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Weltbühne

SextourismusGefügige Frauen, befriedigte Egos

Von Kerstin Löffler15. Juni 2012
picture alliance
frau, prostituierte, thailand, sextourismus
Durch den Sextourismus sind in den vergangen Jahrzehnten die Aids-Raten explodiert
Schrift:

Millionen Sextouristen fallen jährlich in Länder ein, in denen es neben Sonne, Strand und Meer auch Frauen zu Spottpreisen gibt. Das kann man etwa bei der EM in der Ukraine sehen. Über eine moderne Form des Sklavenhandels, der selbst vor Kindern nicht halt macht

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Erschwingliche Flüge und Fernreisen in alle Welt haben in den vergangenen Jahrzehnten zum Tourismus der Massen geführt. Damit wurde auch eine moderne Art des Sklavenhandels möglich: Millionen Sextouristen fallen jährlich in Länder ein, in denen es neben Sonne, Strand und Meer auch Frauen zu Spottpreisen gibt.

Allein 400.000 deutsche Männer ziehen im Jahr zum Sexurlaub los, wie die Hilfsorganisation Terre des Hommesschätzt. Besonders beliebte Reiseziele für den „Erotikurlaub“ sind nach wie vor Asien, die Karibik und Afrika, seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion auch der osteuropäische Raum. Ärmere Länder, in denen es an Arbeit, an Bildung, an Perspektiven fehlt, und in denen Frauen und Kinder oft nichts anderes übrig bleibt, als sich zu prostituieren.

Bildergalerie: Vergessene Kinder – Wenn Tourismus zum Täter wird

In südostasiatischen Staaten wie den Philippinen sind nach Schätzungen der USA etwa vierzig Prozent der ausländischen Urlauber zugleich Sextouristen. Kaum besser sieht es in afrikanischen Ländern wie Kenia, Madagaskar und Gambia aus, wo mittlerweile viele Frauen aus den wohlhabenden Industriestaaten auf Beutezug nach einem „Boyfriend“ auf Zeit gehen. In der Ukraine protestieren Frauengruppen seit Jahren dagegen, dass ihr Land immer mehr Sextouristen anzieht. „Die Ukraine ist kein Bordell“, wehrten sich die Frauen von Femen vor der Fußball-Europameisterschaft gegen den erwarteten Ansturm von Ausländern, denen der Sinn nicht nur nach Spielen, sondern auch nach billigem Sex steht.

Viele Sextouristen kommen aus gehobenen Gesellschaftsschichten, es sind Ärzte, Anwälte, Manager und Politiker. Männer, die Einfluss haben und Macht ausüben, und denen eine gefügige Frau dabei hilft, ihr narzisstisches Ego zu befriedigen. Für viele ist Sexurlaub auch eine Flucht aus einer komplizierten Paarbeziehung. Warum sich in „Emanzenland“ mit einer anspruchsvollen Frau herumärgern, wenn ein paar Flugstunden entfernt alles viel einfacher ist?

Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in den Industriestaaten ist ein wesentlicher Förderungsfaktor für den Sextourismus, meint der Hamburger Psychotherapeut Michael Cöllen, der die Probleme von Paaren auch in seinen Büchern untersucht. „Die sexuelle Revolution ist ja erst wenige Jahrzehnte alt. In diesem kurzen Zeitraum gingen aber jahrhundertealte Traditionen über Bord.“ Früher bestimmte der Mann, wann, wie oft und wie miteinander geschlafen wurde; eine Frau, die nicht mithielt, galt als frigide und wurde zum Arzt geschickt. Heute ist die Frau eine gleichberechtigte Partnerin, die eigene Ansprüche und eigene Bedürfnisse hat – „ich habe den Eindruck, dass unsere Männer sich daran nur langsam gewöhnen“, sagt Cöllen. Manche Männer kämen gar nicht damit zurecht, sähen sich durch den geforderten „Gefühlsdialog“ in ihrer Männlichkeit bedroht, bekämen Erektionsstörungen, würden impotent. „Das ist ein Problem auf der ganzen Linie“, sagt der Psychologe. „Die Paartherapie ist mittlerweile der stärkste Zweig der Psychotherapie.“

Einfacher und schneller als eine Paartherapie ist für manche dann eben der Sexurlaub. Statt Probleme auf Augenhöhe mit der Partnerin auszudiskutieren, steigt der Mann ins Flugzeug und sucht sich ein scheinbar anspruchsloses und gefügiges Mädchen, das seine sexuellen Wünsche erfüllt. Für ein paar Dollar bekommt er das Gefühl, stark und mächtig zu sein. Die Devotheit der jungen Geliebten befriedigt „einen zusätzlichen sexuellen Trieb der Unterwerfung“, wie Cöllen sagt.

Seite 2: Kinder sind die empfindlichsten Opfer

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Ich störe ja ungern

mit Fakten bei der Pflege von Vorurteilen. Aber der Sextourismus ist längst keine reine Männerdomäne mehr. In Indonesien (besonders Bali), Jamaica, Kenia und vielen weiteren Länder hat sich eine umfangreiche Sextourismusindustrie für Frauen herausgebildet. Der Film 'Liebe' von Ulrich Seidl kratzt nur an der Spitze des Eisbergs.

Und ja, es sind ältere Frauen, die sich da jüngere Liebhaber kaufen, das Muster unterscheidet sich in nichts von dem der Männer.

Frau Löffler ist also höflich gebeten, ihre einäugige Blindheit bei diesem traurigen Thema behandeln zu lassen. Vielleicht durch eine gründliche Rechereche vor Ort.

  • Antworten
VerySeriousSam18.06.2012 | 14:55 Uhr

Soviel zur Emanzipation ... ;

Soviel zur Emanzipation ... ;)

  • Antworten
Philonius18.06.2012 | 14:56 Uhr

so ein brisantes Thema und noch kein Kommentar?

...zuviele "Schuldige" oder fragen sich viele "was soll das?"... Wer die Arbeitsmarktsituation in diesen Laendern, die in dem Artikel angesprochen werden kennt, der weiss, das wie auch Kinderarbeit, die hier zu Lande verschrien und angeprangert wird oft die einzige Moeglichkeit darstellt um an etwas Geld heranzukommen oder auch nur um sich etwas "Kosumluxus" leisten zu koenne der ueberall auf Hochglanzplakaten, in TV-Werbung und den Magazinen als "lifestyle" angepriesen wird!

Die Prostitution in den USA, Sued-wie Nordamerika und Europa wurde geflissentlich ausgelassen - es sind imer nur "die"...

Und Sextuourismus hat ja was, das zieht immer!

Das System in den reichen Industrielaendern ist krank!

Solange die Einfuhr von in China, Vietnam, Thailand, Indonesien, Philppinen, Pakistan Bangladesh, unter miserabelsten und oft menschenunwuerdigsten Umstaenden ohne jede Kontrolle, der VERANTWORTLICHEN Abnehmenrlaender, hergestellten Billigstartikel fuer Kik und Co. aber auch fuer die hiesige Wirtschaft wichtigen Rohstoffe und Agrarprodukte erlaubt bleibt, wird diese Ausbeutung keinen Nonameter zurueck-geschweige eingedaemmt werden!

Keine Chance!

Viel Spass noch mit dieser Form des verschrobenen Sensationsfeuilletonimus!

  • Antworten
mksamui18.06.2012 | 14:57 Uhr

Sex

Auch der Sex ist wie jede Sucht, auch nur eine Ersatzbefriedigung; mangels Kontemplation des Geistes und der Mangel an Harmonie des Herzens.

Der Entzug des Sexobjektes, kann dabei schlimmere Folgen haben, als bei einem Junki auf Türki.

  • Antworten
Sundance18.06.2012 | 14:57 Uhr

Sextourismus

Es stimmt, dass Frau Löffler eine für Cicero doch sehr plakative Recherche geliefert hat.
Ja, wir wissen, dass Sextourismus nicht einzig und allein eine männliche Domäne ist, es gibt auch Frauen die sich auf Zeit einen Urlaubsfreund bezahlen.
Es gibt Ausnahmen in der Statistik, selbstverständlich, aber wir werden doch wohl überein kommen, dass Sextourismus mit Minderjährigen, also Pädophilie ein weitgehend männliches Phänomen ist. Oder?

  • Antworten
Kommentar18.06.2012 | 14:59 Uhr

Sextourismus

Ja, das ist so. Die Männer haben einen Vorsprung.

  • Antworten
rehse18.06.2012 | 14:59 Uhr

Sextourismus

Betreff: 1974/"Glücksreise" oder "die Männer haben einen Vorsprung":
Die Scharnow etc.- Resien nach Oberbayern (Reit im Winkl, Waging, Ruhpolding (Liste beliebig) und dann insbesondere die Pauschalreisen nach Italien, Spanien und Jugoslawien waren fast ausnahmslos weiblicher Sextourismus, den Vorsprung hatten also immer die Frauen. Sie sollten vielleicht auch unter pädophilem männlichem Sextourismus mal den Prozentsatz der Schwulen in Relation zu ihrem Anteil an der männlichen Bevölkerung sehen (männliche Opfer Pädophiler machen ungefähr die Hälfte der Opfer der Pädophilen aus). In den "klassischen" Urlaubsregionen war es für die männlichen Urlauber kaum möglich, "gefügige" (welch blödsinniger Ausdruck) Frauen zu finden.

  • Antworten
Otto Verstört18.06.2012 | 17:41 Uhr

Sextourismus

Ich flog nur einmal von NRW nach Spanien 1974. "Glücksreise" spontan
Der ganze Flieger voller kreischender Weiber.
Eine Spanierin erklärte mir auf mein Befremden: Unsere Männer sagen, wenn die Saison beginnt: "Jetzt kommt frisches Fleisch"!
Peinlich

  • Antworten
Neugebauer18.06.2012 | 15:00 Uhr

...befriedigte Egos ...

Zumindest um sich auszuagieren ...
taten doch Regierungen überall in der Welt einiges ..
damit sich Jene die es besonders nötig haben
sich über Andere stellen/her machen zu können ...
Da gibt es Rügesüchtige Richter
und gewalttätige "Betreuer"
und schizophrene Psychiater
und und und und dafür erhalten die auch noch Geld ..Honorare Gehälter

  • Antworten
Neugebauer18.06.2012 | 15:01 Uhr

Meinungsintensiver Bericht ist enervierend

Ja, es gibt eine ganze Zahl an deutschen, vornehmlich männlichen Sextouristen. Das ist schlimm für alle Frauen, Kinder und auch Männer, die genötigt sind mit Sex Geld zu verdienen.

Aber der Artikel verfehlt seine Intention: warum muss ich mich über etwas noch aufregen, was ich ohnehin weiß und vor allem, wenn es die Autorin schon für mich erledigt?

Frau Löffler, Sie bedienen feministische Klischees: Auch hierzulande kann man Sex kaufen, dafür muss man nicht teuer nach Kenia fliegen, daraus aber wiederum folgt, dass man auch hier dem „Emanzenland” aus dem Weg gehen könnte.
Aber ist es das Anliegen eines Freiers einer „Emanze” zu entgehen, wenn er einen elfjährigen Jungen sexuell missbraucht?

Das narzistische Ego befriedigen? Ihre unterstellten Motive sind klischeebesetzt und langweilen um es mal deutlich zu sagen. Und ich bin weder Anwalt, Politiker noch sonstwie gut betucht. Ihr Artikel sagt nichts neues, er ist eine Aneinanderreihung von Klischees und Vorurteilen, gerührt in einer faden Moralsauce.

  • Antworten
Beinemann16.01.2013 | 13:59 Uhr

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