Jump to Navigation
Startseite

Cicero Spezial:
Deutschland wählt und ganz Europa fiebert mit

Bundestagswahl 2013
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Forsche und rede darüber

Kapital

Forsche und rede darüber

Von Til Knipper26. August 2010
Professor Henrik Enderlin
Professor Henrik Enderlin
Schrift:
Henrik Enderlein zählt zu den Jungstars unter den deutschen Ökonomen. Der Vizerektor der Hertie School of Governance ist Experte für Schuldenkrisen und die Währungsunion. Seine Ratschläge werden gehört in der Politik, weil er jenseits des neoliberalen Mainstreams steht.
Hart aber fair, Anne Will, Sigmar Gabriel, die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, das Heute-Journal, Finanzausschuss des Bundestags – wenn es um die Eurokrise oder um aktuelle wirtschaftspolitische Fragen geht, wird Henrik Enderlein immer häufiger um seine Einschätzung gebeten. Im Verlauf dieses Jahres ist der 35-jährige Ökonom als neuer Stern am Expertenhimmel der Berliner Republik aufgegangen. Er selbst war davon gar nicht so überrascht. „Ich habe über die Währungsunion promoviert und leite seit fünf Jahren ein Projekt über Staatspleiten. Da hat es mich nicht gewundert, dass ein paar Anrufe kamen“, sagt Enderlein, während er entspannt in Jeans und offenem weißen Hemd in seinem Büro in der Berliner Friedrichstraße sitzt. Es befindet sich in demselben Gebäude, in dem sich einst der DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski auch im weitesten Sinne mit Währungspolitik beschäftigte. Heute sitzt hier die Hertie School of Governance, deren Vizerektor Enderlein ist. Der in Tübingen aufgewachsene Enderlein gehörte zum Gründungsteam der privaten Universität, die seit fünf Jahren junge Führungskräfte für Politik und Wirtschaft ausbildet. Seine rege Beteiligung an der öffentlichen Diskussion passt zu Enderleins Selbstverständnis, ein politischer Ökonom zu sein. „Leider gibt es in Deutschland eher wenige Kollegen, die den Dialog mit Politikern, Journalisten und der breiten Bevölkerung suchen“, sagt Enderlein. Das hat er während seines Studiums in Paris und New York ganz anders kennengelernt. Am renommierten Institut der Science-Po und der Columbia University studierte Enderlein Wirtschaftswissenschaften, Politologie und Internationale Beziehungen. „In den USA, in Frankreich und auch in Großbritannien gehört es zum guten Ton, sich als Ökonom öffentlich einzumischen“, sagt Enderlein und führt als Beispiel den amerikanischen Nobelpreisträger Paul Krugman an, der einer der einflussreichsten politischen Kommentatoren in den USA ist. Gleichzeitig ärgert sich Enderlein darüber, dass sich die Politik in Deutschland der wirtschaftswissenschaftlichen Fachdiskussion verschließt. Deswegen hat er auch sofort zugesagt, als SPD-Chef Sigmar Gabriel ihn bat, Mitglied des neu gegründeten SPD-Wirtschaftsrats zu werden. Das Parteibuch hatte Enderlein schon vorher. Unter der Leitung von Gabriel und Fraktionschef Steinmeier treffen sich die Mitglieder, zu denen auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger, Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig und der Unternehmer Harald Christ gehören, monatlich. „Unsere Aufgabe ist, die eher dicken wirtschaftspolitischen Bretter anzubohren“, sagt Enderlein. Wenn man ihn fragt, wie seines Erachtens die Wirtschaftspolitik der SPD in den kommenden Jahren aussehen soll, kann man erleben, wie Enderlein auf seinen Talkshow-Modus umschaltet. Eloquent, in kurzen, prägnanten Sätzen fasst Enderlein die aus seiner Sicht wichtigsten Punkte zusammen: Neben quantitativem Wachstum müsse das Thema des qualitativen Wachstums in den Fokus gerückt werden. Wir müssten in Zukunft darauf achten, ob das Wachstum nachhaltig ist und Umverteilungsaspekte, freiwilliges Engagement und gesellschaftliche Geschlossenheit berücksichtigt. Außerdem müsse man sozialverträglich sparen, indem man die unteren Einkommensgruppen entlastet und den Steuersatz für Einkommen ab 100.000 Euro anhebt. Drittens müsse die Wirtschaftspolitik viel stärker europäisch ausgerichtet werden. Enderlein selbst nennt das den Fahrstuhltest: In maximal 30 Sekunden muss man die Botschaft rüberbringen. Trotz seines Engagements für die SPD betont er aber, dass er kein Parteiökonom sei: „Ich analysiere als Wissenschaftler – nur wenn eine politische Bewertung nötig wird, dann bin ich Sozialdemokrat.“ Er denkt dabei nicht gern in den Kategorien richtig oder falsch. Wirtschaftspolitik sei immer mit Umverteilung verbunden. Deswegen hält er auch wenig von der berühmten Schröder-Blair-Losung, wonach es keine linke oder rechte Wirtschaftspolitik gebe, sondern nur eine richtige. „Spätestens die Krise hat doch gezeigt, dass jeder Lösungsansatz Gewinner und Verlierer hervorbringt“, sagt Enderlein. Eine weitere Erkenntnis aus der Krise lautet für ihn: „Die Politikprozesse in unseren nationalen Demokratien sind zu langsam, um den globalen Finanzmärkten in Krisenphasen zum richtigen Zeitpunkt das richtige Signal zu schicken.“ Deswegen müsse man eine Art UN-Sicherheitsrat für Finanz- und Währungspolitik einrichten, in der Eurozone brauche die EU-Kommission erweiterte Interventionsmöglichkeiten, um Krisen wie in Griechenland in Zukunft zu vermeiden. Zweifelt ein Gesprächspartner an der Umsetzbarkeit solcher Vorschläge, streut Enderlein eine seiner zahlreichen Anekdoten ein: Diese kommt aus der Zeit, in der er als Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank im EU-Verfassungskonvent saß. Es sei der letzte Tag gewesen, der Verfassungsentwurf fertig, alle festlich gestimmt. Da habe ein französischer Vertreter das Wort ergriffen, die historische Bedeutung hervorgehoben, Parallelen zu den Vätern der amerikanischen Verfassung gezogen. Dann habe er kurz innegehalten und gesagt: „Es gab nur zwei entscheidende Unterschiede: 1. Die Amerikaner hatten bereits eine gemeinsame Sprache. 2. Sie hatten das Problem mit den Engländern schon gelöst.“ Nach einem kurzen Moment der Stille habe die britische Delegation am lautesten gelacht. Für Enderlein ein Beleg, „dass internationale Zusammenarbeit klappen kann“.
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort
Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:


Twitter
zum Ressort
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
  • demographie
  • Österreich
Neues Dossier anlegen:

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

Die Karikaturen der Woche: Einstürzende Zentralbanken und Merkel ärgere Dich nicht

zur Bildergalerie
Anzeige

Wulf Schmiese

Die Mittwochskolumne: Leicht gesagt

Wahlkampf ohne die deutsche Wirtschaft

Die Stimme der deutschen Wirtschaft ist nur leise im Wahlkampf zu vernehmen.

In diesem Bundestagswahlkampf fehlt ein entscheidendes Detail: Kaum eine Partei äußert sich zu industriepolitischen Themen


Der Meinungskompass

 
Obama - der Besucher: Große Erwartungen, große Enttäuschungen?

 

DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Gipfel der Intransparenz

Bis zu 545 Euro im Jahr könnte jeder EU-Haushalt durch Freihandel mit den USA gewinnen. …

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Wie weit bewegt sich Putin in der Syrienfrage
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

Deutschland empfängt Obama
zum Dossier
Wie stehen Sie zu Barack Obama?
Das Cicero-Meinungsbild

Drohnen, Guantanamo und der Friedensnobelpreis. Was ist passiert mit Obama?

Umfrage
Merkel vs. Steinbrück – Wer hat das bessere Personal hinter den Spitzenkandidaten?
CDU/CSU und FDP
29%
SPD und Grüne
71%
Gesamtstimmen: 456
zur Umfrage
Gummistiefel Hochwasser
Dossier

Deutschland unter Wasser

zum Dossier

Dossier

Die perfekte Frau

zum Dossier

Verteidigungsminister Thomas de Maizière
Dossier

Das Drohnen-Debakel

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

Generation Bambus - Balis „Green School“

In Kooperation mit
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang