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 > Das Ende der TV-Ära

Kapital

Programmstörung InternetDas Ende der TV-Ära

Von Max Thomas Mehr2. August 2012
Flickr, James Good
Ende Fernseher,Fernsehen,TV,Ende einer Ära,Video-Star,
Das Internet schickt den Fernseher in die Wüste
Schrift:

Internetfähige Fernseher erobern die Wohnzimmer, die Tagesschau läuft auf dem Handy, Filme werden auf dem iPad geguckt – die Medienwelt steckt mitten in einer Revolution, die unsere Öffentlichkeit strukturell verändert

Seite 1 von 4

ARD, ZDF, RTL, SAT.1 hier – das World Wide Web dort: In wenigen Monaten ist das Vergangenheit. Denn derzeit werden auf der ganzen Welt die letzten Zäune zwischen dem herkömmlichen Programmfernsehen und dem Internet eingerissen. Dabei verabschieden wir uns immer mehr vom linearen Fernsehprogramm. Jeder ist sein eigener Programmgestalter. Zwei Milliarden Menschen nutzen täglich Youtube, 35 Stunden an Videos werden pro Minute bei Googles Tochterunternehmen hochgeladen.

Zwar wird der Fernseher nicht aus dem Wohnzimmer verschwinden, aber er wird in Zukunft selbst online gehen können – und nur noch eines von mehreren Abspielgeräten sein. Mausklick statt Fernbedienung – schon heute laden wir uns immer häufiger Filme und ganze Serien aus dem Netz. Je jünger die Nutzer, desto häufiger. Über internetfähige Smart-TVs wird bald gegoogelt und geskyped, auch Zeitungen und E-Mails lassen sich so lesen, nebenbei auf einem Split-Screen, während auf dem Hauptbild Fußball läuft.

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Die Öffentlich-Rechtlichen und die Privaten, das Programmfernsehen insgesamt, geraten dabei in den Sog einer Entwicklung, die Zeitungen und die Musikbranche schon seit einigen Jahren erleben: die Implosion des klassischen Medienmarkts – einhergehend mit einem rapiden Verlust lang tradierter Bedeutung. Das Zusammenwachsen von Laptop, Internet, Smartphone und Fernsehen steckt noch in den Anfängen. Aber es zeigt schon Wirkung: Fernsehen und Zeitungen lösen sich mehr und mehr vom Fernseher und dem Papier. 30 Millionen Amerikaner telefonieren nicht nur mit ihrem Smartphone, sie schauen darauf auch fern.

Was in Zukunft bleibt, sind starke Marken wie hierzulande Tagesschau, Tatort oder auch Spiegel Online. Schon werden erste Serien direkt fürs Netz produziert. Das verändert die Dramaturgie des Erzählens. Zurzeit steckt die Medienwelt in einer Revolution, so radikal wie die Entwicklung der Druckerpresse von Johannes Gutenberg und die Erfindung des Films durch die Brüder Lumière zusammengenommen. Das Katz-und-Maus-Spiel, das sich dabei Künstler, Journalisten, Produzenten, Verlage, Fernsehanstalten und ihre Verbände mit Google, Facebook und Co, aber auch mit den Nutzern in der digitalen Welt liefern, ist noch der sichtbarste Ausdruck dieser Revolution. Verbissen streiten die Verlage mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten darüber, ob und wie lange die ihre Archive umsonst ins Netz stellen und inwieweit sie dort auch Nachrichtenartikel kostenlos verbreiten dürfen.

Doch der Strukturwandel von Öffentlichkeit ist viel weitreichender, und seine Folgen sind noch unabsehbar.

Lesen Sie weiter über die TV-Wirklichkeit der 60er Jahre...

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Zitat "Wenn das Internet nur

Zitat "Wenn das Internet nur aus der verstümmelten Sprache von Facebook oder anderen sozialen Netzwerken........., dann hätte es nicht einmal den Charme des Nachmittagsprogramms von RTL 2."

Denken Sie bitte daran, dass Facebook nur eine technische Infrastruktur zur Kommunikation bietet und eigentlich "leer" ist. Die Inhalte auf Facebook werden von den Personen geliefert, mit denen man vernetzt ist, welche meist aus dem eigenen privaten Freundeskreis aus dem "normalen" Leben stammen.

Wer also kritisiert, dass er auf Facebook RTL2 Niveau geboten bekommt, schießt ein Eigentor. Inhalte auf Facebook sind ausschließlich so dumm oder niveauvoll, wie das eigene soziale Umfeld.

  • Antworten
Alex03.08.2012 | 10:17 Uhr

Das Ende der TV-Ära

Gute Analyse, der ich voll und ganz zustimme. Kleiner Recherchefehler: Es sind inzwischen über 70 Stunden Videomaterial, die auf YouTube pro Minute hochgeladen werden. YouTube ist das TV-Modell der Zukunft.

  • Antworten
Gregor Rabe03.08.2012 | 10:47 Uhr

Mediales Suchtproblem verhindert...

Kann man verhindern?Lösung: Indem der " Aus-Schalter " häufiger
aktiviert bleibt. Splitting bei der Auswahl parallel verlaufender
Touchscreen - Programme können auf ein vernünftiges Maß reduziert
werden.Immer weniger ist immer besser.So auch beim Multi-Media-Konsum.
In Zukunft wird mental mit Verzicht beeindruckt. Mediale Abstinenz -
dafür Natur und Kultur pur zum Anfassen.
Alle Soaps,Trailer,Teaser and so on...ignorieren.Aus- und Abstöpseln.
Die Folge ist eine komplette Gesundung. Wir lesen wieder Bücher,malen,handwerkern,pflanzen,ernten,laufen,singen...Diskutieren bisweilen.Werden selbst kreativ.Und "splitting" nicht auf dem "screen" - vielmehr " brain-splitting " real, weil es Spaß macht und nützt.

  • Antworten
Bernd03.08.2012 | 18:31 Uhr

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