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 > Was fordert Athens Linkschef von Merkel?

Weltbühne

Alexis TsiprasWas fordert Athens Linkschef von Merkel?

Von Gerd Höhler22. Mai 2012
picture alliance
Tsipras, Syriza, Linkschef, Griechenland, Sparkursgegner
Ex-Kommunist gegen den Sparkurs: Alexis Tsipras, Chef der linken Syriza-Partei
Schrift:

Der Chef der griechischen radikalen Linken, Alexis Tsipras, lehnt das Sparprogramm der EU für sein Land ab. Am heutigen Dienstag trifft er sich in Berlin mit Vertretern der Linkspartei. Wer ist Tsipras, was genau will er?

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Alexis Tsipras setzt auf Sieg. Er will Europa bezwingen, die „Barbarei“ beenden, die Griechenlands Gläubiger den Hellenen antun. Tsipras spricht von „Umsturz“ und „Revolution“. Reden kann der frühere Studentenfunktionär. Am heutigen Dienstag kommt Tsipras nach Berlin, wo er mit den Genossen der Linkspartei spricht. Das erhoffte Treffen mit der Kanzlerin, die Tsipras verächtlich als „Madame Merkel“ bezeichnet, in Griechenland eine Anrede aus dem Rotlichtmilieu, wird allerdings nicht zustande kommen. Auf diesen Termin muss er warten, bis er Regierungschef ist.

Das dauert eventuell nur noch vier Wochen. Nachdem sein Bündnis der radikalen Linken (Syriza) aus der griechischen Parlamentswahl vom 6. Mai mit knapp 17 Prozent als zweitstärkste politische Kraft hervorging, hofft Tsipras beim nächsten Urnengang am 17. Juni auf den ersten Platz.

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In den meisten Umfragen liegt Syriza mit Stimmenanteilen von bis zu 28 Prozent vor allen anderen Parteien. Und in einer am Wochenende veröffentlichten Umfrage bekam Tsipras bei der Frage nach dem geeignetsten Ministerpräsidenten die meisten Nennungen.

Tsipras ist erst 37, aber alles andere als ein politischer Anfänger. Der Sohn aus gutem Hause war schon als 16-Jähriger in der Kommunistischen Jugend aktiv, organisierte Streiks und Schulbesetzungen. Später studierte er Ingenieurwissenschaften. 2006 gewann er einen Sitz im Athener Stadtrat, seit Februar 2008 führt er das Linksbündnis Syriza. Tsipras weiß, was die meisten Griechen jetzt hören wollen. Die Krise zermürbt die Menschen. Sie sind verzweifelt – und empfänglich für Verführungen. Acht von zehn Wählern sind gegen das Sparprogramm, fast ebenso viele wollen aber am Euro festhalten. Das scheint nicht zusammenzupassen. Aber Tsipras sagt: es geht. Er will den Schuldendienst einstellen und die Kreditverträge mit der EU sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) aufkündigen.

Seite 2: Wie Tsipras suggeriert, Griechenland sitze am längeren Hebel

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"Was fordert Athens Linkenchef von Merkel?"

Solche Versprechungen für die Masse und absolute Verdrehungen der Geschichte tönen verlockend wie ein genialer Befreiungsschlag durch Zerschlagung des gordischen Knoten! Gab es in den zwanziger - Jahren des letzten Jahrhunderts nicht auch schon einmal einen solchen Verführer?
Man kann Tsipras einzig zu Gute halten, dass er durch die verschiedenen Instanzen wie EU - Gruppenchef, EZB, G8 etc. durch deren sibylinischen Signale sein Rücken gestärkt wird. Sein Wunschtraum, ein Griechenland mit einer Gratis - Rente, bezahlt durch die dusseligen übrigen EU - Staaten, ist schon keine Fiktion mehr. Mit sicherem Instinkt vertraut Tsipras auf die Gier der Banken, welche ihr Geld mit Zinseszinsen zurückhaben wollen und die Angst der ganzen Finanzwelt vor einem Domino - Effekt bei einem Austritt Griechanlands aus dem Euro.

  • Antworten
Andreas Neeracher22.05.2012 | 11:13 Uhr

Tsipras

Ja es kann interessant werden, denn es ist eine alte Geschichte: wenn du tausend Euro Schulden hast, schläfst du schlecht und der Kreditgeber noch gut. Wenn du aber eine Million Schulden hast, schläft der Kreditgeber schlecht und du gut, denn du weisst, dass du sie nie mehr zurückzahlen wirst.
Deshalb ist es schon möglich, dass Griechenland am längeren Hebel sitzt.

  • Antworten
eckhard e kupfer22.05.2012 | 13:52 Uhr

Uns Finanzsystem ist das

Uns Finanzsystem ist das Problem. Ein System, das den Reichen immer mehr Geld gibt und dafür von den Ärmeren immer mehr nimmt, ist zum Kollaps verdammt.

Es gibt andere Möglichkeiten, die notwendige Verteilung des Geldes aufrecht zu erhalten, als denen immer mehr zu versprechen, die davon zu viel angesammelt haben. Die erste wäre, diese Ansammlung in ihrem Extrem im vornherein zu verhindern. Eine davon ist eben die Steuerung mit Steuern. Das System kollabierte u.a. dadurch maßgeblich, dass die Steuerbelastung für immer größere Vermögen beständig gesenkt wurden.

Was hat denn einst die USA aus der Finanzkrise des letzten Jahrhunderts gerissen? Biszu 90% Steuern auf extreme Einnahmen.

Allein in Deutschland wächst das Vermögen der ohnehin Reichsten, die inzwischen zwei Drittel (was weit über 4,6 Billionen Euro entspricht) des gesamten, ungebunden Privatvermögens auf sich vereinen (vor 20 Jahren war es noch um die 45%) um 200 Milliarden pro Jahr! Tendenz beständig steigend. Und der Rest stagniert oder verliert sogar.

Das ist unser Problem und allein dort liegt die Lösung, nirgends sonst.

  • Antworten
seyinphyin22.05.2012 | 16:23 Uhr

Was fordert Athens Linkschef von Merkel

Er fordert Freibier für alle Griechen. Und mit dem Versprechen auf Friebier will (und wird?) er die nächsten Wahlen gewinnen.
Sein Erpressungs-Potential gegenüber der EU überschätzt er. Nicht weil die EU besonders standhaft wäre, sondern weil man die für Griechenland notwendigen Summen zur langfristigen Sanierung nicht aufbringen wird.
Griechenland hat von 1976 bis 2008 133 Mrd. EURO (netto) erhalten bzw. von 2000 bis 2010 43 Mrd. (netto). Das ergebnis ist zu besichtigen. Die reichen Griechen haben keine Stueern gezahlt - die
armen Griechen auch nicht - und ihr Vermögen ins ausland geschafft.
Die Enteignung von maroden Unternehmenshülsen birngt kaum etwas.
Griechenland kann mit seiner jetzigen Wirtschaftsleistung - auch wenn
alle Schulden gestrichen werden - seinen Staat (Rentner/Beamte/soziale Dienste/Militär/Infrastruktur etc.)auf dem jetzigen Niveau nicht bezahlen. Griechenland kann auch seine Importe nicht durch Exporte bezahlen. Griechenland ist im Vergleich mit der Türkei und Tunsien im Tourismus ca. 40% teurer.
Griechenland zu sanieren wird ebenso teuer wie die Wiedervereinigung (ca. 1000 Mrd. EURO (netto), verteilt auf 20 Jahre).
WER soll das WIE mit WELCHEM wirtschftlichen Plan bezahlen.
Antwort: Offen!
Die LINKEN in Griechenland werden ganz schnell in der Situation der alten DDR sein. Nämlich völlig pleite. Und wer dals Grieche kann, der wird eben abhauen.
Also: nur keine Panik. Schau'n wir mal.

  • Antworten
Wolram Wiesel22.05.2012 | 19:44 Uhr

Es hat wirklich keinen Zweck,

dem schlechten Geld noch gutes hinterherzuwerfen und auf die Vernunft und Einsicht der Griechen zu hoffen. Wer Wind säht wird Sturm ernten. Diese Erfahrung wird auch Herr Tsipras machen. Wenn er sein Volk wirklich endgültig ins Elend stürzen will, dann viel Glück. Traurig ist ja nur, dass er versucht Spanien, Portugal Italien und Irland in Geiselhaft zu nehmen. Warten wir ab, ob die Griechen bereit sind sich von der Klippe zu stürzen um herauszufinden ob jemand die Leine kappt.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann22.05.2012 | 21:31 Uhr

Populisten unter sich

Ich finde es lustig, dass der neue Populist Tsipras es den alten Populisten von der Pasok und der ND zeigt, was eine Harke ist. "Das Geld ist da" hieß es bei der letzten Wahl vor der Krise und die Pasok gewann und die ND verlor. Ob Tsipras nachdem er Ministerpräsident geworden ist, auch entdecken wird, dass doch kein Geld da ist? Oder knicken EU, EZB und IWF ein und Geld ist dann doch da?

  • Antworten
Robert22.05.2012 | 23:08 Uhr

Kaum zu fassen!

Welcher zurechnungsfähiger Deutscher kann nach der Verherrlichung und Verehrung des neuen Despot Tsipras - ebenfalls aus angesehener Familie stammend wie Bin Laden - die Linke in Deutschland noch „ERNST“ nehmen, geschweige noch wählen?

Originalton vom Vorsitzenden Ernst: „Wir sind stolz und freuen uns sehr, dass unser Freund Alexis Tsipras die deutschen Linken besucht“

Geschichte, wiederholt sich....

  • Antworten
hermann hubert23.05.2012 | 13:05 Uhr

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