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 > Fünf Szenarien für die Rettung Griechenlands

Kapital
Euro-Krise

Fünf Szenarien für die Rettung Griechenlands

von 
Petra Sorge
13. September 2011
picture alliance
Griechenland, Rettungspaket, Athen, Staatsschulden, Zentralbank, Insolvenz
Ein Mann in Athen verlässt die griechische Zentralbank, die Demonstranten mit Farbbeuteln beworfen haben.

In der Griechenland-Krise schließt die Bundesregierung eine Insolvenz des Eurolandes nicht mehr aus. Dabei zeigt die Geschichte, dass schon viele Länder – darunter Argentinien und auch Deutschland – einst unter Schuldenaufsicht standen. Was könnte Griechenland aus früheren Fällen lernen? CICERO ONLINE stellt verschiedene Szenarien vor.

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Griechenlands Pleite stellt Politiker, Wirtschaftsexperten und Banken vor ein Rätsel: Wie soll dem Land – und damit auch der Eurozone – geholfen werden? Die folgenden fünf Szenarien sind alle zwar denkbar, aber nicht ohne Tücken.

1. Szenario: Entschuldung durch Inflation

Der einfachste Weg aus der Schuldenfalle ist, mehr Geld in Umlauf zu bringen. Nach dem Ersten Weltkrieg hat etwa Deutschland die Notenpressen angeworfen, und während des Vietnamkriegs griffen die USA zu diesem Trick.

Mit einer leichten Inflation und einem Wirtschaftswachstum von je zwei Prozent könne sich die Schuldenbelastung in 17,5 Jahren halbieren, sagt der Bielefelder Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser. Voraussetzung sei, dass keine neuen Schulden aufgenommen werden. „Bei einer Inflationsquote von sechs Prozent wird die Schuldenlast sogar in weniger als neun Jahren halbiert.“ Der Nachteil: Eine Inflation würde die reale Kaufkraft der Menschen verringern.

Da Griechenland Teil der Gemeinschaftswährung ist, müsste die Inflationspolitik von der Europäischen Zentralbank durchgesetzt werden. Die Geldentwertung träfe dann alle Euro-Staaten. Diese Option ist jedoch unwahrscheinlich, da die EZB bislang genau das Gegenteil getan hat. Die Behörde von Jean-Claude Trichet hat die Leitzinsen zuletzt im Juli erhöht, um so eine Inflationsgefahr für die Eurozone abzuwenden.

2. Szenario: Ein europäischer Insolvenzverwalter

Mit einer Inflation die Gläubiger auszutricksen, geht aber nur eine Weile gut. So landete auch Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg in einer Sackgasse: Der Versuch, sich immer rascher der Reparationszahlungen zu entledigen, führte 1923 zur Hyperinflation. Weil die Siegermächte leer auszugehen drohten, entsandten die USA ein Jahr später einen eigenen Bevollmächtigten in die Reichsbank. Der Reparationsagent Seymour Parker Gilbert sollte Deutschlands Bankern ab sofort auf die Finger sehen. Er überwachte den geregelten Schuldentransfer.

„Der Vergleich zu Griechenland wäre, EU-Beamte nach Athen zu schicken“, erklärt Abelshauser. „Sie würden dann dafür sorgen, dass die Griechen nicht weiter tricksen und wären quasi Treuhänder für den Euro.“

Diesen Vorschlag hatte EU-Energiekommissar Günther Oettinger zuletzt vorgetragen. Demnach sollten die Schuldenkommissäre griechischen Staatsbesitz privatisieren und Steuern eintreiben. Oettingers hoffte, damit den „Schlendrian“ der griechischen Behörden zu beseitigen.

Hanns Prütting, Lehrstuhlinhaber am Kölner Institut für Internationales und Europäisches Insolvenzrecht , hält diese Lösung jedoch für „rechtlich undenkbar“. „Um einen Staatskommissar als Insolvenzverwalter einzusetzen, müsste man die griechische Verfassung außer Kraft setzen, und das ist auch mit der EU-Grundrechtecharta unvereinbar.“

Zudem könnte ein solcher europäischer Insolvenzverwalter stark nationalistischen Strömungen Vorschub leisten, wie das auch in Deutschland in den Zwanzigern der Fall war, warnt der Ökonom Abelshauser. Zuletzt hatte sich auch die Europäische Kommission von Oettingers Vorschlag distanziert.

Lesen Sie auch, was passierte, als Peru die Auslandsschulden ignorierte.

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Ich bin für Szenario 6:

Ich bin für Szenario 6:
Deutschland tritt aus dem Euro aus,schreibt alle Griechenland-Kredite ab,krempelt die Ärmel hoch.....und dann schau mer mal......
Wenn der Euro wirklich so ein tolles Erfolgsprojekt ist,wie man uns Bürgern immer weismachen will,wird sich das Ganze sicherlich auch ohne uns regeln.
Kracht der Euro aber ohne deutsches Geld zusammen,dann offenbart sich sein eigentlicher Zweck:Eindämmung und Kontrolle Deutschlands (frei nach Verheugen) sowie Nutzbarmachen der deutschen Wirtschaftskraft für französische "Grande-Nation"-Phantasien.

  • Antworten
Freidenker13.09.2011 | 19:41 Uhr

Fünf Szenarien für die Rettung Griechenalnds

Welche Lösung (Szenarium) man auch wählt: Deutschland muß zahlen.
Wie lautete das sarkastische Bonmot des LE FIGARO bei der Einführung
des EURO?:
"Maastricht ist wie Versailles ohne Krieg (Die Deutschen zahlen)".
Wieviel das sein wird, welchen Weg zur "fiskalischen Transfer-Union" man wählen wird, wie lange das dauern wird, das kann man nicht vorhersagen. Aber zahlen muß Deutschland.
Wie sollte es anders funktionieren? Griechenland ist ein Problem.
aber weder Spanien, noch Italien oder Frankreich verdienen mit ihren Exporten ihre Importe. Dieses Export-Defizit muß finanziert werden.
Wenn sich die privaten Geldgeber nicht mehr "trauen" dann müssen
eben die leistungsfähigen Staaten (Deutschland!) einspringen oder man
muß "Inflation" machen. Vielleicht findet man ja irgendwelche Mittelwege.
Den Deutschen bleibt nur: CARPE DIEM und fröhlich bleiben.
.

  • Antworten
Wolfram Wiesel13.09.2011 | 21:02 Uhr

Ausschluss ist für GR langfristig besser

Ausschluss oder freiwilliger Abgang aus der Euro-Zone ist für Griechenland mittel- und langfristig besser. Beim Schuldenschnitt wird man berücksichtigen müssen, dass Griechenland nun eine eigene Währung hat und diese entsprechend abgewertet ist. Über die Tourismusindustrie, die wieder besser laufen würde und strikte Reformen am korrupten Staatsapparat könnte ein Wiederaufstieg gelingen. Es nützt nichts, nur einen Schuldenschnitt zu machen, wenn nicht gleichzeitig eine Perspektive da ist, dass GR wettbewerbsfähiger wird.
Dass es rechtlich nicht vorgesehen ist, ein Land aus der Eurozone zu entlassen, ist unerheblich: es wäre nicht die erste Rechtsverbiegung bis zur Unkenntlichkeit, die man mit dem Maastricht-Vertrag betreibt (siehe Bail-out-Klausel).
Etwas seltsam am Artikel finde ich, dass die Entlassung aus der Eurozone nur als ungeordnete Insolvenz interpretiert wird. Wenn alle übereinstimmen, kann das auch geordnet abgehen.

  • Antworten
Grinario14.09.2011 | 14:22 Uhr

Griechenlands Rettung

Es gibt sicherlich noch viel mehr Scenarien, die den handelnden Regierungen ALLE bekannt sind; SPD-Gabriel versteht davon leider nichts und die Ratschläge Ihrer Sachverständigen sind auch nicht neu einschließlich der ebenfalls bekannten Vorschläge des Herrn Steinbrück, die eine reine SOZIALISIERUNG aller Europäischen Staatsschulden sind.
Die ehemals ROT/GRÜNE Regierung hat die derzeitige Malaise MIT eingebrockt (Aufnahme Griechenlands, DREIMALIGES Brechen des Europäischen Stabilitätspaktes) und Frau Merkel fällt es sehr schwer (selbstverständlich auch mit problematischen Entscheidungen) die Suppe auszulöffeln. Das WIRKLICH RICHTIGE was sie sagt ist KEINE SCHULDEN mehr zu machen. Davon hört man leider gar nichts von der LINKEN Seite, schon wegen des Schulterschlusses mit den Gewerkschaften.

Was hält der- NUNMEHR durch den UR-KONSERVATIV-LINKS-gerichteten Herrn NAUMANN gesteuerte CICERO davon, seinen Lesern klar zu machen, daß man nur verteilen DARF, was man sich vorher schwer erarbeitet hat. Doch darauf kommen die LINKS-Eliten offenbar gar nicht mehr, weil sie ihre Rezepte nur in Spitzenrestaurants bei bester Küche und vorzüglichem Wein THEORETISCH (vielleicht auch IDEOLOGISCH) diskutieren. Es interessieren sie auch lediglich die Stimmen und nicht die Menschen. G. Thiel

  • Antworten
Gerhard Thiel14.09.2011 | 17:30 Uhr

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