Jump to Navigation
Startseite

Cicero Spezial:
Deutschland wählt und ganz Europa fiebert mit

Bundestagswahl 2013
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > In jedem Fall besser als nichts

Kapital

Kony 2012In jedem Fall besser als nichts

Von Til Knipper9. März 2012
picture alliance
Kony 2012, Afrika, Kindersoldaten
"Kony 2012" wurde auf Youtube bisher mehr als 50 Millionen mal angeklickt
Schrift:

Kriegsverbrecherjagd per Facebook und Youtube. Geht das? Zumindest lenkt ein Video der Hilfsorganisation „Invisible Children“ kurzzeitig den Blick von Millionen Menschen auf Ost- und Zentralafrika. Das sollten alle beteiligten Organisationen vor Ort gemeinsam ausnutzen, statt miteinander zu streiten

Kennen Sie Joseph Kony? Er ist der Anführer der Lord‘s Resistance Army (LRA), die seit Jahren in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan Mädchen und Jungen entführt, sie zu Sexsklavinnen oder gefügigen Kindersoldaten macht. Das ideologisch-politische Ziel der „Widerstandskämpfer Gottes“ ist es, eine theokratisch fundamentalistische Republik zu errichten, in der eine von Joseph Kony interpretierte Version der Zehn Gebote gelten soll. Vor dem internationalen Tribunal in Den Haag ist er angeklagt unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung, Zwangsrekrutierung von Kindern, Vergewaltigung, Versklavung, Zwangsprostitution und vorsätzlichen Angriffen auf die Zivilbevölkerung.

Seit ein paar Tage ist Joseph Kony aber nicht nur einer der meistgesuchten Kriegsverbrecher weltweit, sondern auch einer der meistdiskutierten Menschen im Internet. Zu verdanken ist dies der in Kalifornien ansässigen Hilfsorganisation „Invisible Children“, die am 5. März den Film „Kony 2012“ online gestellt hat. Der halbstündige Streifen wurde allein auf dem Videoportal Youtube inzwischen mehr als 50 Millionen Mal angeklickt.

Die Organisation hat inzwischen knapp 2,5 Millionen Fans auf Facebook und etwa 380 000 Follower auf Twitter. Die amerikanischen Stars Alec Baldwin, Rihanna, PDiddy und andere haben „Kony 2012“ via Twitter weiterverbreitet. In dem Film erzählt Jason Russell, einer der Gründer von „Invisible Children“, zusammen mit seinem sehr niedlichen ca. 4-jährigen Sohn Garvin die Geschichte von Jacob, einem ehemaligen Kindersoldaten der LRA, dessen Bruder von Konys Schergen mit einer Machete umgebracht wurde, als er versuchte zu fliehen.

Der Plan von Russell und seiner Organisation besteht darin, mit einer breit angelegten Social-Media, Kampagne einer konzertierten Plakataktion am 20. April 2012 und Druck auf die internationale Politik, auf die Situation in Ost- und Zentralafrika aufmerksam zu machen und auf diese Weise, noch 2012 dafür zu sorgen, dass Joseph Kony noch dieses Jahr verhaftet wird und sich vor dem Kriegsverbrechertribunal verantworten muss.

Ob der aufwendig produzierte Film den Konflikt in der Region im Detail korrekt wiedergibt, ob er nicht zu stark vereinfacht, zu sehr auf die Tränendrüse drückt, Klischees über die Afrikaner, die sich angeblich nicht selbst helfen können, verfestigt, die Verdienste von Russell und invisible Children maßlos übertreibt und die Arbeit zahlreicher lokaler Organisationen gar nicht erwähnt, wie es ihm zahlreiche Kritiker im Internet vorwerfen, darüber lässt sich sicher lange streiten (den besten Überblick dazu bieten die BBC und der Guardian).

Aber sind das die entscheidenden Fragen oder eher unnötige Eifersüchteleien unter international agierenden Hilfsorganisationen? Man sollte eher dankbar sein, dass es einigen in der Tat sehr selbstbewussten Menschen in Kalifornien, die zu großen Teilen aus Werbe- und Filmindustrie kommen, gelungen ist, eine derartige Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen. Das heißt nicht, dass Russell und Co. alles richtig machen, und Joseph Kony wird sich sicher nicht deswegen ergeben, weil amerikanische Collegestudenten „Stop Kony“-Armbänder kaufen und auf dem Campus Plakate kleben, aber ein kreativer Input von ungewohnter Seite kann der internationalen Helferindustrie gewiss nicht schaden.

Statt zu versuchen, die neue Konkurrenz mit Kritik auszugrenzen, sollte man sie lieber in die Pflicht nehmen und gemeinsam vor Ort in Afrika daran arbeiten, dass die Kinder der Region keine Angst mehr haben müssen, nachts von LRA entführt zu werden.

Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Kongo-Kriegsverbrechen
Ruandische Miliz vor deutschen Richtern
von
22.05.2013
G+J-Chefin Julia Jäkel
Zwischen Journalismus und PR
von
10.04.2013
Agenda 2010
Die verleugnete Erfolgsgeschichte der SPD
von
11.03.2013
Ware Frau
Prostitution abschaffen!
von
08.03.2013
Selbstverschuldete Unmündigkeit
Karlsruhe agiert, Berlin reagiert
von
08.03.2013

Zu den Kolumnisten von CICERO ONLINE
Twitter
zum Ressort

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Kongo-Kriegsverbrechen
Ruandische Miliz vor deutschen Richtern
von
22.05.2013
G+J-Chefin Julia Jäkel
Zwischen Journalismus und PR
von
10.04.2013
Agenda 2010
Die verleugnete Erfolgsgeschichte der SPD
von
11.03.2013
Ware Frau
Prostitution abschaffen!
von
08.03.2013
Selbstverschuldete Unmündigkeit
Karlsruhe agiert, Berlin reagiert
von
08.03.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
  • demographie
  • Österreich
Neues Dossier anlegen:

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

Einstürzende Zentralbanken und Merkel ärgere Dich nicht

zur Bildergalerie
Anzeige

Alexander Kissler

Die Dienstagskolumne: Kisslers Konter

Frankreichs Protestler schützen die Demokratie

Proteste gegen die Homo-Ehe in Frenkreich "Zéro Papa ca l'fait pas" - Demokratie ist angewandte Duldungsbereitschaft.

Kisslers Konter: Die französischen Demonstranten gegen die „Homo-Ehe“ werden in Deutschland oft verunglimpft. Dabei leisten sie der Demokratie einen großen Dienst.


Der Meinungskompass

Erdogans Knüppel, Europas Zweifel: Darf die Türkei in die EU?

 

DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Gipfel der Intransparenz

Bis zu 545 Euro im Jahr könnte jeder EU-Haushalt durch Freihandel mit den USA gewinnen. …

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Was steht auf Obamas Agenda?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

Deutschland empfängt Obama
zum Dossier
Wie stehen Sie zu Barack Obama?
Das Cicero-Meinungsbild

Drohnen, Guantanamo und der Friedensnobelpreis. Was ist passiert mit Obama?

Umfrage
Merkel vs. Steinbrück – Wer hat das bessere Personal hinter den Spitzenkandidaten?
CDU/CSU und FDP
30%
SPD und Grüne
70%
Gesamtstimmen: 427
zur Umfrage
Gummistiefel Hochwasser
Dossier

Deutschland unter Wasser

zum Dossier

Dossier

Die perfekte Frau

zum Dossier

Verteidigungsminister Thomas de Maizière
Dossier

Das Drohnen-Debakel

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

Revolte in Istanbul: Die Proteste gegen Erdogan

In Kooperation mit
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang