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Kapital

EuropamüdigkeitZurück zur D-Mark?

Von Thomas Straubhaar29. Juli 2011
picture alliance
Der Ruf nach einer Rückkehr zur D-Mark wird lauter
Schrift:

In Deutschland greift die Euromüdigkeit um sich, und der Ruf nach der D-Mark wird immer lauter. Ein Austritt Deutschlands aus der Gemeinschaftswährung wäre aber ein historisches und ökonomisches Desaster, das am Ende mehr kostete als die gefürchtete Transferunion

Seite 1 von 2

Erst waren es Griechenland, Portugal und Irland. Nun ist es Italien. Bald dürfte Spanien folgen. Ein Euroland nach dem anderen taumelt in die Staatsschuldenkrise. Nur dank breiter und zunehmend größer werdender Rettungsschirme lässt sich der Bankrott einzelner Euroländer noch verhindern. Unsicher bleibt, ob die Hilfe nachhaltig greift. Gewiss ist nur, dass Deutschland den ewigen Zahlmeister zu spielen hat. Ohne seine stetigen Milliardenhilfen würde der Euroraum auseinanderbrechen.

Wen wundert es da, dass hierzulande eine Euromüdigkeit rasch um sich greift. Mehr als 70 Prozent der Deutschen haben momentan „weniger“, „kaum“ oder „gar kein Vertrauen“ in die Gemeinschaftswährung. Der Ruf nach einer Rückkehr zur D-Mark wird lauter.

Der Euro war in Deutschland von Anfang an ein ungeliebtes Kind, die Folge einer ungewollten Schwangerschaft, von Frankreich aufgedrängt als Gegenleistung für die französische Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung.

Viele Deutsche wollten den Euro von Geburt an los werden, einige haben – einem Vaterschaftstest ähnlich – gegen den Bastard und dessen Folgekosten vor Gericht geklagt: bis dato vergeblich. Die europäische Staatsschuldenkrise scheint nun eine neue Chance zu bieten, den mittlerweile in der Pubertät steckenden und entsprechende Sorgen bereitenden Jugendlichen los zu werden. Ein Austritt Deutschlands aus dem Euro und eine Rückkehr zur D-Mark wären jedoch ein Desaster von historischem Ausmaß, sowohl politisch wie ökonomisch.

Erstens bieten weder der EU-Vertrag noch die Eurogesetze eine rechtliche Handhabe für einen Austritt Deutschlands aus der Währungsunion. Genauso, wie geborene Kinder nicht ungeschehen gemacht werden können, gibt es keinen Plan B, der den Euro beseitigt. Wie die Ehe ist der Euro auf Ewigkeit ausgelegt. Anders als in der Ehe hat man bei ihm bewusst auf ein Scheidungsrecht verzichtet, um den Kapitalmärkten zu signalisieren, dass Austritt und Ausschluss unmöglich sind. Das Ewigkeitsgelöbnis bot Anlegern somit von Anfang an ein Höchstmaß an Sicherheit. Nur deswegen kam es zu den niedrigen Risikoprämien für Eurokredite, von denen alle Schuldner in den Euroländern profitierten – auch jene in Deutschland.
Eine Austrittsregel hätte von Beginn an zu Spekulationen an den Märkten und höheren Risikoprämien geführt. Genau das würde nun auch bei einer Rückkehr Deutschlands zur D-Mark geschehen. Die Märkte würden darauf spekulieren, dass es früher oder später doch wieder zu einem neuen Währungsverbund kommen könnte. Oder darauf, dass auch Deutschland aufgrund seiner hohen Verschuldung irgendwann seine heimische Währung abwerten müsste. All das würde für die D-Mark die Kreditkosten nach oben treiben – so oder so.

Zweitens könnte Deutschland aus der EU austreten, was seit Inkrafttreten des Lissabonner Vertrags am 1. 12. 2009 möglich wäre. Dann müsste es automatisch auch den Euroraum verlassen. Das aber wäre für Deutschland der ökonomische Gau. Eine Absage an Europa würde bei den Nachbarn die schlimmsten Ängste eines national isolierten Großdeutschlands wiedererwecken. Es wäre wohl das Ende der deutsch-französischen Freundschaft und der Anfang einer nationalen Misstrauenspolitik sowohl bei den westlichen wie auch östlichen Nachbarn.

Drittens würde eine Wiedereinführung der D-Mark hohe Umstellungskosten verursachen. Nur zur Erinnerung: Dem Euro ging eine mehrjährige Übergangsphase voran. Genauso müssten bei einer Rückkehr zur D-Mark zunächst neue Noten gedruckt, Münzen geprägt, Umtauschkurse fixiert und eine landesweite Versorgung mit Bargeld zum Stichtag X sichergestellt werden. Das wären technische Herausforderungen, die sich jedoch mit viel Aufwand und Kosten bewältigen ließen.

Genauso schwierig, aber ebenso lösbar, wäre es, die Forderungen und Verbindlichkeiten Deutschlands innerhalb des Europäischen Sytems der Zentralbanken mit der gemeinsamen EZB als Kern zu entflechten. Würde Deutschland sein Stammkapital zurückerhalten? Was passiert mit den faulen Krediten, die sich seit Mai 2010 in steigendem Maße in den Büchern der EZB befinden: Welchen Teil müsste Deutschland übernehmen?

Schon kritischer wäre es, das Vertrauen und die Reputation der wieder autonom agierenden Deutschen Bundesbank und ihrer eigenständigen Geldpolitik wiederherzustellen. Welche Risikoprämien müssten D-Mark-Schuldner an Kreditgeber, Anleger und Investoren bezahlen? Viele erwarten, dass sich Deutschland günstiger als heute Kredite beschaffen könnte. Das mag sein. Aber nicht auszuschließen ist, dass es auch ganz anders kommt und die neue D-Mark erst um Geldgeber aus aller Welt werben muss.

Viertens würde in einem Szenario, in dem Deutschland aus dem Euro austritt, die Statik des gesamten EU-Konstrukts bedroht. Wenn Deutschland bei der Währung seinen eigenen Weg geht, fühlten sich andere Länder nicht mehr an die EU-Verträge gebunden. Wieso auch? Eine Ära des Rosinenpickens begänne: Da, wo es kostet, geht man raus, aber da, wo man profitiert, will man drinbleiben. Es käme zu einer Renationalisierung der Wirtschaftspolitik und einem Zusammenbruch des Binnenmarkts. Deutsche Produkte würden gegenüber heimischen Erzeugnissen diskriminiert. Vielleicht nicht mit Zöllen oder direkten Abgaben, aber die Waffenkammer des Protektionismus ist vielfältig.

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Euro als Gegenleistung

Es wäre schön die DM wieder in den Händen zu halten. In den Zolltarifen wurden schon lange vor dem Euro die Währungsbeträge mit ECU umgerechnet, problemlos.
Was hat Deutschland eigentlich noch als Gegenleistung für die Wiedervereinigung unterschreiben müssen? Die Eu wird niemals das Gleiche sein wie die USA.

  • Antworten
mannauserde29.07.2011 | 13:38 Uhr

Zurück zur DM

Sehr gute, präzise, richtige Beschreibung der Wirklichkeit.
Die politischen und ökonomischen Kosten einer Rückkehr zur DM wären
extrem hoch bzw. unkalkulierbar. Das Kind ist da! Eben.
Aber Kinder sterben auch.
Manchmal durch einen Unfall, manchmal nach langer, schwerer Krankheit.
Zunächst kommt die 'Transfer-Union', die ja via Brüssel schon existiert
und nun auf die finanztechnische Seite ausgedehnt wird (und schon wurde).
Die gemeinsamen europäischen Zinsen (Euro-Bonds) werden bei ca. 6%
landen - früher oder später - vielleicht auch darüber. Kosten für Deutschland: pro Jahr ca. 40 Milliarden zusätzlich zu den Zahlungen via Brüssel. Es wird aber der Punkt kommen, da können die Importdefizite der PIGS-Länder und Frankreichs nicht mehr von Deutschland finanziert werden. Das Geld in /für Griechenland ist ohnehin weg. Niemand glaubt ja ernsthaft, daß die Griechen ihre Schulden zurückzahlen werden bzw. zurückzahlen können. Wann das sein wird, das ist schwer voraus zu sagen. Wir wisen aber ziemlich genau, dass im Jahre 2030 die geburtenstarken Jahrgänge "in Rente" sind. Dann leben in Deutschland ca. 25 Millionen Rentner, davon werden ca. 4 Millionen Pflegefälle sein, und davon wiederum ca.2Millionen "dement". Dazu kommen die immens steigenden Pensionslasten, die besonders die Länderhaushalte an den Rand der Zahlungsunfähigkeit bringen werden.
BREMEN wurde zwei mal entchuldet, hat jetzt wieder ca. 17 Milliarden Schulden und wird voraussichtlich im Jahre 2011 wieder ca. 1 Milliarde Schulden machen. BREMEN ist aber das Vorbild für ganz Deutschland im Jahre 2030, vielleicht 2040. Nur keine falschen Hoffnungen in die Schuldenbremse setzen. Und dann - spätestens - beginnt das Endspiel des EURO. Mit einer DM a la DRACHME und der Wirtschaftskraft von Griechenland hätte es den EURO nie gegeben.
Was dann kommt? tja, das weiß wohl niemand so genau. Aber zu glauben, die anderen würden in gleichem Umfange für Deutschland zahlen wie Deutschland jetzt für die EU und die EURO-Zone zahlt, das ist denn wohl doch zu viel des Optimismus.
Zu erwähnen ist auch noch, daß Deutschland zur Zeit ca. 7,5 Millionen sog. "strukturelle" Analphabeten hat. Das sind Menschen die keine drei Worte verständnisvoll schreiben bzw. lesen können. Ein hohes BIP, das man verteilen könnte, werden diese Menschen wohl nicht erwirtschaften.
Und nun: CARPE DIEM und fröhlich bleiben.

  • Antworten
Wolfram Wiesel29.07.2011 | 16:13 Uhr

In den europäischen Verträgen steht auch nichts

vom Bail-Out für Schulderstaaten, es wird dennoch getan. Es ist also ein Nicht-Argument, dass man nicht aus der Eurozone austreten könne, da keine Vertragsklausel dafür existiert.

Der Artikel geht eh am Thema vorbei. Nicht Deutschland sollte aus der Eurozone austreten, sondern die PIIGS. Wäre für die deutschen Steuerzahler zwar auch teuer, aber immer noch billiger, als die Transferunion.

  • Antworten
Serious Sam29.07.2011 | 16:25 Uhr

Professorale Apokalyptik

Kein angemessener Beitrag betreffs Euro-Krise, er spielt leider wieder die Alternativlos-Platte ab und wirft mit der angeblich drohenden Finanzapokalypse um sich. Zumal man ja auch anders argumentieren kann: die Euro-Zone in der heutigen Form muss reformiert werden, entweder durch Aufspaltung in Nord- und Süd-Euro oder durch Trennung von einigen europäischen Schwellenländern, die zur Zeit noch Mitglied sind.
Im Detail verwundert die Argumentation.
zu 1: Dass ausgerechnet die Euro-Befürworter hier juristische Spitzfindigkeiten anführen, der Euro sei vertragsmäßig unumkehrbar eingeführt, verwundert. Die Umgehung der Maastricht-Kriteren, die Ignorierung der No-Bail-out-Klausel des Lissabon-Vertrags, alles Rechtsbrüche, die nicht hätten passieren dürfen. Am Schlimmsten, der Bruch der EZB-Statuten, die Schuldenpapiere der Schwachwirtschaftländer aufzukaufen, was eine Schuldenaufnahme für die anderen Länder unter Umgehung des parlamentarischen Budgetrechts bedeutet und was somit absolut undemokratisch ist. Übrigens: die Ehe ist nur im katholischen Himmel ewig, auf Erden gibt es das Scheidungsrecht und das gilt für alle irdischen Sachverhalte, also auch den Euro. Eine solche Argumentation ist lächerlich.
zu 2: Ein Ende des Euro mit dem Ende des Binnenmarktes und der EU gleichzusetzen ist naiv. Selbstverständlich würden sich die EU-Staaten auf eine Lösung einigen, so wie sie bei jeder Krise noch irgendetwas hingefummelt haben. Darin sind gerade die Europäer Spitze.
Zu 3: Umstellungskosten sind dann hinzunehmen, wenn Kosten einer Weiterführung der jetzigen Euro-Konstruktion unüberschaubar und nicht mehr zu verantworten sind.
zu 4: Siehe 2. Es ist völlig unpolitisch argumentiert, dass die EU-Länder deisen erfolgreichen Binnenmarkt platzen lassen, weil die Währung kaputt geht. Professorale Apokalyptik, weiter nichts.
zu 5: Ja, das stimmt. Wenn Deutschland die Euro-Zone verlässt, ist der Euro tot. Deshalb, Herr Professor, wäre es besser, nicht alternativlos zu denken, sondern konstruktiv und kreativ. Versuchen Sie es mal.
zu 6: Nein, in einem auseinander brechenden Europa könnten die Deutsche sich nicht entspannt zurücklehnen. Deshalb siehe 5. Kreativität und Augenmaß ist gefragt. Man kann den Nord-Euro-Völkern nicht alles zumuten, auch wenn das im professoralen Elfenbeinturm alternativlos erscheint.
Zu 7: Das stimmt, der Wandel in der Weltwirtschaft ist enorm. Die globale Verflechtung ist so groß geworden, dass der Handel mit der Euro-Zone gerademal noch 40% des dt. Export ausmacht. 20% gehen in die übrige EU und 40% (steigend) in den globalen Mark. Der Handel mit den Euro-Staaten ist also eher abnehmend. Deshalb sollten wir uns gut überlegen, ob wir mit einem starken Euro (ohne gewisse europäische Schwellenländer) nicht künftig besser fahren.

  • Antworten
Grinario29.07.2011 | 17:20 Uhr

Euro

Deutschland ist auf zuverlässige und potente Partner angewiesen. Dabei, im Geiste der EU-Hypothese, vor allem geographische Nähe und „gemeinsame Geschichte“ als Kriterien der Partnerselektion zugrundezulegen, ist nicht alternativlos. Schliesslich rentieren Investitionen in deutsch-brasilianische (Handels-)Beziehungen überzeugender als eine Haftungsgemeinschaft mit Portugal. Wie sollte auch die Alimentierung vergreisender Wüstenlandschaften in Südeuropa die deutsche Position gegenüber Indien oder Amerika stärken können. Die EU als Schutz- und Trutzgemeinschaft gegen die Unbill einer als bedrohlich empfundenen Welt wird mit jedem Ankauf europäischer Schrottpapiere durch die chinesische Notenbank als Hirngespinst entlarvt. Angst vor Asien als Motiv der Stealth-Operation „Transferunion“ - absurd.

  • Antworten
stefan makanz29.07.2011 | 18:29 Uhr

Zurück zur D-Mark?

Aber ja doch. Warum trauen die Deutschen nicht Ihrer eigenen Kraft und Einfallsreichtum? Warum hängen sie sich immer an andere Staaten und Vereinigungen und wollen stets der Musterknabe sein? Etwas mehr Selbstbewußtsein bitte.

  • Antworten
Johannes Schwefel29.07.2011 | 20:12 Uhr

zurueck zur DM

ja - das ist die einzige loesung. je eher desto besser. dasjenige land, das den schritt wagt zur urspruegnlichen waehrung zurueckzukehren, wird eine vorreiter-rolle spielen. es wird der anfang vom ende der EU sein. und das ist gut so! nur mut - je laenger gewartet wird, desto schmerzhafter werden die umstaende sein. "wir" alle haben "vorher" besser gelebt - dies muessten sich alle landesregierungen einfach einmal eingestehen ......

  • Antworten
Irma (la douce)30.07.2011 | 07:47 Uhr

Der Euro hat mer Nach- als Vorteile

In Spanien ist die Kaufkraft durch den Euro etwa auf ein Drittel gesunken, da die Preise sofort um 60% anstiegen (wenn das auch offiziell nicht so gesagt wurde) und die Einkommen sich kaum verbessert haben. Der einzige Vorteil des Euro ist der, daß man in der ganzen Eurozone kein Geld mehr wechseln muß.
Eine Rückkehr zu nationalen Währungen wäre sicher von größerem Vorteil, auch wenn das Kosten verursacht, aber mittelfristig normalisierten sich so die Preise und Einkommen, die Länder würden wieder wettbewerbsfähiger. Die EU ist eben nicht homogen, die 27 Staaten haben nicht den gleichen wirtschaftlichen Rhuthmus. Es wäre kein Desaster, vielmehr sehe ich die Abschaffung des Euros als belebenden Faktor in der europäischen Wirtschaft. Die Umstellungskosten können uns doch egal sein, die Banken kassieren auch so schon überhöhte Gebühren, und die Staaten der Eurozone sind ohnehin pleite, da macht es nichts, wenn sie noch ein bißchen mehr pleite gehen, denn am Ende kann es nur besser werden.

  • Antworten
Peter Schwenzer30.07.2011 | 11:01 Uhr

Es gibt sehr wohl eine Lösung!

Straubhaars Beitrag trägt den Titel "Europamüdigkeit - Zurück zur DM?". Der Ruf nach der D-Mark werde angesichts der Entwicklungen in der Eurozone in Deutschland immer stärker; er gibt auch zu, "daß Deutschland den ewigen Zahlmeister zu spielen hat" und daß "ohne "seine stetigen Milliardenhilfe " der Euroraum "auseinanderbrechen" würde. Mehr als 70% der Deutschen hätten momentan "weniger, "kaum" oder "gar kein Vertrauen" in den Euro und wollten die DM zurück.

Aber das geht nicht, so behauptet Herr Straubhaar verstockt und fälschlicherweise, denn rechtlich könne Deutschland gar nicht aus dem Euro aussteigen. Warum soll man eine Zwangsjacke, die einem die Luft zum Atmen abdrückt, nicht ausziehen dürfen? Hier kommt die Katze aus dem Sacke: Man habe den Euro wie die Ehe auf "Ewigkeit ausgelegt", allerdings ohne Scheidungsrecht. "Bewußt" sei auf eine Austrittregel verzichtet worden, "um den Kapitalmärkten zu signalisieren, daß Austritt und Ausschluss unmöglich sind. Das Ewigkeitsgelöbnis bot Anlegern somit von Anfang an ein Höchstmaß an Sicherheit."

Der Euro ist also in Wirklichkeit nur für die Finanzspekulanten und Kapitalmärkte gut. Und das ist in der Tat genau der Grund, wieso das Euro-System jetzt mit allen Mitteln, auch dem Bruch der Verfassung, aufrechterhalten werden soll. Hier geht es nur noch um die Selbstbedienung für bankrotte Banken und Spekulanten, ohne Rücksicht auf Verluste.

Und wenn Straubhaar behauptet, ein deutscher Ausstieg führte zu einem "Zusammenbruch des Binnenmarktes" für deutsche Exporte, ist das ebenfalls blanker Unsinn. Der europäische - realwirtschaftliche - Binnenmarkt bricht als Folge der wahnsinnigen Bankenrettungspakete und Kürzungsorgien zur vermeintlichen Rettung des Eurosystems längst zusammen. Der Export deutscher Maschinen, also der wichtigste Sektor der deutschen Volkswirtschaft, stagnierte im Juni, während die Investitionen in neue Maschinen in Deutschland um 14% zurückgingen; seit Januar fielen die deutschen Exporte nach Griechenland um 39% und nach Portugal um 19%, wie die VDMA berichtetet. Die Exporte stiegen im Juni nur in Länder außerhalb der Eurozone!

Das Eurofinanzsystem hat ebensowenig Existenzberechtigung wie ein Moloch, der Menschen frißt. Es ist höchste Zeit, sich um die Kinder der Welt und deren Zukunft zu kümmern, statt bankrotte Spekulanten zu retten. Deshalb: DM-Mark und Trennbankensystem jetzt!

Mit dem Trennbankensystem kann man endlich den Banken die Zähne ziehen, und die nationale Währung ist der Garant für Souveränität!

  • Antworten
Mephistopheles03.08.2011 | 16:29 Uhr

Niemand ist europamüde

Wir haben eine Schulden- und eine Management-krise. Beides geht vielen ganz erheblich auf die Nerven. Aber, nicht Europa geht uns auf die Nerven sondern wie unsere Politiker damit umgehen.

Wir sollten nicht daran denken das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Wir müssen uns darauf konzentrieren, zuerst ein 'besseres' Europa zu organisieren, bevor wir nach 'mehr' Europa rufen. Dazu erscheint hilfreich sich daran zu erinnern, dass Europa eine Konföderation von souveränen Nationalstaaten ist und bleiben muss. Die europäische Identität der Bürger ist eine ideell-supplementäre und keine konkret demokratisch-politische Identität.

Wenn wir uns, bescheiden, auf die Konföderation Europa konzentrieren, mit Lissabon-Vertrag und Maastricht-Vertrag, dann können wir die nervtötenden Diskussionen mit denen, die etwas anderes wollen, ohne darüber zu reden, wie dies mit demokratischer Legitimation funktionieren soll, wieder los werden. Natürlich möchten die Club-Med-Länder einen Teil ihrer Schulden abwälzen, möglichst ohne auf die Privilegien der in der Vergangenheit beschlossenen Verrücktheiten zu verzichten, und, ohne die Souveränität für zukünftige Verrücktheiten wirklich aufzugeben. Denken wir nur an all die Staatsunternehmen und die Politiker- und Beamten-bezahlung und -versorgung. Da soll wohl nirgendwo gespart werden. Souveränität ist zuallererst finanzielle Eigenverantwortung.

  • Antworten
Bernhard K. Kopp04.08.2011 | 15:37 Uhr

Zurück zur D-Mark

Ich bin der Meinung, wir sollen solidarisch in Europa sein. Allerdings nicht zum Nulltarif, die Schuldenländer müssen! ihre Kompetenzen an ein Europäisches Wirtschaftsministerium abgeben. Festina lente.

  • Antworten
HansNet04.08.2011 | 23:17 Uhr

Besser als "Zurück zur D-Mark"

Nicht zurück, sondern nach vorn mit einem freien Geld.
Besser als die DMark ( Staatliche Möglichkeiten einer Inflations Politik) ist ein unmanipulierbares wertgedecktes Geld (Gold/Silber).
Bank hat 100 Prozent Einlagensicherung.
Keine Bank würde Griechenland einen einzigen Cent leihen.
Die EU soll sich auf eine Zollunion beschränken.
Freihandel benötigt keine gemeinsamen Institutionen.

MfG - Rudolph Rene - ¡Echte Demokratie Jetzt!
Partei der Vernunft
http://www.Parteidervernunft.de

  • Antworten
Rudolph23.08.2011 | 16:05 Uhr

Aus Fehlern lernen - Euro erhalten und Nationale Währung dazu

Eine Friedenspolitik muss nicht zwingend auf einer gemeinsamen Währung bassieren. Erst recht nicht wenn eine gemeinsamen Währung Spannungen verursacht. Der Urlauber in Europa erfreut sich sehr wohl an der Einheitswährung, so braucht er im Gastland keine Preise umrechnen oder sogar Geld tauschen. Doch gerade Urlauber der letzten Jahrzehnte vor dem Euro haben miterlebt wie sich Lire der Italiener und die Pesete der Spanier von Jahr zu Jahr im Verglich zur DM verbilligten. In Eurozeiten können die Währungen dieser Staaten nicht mehr abgewertet werden und dadurch nationale Haushaltsdefizite abgebaut werden. Statt dessen müssen solche Staaten immer mehr Kredit aufnehmen. Eine Lehre daraus ist ganz klar abzuleiten: Der Euro kann wieterhin bestehen bleiben, jedoch müssen alle Euroländer ihre nationalen Währungen wieder einführen, damit die Wechselkurse zwischen Staaten mit unterschiedlicher volkswirtschaftlicher Stärke flexibel gehandelt werden können. Eine Option dabei könnte sein die eigene Währung fest oder innerhalb einer vordefinierten Bandbreite an den Euro zu koppeln. Dieses Modell wird in der Realität bereits von einem europäischen Staat erfolgreich seit vorgelebt. So bewahrt sich die Schweiz mit Ihren Franken die nationale Souveränität für "gute Zeiten" und fixt sich in der Krise fest an den Euro. Genauso könntes es auch es doch auch Deutschland machen und "kranke" Währungen geziehlt stützen und Währungspolitisch eignene Entscheidungen treffen

  • Antworten
Teleklaus12.09.2011 | 20:00 Uhr

D-Mark ist besser!

Nichts als Dummheit oder Probaganda! Wie immer versuchen Politiker und ihre Drahtzieher in den Banken uns mit ANGST in einen Zustand zu zwingen. "Es wäre ein Desaster wenn wir den Euro ablegen..."

Die Wahrheit ist, dass kein Land Stelständigkeit besitzt, dass nicht eine eigene Wähung besitzt. Wenn internationale Bänker eine Vielländer Währung kontrollieren hast Du und Ich keinerlei Sagen mehr. Politische Wahlen und die Idee der Demokratie wir unbedeutend. Geld regiert die Welt.
Die Rückkehr zur D-Mark währe ein Zeichen, dass Deutsche genug Mut, Wissenund Kraft haben ihr Leben wieder selber zu bestimmen.

Wenn Ungerechtigkeit zum Gesetz wird ist Widerstand unsere Plicht!

Der Autor hat verpasst zu erwähnen, dass wir freiwillig in die Eurozone eingetreten sind und daher auch freiwillig austreten können und die "EURO GESETZE" damit keine Kraft in Deutschland haben.

Mehrere kleine, unabhängige Staaten im Wettbewerb miteinander verursuchen eine bessere Qualität und niederige Preise... die Alternative ist Zentralplanung a la UDSSR.

P.S.: Ich bin ein Anlageberater mit 25 Jahren Geldmarkterfahrung in D-land und USA, wo ich fleissig in Goldman Sachs Kreisen verkehrte...

  • Antworten
Gerald Mangold27.10.2011 | 16:35 Uhr

Kommt die D-Mark wieder?

Das Problem wird damit auch nicht behoben. Ich glaube dass es nur noch schlimmer wird. Wenn unsere geliebte Deutsche Mark wieder kommt haben wir wieder eine weitere Währungsreform und unser Geld ist am Ende noch weniger wert. Und wenn die Deutsche Mark wieder eingeführt wird wer darf das Bezahlen (die Alten Scheine sind vernichtet). Wir können es drehen und wenden wie wir wollen das Volk muss immer Zahlen. Egal in Euro oder DM (2).

  • Antworten
Bastian25.04.2012 | 14:35 Uhr

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