Jump to Navigation
Startseite

Fernweh, Abenteuer & Exotik:

Warum reisen wir?

Reise Spezial
  • Magazin
    • Berliner Republik
    • Weltbühne
    • Kapital
    • Salon
    • Themen der Zeit
    • Merkel-Projekt
    • Kolumnen
    • Blogs
  • Mediathek
    • Bilder
    • Videos
    • Karikaturen
    • Titelbilder
  • Bücher
  • Service
    • Impressum
    • Anzeigen/Media
    • Redaktion
    • Autoren
    • Presse
    • Über uns
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Der Kaiser von Mexiko

Kapital
Carlos Slim

Der Kaiser von Mexiko

von 
Klaus Ehringfeld
25. Juli 2011
picture alliance
Carlos Slim - Der Kaiser von Mexiko
Carlos Slim im Doppelpack – Der mexikanische Unternehmer mit seiner Wachsfigur

Sein Vermögen wird auf 74 Milliarden Dollar geschätzt: Carlos Slim ist der reichste Mann der Welt. Allerlei Kartellverfahren lassen „El Ingeniero“ kalt. Seine Unternehmen repräsentieren 9 Prozent der mexikanischen Volkswirtschaft. Die Hälfte aller mexikanischen Aktien gehört ihm.

Seite 1 von 3

Es war eine schwer verdauliche Nachricht, die Mexikos Wettbewerbs­hüter kürzlich an América Móvil übermittelten. Die Kartellbehörde CFC verhängte gegen den drittgrößten Mobilfunker der Welt eine Strafe, wie es sie noch nie zuvor in Mexiko gegeben hat. Rund 700 Millionen Euro soll das Telekommunikationsunternehmen zahlen, weil es nach Ansicht der Wettbewerbshüter der Konkurrenz überzogene Gebühren für das Weiterleiten der Anrufe durch seine Netze berechnet.

Viele mexikanische Unternehmen stünden angesichts eines solchen Bußgelds vor der Pleite. Aber América Móvil, Börsenwert knapp 50 Milliarden Dollar, bleibt cool und ruft die Gerichte an. Ein Unternehmenssprecher bezeichnet die Strafe als „willkürlich, opportunistisch und überzogen“. Sollte der Spruch der Kartellwächter wider Erwarten Bestand haben, bleibt ja immer noch der Hauptaktionär des Unternehmens: Carlos Slim. Der bullige Mexikaner von 71 Jahren ist der reichste Mensch der Welt. Sein Vermögen beträgt 74 Milliarden Dollar, wie die Rechenmeister des US-Wirtschaftsmagazins Forbes herausfanden. Alleine im vergangenen Jahr stieg Slims Wohlstand um 20,5 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Gewinn von 56,16 Millionen Dollar am Tag. Carlos Slim könnte also in knapp 13 Tagen das Geld für das Bußgeld zusammensammeln.

Kein Wunder, dass ihm die Strafe dann nicht einmal einen Kommentar wert war. Auch das Ende Mai gegenüber Telmex verhängte Verbot, in den mexikanischen Pay-TV-Markt einzusteigen, scheint Slim nicht übermäßig zu stören, einen Angriff der Wettbewerber und der Behörden auf sein gigantisches Vermögen fürchtet er trotz der gegen ihn verhängten wettbewerbsrechtlichen Maßnahmen nicht. „Ich fühle mich nicht verfolgt“, sagte er in einem Interview mit der Financial Times Anfang Juni.

Wer sieht, wie gut Slims Einnahmenmaschine geschmiert ist, versteht seine Gelassenheit. Im Grunde ist es kaum verwunderlich, dass gegen seine Unternehmen kartellrechtlich ermittelt wird, gehören ihm doch große Teile Mexikos.

Slim ist der Geldmeister, die Mexikaner zahlen von morgens bis abends auf seine Konten ein. Sie führen ihre Telefonate über seine Anbieter. Für das Internet nutzen sie Slims Provider. Sie gehen in den Restaurants seiner Ketten essen. Sie schlafen in Betten aus seinen Kaufhäusern. CDs, Konzertkarten, Flugtickets, Krankenhausaufenthalte – immer verdient Slim. Läuft es mal in einer Branche schlecht, dann boomt ganz sicher die andere.

Selbst wenn die mexikanischen Kartellbehörden ernst machen sollten, müsste sich Slim keine Sorgen machen, da er einige seiner besten Akquisitionen in den vergangenen Jahren im Ausland getätigt hat. So erwarb er große Teile der brasilianischen Telekommunikationsbranche direkt nach dem Börsencrash in São Paolo 2002. Er besaß auch vorübergehend 3 Prozent des amerikanischen IT-Unternehmens Apple. Die Aktie stand bei seinem Einstieg bei 17 Dollar, ein Jahr später bei mehr als 100 Dollar. „Früher forderten Eroberer Tribute, heute Dividenden“, sagt Slim gerne in Bezug auf seine Auslandsgeschäfte.

Einmal etwa alle zwei Jahre lädt Slim zu einer Pressekonferenz in den Sitz seiner Investmentbank Inbursa in das exklusive Stadtviertel Lomas de Chapultepec in Mexiko-Stadt. Von hier aus steuert er sein Wirtschaftsreich mit 220000 Angestellten. Nur die mexikanische Bundesregierung gibt mehr Menschen Arbeit.

Auf der Einladung zum Treffen mit den Reportern heißt es extra: Pünktlich sein! Slim selbst kommt 40 Minuten zu spät. Die Wartezeit verkürzen Kellner in weißer Livree. Sie reichen Zitronenbrause und Häppchen, natürlich aus dem Restaurant von Slims Kaufhauskette Sanborns. Aus Lautsprechern rieselt Loungemusik.

Als die Musik verstummt, betritt Slim den Saal, ein kräftiger Mann mit massigem Gesicht, grau meliertem Haar und Schnauzbart. Ihm folgen sechs Männer, Chefs der wichtigsten seiner mehr als 200 Firmen: die Bosse der Slim-Holding Carso, der Telefon-Festnetzgesellschaft Telmex, der Bank Inbursa und der beiden Slim-Stiftungen. Sie alle sind Söhne, Schwiegersöhne oder Neffen. Die Männer repräsentieren mit ihren Unternehmen 9 Prozent des mexikanischen Bruttoinlandsprodukts – 81 Milliarden Dollar. Vier von zehn an Mexikos Börse gehandelten Aktien gehören zu einem von Slims Unternehmen. In der jüngeren Geschichte hat kein einzelner Mensch eine große Volkswirtschaft so sehr dominiert wie Carlos Slim.

  • 1
  • 2
  • 3
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Drogenkartelle in Mexiko
35 Dollar für ein Menschenleben
von
Malcolm Beith
21.01.2012
Anna Seghers
Die Frau mit der Maske
von
Frauke Meyer-Gosau
10.05.2010


 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
Neues Dossier anlegen:

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
24h | letzte Woche | letzter Monat
Die Schweiz Das deutschfeindlichste Land Europas
ZDF-Wutinterview Hooligan Horst und die hohe Kunst der Diplomatie
Republik der Rechthaber Sarrazin, der Euro und die Brüllaffen
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Facebooks Börsengang „Zuckerberg ist ein Hütchenspieler“
Olaf Scholz Der Macher im Parlament
Louise T. Blouin MacBain Ein erfolgreicher Feldzug durch die Kunstwelt
Die Karriere der Condoleezza Rice Wie schwarz ist Condi?
Chronist der Massenkultur Gurskys schöne teure Welt
"Die Gegensätze sind viel zu groß"
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Merkel-Projekt Was macht die Bundeskanzlerin heute?
Merkels Europapolitik Die Kanzlerin hat verloren
Hans-Olaf Henkel „Wir brauchen ein Fukushima beim Euro“
Urheberrecht und Lobbyisten Die Copyright-Kriege
24h | letzte Woche | letzter Monat
Die Schweiz Das deutschfeindlichste Land Europas
Springer-Ehrenpreis Wie Ayaan Hirsi Ali Breiviks Massenmord erklärt
Verwilderung der Sitten Fußball als Kampfsport
Megaupload Falsche Märtyrer, die Piraten und ein Nazivergleich
Facebooks Börsengang „Zuckerberg ist ein Hütchenspieler“
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Republik der Rechthaber Sarrazin, der Euro und die Brüllaffen
Matussek und die Katholiken „Diese Verblödung war unerträglich“
Die Schweiz Das deutschfeindlichste Land Europas
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Die Emanzipation ? ein Irrtum?
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Gedicht zum Israel-Iran-Konflikt Was spricht in Günter Grass?
Piraten Digital naiv, neoliberal und gefährlich
Anzeige

DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Ratlos in Camp David

Wie kann man die Eurokrise eindämmen, ohne dass es noch mehr kostet? Und wie kann man die …

zum Blogeintrag
Merkel, Kanzlerin, bissig, Gebiss, Jugend forscht Mundwasser
Dossier

Merkel, ihre Männer und die Macht

zum Dossier

Frage des Tages

Wie teuer wird der Abzug?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage
Euro, Krise, ratingagenturen, Tod des Euros, AAA+, Herabstufung
Dossier

Des Euros letztes Stündlein?

zum Dossier

Bildergalerie

WIM WENDERS - PLACES, STRANGE AND QUIET

WIM WENDERS - PLACES, STRANGE AND QUIET
zur Bildergalerie

Thema der Woche

Merkel, ihre Männer und die Macht
zum Dossier

Die Mai-Ausgabe jetzt am Kiosk

Moral-Standort Deutschland
Republik der Rechthaber

Ziemlich beste Feinde
Das FDP-Fernduell Lindner gegen Rösler

Leseprobe
Inhaltsverzeichnis
Hier bestellen

Anzeige
Video

Merkel und Hollande - Wie steht es um die deutsch-französische Harmonie?

Video
alle Videos
Merkel-
Projekt

Was macht
Angela Merkel heute?
Anzeige
Add to Google

Anzeige

© Cicero 2012
  • Impressum
  • Nutzungsbedigungen
  • Stellenangebote
  • Weitere Titel des Ringier Verlags: Monopol - Magazin für Kunst und Leben