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 > Was sind Griechenlands Versprechen wert?

Kapital
FRAGE DES TAGES Euro-Rettung

Was sind Griechenlands Versprechen wert?

von 
Gerd Höhler
Albrecht Meier
16. Februar 2012
picture alliance
Griechenland, Euro, Europa, Schuldenerlass, Sparpaket, Drachme
Wer ist schon Herr Schäuble? - fragen sich die Griechen

Die EU verlangt von Griechenland verbindliche Zusagen über nachhaltiges Sparen und Reformen. Doch was sind diese Versprechen eigentlich wert?

Seite 1 von 2

Griechenland soll in der Euro-Zone bleiben – so lautet das Credo von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Trotz dieser Beteuerung war allerdings am Mittwoch unklar, wann Athen mit einer Zusage für ein zweites Hilfspaket mit einem Volumen von rund 130 Milliarden Euro rechnen kann. Die Verhandlungen über das Rettungspaket stockten, ein Treffen der Euro-Finanzminister am Mittwoch wurde zur bloßen Telefonkonferenz herabgestuft. Erst am Abend verkündete Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, dass am kommenden Montag wohl „alle notwendigen Entscheidungen“ fallen würden. Der griechische Präsident Karolos Papoulias attackierte unterdessen Deutsche, Holländer und Finnen wegen ihrer harten Haltung: „Ich akzeptiere nicht, dass Herr Schäuble mein Land verhöhnt, als Grieche akzeptiere ich das nicht“, sagte Papoulias. „Wer ist Herr Schäuble, wer sind die Niederländer, wer sind die Finnen?“

Auf EU-Ebene besteht Skepsis, dass Athen das Sparpaket umsetzen kann. Sind die Befürchtungen berechtigt?
Die Besorgnisse sind berechtigt, denn in der Vergangenheit blieb die griechische Regierung immer wieder versprochene Reformen schuldig. So gibt es erhebliche Rückstände bei den Privatisierungen der Staatsunternehmen und der Öffnung der sogenannten „geschlossenen Berufe“, Hunderte von Tätigkeiten, die weitgehend vom Wettbewerb abgeschottet sind.

Wie wird die Umwidmung des Euro-Finanzministertreffens in eine Telefonkonferenz in Griechenland aufgenommen?
Mit wachsender Nervosität, denn man weiß: Die Zeit wird knapp. „Für Griechenland läuft die Uhr ab“, titelte die Zeitung „Kathimerini“. Am 20. März muss der Athener Finanzminister Staatsanleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro tilgen. Aber die Kassen sind leer. Wenn bis dahin nicht der geplante Schuldenschnitt unter Dach und Fach ist und weitere Hilfskredite fließen, ist Griechenland pleite.

Warum tun sich die Regierungsparteien in Athen mit der Zusage, den Sparkurs auch nach den Wahlen fortzusetzen, so schwer?
Vor allem der konservative Parteichef Antonis Samaras, der als Favorit in die voraussichtlich im April stattfindenden Neuwahlen geht, möchte sich möglichst nicht festlegen. Erst am Mittwochnachmittag erklärte er sich schriftlich bereit, dass seine Partei an den Zielen des Sparprogramms auch künftig festhalten werde. Trotz der zögerlichen Haltung Samaras’ hält es der Europaabgeordnete Elmar Brok für verfehlt, ihm den Schwarzen Peter zuzuschieben. Schließlich habe der Chef der griechischen Konservativen 21 seiner engsten Vertrauten aus der Partei ausgeschlossen, nachdem diese beim Votum über den Sparkurs in der Nacht zum vergangenen Montag nicht zustimmen wollten. „Das ist eine völlig neue Seite von Samaras“, zeigt sich Brok überzeugt. Auch der Franzose Joseph Daul, der Chef der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, lobt Samaras’ „konstruktive Rolle“.

Griechenlands sozialistischer Parteichef Giorgos Papandreou hatte die Verpflichtung auf den Reformkurs bereits unterzeichnet, als sich Samaras noch zierte. Es stellt sich aber die Frage, was Papandreous Unterschrift wert ist. Wenn die Sozialisten im März ihren neuen Parteichef wählen, dürfte er kaum Papandreou heißen.

Trotz dieser Unwägbarkeiten glaubt die griechische EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki daran, dass unter dem Druck der drohenden Pleite inzwischen ein tief greifender Wandel in Hellas eingesetzt habe. „Es ist offensichtlich, dass in der griechischen Politik seit dem letzten Sonntag eine neue Ära begonnen hat“, sagte die Griechin dem Tagesspiegel mit Blick auf die Abstimmung im griechischen Parlament. „Zum ersten Mal haben die beiden großen Parteien die kritische Lage des Landes anerkannt. Sie haben sich angesichts von Griechenlands Verpflichtungen, die aus der Mitgliedschaft in der EU und der Euro-Zone erwachsen, pragmatisch verhalten.“

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hat durch den Betrug, mit dem sich die Regierung die Mitgliedschaft in die Eurozone erschlichen hat und den Bruch der zahlreichen Versprechungen, die es zum Erhalt des ersten Rettungspaketes abgab jede Glaubwürdigkeit verloren. Ein weiterer Kredit würde nur die Kosten für den Bankrott erhöhen. Jeder Politiker, der jetzt noch weitere Kredite auf der Basis von Versprechungen befürwortet wird ebenfalls seine Glaubwürdigkeit verlieren.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann16.02.2012 | 09:19 Uhr

Was sind Griechenlands Versprechen wert?

Die Antwort lautet: vermutlich nicht viel! Aber nicht weil die Griechen grundsätzlich nicht wollten. So einfach darf man sich die Dinge nicht machen. Sie können nicht.
Hätte die DDR sich von innen heraus reformieren können?
Wer die Strukturen kannte, der wußte: es wäre nicht gegangen.
Auch ohne Zins- und Schuldendienst kann der griecheische Staat
(Beamte/Rentner/Pensionäre/Armee/Infrastruktur ...Importe)auf dem jetzigen Niveau - auch ordentliche Steuermoral unterstellt! - nicht bezahlt werden. Private leihen dem Staat aber kein Geld mehr und auch die Griechen (vor allem die Oberschicht)haben ihr Geld in Sicherheit gebracht. Soll man aber den SLOWENEN, deren Renten nur halb so hoch sind wie die der GRIECHEN, zumuten, weiterhin für die Griechen in den Rettungsfond einzuzahlen? Sollen die Deutschen weiter aufschulden und/oder die Steuern erhöhen, um für Griehenland in irgendeiner Form zu zahlen?
Aber die Lösung ist ja schon im Gange: die EZB leiht den Banken zu 1 % Geld (zunächst auf drei Jahre) und davon können diese dann die Wertpapiere der PIIGS-Staaten zu 4,5 % (und mehr) verzinst kaufen.
Die Staaten erhalten das nötige Geld, die Banken machen Gewinn und können die Staatsanliehen wieder bei der EZB beleihen.
Man könnte so etwas auch "Kettenbrief" oder "Hütchenspiel" nennen.
Und Griechenland? Das Land ist pleite. Das Land ist selbst mit dem EZB-Hütchenspiel nicht zu retten.Für die Jungen, die ja nichts dafür können, ist das sehr bitter. Sie werden, soweit sie gut qualifiziert sind, eben auswandern. Ein Jammer.
Und die EU wird zumindest so viel zahlen, dass der Staat (Polizei) nicht auseinanderbricht.

  • Antworten
Wolfram Wiesel16.02.2012 | 18:41 Uhr

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