Deutsche Führungskräfte sind sich einig: Die staatliche Bürokratie blockiert die Wirtschaft. Warum das Arbeitsrecht reformiert werden muss und der Klassenkampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgedient hat
Die deutsche Wirtschaft ächzt unter der immer aufgeblähter werdenden Krake der staatlichen Bürokratie. Wie die jüngst wieder von forsa für das Handelsblatt durchgeführte Befragung eines repräsentativen Querschnitts der Führungskräfte der deutschen Wirtschaft („Handelsblatt Business-Monitor“) ergab, werden die vielen in Deutschland existierenden Vorschriften und die überbordende staatliche Bürokratie neben dem Mangel an Fachkräften und den als zu hoch empfundenen Lohnkosten als das größte Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg des eigenen Unternehmens angesehen. Die Drangsalen der staatlichen Bürokratie mit ihren täglich zunehmenden Vorschriften werden von den Führungskräften deutlich häufiger als Hemmschuh wirtschaftlicher Prosperität genannt als z.B. eine als zu hoch eingeschätzte Steuer- und Abgabenlast oder bestehende Hürden bei der Kapitalbeschaffung.
Bezogen auf die Risiken für ein erfolgreiches Wachstum der deutschen Wirtschaft insgesamt wurden die staatliche Bürokratie und die zu vielen Vorschriften ebenfalls – neben dem Fachkräftemangel und einer erlahmenden Weltkonjunktur – als größte Hemmnisse eingestuft.
Dementsprechend wird der derzeit größte Reformbedarf von den Führungskräften der deutschen Wirtschaft in einer Vereinfachung des Steuerrechts (und nicht - wie von der FDP lange Zeit störrisch und in Verkennung der wahren Bedürfnisse ihrer Wählerklientel vermutet - in einer Senkung der Steuern) und des Arbeitsrechts gesehen.
Generell sind fast 90 Prozent aller Führungskräfte in der Wirtschaft der Meinung, dass auch heute noch – nach der Schröderschen „Agenda-Politik“ – weitere grundlegende Reformen und Veränderungen in der Gesellschaft notwendig seien. Die von der Regierung Schröder unter der nicht sonderlich gelungenen Bezeichnung „Agenda 2010“ durchgeführten Reformen waren im übrigen nach Meinung fast aller Führungskräfte der Wirtschaft (95 %) richtig.
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