Keines der Dax-30-Unternehmen hat in Berlin seinen Sitz, die industrielle Basis ist schwach und der öffentliche Dienst ist nach wie vor der größte Arbeitgeber der Stadt – trotzdem mehren sich die Anzeichen, dass die wirtschaftliche Kluft zwischen der Hauptstadt und den anderen Bundesländern kleiner wird.
Im Krisenjahr 2009 sank die Wirtschaftsleistung Berlins nur um 0,7 Prozent, bundesweit betrug das Minus 5 Prozent. Ein Grund dafür war dabei Berlins industrielle Schwäche, weil der Einbruch der Weltwirtschaft vor allem die exportstarke Industrie traf. Seit 2005 ist es außerdem gelungen, insgesamt 123 000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Dabei hat Berlin vor allem auf Wachstumsbranchen gesetzt wie Medizintechnik, Biotechnologie, Pharma und Verkehr. Die drei großen Universitäten liefern die notwendigen Fachkräfte für viele neu gegründete Unternehmen. Der Technologiepark Adlershof zeigt, dass auch die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft funktioniert: Seit 1991 haben sich dort 800 Unternehmen und 17 große Forschungseinrichtungen angesiedelt. Außerdem zieht die Stadt aufgrund ihrer Attraktivität viele Arbeitskräfte aus dem Ausland an. Auch deswegen verlegen Großkonzerne ganze Abteilungen, darunter Siemens, deren Mobility- Sparte diesen Sommer nach Berlin gezogen ist. Ein weiterer Wachstumsmotor ist der Tourismus, von dem vor allem der Einzelhandel, das Gastgewerbe und der Verkehr profitieren. Im europaweiten Vergleich lag Berlin mit 18,9 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr nur noch hinter London und Paris auf Platz drei.












