Jump to Navigation
Startseite

Cicero Spezial:
Deutschland wählt und ganz Europa fiebert mit

Bundestagswahl 2013
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Merkel stärkt Gewerkschaften

Kapital

ArbeitMerkel stärkt Gewerkschaften

Interview mit Robert Lorenz7. März 2013
picture alliance
Die Zukunft gehört den Gewerkschaften, Mitgliederzuwachs bei der IG Metall
Mitgliederzuwachs bei der IG Metall: "Die Arbeiter fühlen sich in Krisenzeiten geschützt"
Schrift:

Seit dreißig Jahren verlieren die Gewerkschaften Mitglieder. Ihr Ende sieht der Wissenschaftler Robert Lorenz aber nicht aufziehen

Seite 1 von 2

Herr Lorenz, in ihrem Buch „Gewerkschaftsdämmerung“ beschäftigen Sie sich mit dem kontinuierlichen Mitgliederschwund seit den 80er Jahren. Warum kommt die Gewerkschaft nicht in der Wissensgesellschaft an?
Das ist eine kulturelle Geschichte. Gerade die IG Metall organisierte schon immer die Arbeiter und hat daraus sowohl ihre hauptamtlich Angestellten als auch ihre Ehrenamtlichen rekrutiert. Das führte zu dem Problem, dass z.B. Ingenieure, die auch in dem Bereich arbeiten, aber ganz andere Qualifikationen, Hobbies und Lebenswelten haben, kaum rekrutiert werden konnten. Für die Mitgliedergewinnung ist immer der persönliche Kontakt ausschlaggebend und dazu fehlten die Funktionäre, die den gleichen Bildungs- und sozialen Hintergrund hatten.

In welchem Jahr schließt das letzte Gewerkschaftsmitglied das Werkstor?
Das Ganze kennt natürlich eine Grenze. Man kann von einem soliden Grundstock an Personen sprechen, die die Arbeit der Gewerkschaften für sinnvoll halten und sich rekrutieren lassen. Dass die IG Metall den Umschwung vom Mitgliederverlust zum Mitgliedergewinn geschafft hat, liegt daran, dass sie eine Art Kulturbruch vollzogen hat. Der Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, widerspricht von seinem Lebenslauf her völlig dem IG Metall-Typ: er hat studiert, promoviert und war alleinerziehender Vater einer Tochter. Die IG Metall hat sich auch viel stärker als andere Gewerkschaften zu Experimenten entschlossen, indem zum Beispiel wie in der Politik Seiteneinsteiger zugelassen wurden und nicht nur Personen, die jahrelang im Betrieb waren.

Meinen Sie mit Gewerkschaftsdämmerung nun die Morgen- oder die Abenddämmerung?
Die Morgendämmerung.

Zählen die ehemals systemrelevanten Akteure mit einem Organisationsgrad von 15-20 Prozent nicht eher als Lobbyisten?
Die haben eine viel größere Reichweite, als ihre Mitgliederzahlen vermuten lassen! Die Gewerkschaften sitzen immer noch in vielen Institutionen sowie Gremien und können über die Betriebsräte innerhalb der Unternehmen Macht ausüben. Außerdem haben viele ihrer Tarifverhandlungen, die eigentlich nur für einen kleinen Bereich sind, eine Orientierungsfunktion.

Haben sie diese Reichweite zu recht?
Ja. Das hat sich auch in der Krise gezeigt. Die festeingestellten Facharbeiter, die seit vielen Jahren bei Opel, Mercedes oder VW arbeiten, also Hochburgen der IG Metall, wissen, dass die Gewerkschaft ihnen eine große Streikmacht verleiht und sie verteidigt. Sie fühlen sich in Krisenzeiten geschützt. Verdi dagegen ist eine Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes, Beamte dürfen nicht streiken. Trotzdem sind viele Mitglied der Gewerkschaft, weil auch dort verhandelt wird, die Gewerkschaften eine Orientierungsfunktion haben und den DGB Rechtsschutz bieten. Und je mehr die Wirtschaft kriselt, Stichwort Kündigungen oder Standortschließungen, desto stärker wenden sich die Angestellten an die Gewerkschaft.

Vor wenigen Wochen streikten die Juristen der DGB Rechtsschutz AG . Sie fordern eine Gehaltserhöhung von 6,5 Prozent, eine Forderung, wie sie die DGB bei Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst selbst vertritt. Die DGB Rechtsschutz bot aber nur 0,9 Prozent. Karikiert die DGB ihre eigene Glaubwürdigkeit?
Ja, für eine Gewerkschaft ist das ein katastrophales Öffentlichkeitsbild. Das einzige Argument, das der DGB derzeit anführen kann, ist, dass er im Vergleich zu den Unternehmen, die er normalerweise mit den Worten kritisiert, die nun gegen ihn gerichtet sind, keine Gewinne erwirtschaftet, mit denen man die Gehaltserhöhungen rechtfertigen könnte. Der DGB verliert zudem immer noch viele Mitglieder und hat sinkende Einnahmen.

In den Gewerkschaften sind 6,2 Millionen Menschen organisiert, die rund ein Prozent ihres Bruttolohns abgeben. Wie klamm sind die Kassen des DGB?
Der DGB finanziert sich ja aus den Einzelgewerkschaften wie Verdi oder IG Metall und ist insofern von denen abhängig. Viele von ihnen wie die Verdi verlieren nach wie vor Mitglieder und der DGB hat in den 80er und 90er Jahren Strukturen aufgebaut, die er jetzt nicht mehr halten kann. Bei Unternehmen spräche man von Überkapazitäten – deren Abbau der DGB allerdings kritisieren würde. Gewerkschaften, die Mitglieder gewinnen wie die IG Metall, haben eine sinkende Zahlungsbereitschaft. Die sagen sich: „Viele Dinge, die der DGB für uns macht, könnten wir viel effizienter machen.“

Seite 2: Die Gewerkschaften im politischen Spektrum

  • 1
  • 2
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Verdi und Wagner
Die Soundwerker Europas
von
02.02.2013
Opernsängerin Stoyanova
Verdis Requiem – ein blutiges Gebet
von
26.01.2013
Verdi-Chef
Bsirske im Arbeitskampf mit der Kirche
von
07.10.2012

zum Dossier Sachbuch
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Verdi und Wagner
Die Soundwerker Europas
von
02.02.2013
Opernsängerin Stoyanova
Verdis Requiem – ein blutiges Gebet
von
26.01.2013
Verdi-Chef
Bsirske im Arbeitskampf mit der Kirche
von
07.10.2012

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
  • demographie
  • Österreich
Neues Dossier anlegen:

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

Einstürzende Zentralbanken und Merkel ärgere Dich nicht

zur Bildergalerie
Anzeige

Alexander Kissler

Die Dienstagskolumne: Kisslers Konter

Frankreichs Protestler schützen die Demokratie

Proteste gegen die Homo-Ehe in Frenkreich "Zéro Papa ca l'fait pas" - Demokratie ist angewandte Duldungsbereitschaft.

Kisslers Konter: Die französischen Demonstranten gegen die „Homo-Ehe“ werden in Deutschland oft verunglimpft. Dabei leisten sie der Demokratie einen großen Dienst.


Der Meinungskompass

Erdogans Knüppel, Europas Zweifel: Darf die Türkei in die EU?

 

DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Gipfel der Intransparenz

Bis zu 545 Euro im Jahr könnte jeder EU-Haushalt durch Freihandel mit den USA gewinnen. …

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Was steht auf Obamas Agenda?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

Deutschland empfängt Obama
zum Dossier
Wie stehen Sie zu Barack Obama?
Das Cicero-Meinungsbild

Drohnen, Guantanamo und der Friedensnobelpreis. Was ist passiert mit Obama?

Umfrage
Merkel vs. Steinbrück – Wer hat das bessere Personal hinter den Spitzenkandidaten?
CDU/CSU und FDP
30%
SPD und Grüne
70%
Gesamtstimmen: 442
zur Umfrage
Gummistiefel Hochwasser
Dossier

Deutschland unter Wasser

zum Dossier

Dossier

Die perfekte Frau

zum Dossier

Verteidigungsminister Thomas de Maizière
Dossier

Das Drohnen-Debakel

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

Revolte in Istanbul: Die Proteste gegen Erdogan

In Kooperation mit
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang