, sondern "Viele Sender, viele Empfänger". Ein bisschen wie ein Teller Spaghetti Bolognese. Dass nicht jede Information den gleichen Vorlieben oder qualitativen Ansprüchen genügt, kauft man mit dem Kleingedruckten ein. Das ist wie bei diesem Blatt aus Hamburg, mit dem man toten Fisch beleidigt, wenn man ihn darin einwickelt ....
Was man auch mit einkauft, ist die unmögliche Kontrolle über dieses Modell der Kommunikation. Und das ist gut, denn echte Demokratie braucht diese Räume; Gesellschaft braucht solche Räume.
Was in der heutigen Zeit auf der anderen Seite notwendig ist, sind schlicht bessere Filter. Jeder kann und soll sich das aussuchen, was ihm am besten schmeckt, was er am leichtesten verdauen kann. Das stimmt für Musik, das stimmt für Nachrichten und es stimmt für Freunde. Das Internet liefert uns nicht nur Informationen, sondern auch Filter. Die sind nur erheblich besser und individueller als früher. Worüber hat man denn "damals" neue Musik kennengelernt, wenn überhaupt. Freunde, Musikzeitschriften, Radio und vielleicht noch das Fernsehen. Und was ist heute anders? Unzählige Studien belegen, dass wir auch heute noch Informationen deutlich mehr vertrauen, wenn sie von unseren empfohlen werden, Twitter funktioniert also nicht aus Zufall. Und das war nie anders, es konnte nur nie so aufgearbeitet werden.

Schlussendlich wundere ich mich über ihre "Lösung". Wer sich in seinem Ohrensessel verkriecht und gar nicht kommuniziert, ist weniger einsam als derjenige, der sich "im Netz" (oder genauer mit den Werkzeugen, die ihm selbiges bietet) mit Freunden, Bekannten oder Kollegen noch verabredet? Wirklich?

Übrigens: Früher hat man die Zeit, die man heute mit telefonieren verbringt, mit Briefe schreiben verbracht. Erklären Sie mir doch bitte den relevanten Unterschied. Die neue Einsamkeit, so war das doch, oder?

Herzliche Grüße,
RB

P.s.: Eine Studie aus den USA hat letztes Jahr ergeben, dass es eine signifikante Korrelation gibt zwischen Aktivität in sozialen Netzwerken und gesellschaftlicher Aktivität (offline quasi). Quer durch alle Schichten.

  • Antworten
Ronald Becher13.02.2012 | 14:24 Uhr

Es tut mir leid, dass ich Sie

Es tut mir leid, dass ich Sie in Ihrem Optimismus gestört habe. Die neue Welt des Internets ist mir so neu nicht - seit 20 Jahren nicht. Also erlaube ich mir ein altersberatenes Urteil, das nicht Ihres sein muss. Ein (nicht mehr ganz so frisches) Datum: Die durchschnittliche Verweildauer der Internet-User auf der Website der New York Times betrug vor nicht allzu langer Zeit 30 Minuten pro Monat. Also eine Minute täglich. Will sagen: Das Informationszeitalter hat sich in der Tat geändert - es wird mehr gesimst und getwittert als informiert. Was nicht unbedingt gegen die Qualität einiger Blogs und Websites spricht - aber so hoffnungsfroh wie Sie stimmt mich die neue IT-Welt eben nicht.

  • Antworten
michael naumann13.02.2012 | 15:52 Uhr

Der relevante Unterschied

zwischen der heutigen Telefoniererei und dem Briefeschreiben von damals ist ganz leicht erklärt: beim Telefonieren unterliegt man leicht der Versuchung, ohne Punkt und Komma loszuquasseln, will heißen, die am anderen Ende der Leitung sich befindende Person erbarmungslos zuzutexten, wie man neudeutsch sagt. Beim Briefeschreiben, per Hand versteht sich, existiert keine Delete-Taste, so dass man sich gezwungen sieht, vor dem Schreiben erst einmal nachzudenken, was man eigentlich kommunizieren will. Es sei denn, es ist Ihnen gleichgültig, einen Bogen mit durchgestrichenem Gekritzel an jemanden zu übersenden.
Das Internet mit den so genannten sozialen Netzwerken betreffend - hier vor allem Facebook - sei nur kurz angemerkt: Vielleicht sind Sie ja einer dieser User mit, sagen wir mal, rund 150 "Freunden". Das gibt es, obwohl ich mir nicht erklären kann, wie man 150 Freundschaften schließen und auch pflegen kann. Also Sie haben 150 Freunde und jedes Mal, wenn einer dieser Freunde meint, irgendetwas "Weltbewegendes" seinem Freundeskreis mitteilen oder an seiner Pinnwand veröffentlichen zu müssen, wird der Posteingang Ihres E-Mail-Kontos von Facebook zu gemüllt mit der "Nachricht", dass Sie eine "Nachricht" haben. Ihre Freunde sind sehr kommunikativ und haben jeden Tag etwas Neues zu berichten. Jetzt dürfen Sie einmal durchrechnen, wieviele Minuten, Stunden, Tage Ihres Lebens Sie damit verbringen, sich durch diesen ganzen Müll zu wühlen anstatt ein vernünftiges Buch zu lesen. Sie haben natürlich die Wahl, kein Account bei Facebook zu öffnen.

  • Antworten
Gabriele Rack14.02.2012 | 12:51 Uhr

kurz angemerkt

Die Argumentation in Bezug auf Facebook hinkt gewaltig, denn es dauert nur wenige Minuten um die diversen Filter so einzustellen (Kontoeinstellungen, Abonnements, etc), damit genau das nicht passiert. Da kann man unter anderem einstellen, daß man erst gar keine E-Mails von Facebook bekommt (oder nur welche zu bestimmten Vorgängen) und man kann auch einstellen, was auf der eigenen Pinnwand auftauchen wird und was nicht. Der findige Facebook-Nutzer verbringt tatsächlich also eher wenig Zeit damit, sich durch irgendwelchen "Müll zu wühlen", hat auch kein zugemülltes E-Mail Konto und schafft es bestimmt sogar, bei Interesse, zusätzlich noch ein gutes Buch zu lesen.

  • Antworten
heidi16.02.2012 | 16:26 Uhr

Sender und Empfänger?

Guten Tag Herr Becher,
wenn heute von Medien und Kommunikation gesprochen wird, dann fallen immer wieder Begriffe wie „Sender“ und „Empfänger“ auf. So wie in Ihren Kommentar. Dieses Modell wurde vor vierzig Jahren entworfen, und ist seither in vielen Disziplinen verbreitet (die Begriffe stammen jedoch aus der Theorie der Signalübertragung). Information bedeutet hierbei nicht „Bedeutung“, sondern bezog sich auf genau bestimmbare Signalmengen, die technisch handhabbar sind. Wir Menschen sind aber keine Input-Output-Maschinen, so wie die Computer. Wir müssen auch den thematischen Zusammenhang der Kommunikation erkennen und Beiträge richtig verstehen können.

  • Antworten
bernhard13.02.2012 | 16:02 Uhr

Modelle der Kommunikation

Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema:
Das Kommunikationsmodell „Sender-Empfänger“, hat zu vielen Verwirrungen und Fehldeutungen geführt. Kommunikation ist eben keine Informationsübertragung per Signal. Kommunikation kann nicht auf den Austausch von Informationen mittels Zeichen verkürzt werden, sondern ist stets sinnkonstruierende Tätigkeit des ganzen Menschen. Ein höchst komplexer Vorgang. Von daher ein sehr anregender und guter Beitrag von Herrn Naumann. Vielen Dank!

  • Antworten
bernhard13.02.2012 | 17:52 Uhr

Alleine im Schwarm

Parallelgeschichten gegen die Einsamkeit in der Masse. Aber: Lesen ist eine Frage der Freiheit. Chatten und Twittern sind keineswegs eine Sache der Einsamkeit. Die Server dieser Welt werden nicht den Geist aufgeben. Und auch die Menschen werden es nicht tun. Die Surfer dieser Welt fühlen eine Art Gemeinsamkeit. Auch wenn sie nicht den Erwartungen des Heraklit von Ephesos Rechnung tragen sollten. Übrigens, nicht nur Dichtung kann Nähe bringen. Auch Musik und Malerei bedeuten Befreiung in der Einsamkeit. Das menschliche Gehirn wird das Staunen nicht verlernen. Auch nicht die Liebe. Und nicht die Vernunft. Der Verlust wäre nicht auszumalen. Gott behüte. Danke Michael Naumann.

  • Antworten
Gunter Stolzenbach14.02.2012 | 01:33 Uhr

Eine Reise ins Unbekannte

„Alleine im Schwarm“ um im Bild Michael Naumanns zu bleiben hängt die Einsamkeit des Kranichs von seiner konditionierten Erwartung ab. Sie ist Jahr für Jahr darauf eingestellt, auf dem Flug nach Süden sein Ziel nicht zu verfehlen, nämlich nicht an Höhe und Geschwindigkeit des Schwarms zu verlieren. Zurückbleiben bedeutet unterzugehen. Der Kranich braucht seinen Schwarm um zu überleben. Ihm bleibt ein Trost: Er muß nicht jedes Jahr schneller und höher fliegen. Insofern bleiben seine Ansprüche an die Zukunft immer dieselben. Allerdings fällt seine Zukunft mit seiner Vergangenheit immer zusammen. Hier gibt es keinen Fortschritt, genauso wie beim Satz des Pythagoras.

Da ist der Mensch anders veranlagt. Seine Erwartung an die Zukunft entfernt sich ständig von der Vergangenheit, denn die Zukunft soll immer besser sein. Er erwartet ständig, dass er an Höhe und Geschwindigkeit gewinnt. Das führt dazu, dass heute seine Kindheit schon einer vergangenen Welt angehört. So zählt heute nicht mehr die Erfahrung der Alten, sondern nur noch das was man erwartet. Nur das Neue und Unbekannte ist gefragt. Alles wird auf die Zukunft ausgerichtet. Die Wissenschaft setzt auf Innovation, die Rentenversicherung auf die spätere Rente. Die Fantasy und Science-Fiction Literatuer auf eine spekulative Zukunft. Nur Originalität ist gefragt. In der Kunst ebenso wie in der Politik und zwar ohne Pause.

Und das Medium Internet und TV? Hier wird gesurft, getwittert, gesimst ferngesehen was das Zeug hält, so dass die Angst umgeht, die Nation verblöde. Unentwegt bewegt sich ein Schwarm von Daten unterschiedlicher Qualität mit jedem Flügelschlag in die Weite des Internets. Wohin? Im Gegensatz zum Schwarm der Kraniche in eine Zukunft ohne erkennbares Ziel. Nur neu und besser muß es. Es scheint so, als ob neugierige Abenteurer eine Kultur der Ziellosen prägen wollen. Wer nicht aufpasst bleibt zurück, droht seinen Schwarm zu verlieren, um zum Schluss in die Lücke zwischen Vergangenheit und Zukunft zu versinken. So scheint es!

Und dennoch! Wer hier Entschleunigung verlangt, der sei daran erinnert, dass er zum Beispiel nicht auf der einen Seite modernste Lasertechnik im Einsatz bei einer Netzhautkoagulation verlangen kann und auf der anderen Seite die Gemütlichkeit einer Postkutschenfahrt genießen möchte. Beides zeitgleich gibt es nicht.

So gilt es den langen Blick in die Vergangenheit kritisch zu betrachten, der nur ein kleines Stück noch in die Gegenwart hineinreicht und ein noch kleineres Stück in die Zukunft. Diese Zeitachse richtig zu verstehen ist die letzte Weisheit des Alters. Da hat es die noch suchende, erfahrungslose Jugend etwas leichter. Sie hat in ihrem Gepäck nur die Zukunft mit einem kleinen Stück Gegenwart und wenig Erinnerung an Erlebtes. Mit diesem leichten Gepäck lässt sich scheinbar auch im Internet besser reisen. Die Alten sollten ihnen diese Reise gönnen.

  • Antworten
Heinz Pelzer14.02.2012 | 22:37 Uhr

Alleine im Schwarm. Eine Reise ins Unbekannte

Lieber Heinz Pelzer,
Meinen Jungen gönne ich diese Reise. Das war ein Lernprozess. Vorerst aber bin ich nicht einsam, sondern gemeinsam im Schwarm. Wohin die Reise geht, wissen wir alle nicht. Danke für ihren weisen Kommentar. Danke nochmals Michael Naumann.
Ihr Gunter Stolzenbach

  • Antworten
Gunter Stolzenbach15.02.2012 | 12:58 Uhr

Internet wozu?

Im Internet gibt es, bei Licht betrachtet, eigentlich nichts, was es in der außerdigitalen ("realen") Welt nicht in besserer Qualität gäbe, wenn auch meistens mit höherem Aufwand an Zeit und/oder Geld verbunden. Das Internet ersetzt, zumal, wenn man auf Fairness gegenüber den Künstlern und Legalität Wert legt, keinen Plattenladen - und erst recht keine Bibliothek. Es bleibt dabei: Kunst, Musik oder auch Literatur mit professionellem Anspruch gibt es im Internet nur ausnahmsweise - Künstler, Musiker und Autoren, die ihr Metier nicht bloss als dilettierende Amateure betreiben, wollen von ihrer Arbeit leben. Im Internet herrscht aber seit jeher eine Umsonst-Mentalität, ausgerechnet für Information will niemand bezahlen. Was übrig bleibt sind folglich die Abfallprodukte traditionellen Journalismus, tausendfach umkopierte Contentschnipsel, petabyteweise triviales Foren- und Blog-Geschwätz, Verschwörungsparanoia und extremistische Propaganda. Im Internet findet man hauptsächlich Dinge, die zu banal, zu abstrus oder zu illegal sind, um in der konventionellen Medienwelt einen Verbreitungskanal zu finden.

Der beste Kopierschutz für einen Text ist es immer noch, ihn zu drucken und als Buch binden zu lassen - spätestens wenn Farbbilder dazukommen oder das Format DIN A4 überschreitet, stellt sich niemand an den Kopierer, da kann man sich gleich das Original kaufen!

  • Antworten
Jörg "Yadgar" Bleimann22.02.2012 | 21:44 Uhr

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