Machtkampf beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Der Kuratoriumsvorsitzende Bert Rürup will das DIW wieder nach links rücken. Doch einen neuen Präsidenten kann dieser nicht präsentieren. Stattdessen beanspruchte Rürup für seine Arbeit Geld, das ihm nicht zusteht und Business-Class-Flüge, die den Reisekostenrichtlinien des Bundes widersprechen
Am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist ein neuer Machtkampf um die zukünftige politische und ökonomische Ausrichtung ausgebrochen. Kritiker werfen dem Kuratoriumsvorsitzenden und Ex-Regierungsberater Bert Rürup vor, er wolle das größte deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut wieder zu einem linken, keynesianischen Institut im Sinne der Gewerkschaften und der SPD machen. „Die SPD hofft, erst recht nach dem Führungswechsel in Frankreich, 2013 auf eine Bundesregierung unter ihrer Führung nach der Bundestagswahl. Dann braucht sie so ein Institut und möchte deshalb schon jetzt die Weichen dafür stellen“, sagt ein Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats im Gespräch mit Cicero Online.
Institutsintern hat Rürup, der SPD-Mitglied ist und sich als Rentenexperte einen Namen gemacht hat, dafür alle Macht an sich gezogen. Unter anderem setzte er, ohne die eigentlich vorgeschriebenen Berufungsverfahren, neue Abteilungsleiter ein und er bestimmte das Auswahlverfahren für den neuen Präsidenten.
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Mittlerweile allerdings steht Rürup selber unter Druck. Denn bislang kann er keinen neuen DIW-Präsidenten präsentieren, der den von ihm selbst formulierten Anforderungen genügt.
Gesucht wird ein ausgewiesener, anerkannter Makroökonom. Doch die Suche erweist sich als außerordentlich schwierig. Am Mittwoch dieser Woche tagt die Findungskommission, die Kandidaten für den vakanten Führungsposten suchen soll. Doch sie wird wohl nur Vorschläge für das Berufungsverfahren machen und noch keine Namen nennen, heißt es übereinstimmend beim DIW. Vor einer Entscheidung über einen neuen Präsidenten soll zunächst das Ergebnis der laufenden Evaluierung des DIW durch die Leibniz-Gemeinschaft abgewartet werden. Der Bericht der Gutachter wird allerdings frühestens in drei bis sechs Monaten vorliegen.
„Rürup wird keinen neuen starken Präsidenten finden, solange er selber faktisch das DIW leitet“, sagen seine Kritiker am Institut. Sie schließen daher nicht aus, dass der jetzige kommissarische Präsident Gert Wagner, der eigentlich maximal bis Jahresende bleiben sollte, noch länger amtiert – als „Erfüllungsgehilfe von Rürup“.











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