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 > Die sechs größten Irrtümer in der Steuerdebatte

Berliner Republik

UmverteilungDie sechs größten Irrtümer in der Steuerdebatte

Von Hugo Müller-Vogg3. September 2012
picture alliance
steuer, Müller-Vogg, Reichensteuer, Steuerirrtümer
Steuer-Irrtum Nr. 1: „Die Steuern müssen steigen, weil der Staat immer weniger Geld hat“
Schrift:

Die Gerechtigkeitsfrage wird neben der Euro-Krise zum zentralen Wahlkampfthema. Grüne, SPD und Linke überbieten sich bereits gegenseitig in ihren Steuererhöhungsphantasien. Reine Ideologie, meint Hugo Müller-Vogg und nennt die schlimmsten Irrtümer in der Debatte

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Eines lässt sich schon jetzt vorhersagen: Die Gerechtigkeitsfrage wird neben der Euro-Krise zum bestimmenden Thema im Wahljahr 2013. Die Umverteilungsparteien SPD, Grüne und Die Linke laufen sich bereits warm: Ihre Vorschläge für höhere Steuern und neue Abgaben liegen auf dem Tisch. Es ist ein Wettbewerb nach dem Motto: Wer schröpft die Reichen stärker?

Da die Piraten mehr oder weniger mit ihren internen Problemen beschäftigt sind, haben sie noch immer kein Programm, das diesen Namen verdient. Aber auch hier ist die Tendenz klar: Wer hat, dem wird genommen – und zwar kräftig.

Nun kann man mit guten Gründen für eine höhere steuerliche Belastung der Besserverdienenden und der Vermögenden plädieren. Es ist schließlich ein legitimes politisches Ziel, der Umverteilung höchste Priorität einzuräumen – vor internationaler Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Gleichwohl fällt auf, dass die Befürworter eines höheren Spitzensteuersatzes, höherer Erbschaftssteuern, von Vermögenssteuer und Vermögensabgabe gern Totschlag-Argumente verbreiten, die einem Realitätscheck nicht standhalten, bei den Bürgern aber auf fruchtbaren Boden fallen.

Steuer-Irrtum Nr. 1: „Die Steuern müssen steigen, weil der Staat immer weniger Geld hat“

Die Bürger werden immer reicher, der Staat immer ärmer. So lautet die altbekannte Steuererhöhungs-Litanei. Tatsächlich leben wir in einem Land mit munter sprudelnden Steuerquellen.

1991, dem Jahr 1 nach der Wiedervereinigung, nahm der Fiskus 338 Milliarden Euro an Steuern ein – von der Umsatz- bis zur Zündholzsteuer. 2012 werden es laut Steuerschätzung 597 Milliarden sein. Das ist ein Plus von 259 Milliarden oder von 3,7 Prozent pro Jahr. Da bleibt selbst nach Abzug der in den vergangenen 21 Jahren niedrigen Inflationsraten ein beachtlicher Zuwachs.

Der Staat hat also nicht immer weniger Geld. Er gibt nur permanent mehr aus, als ein einnimmt. Deshalb würden Steuererhöhungen nicht zu einer niedrigeren Verschuldung führen, sondern zu höheren Ausgaben.

Steuer-Irrtum Nr. 2: „Die Reichen zahlen keine Steuern“

Das stimmt nur für eine kleine Gruppe der Reichen und Superreichen, die ganz legal Deutschland verlassen und sich in einem Land mit einer geringeren Steuerbelastung niederlassen.

Schlimm ist, dass unsere Gesellschaft solche Steuerflüchtlinge nicht ächtet. Es ist ein Skandal, dass der Steuer-Österreicher Franz Beckenbauer noch immer von der Politik hofiert wird, obwohl dieser Staat ihm keinen Steuer-Euro wert ist.

Die meisten Reichen werden bei uns jedoch zur Kasse gebeten – und das nicht zu knapp. Es gibt bei uns rund 383.000 Spitzenverdiener mit mehr als 172.000 Euro im Jahr – ein Prozent aller Steuerpflichtigen. Die zahlen aber ein Viertel der gesamten Einkommensteuer.

Oder nehmen wir die oberen zehn Prozent mit Jahreseinkünften von 72.000 Euro und mehr. Die zahlen 53 Prozent der gesamten Einkommensteuer.

Nun kann man der Meinung sein, diese zehn Prozent müssten eigentlich 60 oder 70 Prozent der gesamten Einkommensteuer zahlen. Doch dass sie gar nichts zahlen, ist falsch.

Steuer-Irrtum Nr. 3: „Mit Steuerschlupflöchern lässt sich die Einkommensteuer auf Null senken“

In der Tat können Menschen mit viel Geld Immobilien kaufen oder sich an Filmfonds beteiligen. Solche Investitionen führen in den Anfangsjahren zu Verlusten und senken deshalb die Einkommensteuer-Belastung. Doch hat der Gesetzgeber längst ausgeschlossen, dass Verluste in beliebiger Höhe mit dem Arbeitseinkommen verrechnet werden.

Die Steuerersparnis gibt es aber nicht zum Null-Tarif. Werfen solche Investitionen später Erträge ab, dann müssen sie versteuert werden. Führen sie dagegen zu Verlusten, dann wird die anfängliche Steuerersparnis mit dem Verlust des eingesetzten Kapitals bezahlt – ein wirklich schlechtes Geschäft.

Davon können Hunderttausende ein Lied singen, die nach der Wende mit Ost-Immobilien Steuern sparten – und heute zum Beispiel stolze Miteigentümer von leer stehenden, verlustbringenden Gebäuden sind.

Seite 2: Steuer-Irrtum Nr. 4: „Der kleine Mann wird bei der Lohnsteuer stark belastet“

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Bitte nicht

Liebe Cicero-Redaktion,

so sehr ich den Debatten-Stil hier schätze, so sehr bitte ich darum, Herrn Müller-Vogg dann auch anzuhalten, einen Debattenbeitrag zu liefern und nicht die ewige Wiederholung falscher Plattheiten, die kein Mindestmaß an argumentativer Wertschöpfung einhalten. Wenn man sich über die Frage von gerechter Umverteilung unterhalten will, dann bitte argumenativ und mit einem Mindestmaß an Aufgeklärtheit und intelligenter Argumentation und nicht immer mit den gleich, wirklich komplett hanebüchenen Argumenten. Es ist ja schön, dass Güllner offensichtlich abgeschaltet wurde, aber hätte ich gewußt, dass dafür Müller-Vogg kommt, der bei der FAZ nicht umsonst gegangen wurde, hätte ich dann doch noch lieber Güllner behalten. Bei ihm waren wenigstens die Zahlen interessant und man konnte daraus sein Urteil ableiten, aber diese platten Polemiken, diese, mit Verlaub, intellektuelle Tieffliegerei; das ist eines Debattenmagazins nicht würdig.

  • Antworten
Marcel Steindorf03.09.2012 | 14:25 Uhr

Den Beitrag überhaupt gelesen

Lieber Marcel Steindorf,
ehrlich gesagt ist der Beitrag von Hr. Müller-Vogg doch sehr sachlich und auf Daten und Fakten basierend geschrieben. Ihr Kommentar hingegen ist genau das was Sie Hr. Müller-Vogg vorwerfen: voller Polemiken und Plattheiten. Nicht eine Zahl wird von Ihnen bestritten, nichts als Worte. Also, bennennen Sie bitte Fakten und Zahlen.
Liebe Grüsse
Stefan

  • Antworten
Stefan04.09.2012 | 10:32 Uhr

Marcel Steindorf

Stefan, genau das gleiche wollte ich auch darauf schreiben!

  • Antworten
Klartext06.09.2012 | 14:06 Uhr

Keine eigenen Argumente, aber andere ausschließen

Kein einziges Argument vortragen, keine einzige Zahl von Herrn Müller-Vogg widerlegen, den Autor indirekt der Dummheit bezichtigen und obendrein dessen Ausschluss von weiteren Debatten-Beiträgen fordern. Unter Ihnen würde ich kein Journalist sein wollen.

Ich hätte aber kein Problem damit, wenn Sie Ihre Wünsche Herrn Müller-Vogg betreffend auf sich selber in diesem Forum anwenden würden.

  • Antworten
Wolfgang Schäfer05.09.2012 | 11:27 Uhr

Milchmädchen für Anfänger, gelernt bei "Mitt happens"

"...nehmen wir die oberen zehn Prozent mit Jahreseinkünften von 72.000 Euro und mehr. Die zahlen 53 Prozent der gesamten Einkommensteuer."

Ja, und welch verschwindenen Anteil am Gesamtsteueraufkommen hat die Einkommenssteuer? Mal nachrechnen, Herr Vogg. Oder mal googlen, vielleicht.

Immer der selbe, alte neocon Käse, der da aufgetischt wird. Diese Pseudofakten will doch niemand mehr hören.

  • Antworten
keiner03.09.2012 | 16:53 Uhr

dann rechnen wir mal Hr. oder Fr. Keiner

Hallo keiner,
wieso haben Sie die Zahlen nicht gleich selbst genannt sowie die statistische (gravierende) Ungenauigkeit ihrer Argumentation?
Lt. Bundesfinanzministerium betrug in 2011 das Lohnsteueraufkommen 139 Mrd. Euro, das Einkommenssteueraufkommen 32 Mrd. Euro. Nicht berücksichtigt wird aber, dass geschäftsführende Gesellschafter (mit ihrem i.d.R. hohen Gehalt) sowohl Lohn- wie auch Einkommenssteuerpflichtig sind.
Es ist also nicht so, dass die Lohnsteuer nur von "Arbeitern und Angestellten" bezahlt wird und die Einkommenssteuer nur von den Selbständigen. Ein Teil der Einkommen der Selbständigen wird somit auch im Lohnsteueraufkommen ausgewiesen.

  • Antworten
Stefan04.09.2012 | 12:08 Uhr

Der angeblich "verschwindende

Der angeblich "verschwindende" Anteil der Einkommensteuer am Gesamtsteueraufkommen beträgt mit 190 Mrd. ca. 33 %. Das Aufkommen der Umsatzsteuer liegt etwas über 33 %. Sämtliche indirekten Steuern (Verbrauchssteuern)bringen ca. 290 Mrd. in die Kasse. Wer lesen kann - und will - findet diese Zahlen beim Irrtum Nr. 5. So viel zum Thema "Pseudo-Fakten".

  • Antworten
Hugo Müller-Vogg04.09.2012 | 12:24 Uhr

Steuer-Irrtum Nr. 7:

Die Einkommens-Ungleichverteilung nimmt zu (http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensverteilung_in_Deutschland)

Ups - da passt das Wort "Irrtum" in der Überschrift aber nicht.

Blöd

Kann es sein, dass der Autor etwas einseitig recherchiert hat?

  • Antworten
curiosus_03.09.2012 | 17:27 Uhr

Wieder besseren Wissens

Es ist schön dass sich mal jemand die Mühe macht und alle Fakten komprimiert darstellt. Ich wette dennoch, dass im nächsten Wahlkampf die Vertreter von SPD, Linke und Grünen bei sämtlichen öffentlichen Auftritten wieder besseren Wissens ihre Wähler belügen (ein anderes Wort gibt es dafür nicht) werden.

  • Antworten
Stefan03.09.2012 | 19:53 Uhr

Hiermit

möchte ich dem Autor herzlich zu seiner neutralen Darstellung gratulieren. Insbesondere vermeidet er vorbildlich die Konstruktion von sogenannten - und leicht zu widerlegenden - Strohmännern. Ihre überzeugte Leserschaft.

  • Antworten
Haha03.09.2012 | 20:43 Uhr

Mit Verlaub,

die Betrachtung der Steuern allein ist irreführend. Es müssen die Zwangsabgaben für die Sozialversicherungen mit betrachtet werden, sonst ist das Bild völlig verschoben.

Erst dann wird klar, dass und warum in Summe die Beamten am besten dastehen, im aktiven Dienst wie in der Pension. Die mindestens 1.500€ beträgt.

Dafür müsste ein Arbeitnehmer rund 5500€ monatlich verdienen, über 35 Jahre, und dabei rund 440.000€ in die Rentenkasse einzahlen (einschließlich des fälschlich so genannten 'Arbeitgeberbeitrages').

Ein Beamter der unteren Besoldungsgruppen, mit 2.500€ Brutto, bekommt auch diese 1.500€ Pension - der Arbeitnehmer nicht nur Netto weitaus weniger während der aktiven zeit, sondern auch nur 688€ an Rente.

DAS ist der eigentliche Skandal. Den auch de Cicero geflissentlich übesieht.

  • Antworten
Very Serious Sam03.09.2012 | 22:19 Uhr

Geldschöpfungsbetrug fördert Steuerbetrug

Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie besser schlafen.

Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt. Ein einzigartiges Betrugssystem. Der ESM hat nahezu die gleichen Strukturen wie die FED. Die Versklavung wird damit auf EU Ebene hochgefahren.

  • Antworten
pedrobergerac04.09.2012 | 02:12 Uhr

Geldschöpfung

Ich verweise dazu auf die höchst interessante Initiative: www.monetative.de, der es genau um die Lösung dieses Problems geht. Mitautor dieser anregenden Alternative zur derzeitige Praxis der Geldschöfpung ist der Doktorvater von Ackermann (sic!): Prof. Dr. Binswanger.

  • Antworten
Dr. Hermann Oetjens19.09.2012 | 08:59 Uhr

Gerechtigkeit, nicht Gleichheit

Jeder Versuch, die Einkommensverteilung in einem Staat möglichst weitgehend anzugleichen, wird letztendlich dazu führen, daß alle ihre Hände in den Schoß legen. Wozu soll ich 14 Stunden am Tag arbeiten ohne jeden Anspruch auf bezahlten Urlaub, ohne mir einen Krankheitstag leisten zu können, wenn ich auch nicht mehr verdiene als der Arbeitslose von nebenan? Das obige Bild ist die Wirklichkeit für einen Selbständigen.
Gerecht ist ein System, das jedem Menschen die gleichen Bildungschancen bietet. Daß nicht jeder Mensch aus diesen Chancen das gleiche gute Reselutat erzielen kann, liegt in der angeborenen Unterschiedlichkeit begründet, eine Unterschiedklichkeit, die man zwar versucht, unter den Teppich zu kehren (Abitur für Alle), die aber trotzdem immer in aller Härte bestehen bleiben wird. Bei einem Abitur für alle haben wir dann halt ein Niveau, das noch unter dem Hauptschulabschluß von früher liegt (siehe Schreib- und Leseschwächen bei Studenten, Arbeitgeber finden keine geeigneten Lehrlinge mehr).
Ach ja, und die Superreichen ziehen einfach weg, so wie es jetzt in Frankreich passiert mit dem massenweisen Umzug der Bestverdienenden nach London. Kapital kennt keine Landesgrenzen. In diesem Zusammenhang sollte auch an die Lffer-Kurve erinnert werden, die aufzeigt, daß Steuereinnahmen insgesamt sinken, wenn ein bestimmter Grenzwert bei der Besteuerung überschritten wird.

  • Antworten
dw-seneca04.09.2012 | 07:12 Uhr

Falsche Aussage

Zitat: Der Hartz IV-Empfänger zahlt aber im Jahr etwa 400 bis 450 Euro an indirekten Steuern. Zitat Ende.

Nein, der Harz-IV-Empfänger erhält das Geld für die indirekte Steuer vom Staat, also von uns! Er zahlt somit keine Steuer auf Lebensmittel, Konsumgüter, Arzneimittel! Die angeblich Reichen, 52.000 Euro sind ein Tarifgehalt in der Industrie!!!, zahlen somit die eigene Umsatzsteuer und die der ach so Armen über die Steuer gleich noch mit. Ein absolut verlogenes System, das den arbeitenden Mittelstand ausplündert.

Leistungsfeindlich und ungerecht. Und wie man sieht, die alte Wahrheit gilt noch, das, was man subventioniert, wird wachsen. Wir subventionieren die Arbeitslosigkeit, und, wen wundert es, die Anzahl der Harz-IV-Empfänger wächst. Es gibt ja auch keinen Anreiz für eine Veränderung. Wir sollten den Mittelstand subventionieren, z.B. mit niedrigen und damit gerechten Steuersätzen auf Arbeit und nicht die Schraube immer mehr anziehen.

  • Antworten
Mauermer04.09.2012 | 07:23 Uhr

Steuern abschaffen

Für die Erhebung von direkten Steuern auf Arbeit gibt es keine logische und rechtliche Handhabe. Alle Steuern sind Diebstahl.

  • Antworten
EuroTanic04.09.2012 | 09:41 Uhr

Verdummung oder platter Lobbyismus?

Im Artikel stehen doch nicht die Argumente der bösen Linken für mehr Umverteilung. Sondern die (Schein-)Argumente der Liberalen gegen einen gerechteren Staat. Um so höhere Fantasiebeträge ein DAX-Vorstand erhält, umso heiliger wird er nach dieser Logik, weil er doch durch seine höhere Einkommenssteuer so viele Lasten trägt und für ein ganzes Dorf von Hartz4-lern aufkommt. Und mit jedem Kauf eines Luxusautos wird er sozialer und kommt für mindestens zwei weitere Hartz4-ler auf. Und jetzt will man ihm in grenzenloser Anmaßung an den Kragen.

Das Hauptargument von Linken ist doch um so richtiger. Wenn das obere 1 Prozent für ein Viertel aller Einkommenssteuern aufkommt spiegelt das doch vor allem die extreme Ungleichverteilung von Einkommen wieder und nicht deren Selbstlosigkeit. In diesem Ausmaß zerstört dies alles was an demokratischen Strukturen noch verhanden ist.

Der Gipfel von Zynismus ist die Schlussfolgerung:
"Wer aus ideologischen Gründen mehr (!) Umverteilung für einen Wert an sich hält, der mag ja dafür kämpfen."

Die Umverteilung findet trotz aller Steuerunterschiede immer noch von Unten nach Oben statt. Ein kleinerer Teil wird reicher, die meisten aber ärmer. Geht das so weiter spricht das nicht für eine funktionierende Demokratie, denn die Mehrheit hat dabei das Nachsehen.

  • Antworten
Uwe04.09.2012 | 09:49 Uhr

Fehlinterpretation

Der kleinere Teil wird nicht deshalb reicher, weil der größere Teil angeblich ärmer wird. Wenn ich von meinem Tarifeinkommen etwas zurücklege für später oder gar ein kleines Häuschen finanziere, dann resultiert daraus nicht, dass mein Nachbar, der von Harz-IV lebt, deshalb schlechter dasteht! Solche Argumente wie das Ihre werden nicht besser, wenn man sie stets und ständig wiederholt. Zu verlangen, dass mir dann die Steuern erhöht werden, ist eine Frechheit. Tatsache ist, dass ein immer größerer Teil der Bevölkerung auf Grund der sehr guten Versorgung für Nichtarbeitende keinen Grund mehr für schulische oder berufliche Ausbildung sieht. Wenn ich die Steuertabelle anschaue und sehen muß, dass das Einkommen eines Facharbeiters in Höhe von ca. 55.000 Euro schon mit dem höchsten Steuersatz belastet ist, dann lohnt sich eine Ausbildung auch wirklich nicht. Der Abstand zwischen niedrigen Löhnen und staatlicher Versorgung ist sogar in manchen Fällen negativ, d.h. der Arbeitende hat weniger in der Tasche als der staatlich Alimentierte. Die Umverteilung funktioniert hier sehr gut, immer nach unten und niemals nach oben. Es muß langsam damit Schluß sein, dem produktiven Teil der Bevölkerung immer mehr abzupressen. ich wünsche mir die 60er Jahre zurücvk, ein Durchschnittseinkommen war mit ca. 8,3 % Steuer belastet (lt. Website des Finanzministeriums) und der höchste Steuersatz von mehr als 50% griff bei 750.000 DM per anno! Sozialhilfe gab es erst ab 5 Jahren Einzahlung in die Systeme, Nicht-Deutsche erhielten erst nach 10 Jahren Geld vom Staat. In beiden Fällen aber auf Kredit, die Hilfe war später zurückzuzahlen! In anderen Fällen gab es einen Wohnheimplatz und Bekleidungsgutscheine. Dies heute angewandt würde den Zuzug von Wirtschaftsflüchtlingen stark vermindern und den einen oder anderen doch dazu bewegen, sich eine bezahlte Arbeit zu suchen!

Zurück zu Ihren Argumenten, wenn der größte Teil der Lohn- bzw. Einkommensteuern von einem kleinen Prozentsatz der Steuerpflichtigen aufgebracht wird, ist es nur mit angewandter Schizophrenie möglich, von einer Umverteilung von unten nach oben zu sprechen, denn die unten zahlen meist keine Steuern, die oben werden gleich mal um 43% "erleichtert" und dürfen dann bei jedem Einkauf noch mal 19% Umsatzsteuer bezahlen, was bedeutet, dass schon jetzt 72% des Einkommens einfach weggesteuert werden. Von einhundert Euro Bruttolohn bleiben so gerade mal 28 Euro übrig. Nochmal, siehe oben, der Harz-IV-Bezieher bekommt sogar das Geld für die Umsatzsteuer vom Staat, Kitaplätze sind für ihn kostenlos und am Schulausflug beteiligt sich die Stadt. Der Arbeitende muss in allen diesen Fällen mit hohen Kosten rechnen, die ihm keiner ersetzt. Setzen Sie mal ihre rote Brille ab, es könnte helfen, die Realität besser wahrzunehmen!
So, jetzt muß ich leider weiter arbeiten, auch wenn ich Ihnen noch gerne Nachhilfe gegeben hätte, aber erst seit wenigen Tagen arbeite ich für meine Tasche, vorher für die Allgemeinheit!
Tschüss!

  • Antworten
Mauermer04.09.2012 | 15:33 Uhr

Erst rechnen, dann motzen

Von 100€ brutto gehen 43€ als ESt ans FA, bleiben 57€. Wird dieser Betrag komplett in Konsumgüter investiert, sind 10,83€ MWSt. fällig, es wird also Ware im Nettowert von 46,17€ erworben.

  • Antworten
JL05.09.2012 | 15:20 Uhr

Sie übersehen die Sozialabgaben

Ohne dieses Fass auch noch aufzumachen, sollten die Umverteilungsaspekte aus den Sozialabgaben nicht vergessen werden.

Wobei ich mir erlaube anzumerken, dass Selbständige 100 % ihrer Beiträge zahlen und nicht nur grob die Hälfte wie Arbeitnehmer.

  • Antworten
B. Engelhart05.09.2012 | 18:10 Uhr

Kein Kommentar?

Über dieser wiederholten Hetzschrift des Herrn Müller-Vogg fehlt ein deutlicher Hinweis: Kommentar. Sonst könnte man noch für bare Münze nehmen, was darin geschrieben steht. Mit Journalismus hat das doch nichts mehr zu tun. "Die Umverteilungsparteien", und dann dieser tiefe und schwere Zynismus, der sich durch diese Schrift zieht wie kalter Ostwind durch eine Januarnacht. Es macht mich schaudern.

Aber immerhin! Herr MV hat sich fortgebildet und weiß nun, dass es neben der Einkommensteuer noch andere Steuern gibt, die sogar noch mehr Aufkommen erzeugen und woran "die Reichen" doch eher weniger stark beteiligt sind.

Wer ein gerechtes Steuersystem haben möchte muss zwei Dinge tun:

1. Einkommen aus Vermögen und Kapitalanlagen (mindestens) ebenso zu besteuern wie durch ehrliche Arbeit erworbenes Einkommen.
2. Eine noch stärkere Progression einführen. Es kann ja nicht sein, dass ein Facharbeiter mit 55.000€ Jahreseinkommen dem gleichen Einkommensteuersatz unterliegt wie der Manager mit 550.000€.
3. Die Verbrauchssteuern vereinheitlichen und vereinfachen und dabei insgesamt abzusenken. Wer 10.000€ im Jahr verdient zahlt mitunter über 2.000€ an Verbrauchssteuern jährlich. Das allein kann doch Menschen schon zur Existenzbedrohung werden. Den Geringverdiener treffen Verbrauchsteuern viel stärker in seiner Lebensgestaltung und Lebensplanung als den Großverdiener, dem trotz aller Steuern ein großzügiger Vermögensaufbau möglich sein dürfte.

Man bedenke: Dem, der viel hat, dem nutzen die staatlichen Ausgaben in der Regel auch viel mehr als dem, der nichts hat. Was nutzen beispielsweise millardensubventionierte Flughafenprojekte dem, der sich einen Urlaub nicht leisten kann?
Alles hängt mit allem zusammen und jeder sollte seinen Beitrag leisten. Auch Herr Beckenbauer...

  • Antworten
gth05.09.2012 | 01:31 Uhr

Stellvertreterdebatte

Ich habe mich immer gefragt warum in Deutschland eine solche Diskussion besteht, wo doch eigentlich diese in den vielen Krisenstaaten Europas geführt werden müsste? Ist das bei uns eine Stellvertreterdebatte? Denn tatsächlich wäre diese dort extrem dringend. Ich meine sogar, dass dieses Problem der Kern der Eurokrise ist. Also, wie bekommt man ein leistungsfähiges Steuersystem hin, dass möglichst keine Lenkungswirkung hat. In Deutschland wäre dagegen nötig, endlich die Staatsverschuldung wieder auf die 60 Prozent zu reduzieren. Zum einen, weil Kredite viel Geld kosten, das anders besser investiert werden kann, und weil wir für den nächsten Wirtschaftsabschwung vorsorgen müssen.

  • Antworten
Robert05.09.2012 | 05:35 Uhr

Steuerdebatte

Immer wieder lustig, das Argument von den Wenigen, die ach so viel der gesamten Steuerlast tragen. Das erinnert an die Geschichte vom Oberoligarchen eines Dritte-Welt Landes, der kess damit prahlte, über 99% des gesamten Steueraufkommens seines Staates zu tragen. Ein Abeordneter meinte dazu, dass dieser Oligarch dann zwangsläufig die Nichtsteuerzahler heftigst ausplündern müsse, um als Einzelperson unter Millionen eine solche Steuerlast zu erwirtschaften...

Es ist schon lustig, wenn Steuervermeider Argumente vorbringen...

  • Antworten
J.Kramer05.09.2012 | 08:26 Uhr

Es ist schon lustig,

wenn Nichtsteuerzahler anderen vorrechnen, was diese bitte schön noch zusätzlich zu leisten haben. An erster Stelle ist jeder für sein Einkommen selbst verantwortlich, nicht der Staat (= die Allgemeinheit), nicht die Arge, nicht der Nachbar, JEDER SELBST!
Sie sollten sich ausserdem angewöhnen, die Argumente anderer sachlich zu anzugehen sonst wird jede Diskussion zu einem Tauziehen, bei dem Ihre Seite das Seil um einen Baum geschlungen hat. Ihr Kommentar und einige andere zeigen nur, dass nichts hinterfragt, nur nachgeplappert wird, was die jeweiligen Chefideologen absondern. Eine neutrale Auseinandersetzung wird so hintertrieben. Lustig ist das nicht, das ist eher etwas zum Fremdschämen.

  • Antworten
Mauermer05.09.2012 | 13:45 Uhr

Steuer- und Sozialsysteme müssen gerecht gestaltet werden

Tatsache ist, daß unser gesamtes Steuersystem keinen echten Umverteilungseffekt hat, sondern die Reichen reicher werden und die Armen - im übertragenen Sinne - verarmen läßt.
Ein staatliches Steuersystem in einem Staatswesen, das sich "Sozialstaat" nennt, muß eine Umverteilung von Einkommen und Vermögen "von oben nach unten" bewirken - und nicht umgekehrt.
Tatsache ist ferner, daß Bezieher von Einkommen aus dem Produktionsfaktor "Arbeit" überwiegend deutlich höhere Steuern zahlen als Bezieher von Einkünften aus dem Produktionsfaktor "Kapital".
Kapitalerträge werden einheitlich mit einem Satz von 25 Prozent besteuert.
Einkommen aus selbständiger oder unselbständiger Arbeit jedoch bis zu 49 bzw. 43 Prozent.
Schon diese Relation zeigt, wie ungerecht unser Steuersystem insgesamt gestaltet ist.
Das von Professor Kirchhoff konzipierte Steuersystem wäre durchaus gerecht, wenn die Steuersätze in der Spitze angehoben würden.
Dann würden die unteren 18.000 bis 20.000 EURO steuerfrei bleiben, Einkünfte bis 50.000 EURO würden mit 20 Prozent besteuert, Einkünfte bis 100.000 EURO mit 30 Prozent, Einkünfte bis 250.000 EURO mit 40 Prozent, Einkünfte bis 1.000.000 EIURO mit 50 Prozent und Einkünfte ab 2.000.000 EURO mit 55 Prozent besteuert.
Einkünfte ab 3.000.000 EURO könnten überdies mit 55 Prozent besteuert werden.
Vor allem aber wäre wichtig, daß sämtlich Einkommen auch zur Finanzierung unser Sozialsysteme (Krankenkassen, Rentenkassen, Pflegekassen) herangezogen würden.
Dann könnte die Krankenpflege und die Altenpflege "auf neue Füße" gestellt werden. Und auch die Rentenbeiträge könnten deutlich abgesenkt werden.
Ob dies die Reichen und Superreichen wollen? Wohl kaum. Sie nutzen vielmehr Mittel und Wege, einen echten Sozialstaat im Keime zu ersticken.

  • Antworten
Yvonne Walden05.09.2012 | 18:02 Uhr

das Steuerrecht wohl nicht verstanden

Liebe Frau Walden,
Sie haben wohl leider einige Grundfunktionen des Steuerrechts nicht verstanden.
Durch einen progressiven Steuersatz wird (sofern es nicht all zu viele Ausnahmetatbestände gibt) automatisch von oben nach unten verteilt. Dies geschieht in Deutschland perfekt was sich durch alle Statistiken (die Sie komischerweise nicht nennen) belegen lässt. Die "vielverdienenden" 10% zahlen 53% der Steuern - und die "wenigverdienenden" 50% zahlen nichts.

Und nun zur Kapitalertragssteuer: Kapitalerträge erzielt jeder der einen Teil seines mit 45-49% bereits verteuerten Lohn-/und Gehaltseinkommen spart statt es "auf den Kopf zu hauen".
Wenn derjenige dann dieses bereits einmal versteuerte Kapital dem Staat (oftmals zur Finanzierung von Sozialleistungen für Wenigverdiener) oder noch besser den Unternehmen (zur Finanzierung von Investionen=Schaffung von Arbeitsplätzen) zur Verfügung stellt dann sollen die "Früchte" dieser Anlagen nicht noch einmal so progressiv hoch sondern geringer versteuert werden.
Das macht volkswirtschaftlich gesehen vollkommen Sinn, damit lässt sich der große Kapitalstock der deutschen Wirtschaft (welchen Sie an seiner hohen Innovationskraft und den vielen Mio. geschaffenen Arbeitsplätzen in den letzten Jahren erkennen können) erklären.
Auch dürfen Sie nicht vergessen dass ein Teil dieser Kapitalanlagen komplett verloren gehen, wovon Ihnen Investoren in argentinische oder griechische Staatsanleihen "ein Lied singen" können. Das bedeutet das Einkünfte aus Löhnen und Gehältern erst besteuert werden wenn sie bezahlt wurden, bei Anlagen in Staats- oder Unternehmensanleihen, Aktien etc. weiss man jedoch nie ob diese jemals zurück gezahlt oder (zum Ursprungswert) wieder verkauft werden können - das Totalverlustrisiko schwebt also immer mit.
Daher muss das Risiko sein sauer verdientes Geld anzulegen steuerlich anders behandelt werden als ein Lohn- oder Gehaltseinkommen (welches erst nach kompletter Zahlung besteuert wird).

Es ist halt immer gut wenn man die Grundzusammenhänge und -gründe versteht bevor man sich öffentlich äußert.

LG
Stefan

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Stefan08.09.2012 | 13:51 Uhr

Wer hat jetzt was vom Essen bezahlt?

Da sich jetzt so viele Steuer-Spezialisten zu Worte gemeldet haben, erzähle ich eine wahre Geschichte. Wir gingen zu drei Pärchen essen, zwei Rentnerehepaare, ein noch selbstständiges Ehepaar. Es war ein gelungener Abend, wir zahlten eine Rechnung von 210 Euro incl. Mehrwertsteuer, wir teilten uns den Betrag durch drei, also jedes Pärchen 70 Euro. Der Selbstständige fragte anschließend, ob jemand die Rechnung brauchen könne, was die Rentner verneinten , also nahm er die Rechnung an sich.
So stellte sich mir die Frage, wer hat nun wem das Essen, in welcher Höhe finanziert, wenn es durch die Bücher des Selbstständigen geht?
Ja, so ist das in unserem Steuersystem, oder etwa doch nicht?
Würde mich über eine Beispielrechnung freuen,
Gruß

  • Antworten
Arcins05.09.2012 | 18:05 Uhr

Steuerhinterziehung

Das ist Steuerhinterziehung und ein armseliges Argument. Der Schwarzarbeiter erhält sein Geld auch ohne Steuerabzug und ist genau so Steuerhinterziehung.

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Klartext06.09.2012 | 14:43 Uhr

Rechenbeispiel zu Arcins

So, so 70 Euro hat jeder gezahlt und eigentlich hat der Selbständige umsonst gegessen .)))
Hier fängt es an, natürlich kann ein Selbständiger entwedern zu 70 oder auch zu 100 Prozent die Bewirtungskosten ansetzen, aber nur bei betrieblich auftretenden Bewirtungskosten.
Es gibt immer Leute die dieses System ausnutzen, das liegt an jeden Einzelnen, oder man schaft Sondertatbestände ganz ab und löst dies mit Pauschalen. Pauschalen sind aber ungerecht. Sie sehen schon,es allen Recht zu tun ist eine Kunst, die keiner kann. Aber es sollte so gerecht sein, dass es für alle gerecht erscheint.

  • Antworten
cater03.01.2013 | 16:02 Uhr

Steuergerechtigkeit

Liebe Frau Walden, ein guter Beitrag mit Zahlen und Fakten. Die Steuerreform der SPD im Jahr 2000, hat zu einer unterschiedlichen Besteuerung veschiedener Einkommen geführt, die die Steuergerechtigkeit verletzt hat. Die gegenwärtige Regierung aus CDU/FDP, scheint in diesem Feld nichts tun zu wollen, um das wieder zu ändern. Stichwort „kalte Progression“ (Lohnerhöhungen führen zu höheren Abgaben). Das ist leistungsfeindlich. Ich bin für die Gleichbehandlung aller Einkommen (aus Arbeit und Kapital). Wenn alles so bleibt, würden Steuererhöhungen in der Praxis maßgeblich den einkommenssteuerlichen Mittelstand treffen.

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bernhard jasper05.09.2012 | 19:29 Uhr

@Arcins

@Arcins

Schönes Beispiel!

@Robert

"Zum einen, weil Kredite viel Geld kosten, das anders besser investiert werden kann..."

Das ist für neue Schulden Deutschlands im Moment nicht ganz richtig. Deutschland bekommt Geld dafür, dass es Kredite aufnimmt, Negativzinsen also, das ist kein Scherz. Vor dem Hintergrund ist es eigentlich unverantwortlich "sparen" zu wollen (was ein Staat natürlich im eigentlichen Sinne gar nicht kann, er kann nur Ausgaben EINsparen, also kürzen) - er muss investieren. Es gibt so viele Felder, auf denen in Deutschland sonst nicht investiert werden würde: Bildungswesen, Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung der Zukunft, nachhaltige Wohnbauprogramme, Bundeswehr modernisieren, Gesundheitsreform usw.

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gth05.09.2012 | 20:44 Uhr

Interessant ist nur, was absolut bleibt....

"Deshalb kann es auch nicht überraschen, dass die Bezieher höherer Einkommen – absolut wie relativ – auch bei den indirekten Steuern mehr zu schultern haben als die Kleinverdiener"...
Genau das ist eben schlicht gelogen: relativ bzüglich des Anteils an der Gesamtbevölkerung sicher. Relativ bezüglich ihrer Einkünfte ganz sicher nicht (siehe übrigens Artikel). Und bezüglich ihres Vermögens (oder auch ihres Vermögenszuwachses) ist es nur noch lächerlich. Das erste Dezil besaß (2007; vor der Krise) 61%(!) des Gesamtvermögens. Dagegen sind die 19% ein Klecks.
Und entscheidend ist ja nicht was die Leute absolut zahlen, sondern, was ihnen "absolut" bleibt. Und da geht die Schere jetzt schon seit Jahrzehnten immer mehr auseinander.

  • Antworten
athe06.09.2012 | 19:25 Uhr

Negativzinsen und der kommende Aufschwung

@gth
Die Negativzinsen sind ein schönen Beispiel für eine merkwürdige Steuerwirkung. Tatsächlich sind Zinsen unterhalb der Inflation vergleichbar mit einer Steuer auf Spargelder. Das heißt Sparguthaben - auch die bei Versicherungen - verlieren an Wert, während investiertes Geld wertvoller wird. Deshalb steigen in den Großstädten zur Zeit auch die Preise fürs Wohnen.

Die negative Wirkung auf den Staat scheint mir mit der Schuldenbremse weniger gefährlich.

@all
Aber mit der heutigen Entscheidung der EZB könnte der Tiefpunkt der Eurokrise möglicherweise überschritten sein und es gilt jetzt die Weichen für den Aufschwung zu stellen. Statt über höhere Steuern zu reden fände ich es sinnvoller über die Verteilung der höheren Steuereinnahmen zu reden. Rentensätze senken oder Stromsteuer abschaffen? Oder wie werden die Kosten der Energiewende verteilt? Oder sollte wieder ein staatliches Wohnungsbauprogramm in den Großstädten aufgelegt werden? Mit der Eurokrise ist in Europa die politische Struktur der EU anders geworden. Heute kann die EU-Kommission die Haushalte der EU-Staaten beeinflussen. (In den Krisenländern auch über die Troika) Wer entscheidet in welche Richtung dieser Einfluss gehen wird? Macht das ein Beamter in Brüssel? Oder sollte das z.B. das Europarlament machen? Sollte es in eine neoliberale Richtung oder in eine sozialistische Richtung gehen? Also, FDP oder Hollande?

  • Antworten
Robert06.09.2012 | 23:36 Uhr

Die Wahrheit über Steuern

Wieviel Schulden darf ein Staat noch machen ?
Bis zu welcher Höhe darf ein Staat seinen Bürgern Steuern und Abgaben
noch zumuten? Sind 25 % Märchensteuer noch zumutbar usw. ?
Darüber läßt man uns im Unklaren !

  • Antworten
Robert30.12.2012 | 11:26 Uhr

Guter Artikel. Bringt nur

Guter Artikel. Bringt nur nicht viel. Diejenigen, die Bescheid wissen, werden in ihrem Wissen bestätigt. Die staatshörige Mehrheit wird die Fakten ignorieren, da sie nicht von ihren Vorurteilen lassen will. Die Lektüre diverser obiger Kommentare lässt schon darauf schließen, dass manche Leute lieber reflexhaft reagieren statt zu reflektieren.

  • Antworten
Michael Rieck03.01.2013 | 14:59 Uhr

Amüsantes Gedicht zum Thema - Steuersystem

Steuerreform

Ich kann das verstehn:
Staat braucht auch Steuern.
Für Schule, Polizei,
vielleicht sogar für Kultur.

Macht manche Steuer
auch Manches recht teuer:
Ohne Steuern kein Staat,
keine Infrastruktur.

Doch besser noch wär,
dahinter stünd ein System,
das jeder verstehn kann,
das breit akzeptiert.

Und bei dem, wenn es käme,
sofort (*) jeder Zweite
der Steuerberater
den Job „leider“ verliert.

*= mindestens

© Creative Commons, 2012, Bernd Gast
www.berndgast.com

  • Antworten
Bernd Gast03.01.2013 | 16:45 Uhr

Steuern

Was Ich Überall bei diesen Debatten vermisse?
Wo wird eigentlich mal äufgeführt was die "Reichen" alles ABSETZEN können.
Wenn Ich im Geschäft meine Zeitung hole und dann höre ---es wurden Zeitschriften und ein Buch gekauft---Bitte eine Quittung fürs Finanzamt--dann bekomme Ich einen dicken Hals.
Ich kann meine Zeitschrift nicht absetzen,muss sie allein Bezahlen.
Das Kind geht in England auf ein Internat,kann man alles von der Steuer absetzen-plus Flug,Kleidung etc.
Diese ganzen "Modelle" gehören abgeschafft.Das wäre Soziale Gerechtigkeit.Ein "Normaler" Arbeiter hat diese ganzen möglichkeiten nicht.

  • Antworten
Wilfried Stein05.04.2013 | 16:24 Uhr

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