Männer beten am 03.10.2017 beim Mittagsgebet am Tag der offenen Moschee in der der Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld (Nordrhein-Westfalen).
Darf der Staat Muslimen vorschreiben, dass sich ihr Glaube im Rahmen der deutschen Verfassung bewegen muss? /picture alliance

Religionsfreiheit - Es gibt keinen deutschen Islam

Gehört der Islam zu Deutschland? Konservative Politiker akzeptieren ihn dann als Religion, wenn er verfassungskonform ist. Dann aber ist es kein Islam mehr. Muslime haben ein Recht auf kulturelle Identität. Von Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Zuletzt erschien „Vom Wald. Eine Philosophie der Freiheit“ bei Claudius.

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Kaum ein Thema versinkt seit Jahren dermaßen in einer Kakophonie aus Halbwissen, sich selbst überschätzender Ahnungslosigkeit und politischer Instrumentalisierungen wie das Thema Islam. Und das gilt für beide Seiten, die so genannte Islam-Kritiker und die Islam-Verteidiger. In beiden Lagern werden dieselben Denkfehler gemacht, und das macht eine sinnvolle Debatte beinah unmöglich.

Da sind zum einen die Objektivisten, man könnte sie fachphilosophisch auch als Essentialisten bezeichnen. Das sind Leute, die naiverweise davon ausgehen, dass es den einen wahren Islam gibt. In diesen Kreisen haut man sich gerne Koransuren um die Ohren und versucht zu belegen, dass der Islam wahlweise eine rückständige, nicht zivilisationsfähige, menschenverachtende Religion ist oder im Gegenteil eine Religion des Friedens, der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe.

Der Islam als schmusige Zivilreligion

Auf der anderen Seite stehen die Kulturalisten oder auch Konstruktivisten: Sie haben zwar kapiert, dass es von keiner Religion und keinem Text die eine, wahre, alleingültige Lesart gibt, leiten daraus aber ab, dass man aus Religionen wie dem Islam nach Belieben so ziemlich alles machen kann: etwa eine schmusige Zivilreligion, die auf ein bisschen Liberalismus und Toleranz mit Spiritualitätsgarnitur eingedampft wird.

Beide Seiten, Essentialisten und Konstruktivisten, irren sich grundlegend, bestimmen aber den öffentlichen Diskurs. Das macht die Sache nicht leichter. Gut zu sehen ist das exemplarisch an der jüngsten Verlautbarung des Bundesinnenministeriums. Da tat Staatssekretär Markus Kerber kund, es gebe einen deutschen Protestantismus, einen deutschen Katholizismus und ein deutsches Judentum. „Und wenn es einen Islam geben soll, der zu Deutschland gehört, dann müssen die deutschen Muslime ihn als ,deutschen Islam' definieren – und zwar auf dem Boden unserer Verfassung.“

Ein Islam zum Selberbasteln 

Dass ein Staatssekretär so viel Unsinn in wenige Zeilen bekommt, muss man ihm nicht anlasten, immerhin ist der ehemalige Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Industrie (BDI) Soziologe und kein Kulturwissenschaftler, beachtlich ist es aber dennoch. Allein schon die „una sancta catholica et apostolica ecclesia“ als Ansammlung regionaler Religionsausformungen zu verstehen ist gewagt und die Rede von einem deutschen Judentum zumindest missverständlich. Vollkommen absurd ist aber die Vorstellung, man könne sich eine Religion qua definitionem basteln, etwa einen verfassungskonformen Islam.

Nur zur Erinnerung: Dass das hierzulande praktizierte Christentum verfassungskonform ist, liegt vor allem daran, dass die Ideale des Grundgesetzes einer christlichen Tradition entstammen. Pointiert formuliert: Das Christentum hat die Säkularisierung und den säkularen Staat hervorgebracht – nicht umgekehrt. Diese Grundeinsicht wird auch nicht dadurch relativiert, dass christliche Institutionen und Gläubige diese Säkularisierung bekämpft haben. Doch religiöser Subjektivismus, die klare Trennung von realer und transzendenter Welt und die damit einhergehende Trennung von politischer und religiöser Sphäre sind originär christlich.

Das Recht auf kulturelle Identität 

Auch wenn es weder christlichen Konservativen noch progressiven Atheisten gefällt: Ohne Christentum hätte es keine Säkularisierung gegeben. Eine Religion einer Rechtskultur anzupassen, die sie nicht selbst entwickelt hat, ist eine groteske Idee. Auch wenn es für viele liberale Menschen bitter klingt: Konservative Muslime haben vollkommen recht, dass ein künstlich definierter Euro-Islam oder deutscher Islam eben kein Islam wäre, sondern ein Religionshybrid aus christlichen Wertvorstellungen mit islamischer Folklore. Dass Menschen sich dagegen wehren, weil sie ihre kulturelle Identität gefährdet sehen, kann man sogar verstehen.

So erschreckend es ist: Offensichtlich haben viele, auch auf politischer Ebene, immer noch nicht verstanden, was es heißt, millionenfach Menschen anderer Religionsprägung in ein für sie fremdes religionskulturelles Umfeld umzusiedeln. Das erklärt auch die Schnoddrigkeit mit der man Anhängern einer alten und reichen Religion diktieren möchte, was sie nun bitte zu glauben haben. Konservative Muslime haben die gleichen Rechte auf kulturelle Identität wie liberale Europäer. Das Problem ergibt sich erst dadurch, dass eine gedankenlose Politik sie beide dazu nötigt, dies unter ein Dach zu bringen.

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Michael Schneider | Sa., 14. Juli 2018 - 10:44

Zitat: Konservative Muslime haben die gleichen Rechte auf kulturelle Identität wie liberale Europäer.

Wenn konservative Muslime ihre Religion über das GG stellen und damit alle unsere Werte für nichtig erachten, dann dürfen diese ihre Identität gerne behalten, ihre Religion gerne ausüben, nur eben nicht hier! Die Menschenrechte und alle anderen Rechte der hier lebenden Europäer stehen nicht zur Diskussion! Wir haben jahrhundertelang gegen eine religiöse Kirchendiktatur gekämpft und sollen jetzt für eine noch viel rückständigere, menschenverachtende Religion alles wieder aufgeben?

Hans Rudolf Knecht | Mo., 16. Juli 2018 - 16:18

Antwort auf von Michael Schneider

Weil man hier kein "like" geben kann - ein herzliches Dankeschön für ihre Zeilen, Herr Schneider! Den politischen Islam zu akzeptieren wäre dasselbe wie die Inquisition zurück holen. Ich bin überzeugt, kein Europäer möchte diesbezüglich vorwärts in die Vergangenheit.

Christa Wallau | Sa., 14. Juli 2018 - 11:21

"Eine Religion einer Rechtskultur anzupassen, die sie nicht selbst entwickelt hat, ist eine groteske Idee."
So ist es, lieber Herr Grau.
Unser Grundgesetz atmet grundsätzlich den Geist der christlichen Religion, wie sie sich im Laufe zweier Jahrtausende entwickelt hat.
Und diesem "christlichen Geist" kann sich der
Islam, der ein vollkommen anderes Gottes- und
Menschenbild vertritt, gar nicht anpassen!
Wer das verlangt, zieht den gläubigen Muslimen den Boden unter den Füßen weg.

Nur Muslime, die persönlich einen Prozeß der Aufklärung hinter sich gebracht und die
Vorteile des aufgeklärten Christentums schätzen
gelernt haben, sind in der Lage, sich unsere
Lebensart einzuverleiben. Dazu gehören wenige Intellektuelle, wie z. B. Hamed Abdel-Samad.

Heute existierender Islam und Christentum sind inkompatibel - da führt kein Weg dran vorbei.
Daß unsere Bischöfe dies nicht erkennen (wollen?),
ist mir unbegreiflich. Sind sie etwa intellektuell
überfordert?

sind nicht intelektuell überfordert, sondern folgen einem simplen Kalkül. Erstens ist die humanitäre Arbeit mit den Migranten durch Spenden und staatliche Zuschüsse ein lohnendes Geschäft, in dem sich kirchliche Einrichtungen gute Pfründe gesichert haben. Zweitens ist die Zunahme der Gottgläubigkeit, die von den Migranten ins Land gebracht wird, ein Hoffnungsschimmer für die von Kirchenaustritten betroffenen christlichen Kirchen. Man meint, dass dadurch in fernerer Zukunft eine Welle der Christianisierung zu erwarten ist. Außerdem gibt es konvertierende Muslime, die sich dauernde Bleiberechte sichern, weil sie nunmehr durch die Konversion in ihrer Heimat mit dem Tode bedroht sind. Es hat schon Massentaufen gegeben, wobei die den Muslimen erlaubte Täuschung, solange sie sich in der Diaspora befinden, Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Übertritts aufkommen lassen.

Jens Richter | Sa., 14. Juli 2018 - 11:24

Zu dieser gehört auch, dass Nicht-Muslime aus islamischen Ländern vertrieben oder sogar ermordet werden dürfen. Denn das sehen Quran, die Hathiden und die Sunna vor. Wir müssten das tolerieren, die betroffenen Nicht-Muslime erleiden. Aber nun könnte man ja diesen und nur diesen tatsächlich aus religiösen Gründen verfolgte Nicht-Muslimen Asyl gewähren. So wie es Lord Weidenfeld vorgemacht hat. Diese tatsächlich Verfolgten zeigten bestimmt Dankbarkeit und würden sich ganz von selbst integrieren.

Fritz Gessler | Sa., 14. Juli 2018 - 11:25

und: 'gebt dem kaiser, was des kaisers ist, und gott, was gottes ist' (nämich die tempelsteuer:))
...
jesus war natürlich der erste säkularisierer. nur: alle kirchen sind ganz im gegenteil immer die skrupellosesten staatsdiener gewesen. am ausgeprägtesten im orthodoxen christentum, wo der kaiser/zar sogar als kirchenoberhaupt anerkannt wurde. und im DEUTSCHEN protestantismus, wo der landesfürst (im 3. reich: adolf hitler) priester bestimmte und besoldete.
das sollte man nicht vergessen. die säkularisierung ist eine revolutionäre aktion der aufklärung und de französischen revolution. in deutschland nie auch nur ernsthaft begonnen.
ganz recht: es dürfte eigentlich kein 'deutsches' christentum geben. erst recht keinen 'deutschen' islam.

Andreas Löw | Sa., 14. Juli 2018 - 11:57

Dann lieber Herr Grau muss man aber auch die Konsequenzen ihrer Argumentation ertragen und umsetzen.
Ein Islam der nicht verfassungskonform ist, MUSS im Interesse aller Bürger zwingend verboten werden! Ihre kulturelle Identität müssen Muslime dann leider in Theokratien wie Saudi Arabien oder Iran ausleben, aber eben NICHT bei uns! Da hört die Toleranz definitiv auf.
Den Muslimen, die ihrem Statement beipflichten ist jedoch kein Vorwurf zu machen, lediglich den religiös wellness-süchtigen Synkretisten in Europa, (die man speziell Deutschland auch in obersten Kirchenkreisen findet) welche mit ihrer friedensbewegten Appeasementhaltung gewillt sind, dieses Land (und Europa) kulturell zu opfern!

Walter Meiering | Sa., 14. Juli 2018 - 12:00

'Muslime haben ein Recht auf kulturelle Identität. Grundsätzlich stimmt das. Aber wenn diese Religion dann nicht verfassungskonform ist und auch nicht sein will, dann müssen diese Moslems ihre kulturelle Identität eben dort ausleben, wo der von ihnen praktizierte Islam verfassungskonform ist, zum Beispiel in den islamischen Ländern.

wolfgang spremberg | Sa., 14. Juli 2018 - 12:05

übrigens werden wir deutsche Muslime auch kaum daran hindern können ihren Islam nach Suren zu definieren, die uns eher nicht gefallen. Was lernen wir daraus ? Das wir mehr muslimische Einwanderer brauchen ? Nöh.....

Jochen Becker | Sa., 14. Juli 2018 - 12:14

Wenn man Ihrer Argumentation folgt, ergibt sich in der Konsequenz, daß wir die säkulare Gesellschaft aufgeben müssen, um die kulturelle Identität der konservativen Muslime zu gewährleisten, weil es eine Säkularisierung des Islam nicht geben kann.
Die Alternative zur Aufgabe des säkularen Staats wäre die Aufgabe der Religionsfreiheit, die auch eine christliche Errungenschaft ist. Religionsfreiheit ist ein überkommenes Konzept. Religion und Gottesglaube ist die Lizenz groben Unfug zu verbreiten und eine mentale Behinderung. Kulturelle Prägungen können verändert werden, dogmatische Religionen mit einem nicht begründbaren Wahrheitsanspruch weniger. Also weg mit Christentum, Islam, Judentum und mystischem Denken. Konsequente Trennung von Religion und Staat und Bestehen auf rationalem Denken und Handeln im Sinne der Aufklärung ist die Lösung. Die Welt hat sich geändert seit dem Mittelalter! Wer auswandert hatte gute Gründe seine kulturelle Identität in Frage zu stellen.

Sehr geehrter Herr Becker,

leider gibt es in unserem vermeintlich aufgeklärten Kulturkreis immer mehr Menschen, die meinen, ihre "Aufgeklärtheit" sei eine Lizenz dafür, Religion und Gottesglaube pauschal als "Unfug" zu disqualifizieren.
Wenn Sie selbst auch nur im Ansatz aufgeklärt wären, wüssten Sie,
1. dass Aufklärung zunächst darin besteht, auch die eigene Perspektive kritisch zu hinterfragen,
2. dass die europäische Aufklärung auch eine Folge der Reformation ist,
3. dass es auch eine "Dialektik der Aufklärung"gibt, für die zuerst "Auschwitz" und "Hiroschima" als Fakten und Symbole stehen, und die wir jetzt u.a. als ökologische Selbstzertörung erleben,
4. dass es seit der Aufklärung auch ein aufgeklärtes Judentum und Christentum gibt und viele der gößten DenkerInnen aus ihm hervorgegangen sind,
5. dass durch eine sich selbst ausdrücklich als nichtreligiös verstehende Weltanschauung, den Kommunismus, ca. 80 Millionen Menschen ermordet wurden.
Mit aufgeklärten Grüßen, Ch. R.

Herr Becker, ich bestreite , dass wir eine Religionsfreiheit haben . Wir haben die Freiheit,frei von Religion zu leben . Ansonsten haben wir Bekenntnisfreiheit ,sich also frei zu seiner Religion zu bekennen und diese im Rahmen des GG auszuleben.Dazu gibt es von Prof. Schachtschneider einen interessanten Kommentar , der darlegt warum der Islam verfassungswidrig ist.

Rob Schuberth | Sa., 14. Juli 2018 - 13:02

Werter Herr Grau (Autor),

Die bei uns verfassungsmäßig erlaubte Ausübung der eigenen Religion, allgemein benannt als Religionsfreiheit, endet m. E. da, wo sie die hier ebenfalls geltenden Gesetze, Verordnungen, Regeln uvm. verletzen würde.
Es war und ist NICHT im Sinne der Verfassungsgeber (gewesen) hier - via Religionsausübung - einzelnen Gruppen, oder auch nur einzelnen Individuen, Rechte zuzugestehen, die ÜBER unserem Rechtssystem stehen.

Religionen darf man hier (aus-)leben, ja, aber eben NUR INNERHALB dieses Rahmens.

Alles andere wäre doch absurd.
Philosophen, Ideologen u. ä. mögen darüber gerne philosophieren, aber NICHT entscheiden.

Ralph Lewenhardt | Sa., 14. Juli 2018 - 13:21

Das Grundgesetz bestimmt den Grundsatz der Religionsfreiheit. Die handelnde Religionsausübung aber, muss sowohl dem gesamten Grundgesetz, allen Gesetzen und der Kulturtradition unserer Gesellschaft entsprechen. Selbst dann, wenn Teile der Religion dann ev.nicht ausführbar wären. Hier ergeben sich derzeit erhebliche Differenzen und unzulässige Interpretationsspielräume für Jedermann.
Insofern wäre eine "Verordnung über die Ausübung und Begrenzung religiöser Handlungen" auf unserem Staatsgebiet", dringend erforderlich.

Eine solche Verordnung, obwohl doch alle Grundrechte ihre Schranken in den anderen Grundrechten und in den Rechten anderer Personen finden, ist eigentlich überflüssig. Nicht überflüssig ist, diese Rechte ins Bewußtsein zu heben.

Dazu zähle ich körperliche Unversehrtheit, weshalb ich mit Beschneidungen nicht mal bei Knaben einverstanden bin. Uns droht aber Krasseres aus Afrika. In Italien wurde schon eine Frau Opfer von Kannibalen (nigerianische Mafia), auch Riten mit toten Albinos sind in Afrika verbreitet.
https://www.nzz.ch/international/okkulte-gewalt-von-tansania-und-nigeri…
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/malawi-albinos-v…

Zu schnell wird eigene Religionsfreiheit gefordert, aber Rücksicht anderer gemeint. Da soll der Forderndste die größte Rücksicht verdienen, weil sonst der öffentliche Friede gefährdet ist. Aber führt diese Rücksicht nicht eher dazu, dass die Leiseren auch laut werden (müssen)?

Konrad Perfeud | Sa., 14. Juli 2018 - 13:31

In einer freien Welt müssen Menschen frei und anhand beliebiger, persönlicher Kriterien entscheiden dürfen, mit wem sie enge Gemeinschaften eingehen. Dazu gehört ganz eindeutig und besonders die Religion. Ein Verweis auf die Religionsfreiheit im Grundgesetz löst diese Frage gar nicht. Verfassungen können nicht Gemeinsamkeit befehlen und wer mit wem eine Nation bilden muss schon gar nicht.

Samuel von Wauwereit | Sa., 14. Juli 2018 - 13:48

"Konservative Muslime haben die gleichen Rechte auf kulturelle Identität wie liberale Europäer."Hä???? Ja, aber dann nicht hier, sondern in Saudi-Arabien oder meinetwegen in Pakistan. Deutschland ist nun mal ein säkularisiertes Land, in dem sich alle Religionen im Rahmen der Verfassung bewegen müssen. Wenn sie das nicht wollen, dann sind sie hier fehl am Platz. Und ob unsere Verfassungswerte nur aus dem Christentum abgeleitet sind, wage ich doch mal zu bezweifeln. Da gibt es auch noch andere Quellen.

Christoph Rist | Sa., 14. Juli 2018 - 14:09

"Doch religiöser Subjektivismus, die klare Trennung von realer und transzendenter Welt und die damit einhergehende Trennung von politischer und religiöser Sphäre sind originär christlich." Nein! Diese pauschale, ahistorische Zuschreibung aus Ihrer klugen Feder schmerz schon ein wenig. Das alles ist eben nicht christlich induziert sondern REIN RATIONAL aus dem soziokulturell christlich geprägten Europa heraus geboren. Ein kleiner, aber feiner Unterscheid! Die Abstraktion von Geistlichem und Weltlichem ist gerade mal läppische 370 Jahre jung und begann mit dem Westfälischen Frieden. Der resultierte nicht aus "Christlichkeit" sondern aus der Negativerfahrung der rund 3 Jahrzehnte andauernden Barbarei. "Wir" mussten zunächst knietief durch's eigene Blut waten und einen religiös-geopolitischen Exzess erleben, bevor wir zur Besinnung kamen! Dem Islam fehlt diese elementare wie einschneidende kulturhistorische Erfahrung in Gänze und damit auch der für uns bedeutsame Friedens-/Mäßigungszwang!

Da empfehle ich ihnen einmal das Neue Testament zu lesen,dort finden Sie bereits diese Trennung der Transzendents von der Realiät. Mein "Reich ist nicht von dieser Welt"und "gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist"sind deutliche Fingerzeige in diese Richtung .Gerne gebe ich Ihnen zu , dass die Großkirchen ,als institutionelle Machtorgansationen ,sich daran nicht gehalten haben.

Karl Müller | Sa., 14. Juli 2018 - 14:15

Natürlich kann es weder einen "deutschen Islam" noch dt. Katolizismus o.ä. geben, genau so wenig wie es eine "deutsche Physik" geben kann.
Religion als Konstrukt braucht, egal was man nun von solchen Konstrukten hält, nicht verfassungskonform zu sein. Welche "Religion" wäre das bei ausreichend strenger Betrachtung denn überhaupt?
Es kommt nur darauf an das sich die Gläubigen gegenüber der FDGO nicht rechtswidrig verhalten, wozu auch zählt das Primat der FDGO vorbehaltlos anzuerkennen. Jede darf und soll beliebigen Unfug glauben. Nur darf solcher Glaube nie Rechtfertigungsgrund für positive oder negative Sonderrechte gegen Dritte oder Anspruchsdenken über die positive Religionsfreiheit hinaus sein.

Michael Jensen | Sa., 14. Juli 2018 - 14:17

Nur wenige der Moslems sind Gefährder oder Terroristen, aber nahezu alle Gefährder oder Terroristen heute sind Moslems. Das und die weit verbreitete Meinung, Israel mit den Juden gehöre vernichtet, passt nicht zu Deutschland. Ebensowenig die islamische Ideologie, man müsse sich das Gastland untertan machen. Auch kenne ich kein Land mit moslemischer Bevölkerungsmehrheit, in dem nicht die Scharia gilt.
Und nun die alles entscheidende Frage: Was an diesen Sätzen ist „Rassismus“? Folgendes ist Rassismus: alle Juden ausrotten zu wollen. Wo bleibt die Klärung der Frage, ob der Islam mit unserer Verfassung vereinbar ist? – > Der Flüchtling flieht, und ruht dann freundlich dort, wo die Gefahr vorbei. Wer weiter zieht, sucht etwas anderes als Sicherheit: Bequemes Geld, und sorry für das Wort, ein Volk, das untertänigst niederkniet, wenn Rot-Grün „weg mit Deutschland!“ schreit.

Christoph Rist | Sa., 14. Juli 2018 - 14:27

"Auch wenn es weder christlichen Konservativen noch progressiven Atheisten gefällt: Ohne Christentum hätte es keine Säkularisierung gegeben. Eine Religion einer Rechtskultur anzupassen, die sie nicht selbst entwickelt hat, ist eine groteske Idee."
Zum ersten Teil habe ich mich schon ausgelassen. Wir können uns gerne darauf einigen, dass es ohne spätere, hochgradig vernunftbegabte Christen keine Säkularisierung gegeben hätte. Das ist vollkommen korrekt. Deshalb kommt mit dieser Formulierung auch jeder Atheist wunderbar klar, ohne dass sich ihm die Zehennägel beim Lesen aufrollen. Das Entscheidende ist aber die Ableitung (die auch mit dem Fazit meines Vorkommentars zusammengeht) aus alledem. Dieser Satz zweite Satz ist richtig und hat es in sich. Denn damit sind sie in den Augen der Gutmeinenden und kulturrelativistischen Dummschwätzer zur einem "Kulturfaschisten"! DER ISLAM ist - im Gegensatz zu einzelnen musl. Individuen - nicht integrierbar und wird auch niemals ein "Deutscher" sein!

Paul J. Meier | Sa., 14. Juli 2018 - 14:47

Ich erlaube mir den Begriff des "deutschen Islam" zeitgemäß ein wenig zu globalisieren. Wir finden hier eine analoge Situation zum damaligen Rohrkrepierer Eurokommunismus. Ein dogmatisches System kann man nicht in ein freiheitliches, liberales Korsett zwängen, allein diese eigentliche Antinomie, ist Indikator für die Problematik. Nur aus dem Islam heraus, könnte es zu innovierenden Fluktuationen kommen, die sich dann erst noch stabilisieren müssten. Es ist diese Dichotomie, die bei ihrem letzten Artikel "Zumutungen für die liberale Seele", schon Ansatz war. Ein weiteres dichotomisches Problem liegt beim Islam klar zwischen Langue und Parole, was im Koran steht und was Prediger daraus machen. Als Kritiker wird einem ja ständig diese "Islamophobiekeule" um die Ohren gehauen. Ein Buddhist gar wollte mir seine(sic!) Interpretation des Koran als die wahre verkaufen. Ihr Artikel erinnerte mich sehr treffend daran. Selbst paritätisch würden beide Seiten verlieren, auch das schließt sich aus.

Schabert Albert | Sa., 14. Juli 2018 - 15:00

Es ist richtig,wenn Sie feststellen,mit Muslimen kann man nicht über deren Glauben diskutieren.Hat man einem Moslem mühsam beigebracht,"es gbt keine richtige und keine falsche Meinung",also nur deine Meinung und meine Meinung,kommt nach kurzem Nachdenken die Meldung"aber meine Meinung ist die richtige"
Die Politik hat das Problem mit den fanatisierten Muslimen bisher noch unterdrücken können,die bisherigen Opfer sind Kollateralschäden.Von uns Deutschen mehr Toleranz zu fordern,verhönt die Opfer.

Romuald Veselic | Sa., 14. Juli 2018 - 15:21

eine Religion, die Apostaten per Dogma tötet, ist ein antizivilisatorischer Faktor, der in mir die tiefste Abneigung hervorruft.

Andreas Fischer | Sa., 14. Juli 2018 - 15:49

Zum „Recht auf kulturelle Identität“: Genau das ist kein Recht in diesem Staat, wenn die Praxis dieser kulturellen Identität gegen die Verfassung verstößt. Die Betroffenen müssen dieses „Recht“ dann woanders wahrnehmen.

Die Väter der Verfassung waren leider zu naiv, als sie die Religionsfreiheit pauschal unter Schutz gestellt hatten. Sie dachten an ein Christentum in rot, grün oder blau. Sie bedachten nicht, dass es eine Religion geben könnte, die nicht nur private Verehrung eines Absoluten, sondern politisches Programm betreiben könnte.

Jens Richter | Mo., 16. Juli 2018 - 14:51

Antwort auf von Andreas Fischer

Ich würde sie nicht naiv nennen. Sie konnten in jener Zeit überhaupt nicht damit rechnen, dass eine eliminatorische Gewaltideologie Deutschland unterwandern und schließlich übernehmen und mit Bezug auf eben die Religionsfreiheit die Scharia durchsetzen würde. Religionsfreiheit bedeutet ja auch, ungehindert(!) frei von Religionen sein zu dürfen (Schwur muss nicht auf die Bibel, kann auch aufs Grundgesetz geleistet werden). Schon allein diese Freiheit wird von Muslimen strikt zurückgewiesen, m.a.W. sie haben sich der Deutungshoheit über das deutsche(!) Grundgesetz unverschämt und unangefochten bemächtigt.

Den Islam gab es damals schon. Nennen Sie die Gründerväter also meinetwegen gutgläubig wohlmeinend.

Werner Winter | Sa., 14. Juli 2018 - 16:08

Sehr geehrter Herr Grau, lange habe ich schon auf eine derartige kritische Betrachtung gehofft. Leider waren Wortmeldungen von Islamforschern und sonstigen Philosophen zu diesem Problem nie tiefgreifend genug. Viele Äußerungen von unseren Politikern sind dumm und falsch und trugen daher nicht dazu bei, irgendetwas in der Islamdebatte zu bewirken. Ich bin kein Freund des Islam, empfinde es aber als arrogant wenn Politiker erwarten, dass der Islam sich in irgendeiner Art und Weise anpassen muss-europäisch oder deutsch.

Georg Silva | Sa., 14. Juli 2018 - 16:44

Gutmenschen und Christen alles dulden, wird sich nichts ändern und der Islam geht mit vollen Tempo über uns her.
Nur die Blöden und Dummen wollen dies nicht wahrhaben. Wozu hat der ganze Balkan damals die Türken vor Wien zurückgehalten?
Und mit wie viel Blut?
Jetzt kommt die Quittung....

Konrad Schiemert | Sa., 14. Juli 2018 - 17:20

> die Ideale des Grundgesetzes einer christlichen Tradition entstammen
Wo kann man in der "christlichen Tradition" oder in der ganzen christlichen Lehre die Grundideen der Demokratie, Redefreiheit und Gleichberechtigung finden? IMHO nirgendwo.
Die Säkularisierung hat sich trotz dem erbitterten Widerstand der Kirche durchgesetzt, der säkulare Staat hat ist nicht ein "Ergebnis" des Christentums.
Warum das Christentum verfassungskonform ist? Ist gar nicht (lesen Sie die Bibel!), aber zum Glück gibt es dazu ein einfacher Kompromis: Die christliche Religion wird in D. nur sonntags zwischen 10 und 11 Uhr ernstgenommen, sonst wird "normal" gelebt. Die meisten Christen sind Kulturchristen, die pflegen die Religion als eine Tradition und nicht mehr. Das gleiche kann man kaum über die Mehrheit der Muslimen und über den Islam behaupten. Noch nicht.

Bernd Rundfeder | Mo., 16. Juli 2018 - 12:14

Antwort auf von Konrad Schiemert

Lesen Sie doch mal über Augustinus (354–430), der als Begründer der abendländischen Freiheitsphilosophie charakterisiert werden kann oder auch seine Werke direkt. Thomas von Aquin (13. Jhdt.) ist da auch gute Lektüre. Und Luther auch. Franz von Sales im 16. Jhdt. Und dort finden Sie eben auch die Wurzeln der Aufklärung. Ist halt ein bisschen Arbeit für den Kopf. Die moderne Philosophie ist nicht denkbar ohne das christliche Philosophiefundament, egel wen der Herren (oder wenigen Damen) Sie da nehmen ...

Ihnen empfehle ich mal die Geschichte der Kreuzzüge oder der Inquisition oder der französichen Revolution oder die des deutschen Bauernkrieges und einiges andere in der Richtung. Vieleicht auch die der Päpste. Da kann man sich dran abarbeiten und sich fragen, was wohl das Christentum mit der Aufklärung zu tun haben soll. Rein gar nichts. Es ist die Antiaufklärung.

Dem setze ich entgegen: Aufklärung, Humanismus und moderne Werte sind zwar aus der Mitte der christlich geprägten spätmittelalterlichen Welt hervorgegangen, sind aber keinesfalls dessen Schöpfung. Letztendlich ist es der Siegeszug von Wissen (Naturwissenschaft) über Unwissenheit (Glauben), der den Primat der religiösen Weltdeutung überwunden hat. Ein Giordano Bruno ist dafür auf dem Scheiterhaufen hingerichtet worden. Wenn sich die Kirchen heute zahm und aufgeklärt geben, dann geschieht das aus dem Kalkül, ihre Daseinsberechtigung zu sichern.

Reinhard Benditte | Sa., 14. Juli 2018 - 17:34

.wenn ich Ihrer Argumentation folge, bedeute es nichts anderes, als dass wir auf einen Bürgerkrieg zu steuern. Nach meinem Verständnis gibt es für einen Gläubigen Muslimen nur die Alternative, den Koran zu leben, das Grundgesetz abzulehnen und einen islamischen Religionsstaat zu errichten. Im Umkehrschluss heißt das für die liberale Welt wir müssen für unsere Werte kämpfen oder wir gehen unter. Wenn wir für unsere Werte kämpfen wollen, dann müssten wir jetzt anfangen und gegen die Anfänge einer möglichen Islamisierung der Staates und der Gesellschaft kämpfen. Alternativ wäre die einzige Option, dass die islamische Gesellschaft einen ähnlichen Prozess durchläuft, wie es das Christentum über die letzten 200 Jahre durchlaufen hat. Ich fürchte, dass wir diese Zeit nicht haben und gewisse ideologische westliche Gruppen in Ihrer Verbohrtheit das eigene Grab eines westlich orientierten Europas schaufeln! Mit der Grenzöffnung und einem falsch verstandenen Liberalismus ist das Ende eingeläutet.

Alfred Werner | Sa., 14. Juli 2018 - 17:58

die sich aus diesem durchaus nachvollziehbaren Artikel ergibt: man kann beides nicht unmittelbar zusammenbringen, es kann bestenfalls zu einer (zweckmäßigerweise räumlich getrennten) friedlichen Koexistenz kommen. Mit anderen Worten: Es wurden haarsträubende Fehler mit der unkontrollierten Zuwanderung von Millionen Muslimen gemacht. Ohne dies als Vorwurf an diese zu formulieren. Und nun ?

Bernhard K. Kopp | Sa., 14. Juli 2018 - 19:01

'Der Islam' kann nie verfassungskonform sein, weil es niemanden gibt, der eine verfassungskonforme Interpretation etablieren könnte und wollte. Diejenigen, die auch nur eine 'moderne Interpretation' versuchen, wo immer sie auch sind, erhalten bekanntlich Morddrohungen aus der islamischen Welt. Moslems können, wenn sie denn wollen, verfassungskonform und religiös sein. Dies ist im sozialen Kontext natürlich nicht so einfach wie es klingt. Es wird nicht mehr lange dauern bis ca. 10% der Bevölkerung Moslems sind, und in einer Generation werden es voraussichtlich 20% sein. Wir sollten darauf achten, dass sie sich an uns, und unserer Kultur anpassen, und nicht umgekehrt.

Petra Führmann | Sa., 14. Juli 2018 - 19:28

dass auch Sie der Meinung sind, dass der Islam so bleibt, wie er ist und sich unseren Gepflogenheiten, Vorstellungen, auch an unser Gesetz, nicht anpassen wird und das auch nicht muss? Davon gehe ich allerdings auch aus. Gehen Sie ebenso davon aus, dass das alle zur Kenntnis zu nehmen und somit Ruhe zu geben haben, es also zwei friedliche Nebeneinander geben wird? Das wiederum hieße, dass es nichts wird mit der Integration, oder bestenfalls nur äußerlich, materiell. Man muss ich ja nicht bekriegen, aber eine Einheit wird es so nie werden. Soll es das? Oder soll es "bunt" werden? Ich denke, das kann man nicht planen, es wird sich ergeben. Ich bleibe daher bei meiner archaischen Vorstellung, dass jeder an seinem Ort bleiben sollte oder, noch besser, die Welt aus Atheisten bestehen sollte.

Tomas Poth | Sa., 14. Juli 2018 - 19:54

für uns Deutsche.
Der Islam hat auch sein eigenes Rechtssystem, dieses steht konträr zu unserem Rechtswesen. Das haben alle Politiker verstanden. Der Herr Grau auch? Zwei Rechtssysteme in einem Staat nebeneinander kann nicht funktionieren, also kann der Islam gar nicht zu Deutschland gehören. Somit vielleicht nicht einmal die Menschen die dieser Glaubensrichtung angehören, denn dürfen diese sich einem anderen Rechtssystem als der Scharia unterwerfen? Und nun?

Reiner Kraa | Sa., 14. Juli 2018 - 20:16

Religion war und ist immer ein Instrument zur Beherrschung von Menschen. Die Herrscher bronzezeitlicher und antiker Zentralstaaten waren immer gleichzeitig oberste Priester. Die Päpste des Mittelalters haben sich immer als über allen Königen stehend empfunden. So ist es eben auch mit dem Islam. Der wahre Islam braucht einen Kalifen. Wir Europäer aber haben unsere Wurzeln im klassischen Griechenland und nicht im vorderen Orient, aus dem auch das Christentum stammt. Mit der Renaissance und der Aufklärung haben wir religiöse Herrschaftssysteme überwunden. Mit großer Kraftanstrengung und unzähligen Opfern sind die Europäer aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit herausgegangen, wie es Kant formulierte. Dieser Weg muss und soll fortgesetzt werden. Das Letzte, was wir deshalb in Europa brauchen, ist eine neue Religion. Wir haben mit den vorhandenen schon genug am Hacken.

Dominik Rohde | Sa., 14. Juli 2018 - 20:54

für diesen Beitrag, Herr Grau. Unseren Politikern fehlt leider überwiegend der Verstand, um das Problem zu erfassen, welches sie pointiert beschreiben bzw. analysieren. Die kommenden Jahre werden allerdings davon immer mehr geprägt sein, den gigantischen Schaden zu reparieren, den Angela Merkel zu verantworten hat.

Karin Zeitz | Sa., 14. Juli 2018 - 20:57

doch was wäre die Schlussfolgerung aus dieser Erkenntnis? Die Ansichten von Kretonisten, stenggläubigen orthodoxen Juden, Salafisten oder anderen Gruppen von Gläubigen, die auf wortwörtliche Auslegung der jeweiligen heiligen Bücher und Durchsetzung der darin gebotenen vormittelalterlicher Lebensweisen bestehen sind nicht mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar. Da christliche Fundamentalisten und strenggläubige orthodoxe Juden in Deutschland wenig Anhänger haben, gibt es damit keine Probleme. Bedenklich ist dagegen das Erstarken fundamentaler Strömungen des Islam in der Türkei und leider auch in Deutschland, wo das weiß Gott nicht hingehört.

Norbert Heyer | Sa., 14. Juli 2018 - 21:05

Zwischen allen Religionen unterscheiden sich die Menschen dadurch, dass man die Mitglieder des jeweils anderen Glaubens als Andersgläubige bezeichnet, nur der Islam nennt alle Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften als Ungläubige - und das ist der elementare, alles entscheidende Unterschied. Hierdurch ist ein friedliches Nebeneinander der Religionen völlig unmöglich, da der Islam immer seinen Alleinvertretungsanspruch durchsetzt, wenn er die Mehrheit am Bevölkerungsanteil erreicht hat.

Michael Maschke | Sa., 14. Juli 2018 - 21:46

Um es einmal mit Henryk Broder zu sagen: Es gibt Probleme, für die es keine Lösung gibt. Da nutzen dann auch keine vielleicht gutgemeinten "interreligiösen Dialoge" oder "kultursensibles Handeln" nichts. Der Wesenskern des Christentums, nämlich die Überzeugung von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen, ist in die westliche, weltliche Gerichtsbarkeit eingeflossen bis hin zur unantastbaren Würde des Menschen im ersten Artikel unseres Grundgesetzes. Dem christlich-jüdischen Gott "auf Augenhöhe" steht die islamische Unterwerfung unter den Willen Allahs entgegen,allein schon aus Angst vor endlosen Höllenqualen im Falle der Nichtbefolgung. Dazu kommt dann noch die Unantastbarkeit des Koran als letzte und damit alleingültige Offenbarung. Für einen gläubigen Muslim ist Zweifel keine Option. Von daher wird er eine "Unterwerfung" unter das Grundgesetz immer als Nötigung empfinden, die seinem moralischen Empfinden entgegensteht.

Hauke Zumstrull | Sa., 14. Juli 2018 - 22:08

Sie haben ganz recht, im Bundesinnenministerium muss kein neuer Pontifex Maximus angesiedelt werden der sich in die Angelegenheiten aller Religionen einmischt und den Menschen vorgibt was sie zu glauben haben. Man muss sich nur mal anschauen was so etwas im frühen Byzanz angerichtet hat: Der Versuch Orthodoxe und Monophysiten unter einer unnötig komplizierten Glaubensformel zu vereinen, hat nur Aufstände verursacht und beide Gruppen weiter voneinander entfernt, was geglaubt werden sollte hat niemand geglaubt.
Wenn die Regierung dafür sorgt, dass jeder hier seine Rechte wahrnehmen kann, reicht das für ein friedliches Zusammenleben der zweiundachtzig Millionen Kulturen in diesem Land.

Michael Maschke | Sa., 14. Juli 2018 - 22:15

Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte sagt doch deutlich genug, welchen Stellenwert unsere westliche Gesetzgebung in den Augen muslimisch geprägter Mehrheitsgesellschaften gegenüber der Scharia hat. Wenn der Anteil der Muslime in westlichen Gesellschaften einen Schwellenwert erreicht hat, wird es unweigerlich zu Spannungen kommen, welche den zu Recht so vielgerühmten sozialen Frieden gefährden werden. Das hat dann nichts mit Rassismus oder Intoleranz zu tun, sondern liegt einfach in der Natur der Sache. Der Versuch unserer Politikdarsteller, hier paternalistisch einzuschreiten nach dm Motto "Jetzt vertragt euch doch bitte" muss scheitern, da diese nur unter Aufgabe der jeweiligen kulturellen Identität möglich wäre. Nebenbei bemerkt denke ich, dass man bei den pro-Erdogan Demos in Köln oder bei den Autokorsos türkischstämmiger Erdogan-Wähler gesehen hat, dass viele junge Türken aufgrund ihrer Prägung weniger Probleme mit Autokraten bzw. eingeschränkten Grundrechten haben.

Nils Nehrke | Sa., 14. Juli 2018 - 22:47

... entspringen wohl kaum christlicher Tradition, sondern sind ein Ergebnis historischer Erfahrungen und aufklärerischer Prägung. Die Gleichberechtigung von Frau und Mann, die Religionsfreiheit, die Meinungsfreiheit: All das ist absolut nicht christlich begründet. Es widerspricht sogar ausdrücklich christlichen Werten und musste gegen den Widerstand der Kirchen erkämpft werden.

Sehr geehrter Herr Nehrke,

da sind Sie, wie leider viele Zeitgenossen, auf dem völlig falschen Dampfer.
Ich habe in meiner Jugend ähnlich gedacht wie Sie, weil mir das historische Hintergrundwissen gefehlt hat.
Da ich Ihnen meinen Widerspruch nicht in zwei Sätzen erklären kann, empfehle ich Ihnen "Der Skandal der Skandale" von Manfred Lütz", oder, wenn Sie es ausführlicher begründet haben möchten das Buch, das dem vorher erwähnten zu Grunde liegt: "Toleranz und Gewalt" von Arnold Angenendt.
Mit freundlichen Grüßen

Dieter Petermann | Sa., 14. Juli 2018 - 22:48

Wenn der Islam nicht mehr der Islam ist wenn er verfassungskonform ist, dann hat er Islam hier nicht zu suchen. Nicht steht über dem Grundgesetz. Und das darf nicht verhandelbar sein.

Wenn es nicht passt, der darf seine Koffer packen und woanders hingehen. Die islamische Welt ist sehr groß, groß genug für alle, die den Islam ausleben wollen.

Mathias Trostdorf | Sa., 14. Juli 2018 - 23:32

Die Probleme mit dem Islam in der westlichen Gesellschaft entstehen für uns ja nicht dadurch, daß Muslime ihre Religion verleugnen oder nicht verleugnen sollen. Die Konflikte entstehen, weil die Leute ihren Glauben in großer Zahl nicht als Privatsache ausleben (so wie es die Religionsfreiheit garantiert), sondern ihre rückschrittlichen und vielfach mit den westlichen Werten nicht vereinbaren Traditionen und Ansichten in ideologischer Form in viele Bereiche der Gesellschaft einbringen. Die wenigsten Christen oder Ungläubigen wollen Muslimen ihren Glauben verbieten. Sie möchten sich nur nicht von denen vorschreiben lassen, wie wir hier zu leben haben. Ich möchte Freiheiten, die mir jahrzehntelang garantiert waren, nicht "täglich wieder neu aushandeln". Auch sollten weder der Glaube noch die daraus resultierenden Traditionen jemanden davon abhalten, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen, statt diese nur auszunutzen.
Aber das dürfte ja inzwischen alles allseits bekannt sein.

Michaela Diederichs | Sa., 14. Juli 2018 - 23:48

Irrational sind alle Diskussionen um den Islam. Das Christentum hat sich über Jahrhunderte abgeschliffen und den politischen Gegebenheiten angepasst bis heute. Dem Islam wird das nicht passieren. Wie sagte mir ein muslimischer Freund: "Ihr kennt das neue und das alte Testament. Der Islam ist das letzte Testament. Und danach werden sich in Zukunft alle vernünftigen Menschen richten". Mit Vernunft hat der Islam zwar nicht viel zu tun. Aber fest steht: immer mehr Menschen richten sich nach dem Islam in seiner ursprünglichen Form. Daran führt kein Weg vorbei. Und er wird uns einfach überrollen, weil wir auch keinerlei Widerstand leisten. Also genießen wir das Leben, wie wir es kannten und kennen, noch ein wenig. Bald ist Ende der Spaßgesellschaft. Die Jungen werden sich wundern. Aber sie wollen es so. Wohl bekomm´s.

Afshin Salari | Sa., 14. Juli 2018 - 23:54

Es gibt zwar verschiedene Abzweigungen im Islam, aber alle haben dasselbe Buch und die gemeinsame unverrückbare Überzeugung, dass Koran das reine Wort Gottes ist. Darum ist es Unsinn, von europäischen, asiatischen oder afrikanischem Islam zu sprechen, denn der Ursprung des Islam liegt ja nicht auf unserer Erde, sondern im Himmel, wo ein Allah alles von der Geburt bis zum Tode verbindlich und unter Androhung drakonischer Strafen (Scharia) festgelegt hat. Wer den Islam reformieren will, greift also den Gott himself an. Dass das keine gute Idee ist und die Höchststrafe zur Folge hat, liegt eigentlich auf der Hand.

Markus Michaelis | So., 15. Juli 2018 - 01:25

Ich denke auch, dass ein "deutscher Islam" erstmal Unsinn ist. Das heißt nicht, dass er nicht kommen kann oder heute schon Vertreter hätte. Aber in der Masse ist das heute eher gegensätzlich. Da bräuchte es ein neues Deutschland oder einen neuen Islam. Im Moment wollen hinreichend viele Muslime (die Masse?) nicht in einer deutschen Gesellschaft aufgehen. Und umgekehrt begrüßen selbst die Grünen zwar alle Muslime als Menschen und Verfassungsfreunde, aber mit dem Islam können die meisten wenig anfangen.

Außerdem: "Das Christentum hat die Säkularisierung und den säkularen Staat hervorgebracht". Das war glaube ich komplexer. Ein wesentliches Element war die Buntheit in Europa. Das Christentum hat einerseits zu einem gemeinsamen Gedanken beigetragen, andererseits in einer europäischen Besonderheit mit Kaiser-Papst mit verhindert, dass sich ein Superstaat durchsetzt. Das hat dann auch gerade das Christentum in Schach gehalten zu dominant zu werden - auch zum eigenen Wohl.

Elke Utecht | So., 15. Juli 2018 - 06:57

"Das Christentum hat die Säkularisierung und den säkularen Staat hervorgebracht – nicht umgekehrt". Können Sie, sehr geehrter Herr Grau, das näher begründen. Ich kenne diese Aussage aus mehr religiösen Kreisen, Säkulare argumentieren anders. Die Begründung interessiert mich wirklich! Ich kenne etliche Bibelstellen ( auch im NT) , die meinem Verständnis von Demokratie und Grundgesetz entgegenstehen. Fängt schon bei den 10 Geboten an.

André Oldenburg | So., 15. Juli 2018 - 07:15

Eine Religion muss nicht verfassungskonform sein, aber wenn aufgrund der Religion die Rechte anderer eingeschränkt werden, dann läuft etwas falsch.
Klar kann die Rolle der Frau immer gerne diskutiert werden, in der katholischen Kirche ist diese aber auch nicht "wichtig". Jeder kann in seiner Kirche/Moschee im Rahmen der Gesetze machen was er für richtig hält, aufwiegelung zu Straftaten gibt es leider häufiger in Moscheen in Deutschland (dazu gab es sogar eine Sendung bei den öffentlich-rechtlichen).
Es gibt ein Recht zu dem Gott zu beten, den man möchte, aber ansonsten sollte die Religion aus dem öffentlichen Raum gedrängt werden, keine Kopfbedeckungen in staatlichen Räumen, das gebietet der Respekt vor dem Staat, keine Gebetsräume, egal welcher Religion in staatlichen Räumen, keine Sonderrechte wegen Ramadan und ein Speiseplan sollte auch Schweinefleisch enthalten, das gehört zur kulturellen Identität (ja, liebe Vegetarier, die meisten von euch sind damit aufgewachsen).

Dieter Erkelenz | So., 15. Juli 2018 - 07:40

Nein, Herr Grau, mit Teilen Ihrer Replik bin ich absolut nicht einverstanden. Vor allem nicht mit dem Begriff"umsiedeln". Meines Wissens sind diese Menschen nicht "umgesiedelt " worden, sondern sind selbständig hierher gekommen. Wer sollte sie umgesiedelt haben?

Matt Paul | So., 15. Juli 2018 - 08:25

"Das Christentum hat die Säkularisierung und den säkularen Staat hervorgebracht". Herr Grau bringt auf den Punkt, daß unser Staat auf christlichen Werten basiert.

Und daß ein "deutscher Islam eben kein Islam wäre, sondern ein Religionshybrid aus christlichen Wertvorstellungen mit islamischer Folklore."

Leider äußert sich Grau nicht zur "Gretchenfrage", ob "Das Recht auf [islamische] kulturelle Identität" Staatsrecht übergeordnet sein kann?

Gerdi Franke | So., 15. Juli 2018 - 08:51

In Deutschland? Das widerspricht aber den Vorstellungen von Integration! Da sollte man schon unterscheiden. Es wird mit islamischer Kultur keine Integration in die deutsche Gesellschaft geben!

Christoph Kuhlmann | So., 15. Juli 2018 - 09:46

der den Kern des Problems erkannt hat. Ein Islam, der der Säkularisierung zustimmt, ist nach dem heutigen Verständnis vieler Muslime kein Islam mehr. Dies hängt mit der intellektuellen Stagnation zusammen,die im Islam seit dem 11. Jahrhundert zu beobachten ist. Sie wirkte sich auf die einst vorhandene religiöse Toleranz ebenso aus, wie auf die Entwicklung von Technik und Wissenschaft. Insofern gehe ich davon aus, dass für die Mehrzahl der Muslime, die alltägliche Lebenspraxis ausschlaggebend für das Religionsverständnis ist. Solange allerdings, Imame vom türkischen Staat, oder auch aus Saudi-Arabien entsandt und finanziert werden, dürfen wir uns nicht wundern, wenn der intellektuelle Horizont und damit auch die Toleranz und Bereitschaft zur Säkularisierung hinter westlichen Standards zurückbleibt. Hinzu kommt natürlich der permanente Zuzug von Muslimen aus Regionen mit einem uns atavistisch erscheinenden Religionsverständnis, der eine Anpassung der anderen behindert.

Hans Page | So., 15. Juli 2018 - 09:58

Wer sich ein bisschen mit dem Islam und dem real existierenden Islam beschäftigt hat wird zu dem gleichen Schluß kommen wie Sie. Nur was soll man dann machen, denn sie sind ja nun mal da mit ihrer Religion/Ideologie die schlicht verfassungswidrig ist, einfach weil sie dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht, indem sie zwischen Gläubigen und Ungläubigen unterscheidet. Jede Sekte, die derartiges verbreiten würde, wäre schon längst verboten, und ihre Führer inhaftiert. Das lässt sich wohl kaum mit dieser "Sekte" machen, dafür ist sie schon zu mächtig und wird auch noch aus dem Ausland unterstützt. Daher kann ich die Politiker verstehen, die sich darauf zurück ziehen, dass der Islam, egal welcher Ausprägung, eine Religion sei und die ist geschützt. In der Realität kann man sich nur darauf beschränken den Einfluss des Auslandes zu unterbinden und hoffen, dass sie die Muslime in Europa langsam säkularisieren. Die Hoffnung ist groß...

Ullrich Ramps | So., 15. Juli 2018 - 10:08

Ich schätze Herrn Grau, aber dieser Artikel war schwach.
Denn - was ist denn bitte die Schlussfolgerung? Wie soll sich Deutschland positionieren?
Man bekommt den Islam also nicht Gesetzes-konform. Also ... weisen wir alle Muslime aus ...? Und was ist mit den hier Geborenen?
Oder wir akzeptieren, dass sich alle Muslime NICHT nach den deutschen Gesetzen richten?
Beides Unfug. Ergo MUSS sich der Islam in Deutschland anpassen, so, dass jeder Muslim an diese - angepasste - Variante des Islam glauben und zugleich auf dem Boden der Gesetze leben kann.
Alles andere geht nicht.

Problem erkennen, Problem benennen, weitere Zuwanderung von Muslimen sehen als das was es ist : ein Problem. Also : Problem ( Zuwanderung) klein halten. Wär doch schon mal was....

Christoph Kuhlmann | So., 15. Juli 2018 - 10:13

An dieser Stelle sollte man zudem auf den unterschiedlichen Entstehungskontext hinweisen. Während das Christentum in den ersten, prägenden Jahrhunderten im Römischen Reich in Opposition zum Staat stand, (nicht nur Jesus wurde gekreuzigt), bestand im Islam nie die Notwendigkeit in ähnlicher Weise zwischen weltlicher und geistlicher Macht zu unterscheiden. Schließlich wurde diese Religion in weit größerem Maße und von Beginn an militärisch verbreitet, als dies beim Christentum der Fall war. Die Missionierung ging also in der Regel mit der Eroberung der entsprechenden Gebiete einher. Insofern war der Keim zur Säkularisierung im Christentum von vornherein angelegt. Institutionell gab es immer separate Organisationen weltlicher und geistlicher Macht, die viele Jahrhunderte nach der Christianisierung Europas formal gleichberechtigt koexistierten und bereits eine Art von Gewaltenteilung darstellten; während die Kalifen eben weltliche und religiöse Herrscher in Personalunion waren.

Rupert Wenger | So., 15. Juli 2018 - 10:19

Den Ausführungen muss man einmal vorbehaltlos zustimmen. Die Folgerungen überlässt der Autor dem Leser, weil ihre Verbalisierung ihm wohl die gesellschaftliche Exkommunikation bringen würde. Darf ich einen Zusatz anbringen? Muslimische Eltern haben das in den Menschenrechten formulierte prioritäre Recht, ihre Kinder zu erziehen, und wenn sie wollen, dürfen sie sie auch zu Islamisten erziehen, solange kein straf-gesetzlich relevanter Tatbestand vorliegt. Auch ich spare mir die Folgerungen und überlasse sie der Fantasie des Lesers.

Jo Steiner | So., 15. Juli 2018 - 10:20

Leider vergessen Sie die Qintessenz Ihrer Darstellung, nämlich die Frage zu stellen, ob wir weitere kulturelle Planeten in unserem Land wollen. Für mich heisst das "nein".

Ralf Altmeister | So., 15. Juli 2018 - 11:23

Ist es nicht moralisch verwerflich, einer Gesellschaft zu versprechen, wir könnten Millionen von Muslimen integrieren oder assimilieren und Parallelgesellschaften vermeiden, wenn die Erfahrungen der letzten 50 Jahre dagegen sprechen.
Dabei geht es nicht darum, das Zusammenleben mit einzelnen Muslimen in Frage zu stellen aber die religiöse Eigendynamik einer muslimischen Gemeinschaft bringt eben eine Art des Zusammenlebens hervor, die sich in den Regeln und Maßstäben des Alltages gravierend von hiesigen unterscheidet und auch bewußt abschottet, wie man in bekannten Stadtvierteln beobachten kann. Dass über diese Gemeinschaften versucht wird, aus der Türkei oder dem arabischen Raum, Einfluß auszuüben ist bekannt. Damit wird es aber zu einem hochbrisanten Politikum, welches wegen der muslimischen Demografieentwicklung immer mehr ansteigt.
Eine am inneren Frieden orientierte Politik kann nur an einer Zurückdrängung dieser Entwicklung interessiert sein. Tut sie dies gerade ?

Manfred Steffan | So., 15. Juli 2018 - 11:48

aber was heißt das in der Konsequenz? Positiv zu vermerken ist, dass allmählich Problembewusstsein in die öffentliche Wahrnehmung vordringt. Die Naivität der Vergangenheit - die in der gesellschaftlichen Breite bei weitem noch nicht überwunden ist - ist erschreckend. Was aber bedeutet es, wenn immer mehr Menschen sich in Fundamentalopposition zum freiheitlich säkularen Staat befinden (auch wenn sie sich absolut rechtstreu verhalten)? Bekanntlich lebt der freiheitlich säkulare Staat von Voraussetzungen, die er selbst nicht gewährleisten kann (Böckenförder-Diktum). Was ist zu tun?

August Klose | So., 15. Juli 2018 - 12:13

...und was sind Ihre Schlussfolgerungen, Herr Grau? Das würde mich jetzt interessieren.

Günter Johannsen | So., 15. Juli 2018 - 12:37

... nur Islamgläubige, die in Deutschland leben.
Es kann keinen deutschen Islam geben, weil der Islam nicht zu Deutschland gehört und bei uns weder Tradition, noch irgendetwas zu unserer Kultur und Geschichte hinzu getan hat. Es gibt nur den Islam des Koran, in dem schwarz auf weiß geschrieben ist, Andersgläubige sind Ungläubige und deshalb zu vernichten sind, wo man sie antrifft!
„Es gibt ja die Taquyya, die im Islam erlaubte Verstellung und Täuschung bei der Auseinandersetzung mit Ungläubigen. Die Ditib ist für mich die Materialisierung der Taquyya. Egal, wie die Antwort ausfällt: Ehrlich wird sie nicht sein. Das ist Taquyya. Die Erlaubnis für Muslime, Ungläubige zu belügen.“
Ralph Giordano, Schriftsteller

Jacqueline Gafner | So., 15. Juli 2018 - 14:39

das ist mir denn doch zu kurz gedacht, was die (wohlweislich?) ausgeblendeten gedanklichen Konsequenzen Ihres Fazits angeht (Zitat): "Konservative Muslime haben die gleichen Rechte auf kulturelle Identität wie liberale Europäer. Das Problem ergibt sich erst dadurch, dass eine gedankenlose Politik sie beide dazu nötigt, dies unter ein Dach zu bringen." Tatsache ist, dass Deutschland ein säkularer Staat ist; gleiches gilt für den Rest der Staaten, die gemeinhin dem "Westen" zugerechnet werden. Warum dem so ist, ist im konkreten Kontext weniger entscheidend als dass es so ist. Klar haben konservative Muslime prinzipiell dieselben Rechte auf kulturelle Identität wie, nein, nicht "liberale Europäer", sondern, wenn schon, konservative Christen, Juden, Buddhisten, Hindus, Schintoisten usw.; ausleben können sie ihre spezifische kulturelle Identität in säkularen Staaten aber nur im Rahmen der weltlichen Verfassung, wie alle andern auch. Und genau damit bekunden zu viele unter ihnen Mühe.

ingrid Dietz | So., 15. Juli 2018 - 16:12

muß sich in jedem Fall und zu 100-% unserem Grundgesetz unterordnen !
Und schon gibt es kein Probleme mehr !

Leider sieht die Realität anders aus !

Und so lange das so ist, gehört der Islam nicht zu Deutschland !

Bernhard Marquardt | So., 15. Juli 2018 - 16:18

Bei allem Recht auf kulturelle Identität. Das Kriterium, an dem sich die Integrationsfähigkeit von allen Zuwanderern, auch von Muslimen, messen lassen muss, ist schlichtweg die Akzeptanz des hier über Jahrhunderte und von der Aufklärung geprägten Rechtssystems. Das ja die Religionsfreiheit ausdrücklich beinhaltet. Ein Islam jedoch, der seine eigene Vorstellungen von Recht und Moral jenseits dieses Rechtssystems etablieren will (und bereits mancherorts etabliert hat), führt zwangsläufig zu einer nicht integrationfähigen, weil nicht integrationswilligen Parallelgesellschaft. Eine muslimische Parallelgesellschaft, die die Rechtsnormen diese Landes nicht respektiert und die Religion über das Gesetz stellt, wie etwa in Berlin und anderweitig, zu dulden oder gar zu fördern, wäre fatal und für das bestehende Gesellschaftssystem absolut zerstörerisch. Die Durchsetzung hiesigen Rechts hat absolute Priorität beim Bemühen um Integration und mit Intoleranz nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Bernhard Marquardt | So., 15. Juli 2018 - 16:24

Natürlich gibt es Muslime, die sich ohne Parallelgesellschaften hierzulande nahezu problemlos integrieren, nämlich die Aleviten (nicht zu verwechseln mit des Alawiten Assads!) Eine Religion mit immerhin ca. 30 Mio. Anhängern, denen nach langer Verfolgung der Laizismus unter Atatürk zunächst eine freie Religionsausübung gewährt hat. Jedoch werden die Aleviten von der Mehrheit der sunnitischen Türken seit langem erneut diskriminiert, unter dem neuen „Sultan“ besonders (angeblich 80 % der seit dem „Putschversuch“ Verhafteten). Die Aleviten stellen schätzungsweise mehr als ein Viertel der in Deutschland lebenden türkischstämmigen Bürger. Vermutlich handelt es sich um eine zwangsislamisierte Religion aus vorislamischer Zeit. Die fast buddhistischen Grundsätze und Regeln dieser Religion sind u.a. Nächstenliebe, Toleranz (auch religiöse!), Gerechtigkeit, Geduld und Bescheidenheit. Leider prägen die intoleranten Sunniten die öffentliche Wahrnehmung und nicht die zurückhaltenden Aleviten.

Bernhard Marquardt | So., 15. Juli 2018 - 16:26

Das Statut der Alevitischen Glaubensgemeinschaft Österreichs definiert einen Aleviten als einen Menschen, der die Heiligkeit von Gott in seinem Herzen trägt, - der niemals gegen Alis Gerechtigkeitssinn verstößt, - der die Standhaftigkeit bzw. Unbeugsamkeit des Heiligen Hüseyin (3. Imam) gegen Ungerechtigkeit praktiziert, - der in seinem Herzen die Menschenliebe beherbergt, - der jede Religion, Konfession und Glaubensrichtung achtet und respektiert, - der keine diskriminierenden Unterschiede bezüglich Sprache, Religion, Kultur, Rasse, Hautfarbe, Geschlechterorientierung und zwischen Mann und Frau macht, - der sein Ego beherrscht, - der aufrichtig, freundlich, barmherzig, gerecht und liebevoll ist, - der großen Wert auf Wissen legt, - der die eigene geistige Entwicklung anstrebt, - der sich angstfrei und mit Liebe zu Gott hinwendet, - der den Schöpfer (Gott) sowie die Schöpfung (Menschen, Tiere, Natur) als eine Einheit betrachtet. Mit solch einem Islam könnte man sich glatt anfreunden.

Armin Latell | So., 15. Juli 2018 - 16:49

Jeder kann gerne glauben, an was er will und wie er es will, solange sich die Konsequenzen daraus auf sein ureigenen, kleinen Lebensbereich beschränken, wobei ganz unreligiös gelten muss: deine Rechte enden genau dort, wo meine beginnen. Dass das Gro unserer Politiker substanzlose Schwätzer sind und nichts verstanden haben, konnten wir die letzten Wochen sehr gut betrachten. Im Fall Islam dürfen diese Menschen ihre kulturelle Identität gerne behalten, aber nicht in unserem De, nicht auf unsere Kosten. Es ist nicht erschrecken, wie wenige immer noch nicht verstanden haben, was es heißt, millionenfach Menschen anderer Religionsprägung in ein für sie fremdes religionskulturelles Umfeld umzusiedeln, sondern dass die Inkompatibilität und Gefährlichkeit bewusst ignoriert und sakrosankt als weltoffen, bunt und tolerant verherrlicht wird. Wie könnte eine Lösung aus Sicht eines Philosophen aussehen?

Bryan Hayes | So., 15. Juli 2018 - 19:05

"Konservative Muslime haben die gleichen Rechte auf kulturelle Identität wie liberale Europäer."?
Der Punkt bleibt vollständig unklar.
Ein anderer ist aber vollständig eindeutig und kristallklar: Die Freiheitliche Grundordnung ist absolut einzuhalten. Und zwar von jedem und jeder. Nicht nur das, die ist auch uneingeschränkt zu befürworten und die eigenen Kinder sind in diesem Geiste zu erziehen.

Jürgen Lehmann | So., 15. Juli 2018 - 20:02

Es gibt keine Religion die über einer anderen steht. Alle WEISHEITEN bestehen aus GLAUBEN, was auch provokativ als „nichts wissen“ bezeichnet werden kann.

Religionsfreiheit bedeutet jedoch nicht, dass der Islam zu Deutschland gehören muss.

Beim heutigen Islam handelt es sich um eine rückwärts orientierte Religion, die dringend eine „geistige Umgestaltung“ benötigt. Das bedeutet natürlich nicht, dass es dann ein Islam deutscher oder anderer Prägung sein muss.

Wie aus der Vergangenheit bekannt, gab es schon einmal einen intelligenten und sehr fortschrittlichen Islam. Man denke nur an Andalusien und die Mauren.

Aber, mir ist nicht bekannt, dass millionenfach Menschen anderer Religionsprägung umgesiedelt wurden. Es steht jedem frei dahin zurückzukehren, wo er hergekommen ist.

Robert Schmidt | So., 15. Juli 2018 - 20:31

Wenn es also laut Autor unmöglich ist einen Islam zu kreieren der auf dem "Boden der Verfassung" steht, dann KANN der Islam nicht nur nicht zu Deutschland gehören, sondern dann DARF es auch nicht. Das wird hoffentlich jeder verstehen, denn bisweilen hat man das Gefühl, dass manche Verantwortliche in der Politik die Verfassung je nach Interessenslage und Laune für verbindlich oder disponibel erachten.
Ich selbst habe den Koran gelesen und bin schon des öffteren in moslemischen Ländern gewesen.
Der Koran begründet eine Kampfreligion, die dazu gemacht ist, sich den Weg gegenüber anderen Religionen bzw. Ungläubigen zur Alleinherrschaft Allahs und dem Kalifen als seinem Stellvertreter auf Erden zu bahnen. Dieses Konzept funktioniert einigermaßen in Ländern in denen der Islam tatsächlich die ausschließliche Religion geworden ist. Man darf den Islam allerdings nicht mit anderen Religionen oder unter "Ungläubige" bringen, damit beginnen die Probleme!

Ullrich Wenzel | So., 15. Juli 2018 - 21:24

Eine Gesellschaft braucht Regeln für's friedliche Zusammenleben.
Verfassungen nicht Religionen sind hier bestimmend.
Herrn Grau folgend sollten wir das Grundgesetz abschaffen und alle Religionen und Sekten ihr Leben selbst bestimmen lassen.
Das bedeutet Chaos und der Rechtsstaat wird ausgehebelt.
Solch Ideen sind krank und unwissenschaftlich.
Gut, dass wir uns grösstenteils von der Allmacht unsere Religionen und Sekten in den meisten entwickelten Staaten befreit haben.
Übrigens Toleranz in religiösen Dingen ist keine Einbahnstrasse. Wie behandeln islamische Länder das Christentum !
Toll der Iran und Saudi-Arabien.

Wir sollten Menschen mit dieser fanatischen Islamauslegung nicht in unserem Land aufnehmen. Sie untergraben unsere Demokratie Herr Grau.

Kurz und bündig: Der Islam ist - wie jede Religion auch - jedermanns Privatsache!
Kirche und Staat sind getrennt und unabhängig voneinander.
Über allen und allem steht das Grundgesetz, das mit Artikel 1 beginnt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar!" Dieses Grundgesetz auch nicht verhandelbar! Wer das nicht akzeptieren und verinnerlichen will, kann nicht in Deutschland leben … muss auch nicht, weil keiner gezwungen ist, bei uns zu leben.
Mehr muss dazu nicht gesagt werden!

Alexander Mazurek | So., 15. Juli 2018 - 23:04

… fördert das Denkvermögen, war der Titel eines lesenswerten Artikels: Die Lektüre des Koran (eine vollständige Ausgabe bitte), aber auch von "Das Leben des Propheten" von Ibn Ishaq, der ersten Biographie des Propheten, und z.B. "Nachrichten von Taten und Aussprüchen des Propheten Muhammad" von Sahih al-Buhari, einer Hadithen-Sammlung ist auf jeden Fall ein guter Anfang zur Erkenntnis aus erster Hand. Die Geschichtsschreibung hilft über den Anfang weiter.
Der Islam ist der "Aufklärung" übrigens ähnlich, wer hätte es gedacht, beide verleumden die Vergangenheit als dunkel, unwissend und verlogen, beide geben frühere Errungenschaften zivilisatorischen Fortschritts als die ihren aus, beider Aufstieg begann mit Massenmord, einmal der Juden z.B. des Stammes Banū Quraiza, einmal der Katholiken in der Vendée. Beide fordern sie Unterwerfung, unter die Scharia oder ein positivistisches Recht. Beide sind sie inklusiv: Jeder, der sich unterwirft, ist willkommen. Das Kalifat und der Leviathan ...

Birgit Rilling | Mo., 16. Juli 2018 - 06:35

Säkularisierung entschieden hätte. Wenn es nach Ihr ginge, dann würden wir heute noch von Kirchenfürsten regiert werden. Es waren die gesellschaftlichen Entwicklungen, welche die Kirche zwang, sich mit der Säkularisierung zu arrangieren. Ergo können wir das auch von den Muslimen verlangen. Unser Land, unser Recht! Wenn sie ihre Religion so nicht ausüben können oder wollen, dann gibt es genügend Länder, in denen sie das uneingeschränkt dürfen. Demokratie und alle Menschenrechte gelten für mich vor der Religionsfreiheit! Wir müssen auf diese Spielregel drängen, sonst sieht es in unserem Land bald zappenduster aus! Die Gesellschaft beginnt doch an den Rändern schon auszufransen.

Dr. Jürgen Herrmann | Mo., 16. Juli 2018 - 08:11

Lassen Sie uns endlich eine echte Säkularisierung machen:
Alle Religion ist Ideologie oder Folklore. Als solche dürfen sie sich einmischen, aber auf keinen Fall gegen Gesetze verstoßen (z. B. Kirchenasyl oder Scharia). Wenn sie das tun sind sie rechtsstaatlich abzuurteilen. Religionen dürfen nicht vom Staat subventioniert werden (keine Gehälter für Bischöfe, keine Unterstützung für Kirche jeder Art) und keine staatlichen Aufgaben übernehmen (die wenigen Prozent an Kosten, die z. B. die Kirchen für Krankenhäuser usw. tragen, kann der Staat dann auch noch übernehmen und sich jede Einmischung verbieten). Religionen sind privat und ihr Eigentum und ihre Folklore kann bestenfalls kulturhistorisch geschützt werden.

Peter Silie | Mo., 16. Juli 2018 - 08:23

Es gibt keinen Grund, warum der Islam sich NICHT weiterentwickeln könnte, sollte. Ob man die Deutschen oder europäischen Muslime dann auch "Protestanten" nennt, ist unwichtig.
"Konservative Muslime haben die gleichen Rechte auf kulturelle Identität wie liberale Europäer" = solange sie sich in Europa an die hiesigen Gesetze halten und sie Ihre Religion innerhalb ihrer Privatsphäre ausüben.
So schwer ist das doch nicht.

Rupert Wenger | Mo., 16. Juli 2018 - 11:37

Antwort auf von Peter Silie

Der Islam kann und soll sich aus unserer Sicht und in die von uns gewünschte Richtung weiterentwickeln. Soweit einverstanden. Wenn er aber nicht will? Er ist eine anerkannte Religion und genießt Religionsfreiheit, muslimische Eltern dürfen ihre Kinder zu Islamisten erziehen, solange konkret gegen kein Gesetz verstoßen wird. Das ist das eigentliche Problem, weil es eine rein defensives Herangehen an das Problem erzwingt. Zuerst ein konkreter Gesetzesverstoß, dann die Reaktion der Gesellschaft. Dieses Vorgehen ist ohne jeden Zweifel mit Opfern in der Gesellschaft zu bezahlen. Der Staat hat aber die Aufgabe, seine Bürger zu schützen, muss also aktive und nicht nur reaktive Maßnahmen setzen, was nach heutiger Rechtslage ausgeschlossen scheint, wie oben dargestellt. Wir sollten daher über eine grundsätzliche Änderungen der Rechtsordnung diskutieren, die es ermöglichen, unter Einhaltung der Menschenrechte potentielle Täter von ihren potentiellen Opfern zu separieren.

wolfgang spremberg | Mo., 16. Juli 2018 - 12:35

Antwort auf von Peter Silie

na denn mal los. Man kann den Islam auch zu Hause liberalisieren. Dazu muss man nicht auswandern. Leider zeigt uns die aktuelle Entwicklung, dass sich Gesellschaften auch wieder rückwärts entwickeln können...Türkei, Ägypten, Iran usw. usw....muss nicht, aber kann. Dieses "kann" Risiko möchte ich nicht in meinem Umfeld ausprobieren...

Rose Hundal | Mo., 16. Juli 2018 - 09:28

Danke Herr Grau, es gelingt Ihnen immer wieder, die Diskussion von dem Punkt her zu beleuchten, von dem aus sie geführt werden sollte. Das würde erfordern, sich gründlich dem Thema zu widmen und strikt zu trennen, was die jeweiligen „Religionsgründer“ bewegte, und was im Laufe der Jahrhunderte aus den verschiedensten Interessen von den „Religionsvertretern“ gemacht wurde.
Dass das Thema benutzt wird, mit "billigsten Statements" politisches Kapital daraus zu schlagen – ich finde es erbärmlich.

Wenn Sie sich mit dem Thema Islam (oder auch jeder beliebigen andern Religion) gründlich beschäftigen und dabei auch strikt zwischen dem unterscheiden wollen, was die jeweiligen "Religionsgründer" bewegte und spätere "Religionsvertreter" im Verlauf von Jahrhunderten daraus machten, bitte sehr, das steht ist Ihnen selbstredend frei. Mir steht es aber ebenso frei, mich nicht damit beschäftigen zu wollen, gschweige denn zu müssen; nicht wegen Fehlens eines entsprechenden kulturgeschichtlichen Interesses, sondern weil ich mich durch niemanden nötigen lassen werde, ein Interesse für den Islam vorab deshalb entwickeln zu sollen, weil der Anteil muslimischer "Communities" (wie das Neudeutsch so schön heisst) in Europa steigt und das Thema Religion, damit zusammenhängend, neuerdings laufend aufs Tapet kommt, obwohl das nach hierzulande weit verbreiteter Ansicht vorab Privatsache ist. Diese "Rolle rückwärts" mache ich nicht mit, zumal wenn eine Minderheit sie der Mehrheit diktieren will.

Waheed Khan | Mo., 16. Juli 2018 - 23:45

Antwort auf von Jacqueline Gafner

Das will die Minderheit auch nicht. Nur 20% der hier lebenden Muslime sind auch wirklich praktizierende Muslime. Es wird ein unnötiger Hype darum gemacht und ein Feindbild geschaffen, um von wirklichen Problemen in Deutschland abzulenken. Religionsfreiheit sollte für jeden Menschen und jede Religion gelten, sofern sie nicht gegen die Verfassung ist.

Erwin Staub | Mo., 16. Juli 2018 - 16:27

RELIGIONEN sind, um die Jahrtausend Jahre alte Geschichten auf den Punkt zu bringen,
KRIMINELLE MACHTORGANISATIONEN:
Mohamed war ein Massenmörder, und der Islam - in vielen seiner Varianten - ist in seiner Bedeutung nicht Frieden (wie behauptet), sondern kriegerische Unterwerfung der Ungläubigen und die Christenheit eine kriminelle Macht- und Märchengeschichte (Kriminalgeschichte des Christentums» – Wikipedia), ohne jeglichen Beweishintergrund.
Es lässt sich unter keinem Titel erklären, warum die Fakten ignoriert werden, dass
fundamentale Werte, die für einen modernen Rechtsstaat konstitutiv waren und sind:
die Menschenrechte, die Freiheit der Meinungsäusserung, die Wissenschaft,
die Kunst, die demokratische Gewaltenteilung usw, nicht dem Christentum
entstammten, sondern, dass diese in einem erbitterten, Jahrhunderte währenden
Widerstandskampf GEGEN die Machtansprüche erkämpft werden musste.
Genau betrachtet verstossen alle Religionen gegen die Verfassungen. Aufklärung?

Rolf Pohl | Mo., 16. Juli 2018 - 18:09

Dieser Sachverhalt und/oder Fakt ist erstens korrekt und zweitens ein großes Glück für Deutschland und den ganz überwiegenden Teil Europas.

Wolfram Fischer | Mo., 16. Juli 2018 - 20:23

Ich hoffe falsch verstanden zu haben: Recht auf kulturelle Identität für Muslime, auch wenn sie HIER leben???
Das ist indiskutabel, da ein Muslim, so er wirklich rechtgläubig ist und den Koran deshalb über unser GG stellt, HIER nichts mehr verloren hat! Dann hat ee dahin zu gehen, wo sie das toll finden, in eines der mehrheitlich muslimischen Länder. Wie es da zugeht, weiss man, wenn man nicht verblendet ist: Unfreiheit, religöser Gesinnungsterror, Verherrlichung eines Massenmörders, Frauenentrechtung,....
Das alles hat HIER, auf dem Boden, auf dem das GG gilt, als verfassungsfeindlich NICHTS - aber auch GAR NICHTS verloren! Unser Grundgesetz ist eines der größten Errungenschaften einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, die nicht zur Dispositon gestellt werden darf durch irgendwelche menschen- und geistesverachtenden "kulturellen Identitäten"!