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In die Hölle und zurück
  Bildergalerie: Der Irak

Früher herrschten im Irak Hammurabi, Hethiter und Hochkulturen. Heute herrschen im Irak Terror, Trauer und Tränen. Das alte Zweistromland hat in den letzten Jahren unendlich viel Leid und Gewalt ertragen müssen.

Der Irak existiert als eigenes Gebilde erst seit den Anfängen des letzten Jahrhunderts. 1921 setzt das britische Empire Faisal I. als König des Iraks ein. Doch die Monarchie soll nicht von langer Dauer sein. Zwar wird das Land als erster arabischer Staat formal unabhängig und Mitglied der UNO. Doch am 14. Juli 1958 putscht die Armee gegen Faisal II. und bringt viele Angehörige des Königshauses um. Rasch wird eine Republik gegründet – doch die Demokratie hat nicht lange Bestand. Am 8. Februar 1963 ergreift die Baath-Partei die Macht, 1979 kommt es zu einem entscheidenden Ereignis: Saddam Hussein wird irakischer Staatschef. In den folgenden Jahren errichtet Hussein eine brutale Diktatur, lässt unzählige Menschen ermorden und führt Kriege gegen Nachbarländer. Große Statuen künden von der selbstherrlichen Allmacht des Despoten.

Fast dreißig Jahre später stehen die Statuen nicht mehr. Sie wurden gestürzt, gestürzt wie Saddam Hussein. Am 20. März 2003 marschieren westliche Soldaten der „Koalition der Willigen“ im Irak ein, die einheimische Armee hat nicht den Hauch einer Chance. Innerhalb weniger Wochen brechen die Truppen unter der Führung der USA – Saddam war den Amerikanern schon lange ein Dorn im Auge – alle Widerstände. Am 1. Mai verkündet Präsident George W. Bush den Sieg der Koalition. Ein Sieg, der alles andere als ein Triumph ist. Sondern vielmehr der Beginn einer Krise aus Bürgerkrieg und Selbstmordanschlägen. Eine Krise, die auch eine Krise Amerikas wird. Foltervorwürfe, Massaker an Zivilisten und Korruption bringen die amerikanischen Truppen im Irak immer mehr in Misskredit. Es scheint, als sei der Krieg zwischen Euphrat und Tigris das nächste Vietnam. Die USA stehen vor einem Scheitern ungeahnten Ausmaßes – und spielen am 10. Februar 2007 ihren letzten Trumpf aus: US-General David Petraeus.

„König David“ gilt nicht nur als exzellenter Stratege, sondern auch als gebildeter Intellektueller. Sein Ansehen ist deshalb in allen Schichten Amerikas enorm. Ihm gelingt es, eine Truppenaufstockung durchsetzen. Die Amerikaner schließen Pakte mit verschiedenen Volks- und Religionsgruppen – und sie nehmen Saddam Hussein gefangen. Seine Aburteilung und Hinrichtung durch die Iraker löst heftige Kontroversen aus. Die Gewalt flammt in den folgenden Wochen noch einmal auf. Dennoch glaubt man heute: Die Lage im Irak hat sich gebessert. Viele Experten sprechen davon, dass die Sicherheitslage inzwischen stabil und damit eine grundlegende Voraussetzung für die demokratische Entwicklung des Landes gegeben sei. Tatsächlich scheint sich die irakische Regierung mehr und mehr zu emanzipieren. Auch der Aufbau der Infrastruktur und der Wirtschaft geht voran. Sogar ein Truppenabzug der Amerikaner ist plötzlich in Reichweite, 2011 wird immer wieder als ein mögliches Datum genannt.

Natürlich bleiben nach wie vor große Probleme. Der Krieg hat die USA Milliarden gekostet. Der Konflikt zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden ist noch lange nicht ausgestanden. Und noch immer sind Selbstmordanschläge Normalität.

Und dennoch zeigen die jüngsten Entwicklungen: Der Irak scheint wieder eine Zukunft zu haben. Und die Hoffnung, dass bald wieder andere Dinge im Land herrschen als Terror, Trauer und Tränen.

Sir Michael Rose: Löst die Irak-Frage britisch!
Wolfram Weimer: Die Krise des Krieges
Francis Fukuyama: Bush ist schuld am Antiamerikanismus
Michael Walzer: Den Tyrannen töten?
Ramsey Clark: Warum ich Saddam verteidige
Carsten Stormer: Geht nicht – gibt’s nicht
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