Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Juni:
Deutschland auf dem Weg zum 100-Millionen-Volk

Hurra, wir wachsen!
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Sollten Reiche mehr fürs Gemeinwesen tun?

Kapital

SteuernSollten Reiche mehr fürs Gemeinwesen tun?

Von Albert Funk18. Juli 2012
picture alliance
Geld, Pendlerpauschale, 30 cent, Cabriolet, Reichensteuer, Vermögende, Spielzeugauto
Wie lassen sich noch ein paar Moneten einfahren?
Schrift:

Politiker wollen Wohlhabende in der Krise stärker in die Pflicht nehmen. Vorschläge gibt es viele.

Seite 1 von 2

In der Finanzbranche wusste man es schon am Anfang der weltweiten Finanzkrise: Die Rechnungen, die sich aus der Kumulation von exzessiver privater und staatlicher Verschuldung ergeben, müssten wohl zu einem Großteil die Vermögenden zahlen. Sie hatten also Zeit, sich vorzubereiten. Es war schon immer so: Sind Staaten in der Bredouille, gehen sie ans Ersparte und ans Erworbene ihrer Bürger. Mal sind nur die Reichen dran, mal trifft es auch die Mittelschichten – wie in Deutschland nach 1918 und 1945.

Wer ist reich?

Das ist letztlich Ansichtssache. Früher sprach man von den „oberen Zehntausend“. Heute werden meist die obersten zehn Prozent in diese Rubrik gesteckt – in Deutschland fallen auf sie ungefähr zwei Drittel der privaten Vermögen.

Reichtum ist aber letztlich relativ. Wer zwar ein ordentliches Einkommen aus seinem Betrieb hat, aber auch hohe Schulden bei der Bank, ist zweifellos weniger wohlhabend als der ohne Schulden. Wer eine Immobilie besitzt, die zwar auf den ersten Blick einen hohen Wert hat, aber vielleicht kaum verkäuflich ist, weil die Lage nicht nachgefragt wird, der ist reich nur auf dem Papier. Ein hoher Beamter wiederum, der zwar kein riesiges Einkommen hat, aber eine fest zugesagte Pension, ein Manager, der gut verdient und sich vertraglich gut abgesichert hat für den Fall des Jobverlustes – sie sind beide möglicherweise eher als vermögend zu betrachten als ein kleiner Unternehmer, der zwar ein höheres Einkommen hat, aber mit dem Risiko leben muss, dass sein Unternehmen Schiffbruch erleidet und er mit seinem Ersparten geradestehen muss. Reichtum ist auch historisch relativ. Die westdeutsche Gesellschaft etwa ist heute reicher als die in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts; Deutschland insgesamt ist nach 1990 im internationalen Vergleich jedoch ärmer geworden, weil die ostdeutsche Bevölkerung zu DDR-Zeiten keine Chance hatte, große Vermögen anzusparen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in der vorigen Woche einen Vorschlag zur Belastung hoher Vermögen gemacht. Eine solche Vermögensabgabe träfe 4,8 Millionen Personen, läge der Freibetrag bei 250.000 Euro für Erwachsene und 100.000 Euro je Kind. Das wären etwa acht Prozent der Erwachsenen. Würde man alle belasten, die mehr als eine Million an Vermögen haben (und den Kinderfreibetrag auf 250.000 Euro festlegen), müssten 414.000 Personen zahlen. Das wären dann noch 0,6 Prozent aller Erwachsenen.

Wie viel leisten Reiche bereits?

Höchstverdiener zahlen immer mehr Steuern als Mittel- und Geringverdiener – sowohl absolut als auch relativ. Das ist eine Binsenweisheit. Sie sind dazu in der Lage, zumal sie häufig auch Einkommenszuwächse über dem Schnitt durchsetzen können. Aber auch hier muss man genauer hinsehen. In Deutschland zahlen die obersten zehn Prozent (Einkommen ab etwa 70.000 Euro) gut die Hälfte der Einkommensteuer. Am gesamten Steueraufkommen ist ihr Anteil aber geringer – denn die indirekten Steuern auf den Konsum verteilen sich breiter, hier sind Mittel- und Geringverdiener relativ stärker belastet als Reiche. Der Spitzensteuersatz liegt derzeit bei 42 Prozent, ihn zahlen aber schon gute Mittelverdiener ab etwa 50.000 Euro. Dazu kommt ein dreiprozentiger Aufschlag für Einkommen ab 250.000 Euro. Man muss jedoch immer bedenken, dass Gutverdiener und Vermögende in der Regel stärker von Steuervergünstigungen profitieren, die mit Investitionen verbunden sind. Das senkt die Steuerlast. Bei der Steuer auf Vermögenseinkünfte ist man den Wohlhabenden mit der Einführung der Abgeltungssteuer von 25 Prozent erheblich entgegengekommen (während Mittelverdiener hier praktisch nur von den Verfahrenserleichterungen profitierten, die diese Steuer brachte). Zudem haben die verfügbaren Einkommen der Reichen in den letzten zehn Jahren zugenommen, während sie in der Mitte stagnierten und bei den ärmeren Schichten sogar sanken. Die Zahl der Vermögensmillionäre stieg in Deutschland zwischen 2003 und 2010 von gut 750.000 auf mehr als 900.000. Eine höhere Besteuerung von Reichen in der Krise lässt sich also leicht rechtfertigen.

Seite 2: Welche Vorschläge gibt es, Vermögende in die Pflicht zu nehmen?

  • 1
  • 2
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort
Zu diesem Artikel gibt es
4 Kommentare
Die Frage das Tages stellt Cicero online in Kooperation mit
Der Tagesspiegel

Weiterführende Links

Böse Schulden Schon früher verpfändete man die Zukunft

Eurozone Nur für Steuer-Clubmitglieder!

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Wahl 2013
Merkel droht Gefahr von allen Seiten
von
25.04.2013
Ex-Steuerfahnder
„Es gibt eine Welle von Selbstanzeigen“
Interview mit
Frank Wehrheim
23.04.2013
Causa Hoeneß
Der Ball rollt ins Feld der Politik
von
23.04.2013
Sündenbock Hoeneß
Tribunalisierung einer fremden Schuld
von
23.04.2013
Steuerhinterziehung
Muss Hoeneß ins Gefängnis?
von
22.04.2013

Mehr Fragen des Tages finden Sie beim Tagesspiegel.

Twitter
zum Ressort
Die Frage das Tages stellt Cicero online in Kooperation mit
Der Tagesspiegel

Weiterführende Links

Böse Schulden Schon früher verpfändete man die Zukunft

Eurozone Nur für Steuer-Clubmitglieder!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Wahl 2013
Merkel droht Gefahr von allen Seiten
von
25.04.2013
Ex-Steuerfahnder
„Es gibt eine Welle von Selbstanzeigen“
Interview mit
Frank Wehrheim
23.04.2013
Causa Hoeneß
Der Ball rollt ins Feld der Politik
von
23.04.2013
Sündenbock Hoeneß
Tribunalisierung einer fremden Schuld
von
23.04.2013
Steuerhinterziehung
Muss Hoeneß ins Gefängnis?
von
22.04.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
Neues Dossier anlegen:

51,7 Prozent einbehalten

Bürger arbeiten über sechs Monate für den Staat. Die Steuer- und Abgabenlast steigt weiter an. 51,7 Prozent behalten Fiskus und Sozialversicherungen in diesem Jahr vom Einkommen der Steuerzahler ein. Damit steigt die Belastungsquote gegenüber 2011 um 0,6 Prozentpunkte. Der Lebenstandard wird in den nächsten Jahren sinken, aber das eigentliche Problem wird nicht angegangen, nämlich die Staatsverschuldung. Wie sagte noch Prof. Paul Kirchhof in einem längeren Aufsatz in der FAZ: „Staatsschulden sind unsozial, weil sie letztlich eher die Armen und weniger die Reichen treffen.“

  • Antworten
bernhard jasper18.07.2012 | 11:08 Uhr

"Steuerexperten" betreiben Schönfärberei

Selten so einen Stuss gelesen. Der Autor hat ein großes Anliegen, aber wenig Sachverstand, um steuerrechtliche Sachverhalte sachgerecht zu analysieren. Oder ist das Absicht? Wenn man feststellt, dass 10% der Einkommensteuerpflichtigen einen Anteil von 37,9% am zu versteuernden Einkommen haben, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Und Die unteren 70 % kommen nicht einmal auf 9% des Gesamtvermögens. Das letzte Prozent der Superreichen besitzt sogar 23% des gesamten Vermögens.

der nominelle Spitzensteuersatz von 42% trifft wiederum die Realität kaum. „Deutschland ist ein Steuerparadies für Millionäre. Selbst die Reichsten sind weit davon entfernt, den Spitzensteuersatz zu entrichten. Sie können derartig viele Freibeträge und andere Abzugsbeträge beim Fiskus geltend machen, dass sie im Durchschnitt nur 36% Steuern auf ihr Einkommen zahlen. Dies ergibt sich aus einer Berechnung, die das Statistische Bundesamt für die taz angestellt hat. Insoweit ist der Hinweis , ab 50.000 würde der Höchststeuersatz gezahlt Volksverdummung. Die Steuertabelle des BMF zeigt, dass der 50.000 Verdienende schlappe 25,9% steuern zahlt, beim Splitting sogar nur 16,7% (Durchschnittsbelastung nach Tarifen 1958-2009). Da ist also noch ziemlich Luft. Der Artikel ist einfach grottenschlecht und irreführend.

  • Antworten
popper18.07.2012 | 11:14 Uhr

Reiche entziehen sich unserem Gemeinwesen

Hier stellt sich die Frage, was "Reiche" überhaupt für unser Gemeinwesen tun?
Menschen mit riesigen Vermögen haben - bisher jedenfalls überwiegend - alle Möglichkeiten der sogenannten Steuergestaltung genutzt, um möglichst wenig oder keine Steuern zahlen zu müssen.
Immer noch können sie dies tun, denn es gibt im Einkommensteuergesetz nach wie vor Abschreibungsregelungen und die Chancen steuerbegünstigter Anlagen, etwa im Wohnungsbau (Paragraf 10e EStG).
Überdies hattem Reiche und Superreiche alle Möglichkeiten, ihre Geldvermögen ins Ausland zu transferieren - überwiegend mit Hilfe deutscher Banken.
Dadurch konnten sie ihr Geld dem Gemeinwesen entziehen und nur für sich selbst "arbeiten" lassen.
Warum einigen sich die Parteien in Deutschland nicht endlich auf ein Einkommensteuerrecht, daß keinerlei Ausnahmetatbestände vorsieht und daurch die Einkommensstarken klar begünstigt?
Natürlich können und müssen Reiche mehr für unser Gemeinwesen tun. Diese Frage muß uneingeschränkt bejaht werden. Wer anderer Ansicht ist, sollte dies plausibel begründen.

  • Antworten
Yvonne Walden18.07.2012 | 11:48 Uhr

Haftungsbegrenzung bei kleinen Unternehmen

"...als ein kleiner Unternehmer, der zwar ein höheres Einkommen hat, aber mit dem Risiko leben muss, dass sein Unternehmen Schiffbruch erleidet und er mit seinem Ersparten geradestehen muss."
Eine solche Gefahr besteht bei "kleinen" Unternehmern nur dann, wenn sie ihr Unternehmen als "GbR" betreiben. Bei einer GmbH haftet der Unternehmer, das Unternehmen, lediglich mit einer Geschäftseinlage von 25.000 EURO.
Dies nur zur Klarstellung.

  • Antworten
Werner Schmitz18.07.2012 | 12:55 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

„Die nackte Wahrheit und anderes“ − Aktfotografie um 1900

zur Bildergalerie
Anzeige

Marie Amrhein

Mein Sozialstaat: Die Sonntagskolumne

Ich will da nicht mitmachen

Protest per Klick: Online-Demo bei der Telekom.

Eine Unterschrift hier, ein bisschen Crowdfunding da. Wohin wir auch kommen, wir werden zum Mitmachen aufgefordert. Und jetzt auch noch vom heiligen Tatort. Es reicht.


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Brüssels neue Gurke

Die EU-Kommission ist in der Defensive. Nach der umstrittenen Konzessionsrichtlinie zum Wasser…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Kann ein Handelskrieg verhindert werden?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Zu viel Nähe zwischen Medien und Politik?
Das Cicero-Meinungsbild

Eine Umarmung zwischen Diekmann und Rösler löst eine Debatte aus

Umfrage
150 Jahre SPD: Ist die SPD noch eine Volkspartei?
Ja, die SPD wird wieder deutlich zulegen
37%
Nein, die SPD ist nicht mehr zeitgemäß
63%
Gesamtstimmen: 121
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Die letzten 24 Stunden
Dossier

Die letzten 24 Stunden

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang