
| Hillary Clinton |
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Hillary Clinton hat es nicht geschafft. Sie wollte die erste Frau im Oval Office werden, die erste amerikanische Staatslenkerin. Bis zuletzt hatte Clinton die Hoffnung, es ihrem Mann Bill gleich zu tun. Der avancierte 1992 zum „Comeback Kid“, weil er sich aus scheinbar aussichtsloser Lage mit einem Sieg in New Hampshire zurück ins Präsidentschafts-Rennen katapultierte. Für Hillary Clinton blieb es bei der Hoffnung. Sie wurde kein „Combeback Kid“, sondern unterlag ihrem Parteikonkurrenten Barack Obama. Hillary musste ihren Traum vom Einzug ins Weiße Haus begraben. Diese Niederlage hat sicherlich viele Gründe. Auf der einen Seite unterliefen der ehemaligen Senatorin des Bundesstaates New York entscheidende taktische Fehler. Sie zeigte im Vorwahlkampf Nerven und entließ mehrere enge Mitarbeiter und Wahlkampfberater. Damit zerstörte sie ihren Nimbus als kühle Analytikerin und Strategin. Doch es kam noch schlimmer: Barack Obama, der Emporkömmling aus Illinois, übertrumpfte sie in ihrer ureigenen Domäne: dem Fundraising. Am Ende geriet Clinton in ernste Geldprobleme, während Obama ständig neue Spendenrekords feiern durfte. Auch das ein harter Schlag für die ehrgeizige Politikerin. Dabei hätte sie es bereits vorher wissen müssen: Ihre Kandidatur war im wahrsten Sinne des Wortes ein Politikum. Denn Clinton polarisiert: Viele halten sie für unglaubwürdig und machtbesessen, da sie weiter mit Bill Clinton verheiratet blieb, obwohl sie sich dafür öffentlich als betrogene Ehefrau erniedrigen lassen musste. Auch ihre politischen Versuche als First Lady in Sachen Gesundheitsreform sind vielen noch im Gedächtnis. Damals war sie kläglich gescheitert, als sie mit eigenen Ideen das Gesundheitssystem verbessern wollte – und zum Objekt öffentlicher Häme wurde. Dazu das Schmähwerk „Die Wahrheit über Hillary“, in dem ihre angeblichen lesbischen Neigungen thematisiert werden. Damit sollte sie vor allem als Familienpolitikerin unmöglich gemacht werden. Und dennoch: Allein auf taktisch-technische Fehler ist Clintons Niederlage nicht zurückzuführen. Sie wurde auch Opfer der Zeit und der Umstände. Mit den Misserfolgen der Amerikaner in der Welt und im eigenen Land wuchs die Unzufriedenheit der Bürger mit der politischen Elite. „Establishment“ avancierte zum Synonym für korrupte, ineffiziente und realitätsvergessene Politik. Clinton, die als ehemalige First Lady bestens in Washington und der Polit-High Society vernetzt ist, wurde immer stärker mit diesem "Establishment" identifiziert. Obama setzte die Botschaft vom „Change“ dagegen und damit vielleicht den Grundstein zu seinem späteren Erfolg. Schlussendlich wurde Clinton vielleicht auch Opfer einer amerikanischen Urangst. Nämlich der, das eigene Land im Zweifelsfall nicht verteidigen zu können. Und für diesen Job der nationalen Sicherheit wünschten sich die meisten einen Mann, der Stärke ausstrahlt. Ein Aspekt übrigens, der auch später im Wahlkampf zwischen Barack Obama und John McCain eine wichtige Rolle spielen sollte – für Clinton war es da freilich schon zu spät. Seit ihrer Niederlage gegen Obama ist eines klar: Hillary Clinton mag eine mächtige und einflussreiche Frau sein. Aber eben nicht die erste Person im Staat. Hillary Clinton bleibt das, was sie für viele auch während des Wahlkampfes immer war: eine ehemalige First Lady. |
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