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 > „Diese Verblödung war unerträglich“

Salon

Matussek und die Katholiken„Diese Verblödung war unerträglich“

Interview mit Matthias Matussek4. August 2011
picture alliance
Matthias Matussek, katholische Kirche
Matthias Matussek und sein Buch „Das katholische Abenteuer“
Schrift:

Der Papst kommt nach Deutschland, und wird nicht nur auf Fans treffen. Der Katholik Matthias Matussek im Interview über Reformkatholiken, Schwulenproteste, sein Gebetsleben und die Frage, ob er mit oder ohne Brille auferstehen wird.

Seite 1 von 5

Herr Matussek, seit ihrem Buch „Das katholische Abenteuer“ tingeln sie von einem Interview zum nächsten, von einer Talkshow zur anderen, und haben seitdem wahrscheinlich so viel über Ihre Religion gesprochen wie noch nie vorher. Verändert so etwas eigentlich den eigenen Glauben?
Tja, das Schwierige dabei ist ja vor allem, den Kern der Sache nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn man in so Talkshows sitzt, will man schon das bessere Argument haben und gewinnen. Man will sein Buch verkaufen, man will glänzen, und der Witzigere sein. Aber irgendwie habe ich mich ja nicht für ein Buch in die Schlacht geschmissen, sondern für meinen Glauben und die Kirche. Darum bete ich, dass ich das nicht vergesse.

Was genau meint ein Kulturjournalist wie Sie, wenn er sagt, er schmeißt sich für die Kirche in die Schlacht?
Das habe ich eigentlich immer schon für die Sachen getan, die zwar unpopulär waren, von denen ich jedoch überzeugt war. Ob es um Rechte für Väter ging, also Männer in feministisch dominierten Familiengerichten, oder ob es um einen anstrengungslosen Patriotismus, ein modernes Nationalgefühl ging, wo viele den Psychiater oder den Bewährungshelfer riefen, wenn einer das Wort „Nation“ überhaupt aussprach. Nun hatte ich während der ganzen Missbrauchsdebatte in den letzten zwei Jahren das Gefühl, dass jeder über die Kirche hinwegtrampeln durfte. In einer Talkshow rief einer: „Die Kirche steckt voller Päderasten “ Und das stimmt gerade nicht.  Nur 0,1 Prozent der seit 1995 des Missbrauchs Beschuldigten stammten aus den Reihen der katholischen Kirche. Schlimm genug. Aber wenn nun über den Glauben gesprochen wurde, bekam das so etwas Gehässiges, Grinsendes. Dagegen habe ich mich jetzt zur Wehr gesetzt. Der Glauben ist das Innigste, das ein Mensch mit sich herumträgt. Das religiöse Gefühl ist sehr verletzbar. Und dann nur noch dieses abfällige Gekichere, dieser halbgebildete Atheismus, der sich so himmelweit von dem Mut Nietzsches unterscheidet, ich hab diese rohe Verblödung nicht mehr ertragen.

Sind die deutschen Katholiken dankbar, dass Sie ihnen publizistisch beigesprungen sind?
Das ist durchwachsen, würde ich sagen. Mit meinem Buch, das ja mit einem relativ naiven Gestus daherkommt, bin ich von den einen empfangen worden, wie der Prophet, der Wasser in der Wüste schlägt. Auf der anderen Seite gab es die Kirchenreformer, die in ihren romkritischen Kreisen nicht gestört werden wollten. Die Kirchenbüßer. Die waren enorm feindselig. Es gibt in Deutschland ja einen gewissen Reue-Sound, gepaart mit verbalradikalem Revolutions- und Neubeginn-Gerede, der von den Medien ja sehr gerne gehört wird. Nach dem Motto: ‚Wir mögen die Kirche nicht, aber wir lieben Theologen, die die Kirche genauso wenig mögen wie wir.’ Da bin ich jetzt plötzlich, obwohl ich die allergrößten Glaubens-Selbstverständlichkeiten ausspreche, die vor 50 Jahren niemanden gekratzt hätten, ein Ultramontanist, der konservativste der Konservativen. Witzigerweise aber gibt es gerade unter den Protestanten viele, die mir geschrieben haben, weil sie selber so darunter leiden, wie auch in ihren Kirchen der Ernst und die Frömmigkeit von religiöser Pausenmusik ersetzt worden ist.

Wie – nachdem Sie nun zweimal davon sprachen – funktioniert eigentlich Beten? Wie geht das Gebet des Matthias Matussek?
Das schönste, beste Gebet ist für mich das Vaterunser. In das kann ich mich eigentlich an jeder Stelle fast bewusstlos einklinken, das ist fast wie eine buddhistische Gebetstrommel, ein universelles Gebet. Das macht seine Schönheit aus, und für mich kann es gar nicht ausgeleiert genug sein. Darüberhinaus natürlich die Schrift, die Evangelien. Ich habe einen Newsletter abonniert, der mir per E-Mail jeden Morgen das Tagesevangelium, die Lesung und Psalmen schickt, das lese ich dann meist auf dem I-Pad. Das ist so mein Brevier. Das Tischgebet,  den Klassiker: „Komm Herr Jesus, sei unser Gast, und segne, was Du uns bescheret hast.“ Eine schöne Vorstellung, Jesus zu Gast zu haben. Und bisweilen still und kurz,  ich sag dann einfach dankeschön.

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Zeitreise?

Kluge Fragen!
Aber die Antworten scheinen direkt aus dem 19.Jahrhundert zu stammen.

  • Antworten
Koperni196305.08.2011 | 15:42 Uhr

Kluge Fragen,

ebensolche Antworten!
Aus dem 19. Jhd. ? Na und? Wenn´s so wäre wär´s sicher nicht schlecht, denn auch damals waren nicht alle Menschen Deppen, genausowenig wie heute!

  • Antworten
Kapuzerer05.08.2011 | 21:46 Uhr

Zeitreise? Ja so ein Glück, dass ...

es Werte und damit auch Antworten gibt, die nicht von der Zeitmotte zerfressen werden! Gottes Segen für Sie. Mit freundlichen Grüßen

  • Antworten
Huber08.10.2011 | 09:35 Uhr

Matussek hat leider Recht

Herr Matussek hat leider völlig Recht - Atheisten sind leider nicht mehr was sie waren, und die meisten Katholiken genausowenig. Eine Konturlose Gesellschaft die zum Babybrei verkommt. Wo sind die echten Orginale? Wo die herrvorragenden Streitthemen und die intelektuell spitzen, scharfen Debatten?!
Immerhin gelegentlich noch bei Cicero ;) Chapeau!

  • Antworten
Björn Wolff05.08.2011 | 15:51 Uhr

Intellektuell?

Wie schön, dass Sie sich nach Intellektualität sehnen! Eine Grundbedingung dafür ist immer noch die Beachtung der Richtigkeit der deutschen Sprache plus Zeichensetzung...oder?

  • Antworten
FreeLeo06.08.2011 | 00:49 Uhr

Wir leben in der Postmoderne bzw. im relativistischen Neoliberal

...ismus! Eine freimaurerische Ideologie des absoluten Relativismus!

Gründe

http://www.bilderberg.org

Volkswirtschaftsprofessor Bernd Senf nach Wilhelm Reich zu den spirituellen und psychosozialen Ursachen

http://www.berndsenf.de

Abseits der Mainstream-Medien: EIR Nachrichtenagentur

http://www.bueso.de

Zeit-Fragen aus der Schweiz

http://www.zeit-fragen.ch

  • Antworten
Lars29.08.2011 | 19:21 Uhr

Was für ein bildungsferner

Was für ein bildungsferner Blödsinn. Ausgerechnet Postmoderne und relativistischen Neoliberalismus als freimaurerische Ideologie zu deklarieren zeugt höchstens von ihrer Leichtgläubigkeit und dem Drang pseudo-gewichtige Worthülsen um sich zu werfen. Wenigstens verraten ihre verlinkten Seiten das eigentliche Wesen ihrer Intention. Unkritisch an den Lippen von Heilsversprechern zu hängen ersetzt auch 2012 das Denken nicht. Schon als minimales Beispiel ihre dahergesagten Unsinns dient Webers Ablehnung der GEsinnungsethik zu Gunsten einer Verantwortungsethik. Dass es sich hierbei meiner Meinung nach letztlich um einen Zirkelschluss handelt spielt dabei keine Rolle, sondern soll lediglich stellvertrendend für einen postmodernen Anspruch dazu anregen wie wenig vereinbar ihr Geschwätz mit der Realität ist.
Gerade das GEsinnungsethische Denken lässt sich mit freimaurerischer Maxime vereinen, im Gegensatz zum zwangsläufig despotischen, weil willkürlicher Maßstäbe ausgesetzten Verantwortungsdenken. Freimaurerei als Werte- und Normensetzendes und - vermittelndes System als Quell relativistischer Ideologie zu postulieren grenzt an Lächerlichkeit. Was für ein Glück, dass es das Internet gibt, in dem auch solchen Lächerlichkeiten Raum gelassen wird. Ausgerechnet in der Kommentarspalte des Ciceros auf derartigen Unfug zu stoßen enttäuscht jedoch.
http://www.bueso.de??? Ist dass ihr geistig Spiegelbid, ihre Wahlempfehlung. Gott sei Dank berauben Sie sich selbst jeglicher Ernsthaftigkeit mit solcherlei Spaßigkeiten.
Weniger LEichtgläubigkeit und mehr kritisches Denken auch gegenüber Alternativmedien wäre angebracht.
H.P. Klaussen

  • Antworten
kritischer leser13.02.2012 | 13:40 Uhr

"dieser halbgebildete Atheismus"

Dazu gibt's Zahlen aus Amerika von letztem Jahr:
http://www.pewforum.org/U-S-Religious-Knowledge-Survey-Factors-Linked-With-Religious-Knowledge.aspx
Weiss nicht, ob es eine derartige Studie auch für den deutschsprachigen Raum gibt.
Ich lehn mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass die Sample-Größe es zulässt, dass die Zahlen bei uns ähnlich aussehen würden.
--
>In einer Talkshow rief einer: „Die Kirche
>steckt voller Päderasten“ Und das stimmt
>gerade nicht. Nur 0,1 Prozent der seit 1995
>des Missbrauchs Beschuldigten stammten aus
>den Reihen der katholischen Kirche.
Das ist der uninteressante Vergleich.
Interessant ist die Zahl wieviel % des Klerus an Handlungen direkt oder indirekt beteiligt waren bzw. davon wussten.
Der Vergleich mit der Gesamtbevölkerung ist uninteressant.
Nicht die Gesamtbevölkerung behauptet den "moral high ground" zu haben, das behauptet der Klerus.

  • Antworten
Johannes05.08.2011 | 16:01 Uhr

Noch Interessanter

Wie der Spiegel ermittelt hat, gab es in den vergangenen Jahren über 90 Verdachtsfälle auf Kindesmissbrauch in deutschen Bistümern gegeben. Unfassbar viel zu viel. Andererseits hat Hans Ludwig Kröber, der wahrscheinlich bundesweit rennomierteste Kriminalpsychiater, festgestellt, dass sexueller Missbrauch bei Mitarbeitern der katholischen Kirche sehr viel seltener vorkommt als bei anderen erwachsenen Männern. Nichtzölibatär lebende Männer werden laut Kröber mit einer 36 mal höheren Wahrscheinlichkeit zu Missbrauchstätern als katholische Priester. Insgesamt hat es nämlich seit 1995 in Deutschland rund 210.000 polizeilich erfasste Fälle von Kindesmissbrauch gegeben. Im Vergleich dazu sei die vom „Spiegel“ in einer Umfrage ermittelte Zahl von 94 Verdächtigen innerhalb der katholischen Kirche verschwindend gering.

  • Antworten
Fanny Endrich08.08.2011 | 09:18 Uhr

Nur 0,1 Prozent

Wie recht Sie haben, das Schönreden von ihm ist einfach nur schön reden...

  • Antworten
mannausrde09.08.2011 | 15:56 Uhr

Kriminalgeschichte des Christentums

Auch Matthias Matussek zählt offenbar zu denjenigen "Gläubigen", die der katholischen Folklore und der kirchlichen Legendenbildung irgendwann erlegen sind.
Als geistreicher Journalist sollte er sich jedoch zunächst einmal mit den historischen Grundlagen des Christentums respektive der Religionen schlechthin befassen.
Auch der katholischen Kirche ist nach zweitausendjähriger Existenz bekanntlich keinerlei Gottesbeweis gelungen, so sehr sich alle bedeutenden Tehologinnen und Theologen darum auch bemüht haben.
Eher scheint Gegenteiliges der Fall, wie auch der von Matussek zitierte Friedrich Nietzsche zu wissen glaubte. Gäbe es wirklich einen Gott, der alles Elend dieser Welt zu verantworten hätte, müßte er gerechterweise in seine eigene "Hölle" hinabfahren und dort schmachten.
Schauen wir auf den afrikanischen Kontinent, wo auch heute, im Jahre 2011, immer noch tausende Säuglinge und Kleinkinder verhungern.
Eigentlich sollte sich die Welt-Staatengemeinschaft eine Mitschuld daran geben, aber dennoch bleibt die berechtigte Frage, warum ein Gott, falls es ihn tatsächlich gibt, dies überhaupt zuläßt.
Andererseits durfte sogar ein Unmensch wie Adolf Hitler, um nur ein Beispiel zu nennen, ein relativ langes Leben führen, millionenfache Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen und seinem Leben schließlich selbst ein leidensloses Ende bereiten.
Außerdem sollte sich Herr Matussek einmal mit der "Kriminalgeschichte des Christentums" beschäftigen. Der bekannte Historiker und und frühere katholische Theologe Karlheinz Deschner hat inzwischen den achten oder sogar neunten Band seiner Dokumentationen vorgelegt, in der die Hintegründe der organisierten katholischen Kirche grell beleuchtet werden.
Nach der Lektüre dieser "Kriminalgeschichte" wäre durchaus möglich, daß auch Herr Matussek umdenkt, zumindest aber die katholische Kirche und deren "Würdenträger" nicht weiterhin allzu kritiklos verteidigt.

  • Antworten
Yvonne Walden05.08.2011 | 18:34 Uhr

Sehr geehrte Frau Walden,

Sehr geehrte Frau Walden,

Sie vergessen bei ihrer Anschuldigung gegen Gott nur, dass die Menschen zu großen Teilen selbst Schuld an den späteren Folgen ihrer hausgemachten Krisen sind.
Ein Adolf Hitler wurde nicht von Gott zum Reichskanzler gewählt, sondern vom deutschen Volk! Wir haben Hitler zu einem Gott gemacht, mit den Worten: "Heil, Hitler!" Das muss man sich einmal negativ auf der Zunge zergehen lassen. Vom wahren Gott hingegen hat man sich abgewandt. Und dann, als die Bomben fielen, schrieen die Menschen plötztlich nach dem allmächtigen Gott und prangerten ihn für das Leid an. Das passt nicht zusammen.
Viele Probeleme (bspw. auch in Afrika) sind ebenfalls menschengemacht. Gott macht uns ein einzigartiges Angebot, wir müssen aber auch JA sagen, nicht erst, wenn es zu spät ist. Und selbst dann ist er oft noch gnädig.
Der andere Aspekt ist die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Für mich als Christ ist Gott gerecht. So steht's auch in der Bibel. Ja, es geschehen schreckliche Dinge auf der Erde, die man auch nicht alle menschlich logisch erklären kann. Aber Gott sagt selbst, dass er gerecht ist. Ich brauche mich als "armseeliger Wurm" nicht darum kümmern. Und stellen Sie sich doch einmal vor, dass wir als Menschen diesen Gott verstehen könnten. Das wäre ja gelacht, wenn ich mit meinem Spatzenhirn diesen Gott verstünde. Mit Verlaub, das wäre ein komischer Gott...

Liebe Grüße

  • Antworten
LK06.08.2011 | 10:42 Uhr

Die Sprachlosigkeit Gottes kritisieren

@ LK
@ Christian P.
Es gehört zur christlichen Dialektik, Gott gegen "seine angeblichen Feinde" (die er nach theologischer Lehre merkwürdigerweise selbst erschaffen hat) in Schutz zu nehmen.
Hat der Christengott dies überhaupt nötig?
Gott hat nachweisbar zu keiner Zeit zu irgendwelchen Menschen "gesprochen". Wer dies behauptet, sagt wissentlich die Unwahrheit, denn dafür gibt es keinerlei glaubwürdige Beweise.
Gott gab den Menschen einen freien Willen, so wird von theologischer Seite immer dann argumentiert, wenn schlimme Dinge geschehen, insbesondere verusacht von "getauften Christen" wie etwa dem Katholiken Adolf Hitler.
Aber so einfach liegen die Dinge nicht. Weder konnten religiöse Propheten bisher einen Gottesbeweis erbringen noch konnten Ungläubige das Gegenteil beweisen. Also wartet die "religiöse Gemeinde" vergeblich auf das Eingreifen des "Allmächtigen".
Folglich kann eigentlich niemand mit Fug und Recht behaupten, Gott habe den Menschen etwa einen freien Willen mit auf den Lebensweg gegeben. Gott war es jedenfalls nicht, weil es ihn mit ziemlicher Sicherheit nicht gab und nicht geben wird.
Mit der Religion werden bekanntlich weltweit Geschäfte gemacht und die religiösen "Funktionäre" leben ganz gut dabei.
Es wäre schön, wenn Gott dort eingreifen würde, wo menschliches Versagen Unheil anrichtet oder anrichten könnte.
Aber Gott schweigt beharrlich. Insoweit bin sollten wir also gemeinsam "die Sprachlosigkeit Gottes kritisieren". Ob er uns jedoch erhören wird, bleibt überaus fraglich, auch wenn etwa Matthias Matussek beharrlich betet.

  • Antworten
Yvonne Walden06.08.2011 | 18:16 Uhr

Religiöses Halbwissen

Ich finde es spannend, das hier einmal über den Religionsinhalt gesprochen wird, und nicht immer nur über den politischen Überbau. Und dass ein Publizist wie Matussek sich nicht scheut, auch einmal persönlich Auskunft über sein Glaubensleben zu geben. Das finde ich einen Erkenntnisgewinn, der vielen Klischees, vielem religiösen Halbwissen entgegenwirkt. Und ich finde es mutig, wie er sich bekennt, und unheimlich, dass es heute für ein christliches Glaubensbekenntnis Mut braucht. In den Leserbriefspalten des Spiegels wäre er dafür in Grund und Boden geschmäht worden. Gleichzeitig hilft Matusseks Polemik auch nicht: Wie man in den Wald hereinruft, so schallt es heraus, Herr Matussek. Reformer sind für ihn "Demonstrationsschickeria" und Demonstranten unverschämt, und Atheisten halbgebildet. Das mag alles stimmen, provoziert aber verständliche Gegenreaktionen.

  • Antworten
Florentina08.08.2011 | 11:55 Uhr

Kriminalgeschichte des Christentums und Gottesbeweis

Frau Walden hat Recht mit ihrer Aussage, dass der Gottesbeweis seit über 2000 nicht erbracht wurde.

Alle optimistischen Erklärungs¬versuche des Pontifex und der Bischöfe zum Elend dieser Welt wurden bereits durch das Erdbeben von Lissabon am „Allerheiligen¬tag“ 1755 widerlegt. Bei dem Erdbeben starben „zahlreiche Kinder“ während des Gottesdienstes in den Kirchen oder wurden verstümmelt, während das Rotlichtviertel „Alfama“ verschont blieb. Dieses Erdbeben hatte mehr als 90000 Todesopfer gefordert. Auch die Katastrophen in Chile, Haiti, Japan, Pakistan und Thailand geben eine eindeutige Antwort, wie sich die Existenz eines „gütigen“ und „allmächtigen“ Gottes mit der Existenz des Übels oder des Bösen vereinbaren lässt?

Warum hat Gott, der Allmächtige, den 2. Weltkrieg mit rd. 55 Millionen Toten und den Holocaust mit 6 Millionen Opfern zugelassen? Und warum hat der „Allmächtige“ diese Katastrophen und das Elend auf dieser Erde gebilligt? Auch den „weltweiten“ Missbrauch seines Bodenpersonals an kleinen Kindern hat Gott nicht verhindert! Der eigentliche Skandal war die Vertuschung der Missbrauchs¬fälle durch Oberhirten! Auch die Alkoholfahrt der EKD-Vorsitzenden hat Gott nicht verhindert! Was wäre geschehen, wenn durch diese Fahrt kleine Kinder zu Schaden gekommen wären?

Wenige Wochen nach den schrecklichen Ereignissen von Lissabon verfasste Voltaire sein berühmtes
“Gedicht über das Erdbeben von Lissabon“
O unglückselige Menschen, bejammernswerte Erde!
Unsinniger Leiden unaufhörliche Qual!
- Betrogene Philosophen. Ihr schreit: “Alles ist gut!”
Kommt her! Und seht die grässlichen Ruinen,
verstreute Glieder unter Marmortrümmern.
- Wie einen Gott sich denken, der, die Güte selbst,
den Kindern, die er liebt, die Gaben spendet,
und doch mit vollen Händen Übel auf sie gießt?

Voltaire bringt den Zeitgeist auf den Punkt und zieht für sich selbst die Konsequenz aus den schrecklichen Ereignissen. Angesichts der Trümmer von Lissabon zeigte Voltaire in seinen Schriften, was von den wohlmeinenden Beteuerungen der weltlichen und geistlichen Autoritäten zu halten war, die sich angewöhnt hatten, aus der Frömmigkeit des dankbaren Gotteslobes ein billigendes Einverständnis mit allen entweder von Gott geschaffenen oder doch wenigstens von ihm geduldeten Weltübels abzuleiten. Mit viel Witz und Ironie entlarvt Voltaire (1694 bis 1778) in dem Klassiker der Aufklärung „Candide oder Der Optimismus“ jedes Paradies auf Erden als Illusion. Es ist ein phantastisches Lehrstück über die Grausamkeit der Welt und die einfachen Wege zum Glück! In Voltaires scharfsinniger Satire werden Utopien, Heilslehren und jedes Paradies auf Erden als Illusion entlarvt. Das Buch wurde nach Erscheinen 1759 in Genf öffentlich verbrannt und vom Vatikan – wie damals üblich – auf den Index gesetzt.

Die Geistlichkeit wurde bereits von Goethe heftig kritisiert: "Aber sie will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen" (s. Eckermann, "Gespräche mit Goethe", Leipzig, 1836, Band 3, S. 797.

Die Frage, ob die Welt von einem „gütigen“ und „gerechten“ Gott geschaffen wurde, ist im 18. und 19. Jahrhundert bereits negativ beantwortet worden. Das sollten auch alle heutigen Interpreten zur Kenntnis nehmen!

Die Oberhirten haben noch nicht begriffen, dass sie mit ihren Märchen von der Existenz Gottes und aufgrund ihres luxuriösen Lebensstils auf „Kosten der Gläubigen“ den Anfang vom Ende der Kirche bereits eingeläutet haben. Erich Kästner hat es schon früher erkannt: „Da hilft kein Hohn und auch kein Spott, kein Fluchen und kein Beten, die
Nach¬¬richt stimmt: „Der liebe Gott ist aus der Kirche ausge¬treten!“

  • Antworten
Volkmar Marschall01.09.2011 | 09:43 Uhr

matussek

was genau meint herr matussek mit "gewissen sperrigkeiten"? meint er inquistion, kreuzzüge,hexenverbrennung oder das kondomverbot, welches in afrika für unzählige, zusätzliche aidstode sorgt? vielleicht ist's ja auch der zölibat u. der-nicht immer-aber zu oft daraus folgende sexuelle missbrauch. die verdrehte statistik kann man in die abteilung"hütchenspielerei" verweisen, denn entscheidend ist die anzahl von sexuellen straftaten in den verschiedenen berufsgruppen u. da liegen katholische priester weit vorn. die wenigsten werden erwartet haben, daß herr matussek mitglied der giordano bruno-stiftung wird,aber gleich so heftig im auftrag des herrn unterwegs...der eine weiß,daß er nichts weiß. der andere versucht erklärungen für das unerklärliche zu finden. und dann gibts auch noch diejenigen, die ein markttaugliches thema für ihr buch suchen.

  • Antworten
fritz frilling05.08.2011 | 23:37 Uhr

Halbgebildete Ahnungslosigkeit - Hexenverbrennung

Apropros Blödheit:

Nahezu alle frühen Hexenprozesse wurden nicht von Geistlichen und Intellektuellen veranstaltet, sondern von Politikern und Laien“ (Arno Borst). Die weltlich-staatliche Justiz beanspruchte gerade in Hexenangelegenheiten die Zuständigkeit, die Hexenprozesse haben daher „nichts mit kirchlicher Gerichtsbarkeit zu tun“ (Gerhard Schormann). Immer wieder musste nahezu bis in die heutige Zeit hinein der Vergleich mit der Judenvernichtung Hitlers herhalten. Tatsache ist, dass in der NS-Zeit Heinrich Himmler eine Hexenkartei mit möglichst vielen Prozessen und Hinrichtungen anlegen ließ, um Material für seine antikirchliche Propaganda zu bekommen. In den 1960er Jahren wurde kolportiert, dass die Hexenverfolgung die größte Menschenvernichtung vor dem Holocaust gewesen sei. Das ist nach neuesten Forschungen schlicht unhaltbar.

Erst in neuester Zeit etablierte sich eine ideologiefreie Forschung zu diesem Thema. Der Hexenglaube war im vormodernen Europa normal, wurde aber von der Kirche nicht wirklich ernst genommen, wie auch die Hexenverfolgung von der Kirche die meiste Zeit als illegal angesehen wurde. Es kam zu kirchlich nicht gebilligten Hexenverfolgungen und in vielen Teilen Europas zu Lynchjustiz. Päpste und Bischöfe wandten sich gegen derartige Volksaktionen. So schrieb Papst Gregor VII. (gest. 1085) in einem Brief an den Dänen-König Harald Blauzahn: „Glaubt nicht, Ihr dürftet Euch gegen Frauen versündigen, die aus dem gleichen Grund (wegen angeblicher Verursachung von Unwetter, Stürmen und Krankheiten) mit Unmenschlichkeit nach einem barbarischen Brauch abgeurteilt werden. Sondern lernt vielmehr, durch Buße das göttliche Strafurteil, das Ihr verdient habt, abzuwenden, anstatt den Zorn Gottes noch mehr herbeizurufen, indem Ihr über jene unschuldigen Frauen Verderben bringt.“

Zauberei war ein völlig untergeordnetes Delikt. „Der Gedanke einer kriminalrechtlichen Verfolgung abergläubischer Übungen war der Kirche ganz fremd“, stellten sogar kirchenkritische Autoren fest. Es war das weltliche Recht, das im Mittelalter den Schadenszauber durch den Tod durch Verbrennen ahndete, wie es im Sachsenspiegel steht. Ein radikaler Hexerei-Begriff entstand erst gegen Ende des Mittelalters. Der sogenannte Teufelspakt war tatsächlich ein Fall für die Inquisition, die im 15. Jahrhundert auch Prozesse gegen Hexen/Hexer führte. Aber sowohl Theologen als auch Kirchengerichte verhielten sich reserviert bis ablehnend. Es gab Kirchengerichte, die Hexenprozesse verweigerten. Sie wurden gegen Ende des Mittelalters eingestellt. Aber auch bei den frühen Hexenprozessen standen die Ortsgeistlichen nicht an vorderster Front, und es gab einzelne, die „energisch die Rechtgläubigkeit einer angeblichen Hexe verteidigten“. In Spanien war es sogar die Inquisition, die die Hexenverfolgung unter ihre Kontrolle brachte und dann 1526 praktisch beendete.

  • Antworten
Fanny Endrich08.08.2011 | 09:02 Uhr

Mit allem gebührenden Respekt

Mit allem gebührenden Respekt, ich frage mich, was die Verteidigung von Kirchenleuten zur Zeit von Inquisition etc. pp soll.
"Politiker und Laien" - auch die waren in der Kirche.

Zum einen ist die Kirche mit der Aufarbeitung religiösen Wahnsinns noch nicht wirklich weit gekommen (siehe die Statue des "frommen Jan, der immer noch in der Brüsseler Cathedrale St. Michel herumsteht und mit seinem Fuß auf einen Frauenkopf tritt, weil diese Dame ihm zu sehr auf Frauenrechte gepocht und kritische Äußerungen zum Glauben losgeworden ist) http://www.mykath.de/topic/24149-die-frau-auf-deren-kopf-der-fromme-jan-tritt/

Zum anderen waren Inquisitoren "im Auftrag der heiligen römisch-katholischen Kirche" unterwegs. Das sagt doch schon alles.
Gedanken über den Teufel im Allgemeinen rühren von kirchlichen/biblischen Vorstellungen her. Und gegen Ende des Mittelalters war die Hexenverfolgung auch schon wieder abgeflaut.
Und "Ketzerverbrennungen" wie die des Mönchs Giordano Bruno?
Sorry, aber Ihre Weichzeichnerei nützt niemandem was...

  • Antworten
Annaleah29.08.2011 | 12:45 Uhr

Matusseks Halbwissen

Herr Matussek ist als 68er-Epigone ein von weit links zurück in den Schoß der Hl. Röm. Kath. Kirche "geflüchtet". Wie so viele seiner Generation, die im Alter gern nach Erbaulichem zu suchen scheint. Das sei ihnen unbenommen und ich halte es mit dem Alten Fritz, dass "jeder nach seiner Facon selig werden solle". Leider verschweigt Matussek, dass die Kath. Kirche nach wie vor einen ungebrochenen Machtanspruch erhebt und bei ihr das Religiöse eben nicht privat und unpolitisch ist. Das ist in unserer Gesellschaft, will man sie säkular erhalten, klar abzulehnen. Daher sind die Proteste z.B. von Schwulen-Verbänden in Berlin gegen den Papstbesuch berechtigt und aus demokratischer Sicht begrüßenswert. Im Übrigen, noch etwas zu Matusseks "Halbwissen": Die so gen. Wandlung in der Hl. Messe heißt Transsubstantiation und nicht Transsubstantion wie es im Interview steht. Oder hat da etwa die Cicero-Redaktion halbwissend geschlampt ;-)?

  • Antworten
SW06.08.2011 | 12:07 Uhr

@Yvonne Walden

Liebe Frau Walden, da erliegen Sie einem Irrtum auf. Ad 1: Auch den Atheisten ist kein Gegenbeweis gelungen. Wenn ich jetzt (um 14 Uhr) aus dem Fenster sehe und sehe keine Sterne und behaupte. Sterne gibt es nicht, ist das kein Beweis für die Richtigkeit. Diese einfachen induktiven Schlüsse funktionieren nicht (auf beiden Seiten). Ad 2: Nein, ein Großteil der Deutschen haben Hitler gewollt und ihn nicht bekämpft. Und die großen Staaten Europas haben Afrika ausgebeutet und scheren sich auch jetzt nicht, wie es anderen Menschen, in Afrika oder anderswo geht. Hauptsache das iPhone gibt's jetzt auch in weiß. Gott lässt uns die Wahl zu handeln und WIR lassen solches Unglück zu.

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Christian P.06.08.2011 | 14:41 Uhr

Diese Verbloedung war unertraeglich

In USA verkauft die Kath.Kirche einen Teil ihrer Kirchengebaeude , Priesterseminarien und andere Immobilien weil es immer weniger Priesteranwaerter,Priester und Ordensschwestern gibt.
Junge Priester die in einer Lehmhuette in Suedindien oder Afrika aufgewachsen sind werden jetzt nach Amerika geschickt.Man kann sich die Probleme die die zivilisatorische Umstellung fuer diese jungen Maenner mit sich bringt vorstellen.Von den sprachlichen Problemen z.B. beim Predigen garnicht zu reden.
In Brasiien gibt es so wenig Priester dass viele Katholiken ihren Priester nur ein oder zwei mal im Jahr zu Gesicht bekommen wenn der seine "desobriga" d.h. seine Rundreise macht.Kein Wunder dass viele dort evangelisch werden weil ihre kranken und sterbenden Angehoerigen in ihrer Not allein gelassen werden.
Ich glaube dass ein verstaendiger und engagierter Katholik mit den Ansichten von Herrn Matussek nichts anfangen kann.

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Arnulf Ehmer07.08.2011 | 06:23 Uhr

Verständnisproblem

Die ganzen Aufregung basiert auf einem Verständnis-Problem. Wenn Matussek von "Wir" spricht, kann er nur die Katholiken meinen. Er denkt inhäusig. Leider hat das "Wir", das dann uns alle meint, keine spezielle Kennung. Da muss man halt genaue lesen und heir und dort erkennen: Das geht mich was an, das nicht. Letzteres ist zumindest für Andersgläubige häufiger der Fall.

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Alexander Wallasch 07.08.2011 | 13:21 Uhr

Mattusseks Fehler

Mir persönlich ist es vollkommen egal, woran einzelne Menschen glauben oder nicht. Problematisch wird dies nur, wenn Andersgläubige oder deren Weltanschauung beleidigt werden, bzw. historisch falsch beurteilt werden.
Zitat aus seinem Buch: "atheistische(n) Spitzenkraft Adolf Hitler".
Dies ist schlicht falsch, stößt aber bei unwissenden Menschen auf offene Ohren. Kein Atheist käme auf die Idee, das Christentum genau deswegen zu verteufeln, weil Hitler Christ war. Es gibt viele einfachere Gründe, das Christentum (speziell den Katholizismus) zu kritisieren.
Die Nazi-Keule ist ein deutliches Anzeichen für den Mangel an richtigen Argumenten.

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Thomas Schmid09.08.2011 | 17:43 Uhr

MUTIG, der Mann!

Gefällt mir, Herr Matussek,
Sie sind eine echte Ausnahmeerscheinung in der deutschen Medienlandschaft - machen SIe weiter! Bitte!
TF

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Thomas Fügner10.08.2011 | 10:34 Uhr

Theologie und "Verblödung"

Ist es nicht eher so, daß die Welt durch die Theologie, insbesondere die christliche, "verblödet" worden ist, was für aufgeklärte Zeitgenossinnen und Zeitgenossen inzwischen "unerträglich" wirkt?
Gerade die katholische Kirche, auf die Matthias Matussek große Stücke hält, konnte sich nur durch mittelalterliche Zwangsmittel ausbreiten und Ungläubige mit ihrem Machtgehabe "überzeugen".
Diese Zwangsmittel wirken heute natürlich nicht mehr, so daß die Kirchenoberen nicht erst seit der Pillen-Enzyklika große Mühe haben, ihre "Schäfchen im Pferch" zusammenzuhalten.
Die katholische Kirche sollte sich endlich zu ihrer dunklen Geschichte bekennen, die eigentlich eine ganz und gar grauenvolle ist.
Entweder sie verliert dadurch den letzten Rest an Glaubwürdigkeit oder sie steht wie neu geboren da, weil Offenheit und Ehrlichkeit letztlich überzeugt.
Das derzeitige Gewürge, auch um den Besuch ihres Oberhirten Papst Joseph Ratzinger in Deutschland, wirkt jedenfalls wenig überzeugend. Und eine Kirche, die ihre "Funktionäre" (Päpste, Kardinäle, Bischöfe, und Priester) als sakrosant hinstellt, während sich diese als durchaus sündige und frevelnde Menschen entpuppen, darf sich über einen Absturz ins Ungewisse wohl nicht weiter wundern.

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Heidrun Meding10.08.2011 | 11:01 Uhr

Refomen müssen sein

Sind den "Gott", "Glück", "Liebe" nicht theoretische Konstruke die sich im Laufe der Zeit ändern? Müssen wir alles, was geschreiben steht einfach so hinnehmen? ist nicht die größte Kritik z. B.am Islam, dass die Menschen nach Reformen schreien, und aber die Radikal-Islamisten sagen, der Koran wurde von "Gott" geschreiben und so soll es bleiben und den Menschen keinen Freiraum für eigenen Gedanken gibt.

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Nordy10.08.2011 | 13:53 Uhr

Was hat die katholische Kirche mit dem Glauben zu tun?

Ganz grob gesagt spricht Herr Matussek in der Hauptsache von einer Organisation und deren Vorstandsvorsitzendem. Und er spricht von Hierarchien, Events, Highlights usw. Und merkt dabei nicht, dass er immer wieder genau dem widerspricht, was er propagiert: Glauben. Er ist der rückwärtsgewandte Reformer, der will, dass die Menschen das Denken wieder einstellen. Nun, bei ihm ist es scheinbar schon der Fall.
Und was natürlich auch nicht fehlen durfte: Der Hieb auf die Protestanten. Er wäre doch kein guter Katholik, hätte er das ausgelassen.

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Heinz10.08.2011 | 14:54 Uhr

Keine universelle Theologie, aber eine universelle Erfahrung

Der Menschheit wäre ein großer Gefallen getan, wenn es endlich ein größeres Bewusstsein dafür gäbe, dass es keiner universellen Theologie bedarf. Was jedoch dringend not tut, ist eine universelle Erfahrung. Obwohl in diesen Zeiten immer mehr Menschen als spirituelles Ziel die Einheit statt die Vielfalt benennen, sollten wir nicht verleugnen, das wir alle verschieden sind und daher auch unterschiedliche Wege brauchen. Sie alle führen zum selben Ergebnis. Das heißt jedoch nicht, dass ein Weg besser wäre als der andere.

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eckhart26.09.2011 | 14:50 Uhr

Herr Matussek..

Herr Matussek, vielen Dank!
Zwar bin ich kein Gläubiger (eher Atheist, aber ich hoffe kein halb-gebildeter:), finde jedoch diese ganze Hetzjagd auf die Kirche echt erbärmlich. Sie ist eine Organisation die sich noch den Luxus der Kontur leistet, und offensichtlich damit einen Haufen Nobodys einlädt sich durch das darüber Ereifern zu profilieren zu versuchen.
Klar ist, dass die Kirche auch nur aus den zur jeweiligen Zeit verfügbaren Menschen besteht. Und aus diesem Pool ihre Mitarbeiter, auch die Priester, rekrutiert. Das gilt auch für die Kinderschänder der heutigen Zeit.
Bei der heutigen Lebensweise, wo alles künstlich ist und der Mensch fast komplett von der Natur, vom Natürlichen, abgeschnitten ist, wundert es mich eher dass das Aufgedeckte alles ist.

Die Kirche ist ins Kreuzfeuer geraten. Die Sache mit den Pädophilen ist nur ein Argument, eines unter vielen, Munition welche verfeuert wird in der Hoffnung sie ins Straucheln zu bringen. Die Wenigen welche es aus Kalkül machen bekommen Schützenhilfe von vielen Überzeugungstätern. Wenn wir wissen wollen was uns erwartet wenn das Christentum in Europa abgeschafft ist, brauchen wir nur zum Islam zu blicken. Mir persönlich reicht ein Blick, um die wieder Kirche zu umarmen, mit all ihren Mängeln, und mir ihren Erhalt zu wünschen.

Herr Matussek, gerade in diesen schwierigen Zeiten tut es gut dass Sie Zeugnis ablegen. Meinen Respekt haben Sie.

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Petar26.09.2011 | 21:24 Uhr

Mein Gott, das Thema gibt ja noch was her

Interessant um welche Fragen sich für manche Menschen die Welt so dreht. Wie ein Wesen vom anderen Stern schluckt es Dogmen wie Honigbrot und sagt einfach ja und amen. Solange Religion sich nicht anmaßt das Leben der Un- und Andersgläubigen zu reglementieren, soll nun wirklich jeder nach seiner Fasson seelig werden und meinetwegen gegen alle naturwissenschaftliche Erkenntnis physisch wiederauferstehen, obwohl diese Vorstellung etwas Zombiehaftes für mich hat. Ich bleibe jedenfalls bei meiner These, dass sich das Göttliche nicht in Worte fassen lässt und die Welt oft ein besserer Ort wäre, wenn es keiner versuchen würde.

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Christoph Kuhlmann05.04.2012 | 07:08 Uhr

Immer nur diese

Immer nur diese Spiegelfechterei um lächerliche Formalien.
Man sollte sich lieber mit den Anfängen beschäftigen:
Da erschafft also ein allmächtiger, allwissender Gott
2 Menschen und steckt sie ins Paradies mit diesem mysteriösen
Baum der Erkenntnis und dem Verbot, von dessen Früchten
zu essen.
Er weiss genau, was passiert. Nachdem das Ereignis eingetreten
ist, werden die beiden mit flammenden Schwert vertrieben.
Die Erbsünde ist in der Welt.
Irgendwann tut IHM seine Tat leide, ER erschafft sich einen Sohn
und schickt ihn als Erlöser auf die Welt.
Das reicht eigentlich schon, um die ganze katholische Kirche
wie ein Kartenhaus zusammenfallen zu lassen.

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luro05.04.2012 | 15:48 Uhr

Mattusek hat Recht: Nichts Neues unter der Sonne ...

Es ist schon putzig, die Beiträge mancher Foristen zu lesen ... auch wenn es nicht unkommentiert bleiben sollte:

1) der Hinweis, wir seien nicht mehr im Mittelalter bzw. im 19. Jh. ist nicht wirklich hilfreich: Wir werden genauso (gestern, heute, morgen) unbedarft geboren, wie Menschen in der Antike, im Mittelalter oder im III. Reich. Es gibt keine Gnade/Weisheit der "späten" Geburt. Alles Wissen und jede Weisheit muss von Individuen jeder neuen Generation neu gewonnen/erarbeitet/erlesen werden. Erschreckend ist jedoch, dass hier und heute, wo der Zugang zum (historischen) Wissen noch nie so einfach war, davon nicht Gebrauch gemacht wird. "Man" hat wohl Kohelet gelesen und hat, da "viel Wissen, viel Sorge" bedeutet, den Schluss gezogen: "Nichtwissenwollen macht frei" ...

2) der Hinweis, insbesondere die christliche Theologie hätte geholfen, die Welt zu verblöden, geht völlig an den historischen Realitäten vorbei, siehe heute auch in deutscher Übersetzung verfügbaren Werke der frühen Kirchenväter wie Augustinus oder Werke von Thomas von Aquin. Letzterer fordert "man solle die Wahrheit suchen, wo immer sie gefunden werden kann", sowie Genauigkeit in Fragestellung, Untersuchung und Beweisführung, "...da ein kleiner Fehler am Anfang am Ende ein großer ist...". Die Verblödung kam erst mit Descartes und seinen Interpreten, die nicht mehr meinten, man solle die Erkenntnis an der Realität messen, sondern "meine" Erkenntnis sei die Realität - willkommen in der Moderne! Wer's nicht glaubt, lese bei Hobbes nach: "Nicht die Wahrheit, sondern die (meine) Authorität schafft das Gesetz."

3) was hat denn Luther ausser Kirchenspaltung und (da jedoch nicht alleine) den 30-jährigen Krieg bewirkt: Die 81000 verschiedenen protestantischen Kirchen in den USA? Die Befreiung vom (fernen) Papst in Rom und dafür die Abhängigkeit von den (nahen) Landesfürsten in DEU (die gegenüber den Emporen, auf denen die Landesfürsten Platz nahmen geringere Höhe der Kanzeln spiegelt das "neue Machtverhältnis" wider)? Die Tatsache, dass die grosse Mehrheit der noch in den lutherischen Kirchen verbliebenen Gläubigen diese genau 4 Mal im Leben besucht: Taufe-Konfirmation-Heirat-eigene Trauerfeier? Trotz Frauenordination und "Gays" vor und hinter dem Altar?

4) immer wieder gerne genannt wird die "christliche" Hexenverfolgung, die im weltlichen Hexenwahn ihre Vollendung fand. Wer kann denn heute noch zwischen der weltlichen und kirchlichen Inquisition unterscheiden? Immerhin hat die kirchliche Inquisition den "amtlich bestellten" Verteidiger "erfunden", nur scheinbar, siehe Punkt 1, eine Errungenschaft "der Moderne"? Übrigens haben auch wir, im 21. Jh. auch "unsere" Hexen, für die gerne rechtsfreie Räume geschaffen werden ...

5)eine Nichtexistenz von irgendwas (auch G-ttes) kann nie bewiesen werden. Nur eine Existenz von ... kann verifiziert oder falsifiziert werden, auch gerne mit Wahrscheinlichkeiten ...

6) das Christentum fängt nicht aus dem Nichts an, es hat seine tiefen Wurzeln im Judaismus. Die katholische Kirche hat das u.a. im II. Vaticanum immer wieder bestätigt. Die Authorität des Papstes ist nicht genug, dieses Erbe, z.B. im Hinblick auf die Homosexualität, aufzuheben: "Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern es zu erfüllen" sprach Jesus.

7) was "Frauenunterdrückung" angeht verweise ich auf Genesis: "...schuf den Menschen als Mann u-n-d Frau...", ein jedes (reale!) Geschlecht war, ist und bleibt für sich nur ein halber Mensch.

Wer zum Thema "Auf der Suche nach einer universalen Ethik" keine Berührungsängste kennt und seine Vorurteile ablegen kann, kann ja Mal im Vatikan nachlesen: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_doc_20090520_legge-naturale_ge.html

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AJMazurek16.05.2012 | 20:42 Uhr

Matthias Matussek

Herr Matussek tingelt durch die Talkshows, um seine Bücher zu promoten - und Cicero promotet mit.

Ich glaube, Herrn M. geht'sd nur um Schlagzeilen um Kasse zu machen.
Ich glaube nicht, dass er wirklich eine Meinung hat.
Er weiß wohl nur, was sich wie verkauft.

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M. Flöger16.05.2012 | 21:32 Uhr

Diese Verblödung war unerträglich

Kuam zu glauben, dass es im Jahr 2012 noch erwachsene Menschen gibt, die glauben, dass die efde älter ist als die Sonne (siehe Bibel), und die an eine Volkszählung gluaben, die nie stattgefunden hat, menschen, die geistig noch in der Welt der Menschenopfer leben und rituellen Kannibalismus proktizieren. Eben semitischen Aberglauben aus der Bronzezeit!

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Joseph Breitenbach17.05.2012 | 03:11 Uhr

Bekenntnis

Matussek bekennt sich,ohne Ausflüchte und mit Lebensfreude.
Das tut einfach gut.Ich kann diese ganze Augeplusterte Kirchenkritik nicht mehr lesen und hören.Natürlich hat auch die Sünde Einlass gefunden.Wen das wundert,der hat vergessen,dass Menschen immer sündig sind.Wir bedürfen alle der Gnade,Vergebung,Lossprechung.Ich habe noch nie gelesen,dass jemand die Abschaffung von Vereinen,der Schule und der familie gefordert hat,obwohl dort wesentlich mehr Missbrauchsfälle zu beklagen sind.
Ich liebe die katholische Kirche,bei aller berechtigter Kritik.Sie bewahrt den Glauben seit über 2000 Jahren,gibt Irrlehrern Einhalt und stellt alle für das Seelenheil notwendigen Sakramente.Bekenner wie matussek sind mir tausendmal lieber als Mensche,die auf einem Kirchentag über Mülltrennung reden wollen und weichgespülte Theologen mit ihrem Allerweltsgerede.Wenn ich evangelischen Repräsentanten wie Frau Käßmann zu höre möchte ich nur flüchten.Danke Herr Matussek!°Sie haben nicht mit allem Recht aber Ihre Art kann zu Gott führen.

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Bekehrt12.05.2013 | 10:40 Uhr

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