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 > Umzingelt von Bürokraten

Kapital

Erfolgsbremse StaatUmzingelt von Bürokraten

Von Manfred Güllner3. Mai 2012
picture alliance
Steuerrecht, Bürokratie, Wirtschaft, Führungskräfte, vorschriften, Abgabenlast
Eine aufgeblähte Krake – die staatliche Bürokratie
Schrift:

Deutsche Führungskräfte sind sich einig: Die staatliche Bürokratie blockiert die Wirtschaft. Warum das Arbeitsrecht reformiert werden muss und der Klassenkampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgedient hat

Seite 1 von 2

Die deutsche Wirtschaft ächzt unter der immer aufgeblähter werdenden Krake der staatlichen Bürokratie. Wie die jüngst wieder von forsa für das Handelsblatt durchgeführte Befragung eines repräsentativen Querschnitts der Führungskräfte der deutschen Wirtschaft („Handelsblatt Business-Monitor“) ergab, werden die vielen in Deutschland existierenden Vorschriften und die überbordende staatliche Bürokratie neben dem Mangel an Fachkräften und den als zu hoch empfundenen Lohnkosten als das größte Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg des eigenen Unternehmens angesehen. Die Drangsalen der staatlichen Bürokratie mit ihren täglich zunehmenden Vorschriften werden von den Führungskräften deutlich häufiger als Hemmschuh wirtschaftlicher Prosperität genannt als z.B. eine als zu hoch eingeschätzte Steuer- und Abgabenlast oder bestehende Hürden bei der Kapitalbeschaffung.

Bezogen auf die Risiken für ein erfolgreiches Wachstum der deutschen Wirtschaft insgesamt wurden die staatliche Bürokratie und die zu vielen Vorschriften ebenfalls – neben dem Fachkräftemangel und einer erlahmenden Weltkonjunktur – als größte Hemmnisse eingestuft.

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Dementsprechend wird der derzeit größte Reformbedarf von den Führungskräften der deutschen Wirtschaft in einer Vereinfachung des Steuerrechts (und nicht - wie von der FDP lange Zeit störrisch und in Verkennung der wahren Bedürfnisse ihrer Wählerklientel vermutet - in einer Senkung der Steuern) und des Arbeitsrechts gesehen.

Generell sind fast 90 Prozent aller Führungskräfte in der Wirtschaft der Meinung, dass auch heute noch – nach der Schröderschen „Agenda-Politik“ – weitere grundlegende Reformen und Veränderungen in der Gesellschaft notwendig seien. Die von der Regierung Schröder unter der nicht sonderlich gelungenen Bezeichnung „Agenda 2010“ durchgeführten Reformen waren im übrigen nach Meinung fast aller Führungskräfte der Wirtschaft (95 %) richtig.

Lesen Sie weiter über die Interessensidentität von Arbeitgebern und Arbeitnehmern...

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Trifft diese Aussage auch auf

Trifft diese Aussage auch auf den Niedriglohnsektor oder der Leiharbeitsbranche zu?
Mich interessiert hier ja schon, wer denn hier "die deutschen Führungskräfte" sind.

Ich würde ja gerne selber nachschauen, aber 99 Euro als Privatperson für den "Handelsblatt Business-Monitor Februar/März 2011" auszugeben, finde ich ein kleines bisschen übertrieben.

(http://www.handelsblatt-shop.com/downloads/handelsblatt-business-monitor-februar-maerz-2011-p608.html)

  • Antworten
Alexander Janssen03.05.2012 | 21:43 Uhr

Eine zu geringe Kaufkraft blockiert die Wirtschaft

Autor Manfred Güllner versucht einmal mehr, die Interessenlage von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu vermischen. Dies kann und wird angesichts der aktuellen Situation nicht gelingen.

Der sogenannte "Klassenkampf" hätte erst dann ausgedient, wenn wir unsere Gesellschaft als "klassenlos" bezeichnen könnten. Davon sind wir jedoch leider noch meilenweit entfernt, denn es gibt bekanntlich die Klasse der Vermögenden und die Klasse der Besitzlosen, der sogenannten Habenichtse.
Dazwischen ist die Klasse derjenigen mit mittleren Einkommen und Kleinvermögen angesiedelt, die gerne mit "denen da oben" am Tisch sitzen möchten, aber von der Herrschenden Klasse eher mitleidig belächelt werden.

Bürokratieabbau ist ein lobenswertes Ziel, dem sich auch der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber im EU-Bereich widmet. Von durchgreifenden Erfolgen kann bislang jedoch keine Rede sein.

Allerdings sollten wir auch hier nicht "das Kind mit dem Bade ausschütten".
Reiche brauchen naturgemäß keine Sozialbürokratie, also Behörden und Dienststellen, die Sozialleistungen für Bedürftige gewähren. Arbeitslose oder alleinerziehende Mütter aber sehr wohl!

Wenn die "Agenda 2010" von der Arbeitgeberseite und deren leitenden Angestellten (Managern) befürwortet wird, zeigt sich auch hier, daß es die Gutverdienenden und Vermögenden wenig interessiert, ob das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre angehoben wurde oder gar auf 70 ansteigt.

Wer von Einkünften aus Aktiengewinnen und sonstigen Vermögensanlagen lebt, denkt nicht an einen Eintritt ins Rentenalter. Er kann permanent in Freuden leben, von der Wiege bis zur Bahre, bezieht also lebenslang ein "arbeitsloses Einkommen". Klasse!

Und dann die Mär von den "zu hohen Lohnabschlüssen". Wenn die Bezüge der leitenden Angestellten (Manager) jährlich um 10, 20 oder gar um 30 Prozent angehoben werden, dann sollte den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mindestens 6 bis 8 Prozent als Lohn- und Gehaltserhöhung zugestanden werden.
Besser noch wäre eine Anhebung in Festbeträgen, also meinetwegen monatlich 100 EURO mehr für alle Beschäftigten, weil dies eindeutig sozial gerechter wäre.

Erst wenn die Löhne und Gehälter der unteren Einkommensgruppen ebenso steigen wie die der sogenannten "Manager" und es zu einer echten Vermögensbildung auch der Arbeitnehmerseite käme, gäbe es eine Interessen-Indentität zwischen "oben und unten", vorher jedoch nicht.

  • Antworten
Yvonne Walden04.05.2012 | 13:46 Uhr

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