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Unregelmäßigkeiten bei Bundestagswahlen
Berlin. Erstmals sind Politikwissenschaftler auf eindeutige Hinweise gestoßen, die auf systematische Unregelmäßigkeiten oder möglicherweise auf Manipulationen bei der Auszählung der Stimmzettel von Bundestagswahlen hindeuten. Dies geht aus einer Studie hervor, die in der renommierten Zeitschrift Electoral Studies erschienen ist und über die das Magazin ‚Cicero’ in der Maiausgabe berichtet.
Die Politikwissenschaftler Achim Goerres und Christian Breunig von den Universitäten Köln und Toronto haben für ihre Studie die Einzelergebnisse der Bundestagswahlen zwischen 1990 und 2005 aus allen Wahlbezirken ausgewertet und sind mit Hilfe des Benfordschen Gesetzes bei 190 Tests auf Landesebene auf insgesamt 51 kritische Fälle gestoßen.
Das Benfordsche Gesetz der Statistik besagt, dass die Ziffern von 0 bis 9 in jeder Menge von Zahlen, die sich aus mehreren natürlichen Prozessen ergeben, in unterschiedlicher Anzahl vorkommen und vor allem die kleinen Ziffern häufiger als die großen.
Vor allem auf zwei bedenkliche Muster sind die beiden Politikwissenschaftler gestoßen. Als die PDS 2002 um den Wiedereinzug in den Bundestag bangte und knapp unter 5 Prozent blieb, häuften sich im Osten die Verletzungen des Bendfordschen Gesetzes für die SED-Nachfolgepartei. Unregelmäßigkeiten traten darüber hinaus gehäuft in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen auf, und zwar jeweils bei der stärksten Partei: CSU, CDU und SPD.
Das Unbefriedigende am Benfordschen Gesetz ist jedoch, dass es weder eine Aussage darüber zulässt, in welchem Umfang das Wahlergebnis falsch ist, noch in welche Richtung möglicherweise manipuliert wurde. „Unsere Analyse funktioniert wie ein Fieberthermometer“, sagt Goerres, „es gibt ein Problem, wir können es aber nicht erklären.“ Dafür wären weitere Untersuchungen notwendig.
Die Maiausgabe von ‚Cicero’ ist ab dem 28. April im Handel erhältlich.
Cicero Pressekontakt:
André Fertich, MSL Germany
Tel.: 030 – 82 08 25 17, presse@cicero.de
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