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 > Euroretter wider Willen

Kapital

ESM-Chef Klaus ReglingEuroretter wider Willen

Von Eric Bonse30. August 2012
picture alliance
Klaus Regling,ESM-Chef,Europäischer Stabilitätsmechanismus,Euro-Retter
ESM-Chef Klaus Regling hat den Rettungsschirm, den er jetzt verwaltet, nie gewollt
Schrift:

Der Chef des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), Klaus Regling, ist Herr über 700 Milliarden Euro. Dabei lehnte er einen solchen Fonds lange ab

Seite 1 von 2

Wie fühlt es sich an, Herr über 700 Milliarden Euro zu sein? Die Antwort kennt nur Klaus Regling. Der Chef des neuen Eurorettungsfonds ESM verwaltet die gewaltige Kriegskasse, mit der Kanzlerin Angela Merkel und die anderen 16 Eurochefs die Existenzkrise der Währungsunion überwinden wollen. Auf ihm ruht die Hoffnung von Bürgern und Bankern, Managern und Märkten.

Doch Regling ist an diesem regnerischen Tag im Juli nicht zum Reden zumute. Gerade hat er erfahren, dass er den neuen, umstrittenen Topjob bekommen wird. Die Bundesregierung hat sich über die Bedenken der ESM-Gegner in Deutschland und den Widerstand Spaniens hinweggesetzt.

Der Kampf ist vorbei, aber der Sieger lässt sich nichts anmerken. Kein Jubel, keine Dankesrede, kein Champagner. Der 61‑jährige Regling macht einfach weiter, als sei nichts gewesen. Als sei es ganz normal, wieder eine Stufe auf der Karriereleiter nach oben zu klettern und zum Gralshüter des Euro aufzusteigen.

Bildergalerie: Eine kleine Geschichte des Euro
  • Eine kleine Geschichte des Euro
  • 1979: Gründung des Europäischem Währungssystem
  • Französischer Präsident Mitterand will eine Währungsunion
  • 1990: Freier Kapitalverkehr
  • 2002: Vertrag von Maastricht
  • Euro-Tower in Frankfurt
  • 1995: Der Name "Euro" wird geboren
  • Europäische Zentralbank löst EWI ab
  • 1999: Die Wechselkurse des Euro werden festgelegt
  • 2001: Griechenland wird in die Währungsunion aufgenommen.
  • 2002: Einführung des Euro
  • Jean-claude Trichet, Präsident der EZB
  • 2007-2009: Neue Länder treten der Währungsunion bei
  • 2009: Euro-Krise bahnt sich an
  • Griechenland in der Euro-Krise
  • Europäischer Rettungsschirm
  • Irland in der Euro-Krise
  • Portugal in der Euro-Krise
  • Spanien entkommt bislang nur knapp der Euro-Krise
  • Italien soll sich nun auch in der Euro-Krise befinden
  • Verlängerung des Euro-Rettungsschrims?

Dabei hat Regling diese Karriere nie so gewollt. Er hat auch diesen ESM nie so gewollt. Im Grunde müsste ihm die ganze Eurorettung zuwider sein, denn sie war weder in seiner Karriereplanung noch in seinem politischen Denken vorgesehen. Sein VWL-Studium in Hamburg schloss er mit einer Diplomarbeit zur „Theorie des optimalen Währungsgebietes“ ab. Doch von dieser Theorie ist der Sohn eines SPD-Politikers weiter entfernt denn je.

Mitte der neunziger Jahre dachte er, der Euro werde mit ein paar Regeln gut über die Runden kommen. Regling hatte gerade seine Karriere im Finanzministerium begonnen. Gemeinsam mit Finanzminister Theo Waigel (CSU) arbeitete er den Stabilitätspakt aus. Von Krise war keine Rede.

Damals konnte er noch nicht ahnen, dass er eines Tages rund um den Globus Anleihen eines Luxemburger Fonds anpreisen würde, der überschuldete EU-Länder stützen soll. Rund die Hälfte seiner Arbeitszeit verbringt Regling heute mit „Roadshows“ vor Investoren, bei denen er Millionen einwirbt. Die übrige Zeit geht bei Arbeits- und Krisensitzungen drauf – oft mit Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker, der nicht weit von Reglings Büro auf dem Luxemburger Kirchberg residiert.

Seite 2: „Das erste Jahrzehnt ist einfach, das zweite wegen der Pubertät schwierig. Dann wird’s besser“

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Merkwürdigkeiten?

So sieht es doch danach aus, als ob es sich bei Klaus Regling
um einen Mann handelt, der sich nicht entschließen kann!
So dient er doch einem System in dem die Zentralbanken, je nach
Belieben, das Recht brechen und sich nicht an ihre gesetzlich
vorgegebenen Aufträge halten.
Politiker schaffen laufend neue Gesetze die den Euro ''retten''
sollen, wobei es völlig reichen würde wenn sich die Notenbanken
und Staaten an die bestehenden Gesetze und Vorgaben des Lissabon-
und des Maastrichtvertrags halten würden.
In solch einem Umfeld ist es doch sehr verwunderlich, daß ein
Mann mit diesem Format ungerührt zu Tagesordnung übergehen
kann, ohne auf den Tisch zu hauen und die beteiligten Parteien
zur Ordnung zu rufen, oder, wenn das nichts nützt die Konse-
quenzen zu ziehen und seinen Hut zu nehmen!

  • Antworten
Pequod31.08.2012 | 15:07 Uhr

Klaus Regling - warum keine Abmahnung Deutschland 2002?

Am 11. Februar 2002 schrieb ich an Klaus Regling, Generaldirektion Finanzen: "Abmahnung Deutschland völlig korrekt, sogar lebensnotwendig - Der Zustand unserer Nation kann nur noch als chaotisch bezeichnet werden. Es wird wirklich Zeit, dass Deutschland abgemahnt wird. Deutschland ist in höchstem Masse destabilisiert. Dies wird, wenn hier die Kommission nicht rigoros durchgreift, massiv auf Europa übergreifen. Gudrun Seidl"

Klaus Regling hat für die Kommission nicht durchgegriffen. Warum liess er sich von Hans Eichel blenden und unterliess den blauen Brief an Deutschland im Frühjar 2002? Wieso darf eine solche Person dann auch noch eine solche Position bekleiden, wie dies heute der Fall ist? Welches Spiel spielt die Kommission, spielt der Rat, spielt Europa? Vor 10 Jahren hätte Klaus Regling die Notbremse ziehen müssen. Er tat es nicht. Heute ist eingetroffen, wovor ich vor 10 Jahren Klaus Regling warnte. Gudrun Seidl, cenjur

  • Antworten
cenjur02.09.2012 | 23:44 Uhr

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