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 > Wie aus der Finanz- eine Schuldenkrise gemacht wurde

Kapital

BankenschwindelWie aus der Finanz- eine Schuldenkrise gemacht wurde

Von Wilfried Herz12. Mai 2012
picture alliance
Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, Merkel, Ackermann, Banken, Griechenland, Euro
Hätte Merkel 2010 auf Ackermann gehört, wäre die Eurokrise vielleicht schon Geschichte
Schrift:

Es ist der wohl größte PR-Coup der Geschichte: Die Banken haben sich aus der Schusslinie genommen, indem sie aus der Finanz- eine Staatsschuldenkrise machten. Die Politik zieht daraus die falschen Schlüsse. Jetzt aber wird die Kritik an Merkels Spardiktat immer lauter

Seite 1 von 5

Rückblende aufs Frühjahr 2010, im dritten Jahr der Finanzkrise: Ganz offen spekulieren Banker, Politiker und Journalisten wochenlang über eine bevorstehende Pleite Griechenlands. Selbst ein Rausschmiss aus der Eurozone ist kein Tabu mehr. Der griechische Finanzminister muss ständig steigende, horrende Zinsen bieten, um überhaupt noch neue Kredite zu bekommen.

Da meldet sich in Berlin bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ein vertrauter Gesprächspartner, Josef Ackermann, der Chef der mächtigen Deutschen Bank, mit einer überraschenden Offerte. Zur vorläufigen Rettung Griechenlands schlägt er ein gemeinsam von den privaten Geldhäusern und den Eurostaaten finanziertes Kreditpaket von 30 Milliarden Euro vor, damit die Griechen das laufende Jahr überbrücken können. In der Zwischenzeit könne eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

Merkel lehnt ab. In Nordrhein-Westfalen stehen schwierige Landtagswahlen bevor, und nach der wenig populären Unterstützung für taumelnde deutsche Banken erscheint es ihr inopportun, jetzt auch noch den Griechen mit Steuergeldern aus der Bredouille zu helfen.

Merkels Nein war ein äußerst kostspieliger Fehler. Die Kanzlerin hatte die letzte Chance vertan, den Brandherd auf Griechenland zu begrenzen, womöglich sogar durch konsequentes Handeln zu löschen. So aber entstand ein Flächenbrand, der sich auf ganz Südeuropa plus Irland ausdehnte – mit verheerenden Konsequenzen für Bevölkerung und Wirtschaft in den betroffenen Ländern.

Die Griechenlandkrise markiert eine entscheidende Wende für die Währungsunion. Zunächst schien es nur ein harmloser Etikettenwechsel zu sein: Aus der „Finanzkrise“ wurde die „Staatsschuldenkrise“. Doch damit wechselten auch die Schuldigen. Die Banken als eigentliche Verursacher gerieten aus dem Blickfeld, stattdessen saßen die Staaten mit hohen Schulden auf der Anklagebank, weil sie nach gängiger Lesart „über ihre Verhältnisse gelebt haben“.

Mit lebhafter Unterstützung der dankbaren Banker machten Politiker, allen voran Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, die Staatsschulden zum Hauptthema. Das deutsch-französische Gespann kannte für die Staaten der Europäischen Union nur noch eine Devise: sparen, sparen und nochmals sparen – bis hin zum EU-Fiskalpakt, dem sich bisher nur die Briten und die Tschechen verweigern.

Mit diesem Schritt beendeten Deutschland und Frankreich auch die Renaissance keynesianischer Nachfrageprogramme, obwohl sich gerade die als wirksames Mittel gegen die Kollateralschäden der Finanzkrise in der Realwirtschaft bewährt hatten, und zwar weltweit.

Bildergalerie: Die Bilder der Ära Ackermann
  • Josef Ackermann, Deutsche Bank, Finanzkrise, Börse
  • Josef Ackermann, Deutsche Bank, Finanzkrise, Börse
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  • Josef Ackermann, Deutsche Bank, Finanzkrise, Börse, Jürgen Fitschen, Anshu Jain
  • Josef Ackermann, Deutsche Bank, Finanzkrise, Börse, Jürgen Fitschen, Anshu Jain

Die Bürger seien mit dem „Begriff ‚Schuldenkrise‘“ auf „eine falsche Fährte gelockt“ worden, moniert der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. „Damit wird verschleiert, dass wir eigentlich eine Krise der Finanzwirtschaft und der Banken haben, weil diese sich in Spekulation statt in solider Kreditfinanzierung verausgabt haben.“

Mit Ausnahme Griechenlands, das sich mit falschen Statistiken in die Währungsunion gemogelt hatte, lasse sich den Staaten, die wegen zu hoher Schulden als gefährdet gelten, eine unsolide Haushaltspolitik „nicht nachweisen“, erklärt auch die Koblenzer Wirtschaftsprofessorin Renate Neubäumer.

Und auch außerhalb Deutschlands vertreten Experten diese Ansicht: „Die eigentliche Ursache für den Anstieg der Staatsverschuldung in den einzelnen Staaten“ sei die Finanzkrise. Die Regierungen hätten „die Scherben aufsammeln“ müssen, die private Banken angerichtet hätten, sagt der belgische Wissenschaftler Paul de Grauwe.

Tatsächlich hatten Spanier und Iren vor der Krise noch Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet, und ihr Schuldenberg war, gemessen an der Wirtschaftsleistung, weitaus geringer als der deutsche. Spanien, in deutschen Medien stets mit dem Attribut „hoch verschuldet“ belegt, hat heute noch deutlich weniger Schulden als das vermeintlich solide Deutschland.

Doch wer wird eigentlich gerettet mit den Paketen, die von den Eurostaaten für Griechenland, für Portugal, für Irland geschnürt wurden und künftig vielleicht auch für Spanien oder Italien? Es sind nicht die Bürger, nicht Handel und Gewerbe, nicht Bildungs- und Forschungsinstitutionen, die allesamt schwer unter den Folgen der Krise zu leiden haben. Die Krisenstaaten selbst haften zwar für die neuen Kredite, fungieren aber lediglich als Pumpstation, die das Geld weiterleitet an die Gläubiger – Banken, Versicherungen, Hedgefonds.

Ein typisches Beispiel sind die „Finanzhilfen zugunsten der Hellenischen Republik“, so der amtliche Titel der Parlamentsdrucksache zum zweiten Griechenlandpaket, das der Bundestag Ende Februar billigte. Auf knappen fünf Seiten wird beschrieben, wie die 130 Milliarden Euro verwendet werden sollen: Mit 71,5 Milliarden Euro wird die „Zahlungsfähigkeit im Rahmen eines mehrjährigen Hilfsprogramms dauerhaft“ gesichert; das Geld bekommen die privaten Gläubiger, sobald Zinsen und Tilgung laufender Kredite fällig werden.

Weitere 23 Milliarden Euro sind als Not-Kapitalspritzen für griechische Banken vorgesehen oder für Abwicklungskosten, falls eine von ihnen geschlossen werden muss. 35,5 Milliarden Euro sind schließlich dazu bestimmt, den Gläubigern den Schuldenschnitt – im Bankenjargon „haircut“ – schmackhafter zu machen.

Für die Eurostaaten wickelt die sogenannte EFSF, eine Aktiengesellschaft nach luxemburgischen Recht, die Zahlungen ab. Chef der nur ein Dutzend Beschäftigten ist der deutsche Klaus Regling, ehemals Generaldirektor der EU?Kommission. Bis Ende März hat Regling die ersten 31,2 Milliarden nach Athen überwiesen.

Wird es Griechenland schaffen?

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Dank für klare Worte

Danke, Cicero, für diese klaren Worte. Der Mainstream stellt ja alles positiv dar, etwa "Griechenlands Austritt verkraftbar" usw. Bleiben Sie bei Ihrer klaren Haltung.

  • Antworten
SuperW12.05.2012 | 12:27 Uhr

"Bleiben Sie bei Ihrer klaren (???) Haltung."

"Wie aus der Finanz- eine Schuldenkrise gemacht wurde"

Die Schuldscheine dienen der 'Hochfinanz' nur zur Absicherung, dass nicht mehr Kaufkraftgeld kreiert wird als Sicherheiten vorliegen. Der Staat selbst gehört der 'Hochfinanz' - und sie bestimmt das Gesetz, welches ihr (der 'Hochfinanz') das Monopol über die Geldkreierung sichert. Die durch Staatsverschuldung kreierte Geldnachfrage wird in Blasen gelenkt, die man dann wieder platzen lässt um neue Nachfragen entstehen zu lassen. Bei dieser Bankenkrise (= jetzt Staatskrise) handelt es sich nur um eine Entschuldung des Systems und Einschmelzung der zuviel kreierten Gelder. Damit die KARTELLEIGENEN Syndikate, Konzerne und Nationalstaaten, nicht pleite gehen, hat die Hochfinanz eine Sonderwährung (= auch nur Computernullen) erfunden: SDR (Special Drawing Rights) werden GRATIS vom IWF ausgestellt.

Bei den Wahlen handelt es sich nur um die Nominierung von PR-Politiker die dem Syndikat nach aussen gegenüber dem Volk dienen und dieses mit Lügen beruhigen. Sie betreiben die Politik gleichsam einem Kasperletheater.

Der Staat ist eine GmbH, wie offenkundig auf diesem Link:

http://www.deutsche-finanzagentur.de/de/startseite/

links oben ausgewiesen ist. Dies ist das Kernstück des einstigen Deutschen Staates. Alles andere ist darum herum ist firmenmässig organisiert. Die Abteilungsleiter dieser GmbH nennen sich Minister, sind aber lediglich PR-Manager für die einzelnen Bereiche. Wer das Volk nicht erfolgreich anlügt, wird abgelöst.

Es drehte sich nie ums Geld sondern immer nur um die Macht. Nur das Volk der Hamster denkt bei Geld an einen Haufen, an Arbeit und gehen davon aus dass es wertvoll und begrenzt verfügbar wäre. Sie erkennen nicht, dass es beliebig gedruckt werden kann.

Die Verschuldung von Staaten übernahm die ‘Hochfinanz’ immer selbst. Die Ressourcen hat sie sich ebenfalls samt und sonders (sozusagen als Sicherheit) unter den Nagel gerissen.

Damit ihr keiner in die Quere kommt, gibt es ein unauffälliges Bankenrating von AAA bis A und B gesteuert, welches es der ‘Hochfinanz’ und ihren kartelleigenen Banken immer erlaubt, die billigsten Staatskredite zu offerieren.

Diese Staatsschuldscheine sind die Basis für unser Geldsystem, aus denen dann das Zentralbankgeld entsteht, welches alle Banken erwerben müssen um dagegen ‘Kaufgeld’ für die Hamsterradläufer zu kreieren.

Der Staat der nur zum Zweck der Verschuldung gegründet wird, verschuldet sich bei seinen Gründervätern, der ‘Global Governance und ihren Investmentbankern’ auch ‘Hochfinanz’ oder ‘Mafia’ genannt und verpflichtet sich die Schuld und den Zins über sein Steueraufkommen abzudecken und zurückzubezahlen. Er verlagert damit die Verantwortung für die Rückzahlung auf das Volk und knebelt dieses zum Unterwurf unter die Macht des Geldes. Natürlich wurde der Zins nie kreiert und ist somit nicht existent und daher technisch nie Rückzahlbar. Zins kann folglich immer nur aus erneuter Verschuldung kommen. Das stört weiter keinen, weil der Staat (als Gebilde der ‘Hochfinanz’) nie beabsichtigt oder in der Lage ist, diese Schuldsumme je wieder abzutragen. Das Geld würde durch die Rückzahlung wieder storniert und damit vernichtet und verschwinden – wie bei allen Schuldtilgungen. Geld ist nun mal kein Haufen sondern ein buchhalterischer Vorgang und alle Rückzahlungen buchen nun mal das Konto auf Null. Das Geld verschwindet genau gleich wie es entstanden ist – aus dem NICHTS.

Der endlose Wachstumszwang wurde dadurch von der ‘Hochfinanz’ in das System mit eingebaut.

Der Zins zwingt alle Schuldner in das Hamsterlaufrad – der Staat ist der ‘Hochfinanz’ verpflichtet, die ihn gegründet hat, nicht etwa dem Volk. Die Bürger sind letztlich die Untertanen des Staates, und alle arbeiten somit für die Mafia.

  • Antworten
Tommy Rasmussen14.05.2012 | 08:24 Uhr

gemach gemach

Lieber Thommy,
es gibt ja mittlerweile Dokumentationen öffentlich-rechtlicher Sender die beschreiben, welche führende Rolle die Finanzindustrie in unserer Gesellschaft spielt (Sehr zu empfehlen ARTE/WDR). Richtig ist auch, dass diese Industrie betrügerische Strukturen ausgebildet hat und deren Lobbyisten mittlerweile ganz schamlos in den Parlamenten sitzen. Ich würde sogar der kühnen Behauptung zustimmen, wir würden von der Mafia regiert. Man muss das nur präzise und sachlich begründen und beschreiben.
Ich lese aus Ihren Zeilen Wut und Hilflosigkeit. Und wenn Sie mehr wollen als in Foren den Frust raus zu hauen, dann empfehle ich Ihnen eine sehr unterhaltsame Lektüre: "Der Pate". Studieren Sie das System, lernen Sie, wie man es sachlich verwirft und vor allem schauen Sie sich an, wie mit politischen Gegnern umgegangen wird: "Hüte Dich, Deine Feinde zu hassen, denn es trübt Dein Urteilsvermögen."
Die Kritik gegenüber dem System wird derzeit noch relativ sicher in zwei Schubladen verpackt. Auf der einen steht "Verschwörungstheoretiker", auf der anderen "Antisemit". Aus beiden Schubladen kommt man nie wieder heraus.

  • Antworten
blattmacher19.09.2012 | 10:32 Uhr

Der erste vernünftige Artikel

Der erste vernünftige Artikel seit Beginn der Krise. Ich möchte den Deutschen Politikern noch in Erinnerung rufen, dass die D-Mark heute so teuer wäre, dass Deutschland heute in einer tiefen Rezession stecken würde. Es war die Kaufkraft des Euros (vs. Drachma), die Griechenland ins Unglück stürzte. Und es war seine Schwäche gegenüber der D-Mark, die Deutschland half.

  • Antworten
Mikulas Samak 12.05.2012 | 21:05 Uhr

Etikettenschwindel

Da schau her: jetzt machen die Eurofetischisten auf "Kampf gegen die Banken" - und unter der Hand propagieren sie Eurobonds und Transferunion.
Der Einfallsreichtum, mit dem die einen wie die anderen den Doofmichels das Geld aus der Tasche saugen, um es an die Banken UND die Südeuropäeer zu verteilen, kennt keine Grenzen!

  • Antworten
Canabbaia13.05.2012 | 00:03 Uhr

Unsinn

Das stimmt doch alles nicht. Irland und Spanien hatten seit vielen Jahren eine aus dem Ruder gelaufene Bauwirtschaft. Portugal hat seit Jahren kein Wirtschaftswachstum gehabt, Italien genauso und Griechenland scheint ein "gescheiterter Staat" zu sein. Es ist deshalb eine Bankenkrise geworden, weil die Probleme bei den Banken gelandet sind, aber auch bei überschuldeten Bürgern und wie in Griechenland und Italien bei überschuldeten Staaten. Was Merkel will und ich für richtig halte, ist, diesen Holzweg nicht weiter zu gehen. Eine Umkehr ist notwendig. Die Frage, die allerdings ganz groß an der Wand steht, ist, ob Demokratien nur Schönwetterveranstaltungen sind? Liegt die Zukunft bei Diktaturen wie China oder wenigstens autoritären Regierungssystemen die in Asien generell anzutreffen sind? Ich glaube es eigentlich nicht. Allerdings wird es Demokratien geben, die bei rauem Wetter untergehen. Bekanntes Beispiel ist die Weimarer Demokratie. Eigentlich sollte die EU die Länder gegenseitig stützen, aber, wie es jetzt aussieht, wird das bei Griechenland nicht funktionieren. Griechenland wird ohne EU-Gelder wirtschaftlich auf das Niveau von z.B. Bulgarien und Mazedonien zurückfallen.

  • Antworten
Robert13.05.2012 | 07:01 Uhr

Deutschland und Europa

Oft genug wurde die Forderung nach einer deutschen Führung in der Schuldsenkrise gestellt, aber die Kanzlerin mmachte daraus eun deutsches Diktat. Dass diese Art des Umgang mit den gleichberechtigten europäischen Ländern nicht auf helle Freude stieß, zeigt jetzt ihre Wirkung.

  • Antworten
Otmar Schütze13.05.2012 | 09:27 Uhr

Wider die Lüge vom deutschen Spardiktat!

Ich finde es immer schade, wenn meine Mitbürger an die Lüge vom deutschen Spardiktat glauben, welche die Propagandisten der Haftungsunion (als Interessenagenten der Hochfinanz wie der Schuldenländer) verbreiten.
Leute, kapiert es endlich: Wenn Deutschland sich [leider ohnehin nur sehr halbherzig] weigert, den Banken und unseren kapitalistischen Brudervölkern die Party zu bezahlen, dann ist das KEIN Spardiktat.
Schon gar nicht bei einem Land wie Griechenland, das immer noch nicht konsequent bei den eigenen Reichen die Steuern einzieht, aber mit dreister Unverschämtheit beansprucht, von ausländischen Steuerzahler ausgehalten zu werden!
Nur Feinde des deutschen Steuerzahlers sprechen hier von einem "Spardiktat"!
(Und ein "Diktat" der Finanzmärkte ist es auch nicht; dort ist schlicht und einfach der Realitätssinn mittlerweile wieder eingekehrt.)

  • Antworten
Canabbaia13.05.2012 | 20:35 Uhr

Spardiktatlüge?

Niemand weigert sich, den Banken ihre Partys zu bezahlen. Im Gegenteil: Von den bisher bezahlten Beträgen an Griechenland ist der grösste Teil direkt dem Schuldendienst insbesonderem deutscher und Französischer Banken zugeflossen. Also bitte nicht ständig mit so einem Bildzeitungsneusprech kommen!

  • Antworten
wschira14.05.2012 | 16:19 Uhr

Lage der Nation

Es waren die USA mit Ihrer Kreditvergabepolitik und sonst keiner! Der Rest ist ein Fluß dessen....man braucht eine gewisse Finanzkraft um soetwas ins rollen zu bringen, dass ist klar. Es ist jedoch wie es ist, damit haben die Fehler anderer mit aufgedeckt. ;) Wer solide war steht gut da! Andere brauchen nur die richtigen Impulse um gut dazustehen. Allein für Frankreich sehe ich nach wie vor den Herrn Sakrozy als fehlend an. Jeder geht in seiner zweiten Amtszeit richtig auf, dass war für die Franzosen möglicherweise eine Fortsetzung Ihrer Lage, falls Hollande nicht als der selbstgepriesene Medizinmann auftritt.

  • Antworten
plüschio13.05.2012 | 09:51 Uhr

wer hat´s gemacht?

bis jetzt ist doch noch jedes "ankurbelungsprogramm" als strohfeuer geendet.
geld dann aber nicht "weg". nur in anderen taschen. und die doofen zahlen denen, die schon mehr als genug haben auch noch zinsen.
zinsen sind umverteilung von unten nach oben.

jetzt sind "die banken" schuld. schon klar, geld verdirbt den charakter, aber trotzdem machen die nur, was die anderen mit sich machen lassen.

"die politik" hat´s mit sich machen lassen. die gesetzgeber in der EU sind zu schwach der finanzbranche gewisse finanzprodukte zu verbieten oder zumindest eine gewisse mindestreserve vorzuschreiben oder aber bei krediten ein mindesteigenkapital der schuldner.

und wer hat zu verantworten, dass kreditunwürdige schuldner - sowohl staaten las auch private - dieselben konditionen bekommen haben wie kreditwürdige? na!? wer hat´s gemacht?

  • Antworten
diggikid13.05.2012 | 14:20 Uhr

Koste es, was es wolle!

Wer trägt Schuld an der Krise? Die Banken oder die Staaten? Zunächst ist immer der Schuldner schuldig, oder etwa nicht? Beide gingen und gehen Risiken ein, die sie nicht zu überblicken scheinen. Das Risikomanagement hat bei beiden versagt. Die Banken haben nicht für die Risiken (Spekulation) vorgesorgt, und die Staaten finanzieren ihre Ausgaben mit Schulden. Schulden werden mit Schulden bezahlt. Am Ende war es, wie so oft, wieder einmal keiner. In diesem Netzwerk steckt der Bürger und Steuerzahler in der Falle. Wenn die Gewalt des Geldes durch die bestimmenden Kräfte auf so verheerende Weise („Austritt Griechenlands kostet Deutschland rd. 80 Mrd. Euro“) im Mittelpunkt steht, geht es bis zum bitteren Ende, koste es was es wolle.

  • Antworten
bernhard jasper13.05.2012 | 16:13 Uhr

Wie aus der Finanzkrise eine Schuldenkrise gemacht wurde.

Man muß weder Frau MERKEL noch die Banken besonders lieben und man kann auch sicherlich mit gutem Recht auf Fehler hinweisen. Aber man sollte es sich intellektuell doch nicht zu einfach machen.
Griechenland (die griechische Nomenklatura) hat sich mit gefälschten Statisiken und Bilanz-Zahlen in den EURO geschwindelt. Ein Privatmann wäre dafür in Deutschland ca. 5 Jahre ins Gefängnis gegangen. Sie haben es ja nicht deshalb gemacht, um die "schwache" DM durch die "starke" DRACHME zu stützen, sondern weil sie an die billigen Zinsen des EURO (erarbeitet durch die Deutschen mit ihrer DM) heran wollten. Die Griechen haben sich dann, gelockt durch die billigen Zinsen (gemessen an den Zinsen für die DRACHME) ordentlich verschuldet. Und das obwohl sie von 2000 bis 2010 ca. 43 Mrd. EURO (netto) via BRÜSSEL erhalten haben bzw. von 1976 bis 2008 ca. 133 Mrd. EURO/ECU/RE via BRÜSSEL (netto) erhalten haben (Deutscher Anteil: ca. 69 Mrd.) Dieses kGeld wurde jedoch nicht bzw. kaum in sinnvolle Projekte gesteckt, sondern über die eigene Klientel im Lande verteilt, die damit einen Konsumboom (auf Pump!) in Gang gesetzt hat.
Und nun haben wir einen Staat ohne funktionierende Verwaltung. Die reichen Griechen zahlen nicht nur keine Steuern, sondern sie haben auch ihr Vermögen (ihre EURO!) im Ausland in Sicherheit gebracht. Und nun sind Frau MERKEL und der "Finanzsektor" an allem Schuld.
Aber keine Sorge. Das sarkastische Bonmot des LE FIGARO wird sich wohl bewahrheiten: "Maastricht ist Versailles ohne Krieg. (Die Deutschen zahlen)."
Und außerdem sind die Deutschen an allem schuld!
CARPE DIEM und immer fröhlich bleiben.
Ach ja, und den "Marshall-Plan" kann man den Deutschen auch noch unter die Nase reiben. Von 12,4 Mrd. Dollar (Rohstoff- und Warenlieferungen) hat Deutschland 1,45 Mrd. erhalten. Pro Kopf und absolut weniger als ENGLAND/FRANKREICH/ITALIEN.
Aber wen interessieren schon Fakten bzw. Zahlen?

  • Antworten
Wolram Wiesel13.05.2012 | 16:42 Uhr

Stimmt, die griechischen

Stimmt, die griechischen Zahlen wurden geschönt, mit Duldung der europäischen Staaten, denn dass diese Zahlen nicht der Realität entsprachen, war schon vorher bewusst, wie die Eurostatistiker vor dem Beitritt nachwiesen. Insofern darf nicht gemeckert werden, wenn auf diese Fahrlässigkeit auch Deutschlands die Strafe folgt. Aber darum geht es nicht, denn vor der Krise stand GR deutlich besser da. Erst als die privaten Schulden sozialisiert wurden und das Spardiktat ihnen oktroiert wird, geht es mit GR massiv bergab. Und hätte insbesondere Merkel besonnen gehandelt, wäre es gar nicht soweit gekommen.

Achja, für die Manipulationen der Daten war Goldman Sachs verantwortlich.

  • Antworten
Phil24.02.2013 | 05:20 Uhr

Ursache Euro

Der Euro, der allen Eurostaaten plötzlich niedrige Zinsen bescherte ist die Ursache. Das führte zu Fehlinvestitionen, zu Bauboom in Spanien, Portugal und Irland. Zu immenser Kreditaufnahme der Privaten und der Unternehmen. Der Indikator "Staatsverschuldung" ist nicht sinvoll: siehe Spanien. Dabei haben spanische Unternehmen (ohne Bankensektor) doppelt so viel Schulden wie US-amerikanische und 3 x so viel wie deutsche Unternehemn (ohne Banken). Nimmt man noch die Privatschulden hinzu, ist Spanien im Gesamt-Schuldenranking ganz oben. Ohne Euro wäre nie so viel Nord-Kapital in den Süden geflossen. Die Ungleichgewichte in der Eurozone sind der Grund.

  • Antworten
Rolf13.05.2012 | 20:52 Uhr

Die Legende von den bösen Banken

Eine ganz üble und verlogene Legende ist, wir hätten die Finanz-, Wirtschafts- und Eurokrise primär dem Neoliberalismus, d.h. dem Wirken der Märkte, zu verdanken. In Wahrheit waren es demokratisch gewählte Politiker, die amerikanischen Banken zum Ausreichen von Subprime-Hypotheken veranlassten. Es waren Politiker, die mit dem Euro ein unflexibles, die Wettbewerbsfähigkeit von Staaten prozyklisch (die Starken werden stärker, die Schwachen schwächer) beeinflussendes Währungssystem errichteten und es waren Politiker, die - letztlich zum Stimmenkauf - Staaten über jedes vernünftige Maß in Schulden stürzten. Es waren Politiker, die den Banken vorschrieben, diese Staatsanleihen als risikolos zu behandeln. Und es sind heute wieder Politiker, die die bereits entstandenen Risiken kumulieren und damit immer gefährlicher machen, statt die Konsequenzen zu ziehen und gescheiterte Systeme wie die Eurozone heutiger Ausdehnung aufzugeben.

Im Übrigen ist die "Rettung" von Schuldenstaaten ausgemachter Blödsinn, denn der Retter erwirbt als Gegenwert NICHTS. Wenn Staaten hingegen Banken "retten", so geschieht das auf dem Weg über die Zuführung von Eigenkapital, also als zeitweilige Enteignung. Erst nach der Rückzahlung der Staatshilfen gehören die Banken wieder ihren Altaktionären. Wirklich Geld verlieren Staaten nur, wenn sie Banken retten müssen, die ihnen bereits gehörten (z.B. Landesbanken).

  • Antworten
Karl Schade13.05.2012 | 21:45 Uhr

Ist es auch, denn erst

Ist es auch, denn erst nachdem die privaten Banken in den USA massenhaft Kredite raushauten, wurden Fannie Mae und Freddy Mac angewiesen, da mit zu spielen. Als die Krise ausbrauch, hatten sie nur einen Anteil von afaik 20% an diesen Krediten.

  • Antworten
Phil24.02.2013 | 05:29 Uhr

Es ist eben auch eine Schuldenkrise

Zitat:
"Da meldet sich in Berlin bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ein vertrauter Gesprächspartner, Josef Ackermann, der Chef der mächtigen Deutschen Bank, mit einer überraschenden Offerte. Zur vorläufigen Rettung Griechenlands schlägt er ein gemeinsam von den privaten Geldhäusern und den Eurostaaten finanziertes Kreditpaket von 30 Milliarden Euro vor, damit die Griechen das laufende Jahr überbrücken können. In der Zwischenzeit könne eine dauerhafte Lösung gefunden werden."

Die sogenannte Euro-Krise ist eine Banken- u n d Staatsschuldenkrise. Der Artikel weist zwar zurecht darauf hin, dass die Banken durch ihre unverantwortliche Zockerei die ganze Krise erst zum Ausbruch gebracht haben, aber das ändert nichts an der Überschuldung zum Beispiel Griechenlands und Italiens.
Wie hätte denn die "dauerhafte" Lösung, wie sie im obigen Zitat angesprochen wurde, aussehen sollen? Griechenland war zum damaligen Zeitpunkt schon Pleite. Bei der "Überbrückung" durch das 30-Milliarden-Hilfspaket wäre es ebensowenig geblieben wie beim späteren Rettungspaket der Eurozone. Man hätte Griechenland 2010/2011 nicht ganz schnell in einen Staat mit wettbewerbsfähiger Wirtschaft, funktionierender, nicht-korrupter Verwaltung, gut ausgebildeten Arbeitskräften und kooperativen Gewerkschaften verwandeln können. Es wäre auch auf diesem Weg nur die weitere Alimentierung durch die Steuerzahler der anderen Euroländer oder der Austritt aus der Währungsunion als Optionen verblieben.
Warum ist es so schwer für linke Journalisten, einfach mal querzudenken: Zwingt Griechenland die Eurozone verlassen, versucht mit Aufbauhilfen der ganzen EU diesen Staat irgendwie zu reorganisieren und leistungsfähiger zu machen, lasst endlich die Banken für ihre unverantwortliche Kreditpolitik bluten, so dass nicht weiteres Steuergeld, dass angeblich zur Rettung des Euro verwendet wird, zur Finanzierung geradezu asozialer Boni verwendet wird, und falls Banken wanken, sollen die Hilfsgelder dafür genau verbucht und auf Heller und Pfennig dem Steuerzahler zurückgezahlt werden. Auf diese Weise wird vielleicht auch mal transparent, in welchen Ländern Banken im besonderen Maße gezockt haben. Da würde es einige unschöne Fragen z.B. an Banken in Frankreich, Belgien und Luxemburg geben.

  • Antworten
Grinario14.05.2012 | 07:41 Uhr

Wer Finanzmärkte Dereguliert, braucht sich nicht zu beschweren

Wie sagte schon Roosevelt, ehemaliger Präsident der USA: vom organisiertem Geld regiert zu werden, ist genau so schlimm, wie vom organisierten Verbrechen regiert zu werden" Diese Erkenntnis, führte damals dazu, dass die Finanzmärkte massiv reguliert wurden. Aber unter Rot/Grün wurden die Finanzmärkte massiv Dereguliert. Veräußerungsgewinne von großen Dax Unternehmen, wurden von der Steuer befreit. Im Gegensatz zu Deutschland wurdenin den USA bereits über 60 Bankmanager verurteilt, die Banken mussten mittlerweile über 200 Millarden Strafe zahlen. Und Deutschland? Hier gibt es noch nicht einmal Gesetze, die das unter Strafe stellt? Deutschland verhandelt lieber mit Steueroasen über eine Amnestie für Steuerhinterzieher. Deutschland macht es möglich, dass die Kosten dieser Zockerei sozialisiert werden, aber die Gewinne privatisiert!

  • Antworten
Heino14.05.2012 | 11:19 Uhr

Finanzkrise oder die Schaffung einer Irrealität aus sich selbst

Thomas Fricke hat am 21.10.2011 in seiner Kolumne "Schluss mit der Bankermagie" (http://www.ftd.de/politik/international/:kolumne-thomas-fricke-schluss-mit-der-bankermagie/60118835.html) klare Worte gefunden und vielsagende Grafiken aufgeführt, die die ganze Dramatik der Verschuldung offenlegen - allerdings, schaut man sich die Staatsverschuldung in % des Bruttoinlandsprodukts bis zum Jahr 2010, dann schockieren die Länder Deutschland, Englang und die USA...

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fxhakan14.05.2012 | 13:41 Uhr

Der Autor benennt Symptome statt der Ursache

Wie kann man über fünf Seiten die Symptome einer Krise beschreiben, ohne ein einziges Wort auf die Ursache zu verwenden.

Die Ursache sind die Leistungsbilanzdefizite der Südeuropäer. Wenn man jährlich in der Welt einkauft, ohne genügend zu verdienen, um die Rechnungen zu bezahlen, benötigt man Kredit.

Banken geben Kredit, solange sie den Schuldner als solvent einschätzen. Deutsche Banken dürfen den südeuropäischen Staaten sogar besonders günstigen Kredit geben, weil der deutsche Staat die Südeuropäer als solvent einschätzt, und sie im Pfandbriefgesetz als bonitätsstarke Schuldner privilegiert. Pfandbriefe sind mündelsicher.

Ist es daher ein Wunder, dass Banken in der Eurokrise involviert sind? Nein es ist eine Notwendigkeit des von Deutschland mit ersonnenen Systems. Die einzige Alternative zur Kreditaufnahme wäre für den Süden gewesen, sein Leistungsbilanzdefizit mit der Notenpresse zu finanzieren. Dann hätte es der deutsche Sparer durch Wertverlust seines Geldvermögens bezahlt.

Gab es eine Alternative dazu, die Banken zu retten? Ja, die gab es. Sie nannte sich "No Bailout". Was wäre deren Folge gewesen? Die deutschen mündelsicheren Pfandbriefe wären durch griechische Anleihen verseucht gewesen, der Staat hätte riskiert, dass die von ihm regulierten Finanzinstrumente erstmals seit Friedrich dem Großen in die Nähe eines Ausfalls gerutscht wären. Drei der größten französischen Banken wären in eine Schieflage geraten, jede einzelne größer als die Deutsche Bank. Der französische Staat hätte sie retten müssen, und wäre dadurch selbst in die Nähe eines finanziellen Kollapses geraten. Alle griechischen Banken wären sofort kollabiert. Das griechische Zahlungssystem wäre ausgelöscht worden.

Und das griechische Leistungsbilanzdefizit? Es wäre sofort auf 0% gesunken. Kein Mensch hätte den Griechen nämlich auch nur ein weiteres T-Shirt geliefert. Ein Land ohne Zahlungssystem, ohne offene Kreditlinien zur Begleichung seiner Ölrechnung, zum Einkauf von Vorprodukten für seine Industrie zum Erwerb von lebensnotwendigen Medikamenten wäre wirtschaftlich völlig zum Erliegen gekommen. Die Löhne wären nicht über Jahre um 20% gekürzt worden, sondern über Nacht um 80%.

Was wäre die Folge für Europa gewesen? Der Euro wäre sofort unkontrolliert auseinander gebrochen.

Haben Merkozy die Banken gerettet? Nein, sie haben den Euro vor dem Kollaps bewahrt. Hätten dafür frühzeitige 30 Mrd. gereicht? Man kann die Wahrheit über die Solvenz eines Staates nicht mehr mit 30 Mrd. zurück in die Flasche befördern, wenn sie erst einmal entwichen ist.

Zwingt Merkel die Griechen zum sparen? Nein, sie erspart ihnen weit härtere Sparmaßnahmen, denn Europas Milliarden verschieben einen Teil der Sparanstrengungen in die Zukunft.

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GhostOfDorian14.05.2012 | 13:51 Uhr

Und wer hat diesen Ländern

Und wer hat diesen Ländern ungeprüft! Geld gegeben? Eine seriöse Bank hätte schon längst den Geldhahn zugedreht. Insofern wäre die einzige sinnvolle Aktion gewesen, einen Schuldenschnitt durchzuführen.

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Phil24.02.2013 | 05:32 Uhr

Der Sinn der Krise

"Kapital muss sich in jeder Hinsicht schützen, durch beides, Kombination und Legislation. Schulden müssen eingetrieben werden, Hypotheken auch so schnell wie möglich. Wenn, durch den Gang des Gesetzes, das gemeine Volk ihre Häuser verlieren, werden sie fügsamer und leichter zu regieren, durch den starken Arm des Staates, angewandt durch eine zentrale Macht des Reichtums der führenden Finanziers. Diese Wahrheiten sind bekannt unter den führenden Persönlichkeiten, die jetzt engagiert sind einen Imperialismus zu formen, um die Welt zu regieren. Durch die Aufspaltung der Wähler in das politische Parteiensystem, können wir sie dazu bringen ihre Energie für Kämpfe aufzubrauchen, für Fragen die keinerlei Bedeutung haben. Es folgt daraus, durch diskrete Aktionen, können wir für uns sicherstellen, das was so gut geplant und erfolgreich erreicht wurde." - Montagu Norman, Gouverneur der Bank Of England von 1920 bis 1944, bei einer Ansprache vor der Bankiersvereinigung der Vereinigten Staaten von Amerika in New York 1924

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Mitteldeutscher14.05.2012 | 19:25 Uhr

Der Sinn des Zitats...

Bei aller Liebe zu griffigen Zitaten, so ist das hier genannte und die aktuellen Stimmungen so verblüffend treffende bzw. befeuernde ein durchs Netz wanderender Fake, der wahlweise (in US-fokussierten Blogs) auch dem "Tycoon" J. P. Morgan in den Mund gelegt wird. Es gibt keine belegbaren Quellen (wer jetzt auf die gern genannten Idaho Leader oder Australian Federal Hansard verweist, möge diese Publikationen einmal suchen...). Ich würde gerade in einem Forum wie diesem darum bitten, zitierte Quellen, mögen sie geschickterweise auch ins Jahr 1924 datiert sein, zu überprüfen - die Häufigkeit von Treffern im WWW ist hier ein schlechter Ratgeber, die Art der zitierenden Seiten / Blogs vielleicht schon eher. Fiktive Zitate und Verschwörungstheorien, die bis auf die Tatsache dass man sie aus weltanschaulichen Gründen gerne glauben möchte, keinen Beleg aufweisen, sind schlechte Grundlagen für eine Diskussion.

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Werner Gratsch15.05.2012 | 15:28 Uhr

Es gäbe eine Alternative....

Derzeit jammern und zetern wir, die Griechen und die halbe Welt ob der mehr oder weniger dramatischen Situation, in der wir alle uns gemeinsam hinein geritten haben. Und es waren nicht nur die Politiker, sondern auch wir Wähler, die gerne und gut unseren Wohlstand gemehrt haben, während wir bei der Staatsverschuldung als der Wurzel des derzeitigen Übels weggeschaut haben.

Doch es ginge auch anders....es gäbe eine Alternative!

Staatsschulden sind nichts anderes, als fehlende Einnahmen des Staates. Und: Der Staat sind wir!

WENN wir also einen soliden und handlungsfähigen Staat haben wollen, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als den Staat mit all den Einnahmen auszustatten, die er braucht, um sich all die vielen Ausgaben leisten zu können, die wir als Bürger dann doch letzten Endes so gerne in Empfang nehmen oder auch einfordern.

Es ist die Entkopplung von Staatsausgaben zu Staatseinnahmen über die Schulden, die uns so lange so blind vor der Wirklichkeit hat ruhig schlafen lassen - bis wir wieder mal im Rhythmus von ca. 60 Jahren feststellen, dass der Staat pleite ist, die Währung versagt hat und uns insgesamt das Währungssystem um die Ohren fliegt....

Doch was wäre die Alternative?

KEINE (!) Staatsschulden.

Und wie kann man sich das vorstellen?

Wenn ein Staat am Ende des Jahres feststellt, dass die Einnahmen nicht für die Ausgaben ausgereicht haben, dann muss der Staat nachfordern. So wie wir alljährlich eine Steuererklärung abgeben, würde der Staat einfach am Ende des Jahres seine Abrechnung präsentieren (müssen). Fehlt Geld im Staatshaushalt, dann wird bei den Bürgern nachgeordert - beispielsweise in Form von 30-jährigen Krediten mit niedrigem Zinssatz, bei denen jederzeit die Abzahlung und auch Teilzahlungen möglich wären. Entscheidend ist dabei, wem welcher Anteil der Staatsschulden zugeordnet würde. Hier bietet es sich an, einfach die Schulden entsprechend dem Vermögen (also der Leistungsfähigkeit) der Betroffenen umzulegen.
Um ein wenig dem Bürger die Möglichkeit zu geben, bei einem Missmanagement der Regierung die eigene Unzufriedenheit auch auszudrücken, wird das Wahlgesetz so ergänzt, dass es automatisch zu Neuwahlen kommt, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren jeweils eine solche Nachforderung der Regierung an die Bürger durchgeführt werden muss.

Eine solche Systemänderung könnte man sofort in der gesamten Eurozone aktivieren - und wer nachrechnet, wird selbst für Griechenland, Irland, Spanien, Portugal und Italien feststellen, dass es zu einer dramatischen Stabilisierung der Staatsfinanzen käme - und dennoch kein Staat zusammenbrechen würde.

Wie könnte man dies umsetzen?

Mit Stichtag 01.01.2013 würde man die Maastricht-Kriterien hart ansetzen - und einen ersten Umschuldungsschnitt in allen Euro-Ländern vornehmen. Alle Schulden oberhalb der 60% des BIP werden entsprechend des Vermögens auf die Mitglieder des jeweiligen Staates umgelegt - und zwar entsprechend ihres Vermögens. Anteilig. In Deutschland würde dies dadurch geschehen, dass man die entsprechende Umlegung über zinsgünstige Kredite (ca. 2% Zinssatz) bei der KFW je Bürger (oberhalb 18 Jahre) finanziert. Die Kredite sind auf eine 30-jährige Tilgung ausgerichtet - wobei jederzeit schneller getilgt werden kann, wenn sich der Betroffene in der Lage dazu sieht. Man kann nachrechnen - für 1/3 der Bürger in Deutschland würde dies bedeuten, dass sie keine solche Schulden hätten - weil sie einfach über zu wenig Vermögen verfügen. Es wäre bezahlbar - für jede einzelne Vermögensgruppe in Deutschland - und gleiches gilt in Griechenland, Irland, Spanien, Portugal und Italien und in allen anderen Euro-Ländern. Trotzdem - der Effekt wäre gewaltig! SOFORT wäre das Vertrauen der Märkte in die Handlungsfähigkeit der jeweiligen Volkswirtschaften wieder hergestellt - und dennoch würde der Konsum nicht zusammenbrechen - weil die individuelle Belastung absolut im Rahmen bliebe.

Man kann nachlegen - beispielsweise, indem man nach weiteren 10 Jahren die Grenze der Verschuldung Jahr für Jahr um 2% in jedem Land senkt - so dass nach 40 Jahren die Maastricht-Grenze dann bei 0% liegt. Die Staaten wären endgültig schuldenfrei.

Wenn einem Staat die Umlage nach Vermögen nicht schmeckt - dann kann die jeweilige Regierung im Laufe ihrer Regierungszeit die Einnahmeseite verändern, oder auch die Ausgaben minimieren - es steht ihr frei. Nur: Wenn sie nichts tut - dann wird das Vermögensprinzip angewendet.

Wenn Menschen durch solche Regelungen überfordert werden - dann gibt es die Privatinsolvenz - für die letzten Endes die Gläubiger und der Staat - also die Allgemeinheit - aufkommen.

Es wäre machbar - nicht nur in Deutschland, sondern auch in Ländern wie Griechenland, Irland, Spanien, Portugal oder Italien! Wir könnten uns der Schulden entledigen, wir könnten eine nachhaltige Staatsfinanzierung angehen - und wir könnten damit nicht nur die EU, den EURO sondern auch uns selbst und die einzelnen Staaten retten!

Wir müssten nur wollen.....und akzeptieren, dass die Schulden, die wir über den Staat machen, eigentlich unsere Schulden sind.

Die Alternative ist, dass wir weiter die Fakten verleugnen - bis der Staat zusammenbricht, und wir nach einem Neustart drastisch verarmt von vorne beginnen......

Wir sollten mal ernsthaft über diese Alternative nachdenken!

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Atue29.05.2012 | 23:13 Uhr

Verdrängte Fragen

Die verdrängten Fragen zur Staatschuldenkrise in der Eurozone:
· Warum machen wir uns bei der Staatsfinanzierung einseitig abhängig von Marktmechanismen?
· Warum entkoppeln wir die Staatsfinanzierung nicht von Finanzmärkten und Steuern?
· Warum schaffen wir nicht innovative und soziale Finanzierungsregeln, welche das Entstehen von Staatsschulden unmöglich machen?

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Gerhard Hein24.08.2012 | 21:52 Uhr

Das ist doch nicht gewollt,

Das ist doch nicht gewollt, denn sonst könnten bspw. die Banken an den Krediten, die den Staaten zur Verfügung gestellt werden, nicht verdienen, was angesichts der derzeitigen Mechanismen nichts anderes als eine Subventionierung dieser ist, denn sie leihen sich sehr billig Geld von der EZB und verleihen es mit einem kräftigen Aufschlag weiter.

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Phil24.02.2013 | 05:36 Uhr

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