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Kapital

Dow JonesWie lange hält das Hoch an den Börsen?

Von Rolf Obertreis, Andreas Oswald7. März 2013
picture alliance
Auch Tokio liegt im Dow-Hoch-Gebiet
Auch Tokio liegt im Dow-Hoch-Gebiet
Schrift:

Schönwetterlage an den Börsen – die Aktienkurse erreichen Rekordhöhen. 

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Von wegen Euro-Schuldenkrise, Zwangssparen in den USA oder strauchelndes Italien: Nichts kann die Anleger davon abhalten, in Aktien zu investieren. Nachdem der Dow Jones in den USA am Dienstag kurz nach Handelsbeginn auf ein Allzeithoch geklettert war, ist am Mittwoch der deutsche Aktienindex Dax auf den höchsten Stand seit Anfang 2008 gestiegen. Auch in Asien legten die Börsen kräftig zu.

Was sind die Ursachen für den Aktienboom?

Verantwortlich für die Entwicklung an den Börsen sind derzeit vor allem die großen Notenbanken: Unablässig pumpen sie weltweit, vor allem aber in den USA, in Japan, in Großbritannien und in der Euro-Zone, billiges Geld in den Markt, um die Konjunktur auf Trab zu bringen.

Und um den Kampf gegen die Schuldenberge und die Finanzkrise zu erleichtern.

Sprüche wie „Die Notenbanken dopen den Dax“ oder „Surfen auf der Geldwelle“ machen unter Börsianern die Runde. Doping heißt in diesem Fall: niedrige, sogar sehr niedrige Zinsen. In den USA verlangt die Notenbank aktuell 0,25 Prozent, wenn sich Geschäftsbanken Geld leihen, in England 0,5, in der Euro-Zone 0,75 und in Japan 0,82 Prozent. Dabei sind diese Sätze nicht die ganze Wahrheit: Faktisch tendiert der Zins eher gegen null. Zudem kauft die US-Notenbank Fed jeden Monat Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf und drückt damit den Zins ebenfalls. Auch in Japan und England sind solche Strategien Usus. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr erstes Programm zwar beendet, aber ein weiteres Programm liegt fix und fertig in der Schublade.

Das viele Geld soll eigentlich in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher fließen. Das aber passiert nur zum Teil, weil die Wirtschaft in den europäischen Krisenländern vor sich hin dümpelt. Also wird das Geld angelegt. „Und da gibt es derzeit kaum Alternativen“, sagt Markus Reinwand, Aktienstratege bei der Landesbank Hessen-Thüringen. „Es herrscht Anlagenotstand.“ Tagesgeld und Sparanlagen, selbst solide Bundesanleihen werfen derzeit nicht einmal einen Zins ab, der die Inflationsrate deckt. Faktisch verlieren Anleger damit Geld. Auch Gold und andere Edelmetalle sind derzeit kaum eine Alternative.

Ist auch das Vertrauen der Anleger in die Wirtschaft gewachsen?
Tatsächlich hellen sich die Konjunkturaussichten allmählich auf. In Deutschland soll die Wirtschaft 2013 immerhin mit einem Prozent wachsen. Und den Unternehmen geht es alles andere als schlecht. 33 Milliarden Euro an Dividenden und damit so viel nie zuvor schütten die 100 größten deutschen Aktiengesellschaften in den nächsten Wochen an ihre Aktionäre aus. Auch dies lockt Anleger auf das Börsenparkett. Und schließlich haben die Deutschen noch Potenzial. Sie sind Aktienmuffel. Die herben Erfahrungen mit drastischen Verlusten in der Internet- und Technologieblase Anfang des Jahrtausends wirken immer noch nach. Hierzulande gibt es nur 8,8 Millionen Aktionäre, nur 13,7 Prozent der Bundesbürger besitzen Aktien oder Aktienfonds. In anderen Industrieländern liegt die Quote bei deutlich über 20 Prozent.

Dass die Aktienkurse sich noch nicht von der Wirtschaft losgelöst haben, belegt ein Vergleich. Wer heute eine BASF-Aktie kauft, erhält gemessen am jetzigen Kurs immerhin eine Dividendenrendite von 3,7 Prozent. Das ist beachtlich. Zumal der Kurs der Aktie in den letzten Monaten stark gestiegen ist. Der Kurs hat also trotzdem noch einen realistischen Bezug zum Gewinn, den das Unternehmen macht und ausschüttet.

 

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