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Kapital

EnergiewendeWie die Angst vor hohen Strompreisen geschürt wird

Von Petra Sorge8. Juni 2012
picture alliance
Drehstromzähler, Strompreis, Energiewende, Verbrauchskosten
Der Strompreis setzt sich fast zur Hälfte aus Steuern und Abgaben zusammen
Schrift:

Die Mehrheit der Deutschen würde die Energiewende lieber verschieben als höhere Strompreise zu zahlen. Doch die Angst wird genährt von Lobbyinteressen. Die Kostendebatte ist nicht nur in wesentlichen Teilen fehlerhaft, sondern auch gefährlich

Seite 1 von 2

Wenn ein Thema dazu taugt, in wiederkehrenden Abständen heftige Empörungswellen auszulösen, dann geht es meist ums Geld. Das war schon in den 50er Jahren so, als man über steigende Kosten für Brot und Butter schimpfte – und das ist eigentlich immer so, wenn die Spritpreise mal wieder anziehen.

Eine noch viel größere Empörungswelle – auf Neudeutsch müsste man fast von einem „Shitstorm“ sprechen – löst derzeit das Thema Strom- und Gaspreise aus. Und so kam es, dass sich im ARD-Deutschlandtrend in dieser Woche zwischen Fußball-Euphorie, Gauck-Bestnoten und Euro-Angst auch eine Stimmungslage versteckte, die es in sich hat: Die Mehrheit der Deutschen scheut die Energiewende, wenn sie zu teuer ist. Demnach befürworten 53 Prozent der Deutschen, dass die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie im Zweifel lieber verschiebt, damit die Strompreise nicht so stark steigen. Nur 42 Prozent ist der Preis egal, solange die Energiewende gelingt.

In den Medien ist diese Umfrage zwischen all den Fußball-Meldungen fast untergegangen. Nur wenige Netzaktivisten wie der Blogger Zettel haben genauer hingeschaut und feststellt, dass das eigentlich „ein sensationelles Ergebnis“ ist. Protestierten die Deutschen vor einem Jahr noch bundesweit gegen die Kernenergie, liefen Sturm gegen die schwarz-gelbe Laufzeitverlängerung, haben sie jetzt scheinbar nichts mehr dagegen, die Atomkraftwerke in Betrieb zu lassen. Nach dem Motto: Hauptsache, ich muss nicht mehr für meinen Strom bezahlen.

Die Angst befeuern deutsche Zeitungshäuser gerne, denn nichts kurbelt die Verkaufszahlen besser an als eine zürnende Strompreis-Zeile. So hieß es am Donnerstag allerorten, wo nicht wegen des Fronleichnamstages Druckpause war: „Strom und Gas werden bald teurer“.

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Dabei ist diese Debatte nicht nur überflüssig und völlig überdreht, sondern auch gefährlich. Sie ist ideologisches Futter für alle Bremser und Blockierer der Energiewende.

Der Hintergrund des aktuellen Streits: Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat Kostenbescheide der Bundesnetzagentur für nichtig erklärt. Damit dürfen Strom- und Gasnetzbetreiber jetzt höhere Durchleitungsgebühren verlangen, die natürlich sofort auf die Verbraucher umgelegt werden. Der größte Witz ist die Berechnung eines Experten in der Berliner Zeitung: Im direkten Verbrauch könne die Kilowattstunde Strom um 0,1 Cent teurer werden, hieß es dort. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt wären das vier Euro pro Jahr (bei 4.000 Kilowattstunden). Also, noch durchschnittlicher gerechnet – ein Euro pro Person. Lächerlich. Zwar könnte der Bundesgerichtshof in höchster Instanz das Urteil noch mal kippen, aber schon jetzt stellt sich die Frage: Das soll der neue Aufreger sein?

Vieles, was in den Medien kolportiert wird, ist schlichtweg falsch. So auch das Bild der Netzbetreiber, die jetzt dicke Gewinne einstreichen: Im vergangenen Jahr waren nicht sie die Preistreiber, denn vielmehr sanken die von ihnen erhobenen Netzentgelte – um 0,06 Cent. Dass die Verbraucher davon nichts spürten, hat laut Bundesnetzagentur damit zu tun, dass ihr Anteil am Endkundenpreis nur bei rund einem Fünftel liegt. Auch die Kosten für die Energiebeschaffung – also Solar- und Windstrom, Kohle- und Atomkraft – sanken seit 2009 leicht (wohingegen die Vertriebskosten leicht zulegten).

Lesen Sie auf der zweiten Seite, wer die Angsttreiber aus Industrie und Wissenschaft sind

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Auf die versteckten Kosten kommt es an

Das Grundproblem bei allen Kostenberechnungen im Energiesektor sind die Posten, die man schwer in Einheiten der Finanzwissenschaften umrechnen kann. Dazu gehören unmittelbar die Kosten für CO2-Ausstoß und andere klimaschädliche Gase, deren Schäden sich nur schwer beziffern lassen. Mittelbar gehören dazu aber auch die Kosten z.B. der Endlagerung des Atommülls. Letzter Posten wird viele Milliarden Euro verschlingen (alleine die Ausräumung der Asse wird mindestens 1,2 Milliarden Euro kosten). Rechnet man solche Kosten, die letztlich auch von der Gemeinschaft getragen werden (egal ob über staatliche Maßnahmen oder den Strompreis), so rechnen sich Atomenergie und Kohlekraftwerke nicht mehr ggü erneuerbaren Energien. Leider wird dieser Punkt in der öffentlichen Diskussion selten angesprochen - schließlich zahlen wir dafür erst in vielen Jahren oder Jahrzehnten.

  • Antworten
Schuermann08.06.2012 | 18:16 Uhr

Was man nicht weiß,...

Die Erde wird ohnehin wärmer. Das ist ein zyklischer Vorgang. Das CO2 wird ein zusätzlicher Faktor sein. Denn die wirklich großen Industrienationen der Zukunft, wie die USA, China, Russland, Kanada wollen sich nicht an einem CO2-Decrement beteiligen. Ohnehin weiß man in der Tat nicht, wie schlimm die Folgen sind. Viele der Forscher verkünden als religiöse Instanz gerne Weltuntergangszenarien.

Die Probleme mit der Asse hat die Politik verursacht.
Aber mit 1,2 Mrd kommen Sie niemals hin!

Grundsätzlich aber, wäre Kernenergie eine sichere und günstige Energiequelle gewesen. Auch als Ersatz für Erdöl und Erdgas.
Eine sichere Endlagerung lasst sich entgegen den zahlreichen Unkenrufen realisieren, wenn man nach bergmännischen, physikalischen, ökonomischen, ökologischen Gesichtspunkten geht. Aber dieser Zug ist (in Deutschland) abgefahren.

Die Kernkraft funktionierte. Am Ende einer langen und aufwendigen Entwicklung hat Deutschland einen sicheren KKW-Typ gebaut.

Es sollte jetzt nur eine Lehre, für alle diejenigen sein, die jetzt in den anderen Ländern sehen, wie sich Kernkraft entwickelt.

Das Ideologie noch nie zu Wohlstand geführt hat.

  • Antworten
Karl Letis10.06.2012 | 10:09 Uhr

Informationen

Das Märchen von deer Asse (S. 2): "Informieren, warum denn? Redioaktivität ist gefährlich, das weiß doch jeder. Früher hätten sie da gestanden und gegen Hexen demonstriert. Wie schaffen es denn die Hexen, Menschen und Tiere krank zu machen? Dumme Frage, Hexen sind gefährlich, das weiß doch jeder."
Kann man Schuermann seine Zeilen übelnehmen, weil sie fehlerhaft sind (CO² = kein klimaschädliches Gas - sondern lebenswichtig zur Photosynthese, Endlagerung des Atommülls viele Milliarden Euro ((ist schon bezahlt, das taugliche Endlager Gorleben geht nur aus ideologischen Gründen nicht in Betrieb, was aber den KK-Betreibern nicht anzulasten ist)), Ausräumung der Asse ist unsinnig, weil die Radioaktivitätsmenge,die durch den Kalibergbau gefördert wurde größer ist, als die eingelagerte Menge)? Nein - die Medien bringen täglich diese Nachrichten. Es reicht also nicht aus, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, man muss sich auch noch selbst die Informationen besorgen.

  • Antworten
Alb Traum10.06.2012 | 16:55 Uhr

Der Preis für Strom, der aus

Der Preis für Strom, der aus Kernbrennstoffen gewonnen wird, wird bekanntlich künstlich niedrig gehalten und entsprechend publiziert. In Wahrheit ist der Preis für Atomstrom jedoch von keiner anderen Energie-Erzeugungsart zu toppen.
Wer die wahren Kosten für den Atomstrom, also enorme Sicherheitseinrichtungen, hohe Bewachungskosten der Kernkraftwerke, Wiederaufbereitung, Zwischenlagerung der Kernbrennstäbe und schließlich Endlagerung diess Brennstoffs, und zwar einschließlilch der Endlagerung der verstrahlten Reaktorkerne, sind somit deutlich höher als Strom aus Wind, Wasserkraft oder Sonnenenergie.
Warum wir in dieser Hinsicht nicht endlich "mit offenen Karten gespielt"?

  • Antworten
Yvonne Walden08.06.2012 | 18:25 Uhr

Die karten liegen offen auf den Tisch

Ich denke bei dieser ideologisierten Debatte, der die Züge eines Glaubenskrieges, hat, ist man leicht geneigt, alles was einem nicht gefällt paranoid zu deuten:

"die wollen doch nur Geld verdienen"
"die bremsen, weil die uns nicht mögen"
"da ist bestimmt noch irgendwas im Hintergrund"
"das sind alles nur Lobbyisten"

Mit diesen Gedankenwegen machen es sich die "Kämpfer" der "Grünen Sache" sehr einfach. Denn eine Kalkulation kostet Zeit und Mühe.

  • Antworten
Karl Letis10.06.2012 | 10:15 Uhr

Ein super Artikel...

Genau das Gleiche dachte ich auch als ich die Meldungen von der "teuren und unsozialen Energiewende" las und hörte. Vielen Dank für den Artikel, denn jetzt sehe ich, dass ich mit meinem Gedanken – dank Ihrer Recherche – einigermaßen richtig lag.

Gruß

  • Antworten
Ein zufriedener Leser09.06.2012 | 06:58 Uhr

Angstfrei und bedenkenlos

Dass die Energiewende sogar ein wenig Geld kosten könnte, hat sich wohl schon herumgesprochen. Die Ökostromabgabe, die dann und wann ein wenig oder auch kräftig erhöht wird, ist doch sicher nicht der Rede wert. Die Angst vor steigenden Strompreisen, kann als komplett unbegründet gelten. Wie unsere Politiker (Herr Trittin oder Herr Brüderle) erklärten, sei lediglich eine maximale Steigerung um monatliche läppische 1,50€ pro Haushalt möglich. Die 600 000 Haushalte, denen schon jetzt der Strom abgeschaltet wurde, weil sie nicht mehr zahlen können, mögen da wohl die Ausnahme sein, welche die Regel bestätigt. Bedauerlicherweise hat man es nicht geschafft durch die Liberalisierung des Strommarktes die vier Energieriesen gegeneinander konkurrieren zu lassen, um damit die Strompreise zu senken. Dafür schafft man den Wettbewerb nun ganz ab.
Wenn zum Beispiel Solarfirmen trotz Einspeisevergütung, Strukturförderung und Steuergutschriften dennoch rote Zahlen schreiben oder bereits insolvent sind, dann sind natürlich die Subventionen daran schuld, aber natürlich nicht jene, die diese Firmen erhalten haben, sondern jene die ihre chinesischen Konkurrenten erhielten. Deshalb will man auch hierzulande laut über Planwirtschaft und Verstaatlichung nachdenken. Alle anderen alternativen Energieformen (außer Wasserkraft, die sich rechnet)gehören natürlich ebenso privilegiert, wie einstmals die Atomenergie, denn auch die haben eine einflussreiche Lobby. man hat nichts dazugelernt. Zufördern sind selbstredend auch die neu zu bauenden Trassen und – davon weiß kaum noch einer – die danach notwendig werdenden intelligenten Netze.
Einen weiteren nachhaltigen Beitrag dürfen wir im Zuge der sich ständig verschärfenden Dämmvorschriften für Immobilien leisten, die nicht nur reiche Vermieter, sondern auch Mieter betreffen.
Wenn es auch einige Nörgler geben sollte, die im Sinne das Maistream unqualifizierte Einwände vorbringen, wie etwa ein paar hundert Bürgerinitiativen, hat man es bislang immer noch verstanden diese tot zu schwiegen oder lächerlich zu machen.
Kurzum: Wir sind auf dem Weg in eine grüne Deutsche Dämmokratische Republik.

  • Antworten
Domingo09.06.2012 | 17:28 Uhr

strom

ein text, wie aus der pr-abteilung von herrn altmeier. geringverdiener,
rentner u. arbeitslose, brauchen nur den anbieter zu wechseln, dann klappt's auch mit der stromrechnung. hoffentlich geraten sie nicht an einen betrieb, wie tel-da-fax. na ja, aber: 600.000 abgeklemmte
stromanschlüsse sind eben kollateralschaden. die kinder können draussen spielen, statt vor pc u. glotze zu sitzen. kerzen sind so romantisch u. früher wurde schließlich auch mit der hand gewaschen...
p.s.: die steuerbelastung ist in der tat zu hoch.

  • Antworten
fritz fr. illing09.06.2012 | 21:42 Uhr

Es handelt sich nicht um

Es handelt sich nicht um Angst. Es geht um Geld und um Gerechtigkeit.
Manche mögen sagen, Geiz. Es wird als unfair angesehen, dass eine kleine gesellschaftlich Gruppe von 10% den Menschen vorschreiben möchte, welchen Strom sie kaufen und mit-finanzieren sollen.
Angst wurde und wird besonders auf der Befürworter Seite der Kernkraftgegner geschürt.
Und Angst wird auch mit den par Arbeitsplätzen der viel zu teuren Solar-Indistrie geschürt
Die Empörungswellen sind in der Tat ein Problem der Deutschen. Zuletzt waren die Deutschen von einer Wahltaktisch agierenden Koalition der KKW-Stürmer durchhysterisiert worden.
Die Umfragen sind meist augenblickswerte, die verschieden Gruppen versuchen in Stein zu meißeln.
Die Änderung der Umfragewerte zeigt, dass hier massive Demagogie am Werke war.
Insbesondere von den inzwischen auch durch Umweltverbände inkompetent gesteuerten öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten. Hier ist es die gleiche Angelegenheit. Die Bürger werden demnächst gezwungen, für 18Eur/Monat eine völlig überzogene Grundversorgung von etlichen Kanälen zu finanzieren, die an Qualität immer mehr abflacht. Wer mir vorschreibt, dass ich von meinem knappen Geld statt Tageszeitungen und CICEO, den blöden Kinderkanal schauen soll, der betreibt eine sozialistisch ideologisierte Planwirtschaft, in denen die bestimmenden Parteigänger selber von diesen System am meisten profitieren.

Zu den Kosten:
Die Sache ist ganz einfach. Wenn der Anteil von Solarstrom stetig steigt und diese Anlagen ihren Strom für 40-23ct/KWh in das Netz gesetzlich garantiert reindrücken dürfen, dann wird der Strom teurer. Dieser einfache Zusammenhang wird von den Befürwortern von PV-Strom mit tausenden Worten versucht zu umgehen, wo Sie doch wissen, dass das soweit stimmt. Sie haben nicht den Mut zu sagen: „Ja, der Strom wird teurer. Das ist der Preis“. Wie erbärmlich! Man kommt sich vor, als wenn einem ständig Sand in die Augen gestreut wird.
Die Diskussion über die Kosten ist wichtig, weil der Strompreis eine wichtige volkswirtschaftliche Hintergrundgröße ist. Nicht nur für Firmen, wie BMW, Krupp, Solarpanelhersteller oder NE-Metall-erzeuger und Verarbeiter.
Der Strompreis, der mit dem EEG steigt, ist ein weiterer Griff in das Portemonnaie der Bürger, ohne dass dieser sich entscheiden kann. Nur so ist auch zu erklären, dass die Bürger das Gefühl haben, immer weniger Geld übrig zu haben. Das sammelt sich nämlich zusammen.
Die bösen Energieriesen:
Deutschland hat eine funktionierende und sichere Elektro-Energieversorgung. Die Theaterstücke um Fukushima und Krümel sind von einer kleinen hysterischen Gruppe in die Gesellschaft getragen worden.

Weshalb nimmt man einem Industrieunternehmen, dessen Anlage von Staat genehmig wurde, diese wieder weg. Das, was Medien unendlich aufgepusht haben, was die Grünen und die SPD auf der Straße gefordert haben, und die Regierung von Angela Merkel durchgeführt hat, ist im Grunde genommen ein ungeheuerlicher Vorgang. man kann sich jetzt also nicht mehr darauf verlassen, dass eine Anlage die genehmig wird, durchlaufen kann. Auf die PV-Anlagen übertragen, wäre dass, dass die PV-Analgen zum Beispiel Kommunal massiv besteuert werden könnten, um die Netze und Speicher zu finanzieren.

Zur Exportfähigkeit:
Wenn der Strom in den USA die Hälfte kostet, wird sich eine Firma wie Thyssen schon überlegen, wo sie ihre elektrowärme für Spezialstähle nutzen wird.

Die Energiewende:
a) es ist nicht abzusehen dass sich neue Speichertechnologien ergeben. Die Kosten werden also bei den Speichern bleiben, wenn man es überhaupt schafft, die Speicherseen gegen das angezündlete Wutbürgertum zu errichten.
Wichtiger und leider genauso teuer werden die Spitzenlastkraftwerke sein, die keine bauen möchte, weil man letztendlich befürcht, das der dann wirklich teuer werdende Strom keiner mehr abnehmen will.

Das Klima:
Der Zug ist abgefahren. Die USA, China, Russland und sogar Kanada haben aus verschienenen Gründen abgesagt. Ohne diese Teilnehmer kann man es vergessen Das mag zar hard klingen, ist aber so.
Die Polemik bezüglich der SGB2 Leute ist zynisch. Die haben andere Kosten. Und werden weiter degenerieren, wenn die Industriekultur weiter mit Planwirtschaft zusammengeschrumpft wird. Denn ob die Deutschen ihre Umwelttechnologie verkaufen, scheint fraglich. Die Chinesen subventionieren die PV-Herstellung, weil sich günstigen Kohle und KKW-Strom haben und preiswerte Arbeitskraft, was für diese Techniken wichtig ist. Auch die anderen EE-Technologien sind nicht völlig unerreichbar für die Schwellenländer, im Gegensatz zur Kernkraft.
Wenn Deutschland in der Lagen gewesen wäre, eine hochentwickelte Technologie zu verkaufen, dann wäre es die Kernkraft gewesen, die nach Jahrzehntelager Entwicklung und Perfektionierung von einer Kleinen naiven Gruppe, die üblicherweise Sozial- oder Politikwissenschaften Studiert hat, zerstört worden ist.
Was eine Liberalisierung und Entstaatlichung bewirkt, haben Menschen wie Ludwig Erhard und Deng Xiaoping gezeigt. Die verschieden Stromarten müssen sich dem Wettbewerb stellen. Jeder soll den Strom beziehen, den er möchte und der er zu bezahlen bereit ist. Das ist heutzutage technisch lösbar.

  • Antworten
Karl Letis10.06.2012 | 13:02 Uhr

Ich zahle es (fast) schon gerne

Langfristig steigen die Preise sowieso und der deutsche Klimawahn hat nicht nur in Deutschland, sondern global zu einem Boom der regenerativen Energien geführt. Mag sein, dass Solar (noch) nicht konkurrenzfähig ist in Deutschland, allerdings in vielen anderen Ländern und jedes Fass Öl, dass die nicht kaufen müssen, entschärft den Wettbewerb.
Lieber eine Zeit lang mehr zahlen, dafür aber mittelfristig stabile Preise und weniger Abhängigkeit. Die Tankestelle um die Ecke zeigt, wo es hingeht und auch die letzte Preisrunde in unserer Kantine hat stärker zugelangt als die 4c Ökostromzulage.

  • Antworten
Thomas D.11.06.2012 | 00:04 Uhr

Welch ein schlechter und oberflächlicher Artikel

Ich dachte, dass Cicero eine eher hintergründige Berichterstattung macht. Dieser Artikel ist aber so platt, dass er auch in einem Provinzkäseblättchen hätte stehen können.

Der Umbau eines Stromversorgungssystems ist eine extrem teure und komplizierte Sache. Die technikverliebten Deutschen sehen hier vor allem die technische Seite und weniger die ökonimischen Aspekte der Stromwirtschaft. Das Kernproblem ist, dass man durch das EEG den Marktmechanismus der Stromerzeugung weitgehend ausschaltet und die Marktkräfte durch Einspeisevergütungen und die Bundesnetzagentur ersetzt hat. So fördern wir heute die Solarenergie mit Beträgen, die durch nichts zu rechtfertigen sind. Der CO2 Einspareffekt ist derweil absolut Null, da durch solche Förderinstrumente der CO2 Zertifikatspreis für andere Länder sinkt. Wir Deutschen leisten uns einfach die absolut teuerste Art CO2 zu vermeiden.
Was wir Deutschen hier auf nationaler Ebene der Welt vorturnen, wird für diese so lehrreich sein, dass es bestimmt keiner nachmacht.

Senkung des CO2 Ausstoßes funktioniert nur global. Wir Deutschen stellen 1% der Weltbevölkerung. Ferner geht sie nur über einen globalen wirtschaftlichen Anreiz (Verknappung der Rohstoffe, Verknappung der Emissionsrechte). Alles andere führt zu teuersten Werverfungen, die eher abschrecken als zum Nachmachen animieren.

  • Antworten
HG Conrads11.06.2012 | 12:14 Uhr

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