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Obamas Vizepräsidenten

Von Marc S. Ellenbogen5. Juni 2008
Schrift:
Die letzten beiden Vorwahlen in South Dakota und Montana haben die Entscheidung im demokratischen Primary-Marathon gebracht. Barack Obama ist aller Vorraussicht nach der demokratische Präsidentschaftskandidat 2008.
Seine drei wichtigsten Aufgaben sind: 1) die Demokratische Partei zu einigen 2) das amerikanische Volk zu überzeugen und 3) einen Vizepräsidenten zu nominieren. Zahlreiche Mitglieder der Demokratischen Partei sehen Senatorin Clinton schon als nächste Vizepräsidentin. Londons Buchmacher hingegen, sind jedoch weitaus zuverlässiger in ihren politischen Vorhersagen. Meiner Präferenz entsprechend möchte ich ihre sieben aussichtsreichsten Kandidaten vorstellen. Fünf von ihnen kenne ich persönlich. Wesley K. Clark, 63, ist ein ehemaliger Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) und Kommandeur der United States European Command (EUCOM). Als Kommandeur der US Southern Command war General Clark verantwortlich für die gesamten US Militäroperationen in Lateinamerika und in der Karibik. In seiner Position als SACEUR von 1997 bis 2000 führte er die Operation Allied Force während des Kosovokrieges. Geboren in Chicago, Illinois und aufgewachsen in Little Rock, Arkansas, zeichnete sich Clark schon früh als Athlet und Schüler aus. Seine Schullaufbahn an der Militärakademie in West Point, schloss er als Klassenbester ab, woraufhin er mit dem Rhodes-Stipendium der Universität Oxford ausgezeichnet wurde und seinen Abschluss in Philosophie, Politik und Volkswirtschaftslehre am Magdalen College machte. Schließlich graduierte er am Command and General Staff College, einem Graduiertenkolleg der US Army. Clarke kann auf eine 34-jährige Karriere in der US Army und dem Verteidigungsministerium zurückblicken, in welcher er für seine Leistungen zahlreiche Auszeichnungen erhielt, unter anderem die Presidential Medal of Freedom. Nachdem er sich 2003 als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei bewarb, kehrte er 2004 in die Privatwirtschaft zurück. Er steht dem “WesPAC: Securing America“ vor, und unterstützte in dieser Position zahlreiche Kandidaten der Demokratischen Partei bei Wahlen auf unterschiedlichster Ebene. Seine spätere Frau Gertrude lernte er während seiner Zeit in West Point kennen. Kathleen Sebelius, 60, ist als Gouverneurin von Kansas, erst die zweite Frau in diesem Amt und Chair-emerita des Gouverneursclubs der Demokratischen Partei (Democratic Governors Association). Geboren und aufgewachsen in einem katholischen Elternhaus in Cincinnati, Ohio, studierte sie an der Trinity Washington University, einer römisch-katholischen Universität in Washington, D.C. um später noch einen Master an der University of Kansas in Public Administration abzuschließen. Im Alter von 26, zog sie 1976 nach Kansas, wo sie acht Jahre lang als Abgeordnete im Repräsentantenhaus von Kansas diente. 1994 gab sie diese Position auf, und stellte sich der Wahl zum obersten Aufsichtsbeamten des Staates Kansas. Entgegen allen Erwartungen gewann sie diese Wahl – das erste Mal seit über 100 Jahren, dass ein Demokrat diese Wahl für sich entscheiden konnte! Sebelius ist die Tochter des ehemaligen Gouverneurs von Ohio John J. Glligan, womit beide das erste Vater-Tochter Gouverneursgespann der Vereinigten Staaten sind. Ihr Ehemann K. Gary Sebelius ist Bundesverwaltungsrichter und Sohn zu Keith Sebelius, einem ehemaligen republikanischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses. James Henry „Jim“ Webb, Jr., 62, ist Senator aus Virginia, Schriftsteller und ehemaliger Marineminister (Secretary of the Navy) unter Präsident Ronald Reagan. Im Anschluss an seinen Abschluss 1968 an der US Naval Academy in Annapolis, diente Webb bis 1972 im US Marine Corps als Infanterieoffizier und wurde für seine Dienste im Vietnamkrieg ausgezeichnet. Die Senatswahlen 2006 gewann er gegen den damaligen republikanischen Amtsinhaber George Allen mit einem Vorsprung von lediglich 9000 Wählerstimmen – weniger als 0,5%. Bis zur Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses vergingen zwei Tage. Letztendlich konnte Webb mit seinem Sieg jedoch die demokratische Mehrheit im US Senat sichern. Geboren als Soldatenkind, Webbs Vater diente als Flieger im Zweiten Weltkrieg, sowie als „Rosinenbomber“ während der Berliner Luftbrücke, besuchte Webb zahlreiche Schulen in Amerika und England. Nach seinem High-School Abschluss in Nebraska studierte er über ein Militärstipendium an der University of Southern California. Hier war er Mitglied der Delta Chi Verbindung. Ted Strickland, 67, ist seit 2006 Gouverneur des Bundesstaats Ohio. Vor seiner Wahl diente er sechs Wahlperioden als Abgeordneter im Amerikanischen Kongress. Strickland wurde als eines von neun Kindern eines Stahlarbeiters geboren und war das erste Familienmitglied, welches ein College besuchte. Er erreichte ein Bachelor Degree des Asbury Colleges, ein Master Degree der University of Kentucky und ein zweites Master Degree in Theologie des Asbury Theological Seminary. 1980 machte er seinen Doktor in Psychologie an der University of Kentucky. Als beratender Psychologe arbeitete Strickland an der Southern Ohio Correctional Facility in seiner Heimatstadt Lucasville, Ohio; als Verwaltungsleiter eines Methodisten Kindergartens und war Psychologieprofessor an der Shawnee State University. Strickland ist verheiratet mit Frances Strickland, einer Erziehungspsychologin und Autorin. Philip Norman „Phil“ Bredesen, 64, ist Gouverneur von Tennessee. Vor seiner Wahl zum Gouverneur im Jahre 2003, war Bredesen 1991-1999 Oberbürgermeister in Nashville, Tennessee. Geboren wurde Bredesen zwar in Oceanport, New Jersey, wuchs jedoch in einer kleinen landwirtschaftlich geprägten Gemeinde in Shortsville, New York, auf. Er hat ein Bachelor Degree in Physik der Harvard Universität. Verheiratet ist er mit Andrea Conte, mit der er einen Sohn hat. 1975 zog Bredesen nach Nashville, wo er während Recherchearbeiten in der städtischen Bücherei, einen Businessplan aufstellte, welcher zur Gründung der HealthAmerica Corporation führen sollte, einem Gesundheitsunternehmen, das bis auf 6000 Mitarbeiter wuchs und an der Wall Street gehandelt wurde. Seine Mehrheitsbeteiligung verkaufte Bredesen 1986. Bredesen verzichtet, teilweise zurückzuführen auf den Verkauf von HealthAmerica Corp., auf sein Gouverneurssalär. William „Bill“ Richardson III, 60, ist Gouverneur des Bundesstaates von New Mexico. 2008 bewarb er sich für die demokratische Präsidentschaftskandidatur. Kernstück seiner Kampagne bildete die Außenpolitik. Bill Richardson war Mitglied des Repräsentantenhauses, US Botschafter bei den Vereinten Nationen und Energieminister unter Präsident Bill Clinton. Er vertrat auch die amerikanischen Interessen bei diplomatischen Verhandlungen in Nordkorea und im Irak. 2004 war er Vorsitzender der Democratic National Convention, sowie 2005 und 2006 Vorsitzender des Gouvereursclubs der Demokratischen Partei (Democratic Governors Association). Geboren wurde Richardson in Pasadena, California und erlangte 1970 einen Bachelor Degree der Tufts University. 1971 absolvierte er seinen Master in Internationalen Beziehungen an der Fletcher School of Law and Diplomacy, eine der ältesten amerikanischen Hochschulen für Internationale Beziehungen, ansässig in der Tufts University. Seine Frau, Barbara Flavin, lernte er während der High School kennen. Sie heirateten 1972 und sind kinderlos. John Edwards, 55, diente eine Amtszeit als US Senator von North Carolina. Er war Vizepräsidentschaftskandidat 2004 an der Seite von John Kerry und gab erst im Januar 2008 seine erneute Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur auf. Geboren in South Carolina als Sohn eines Mienenarbeiters und Ladenbesitzer, wuchs Edwards in North Carolina auf. 1974 schloss er sein Studium an der North Carolina State University ab. Anschließend studierte Edwards Jura an der University of North Carolina und erlangte 1977 seinen Abschluss. Seine juristische Karriere machte Edwards als Strafverteidiger. Hauptsächlich vertrat er hierbei die Rechte von Familien und Kindern gegenüber Großunternehmen und Versicherungsgesellschaften. In seiner Zeit als Senator legte Edwards seinen Schwerpunkt auf Sozialprogramme und das Gesundheitswesen. 2001 gründete er One America Committee, eine Lobbygruppe, die sich mit sozialen Fragen beschäftigt. Edwards ist Direktor des Center on Poverty, Work and Opportunity an der University of North Carolina der Chapel Hill School of Law. Seine Frau Elizabeth ist eine bekannte Krebsaktivistin. Während seiner Präsidentschaftskampagne wurde ihre Krebserkrankung erneut diagnostiziert. Beide lernten sich in ihrer Studienzeit in Chapel Hill kennen. Sie haben drei Kinder. Ihr ältester Sohn kam bei einem Autounfall ums Leben. Marc S. Ellenbogen ist Vorsitzender der Global Panel Foundation mit Sitz in Berlin. Er gehört dem Beirat der Demokratischen Partei an und ist Vize-Vorsitzender des Democratic Expat Leadership Council.
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