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Nils MinkmarFeuilletonpirat und Saarlandpatriot

Von Alexander Marguier3. April 2012
picture alliance
Saarländer unter sich auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken
Schrift:

Nils Minkmar, der Feuilletonchef der FAZ, liebt das ganz große politische und gesellschaftliche Panorama. Aber als anständiger Saarländer eilt er jetzt auch den saarländischen Piraten zur Hilfe

Seite 1 von 2

Seit der geschätzte Kollege Nils Minkmar das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung leitet, lese ich es mit größerem Gefallen denn je. Was auch daran liegt, dass er sich nicht mit den üblichen Petitessen der Kulturbewertungsindustrie aufhält, sondern das ganz große Panorama ausbreitet, nämlich von „S“ wie Saarland bis hin zu „S“ wie SPD.

Wobei ich als gelernter Teilzeit-Saarländer manchmal den Eindruck habe, die beiden Begriffe seien irgendwie identisch, weil das Saarland als Underdog unter den westdeutschen Flächenstaaten dessen Bewohner zu permanenter Solidarität miteinander zwingt und noch dazu einen sozialdemokratischen Selbstbehauptungswillen befördert, wie er sich beispielsweise Samstag nachmittags in der Kneipe „Glühwürmchen“ an der Kaltenbachstraße nahe dem St. Johanner Markt manifestiert: ungezwungen bierselig, aber im Grunde dann schon auch mit dem nötigen Ernst.

Um als Ortsfremder die allgemeine Befindlichkeit der Saarländer zu verstehen, empfehle ich die Lektüre „Mafia – zentrale Herrschaft und lokale Gegenmacht“ des Soziologen Henner Hess, der darin sehr schlüssig argumentiert, warum die Bevölkerung einer häufigen äußeren Machtwechseln unterworfenen Landschaft (in diesem Fall Siziliens) dazu neigt, gewisse – nun ja – Parallelstrukturen auszubilden. Dank populärerer Stoffe zum gleichen Thema wissen wir zudem, dass etwa die Familie Don Corleones durchaus ihre inneren Zwistigkeiten pflegt, die einzelnen Clan-Mitglieder sich aber im Fall der Bedrohung von außen zusammenballen wie eine Faust. Dann wird zugeschlagen, bis kein Auge ohne Bluterguss bleibt.

Insofern war es natürlich ein ziemliches Wagnis, das mein Kollege von Cicero Online einging, als er die Chuzpe besaß, der saarländischen Piratenpartei-Chefin ein bisschen im Netz hinterher zu stöbern. Ob die junge Frau sich früher über Hamsterzucht, erotische Romane oder eine angebliche Vorliebe für glatzköpfige Soldaten ausgelassen hat, das ist weder meine Baustelle noch lässt es mich nachts unruhig schlafen (ich bin bei solchen Gelegenheiten immer nur ganz froh, dass solcherlei Botschaften in meiner Jugend noch auf Schulbänke gekratzt und nicht bis zur nächsten Wiedervorlage ins Internet gestellt wurden).

Der Kollege Minkmar hingegen war als Saarländer natürlich zur uneingeschränkten Waffenbrüderschaft verpflichtet und feuerte heute auf Seite 1 des von ihm verantworteten Kulturteils eine publizistische Boden-Boden-Rakete von Frankfurt zu uns nach Berlin. Ich gebe zu: ein durchaus beeindruckendes Feuerwerk zur Verteidigung des Saargebiets. Aber hat das wortgewaltige Projektil auch getroffen?

Sagen wir so: An der Feinjustierung lässt sich sicherlich noch ein bisschen arbeiten. Okay, dass der Feuilleton-Chef der FAZ seiner Landsmännin Jasmin Maurer (so heißt die besagte Saar-Piratin) eine Namensgleichheit mit der Schlagersängerin Blümchen unterstellt (bürgerlich: Jasmin Wagner), kann in der Google-Hektik des Redaktionsalltags schon mal passieren. Besonders charmant ist es angesichts von Blümchen-Hits wie „Kleiner Satellit (Piep, piep)“ allerdings nicht. Aber das sollen die beiden Saarländer unter sich ausmachen.

War es nicht gerade die FAZ, die in Wulffs Privatleben herumwühlte?

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Igitt.

Das ist also Cicero-Style, das Persönliche bis Intime, ja?
Erst mit klebrigen Fingern in den öffentlichen Tagebüchern einer 16-jährigen wühlen und dann einen Artikel über den Feuilleton-Chef der FAZ persönlich, anstelle echten Widerlegens.

(Im übrigen habe ich den Eindruck, Sie haben den Kern von Minkmars Erwiderung tatsächlich gar nicht verstanden. Das Niveau ist hier ja eher so Meedium.)

  • Antworten
Sanníe03.04.2012 | 16:58 Uhr

Wie billig!

Sorry Cicero aber das ist einfach nur billig! Jetzt macht ihr FAZ zur Sau weil ihr es wart die nicht richtig recherchieren könnt und eine etwas kräftigere, mit Piercings ausgestattete und kurzhaarige JasminE mit Jasmin Maurer von der Piratenpartei "verwechselt" habt... Anstatt euch mit solchem Kinderkram zu befassen und noch 800 Beiträge dazu zu schreiben solltet ihr euch aufs Wesentliche konzentrieren: Gut recherchierte, politische Beiträge verfassen!!

  • Antworten
Matthias04.04.2012 | 17:24 Uhr

<a href="http://www.stilstand

<a href="http://www.stilstand.de/popcorn/">Zickenkrieg im Journalismus – und zwar in der Bundesliga, dort, wo man sich noch Hoffnungen auf die Champions League macht ...</a>

  • Antworten
Klaus Jarchow03.04.2012 | 19:28 Uhr

Selbsteinschätzung

Cicero gibt also zu, genauso weit unten zu sein, wie die geschichte vom escortservice. Dieser selbsteinschätzung ist dann nichts mehr hinzuzufügen.

  • Antworten
Schmalhans03.04.2012 | 21:28 Uhr

schließe mich einfach nur

schließe mich einfach nur Sanni an, alles gesagt. Was ein Niveau

  • Antworten
paul04.04.2012 | 09:45 Uhr

journalistische Materialknappheit bei gleichzeitigem Skandalisie

Tja, das Ganze war doch ziemlich weit hergeholt. Ich weiß auch nicht ob Christian Wullfs Toilettensprüche eine Meldung wert gewesen wären. man bekam durch den Artikel im Cicero halt den Eindruck kleinkarierter Schnüffelei. Überhaupt dürfen angehende Politiker niemals auch nur ansatzweise Deviant gewesen sein und haben ihre Lebenspartner unter den Kriterien der Political Correctness auszuwählen. Ich finde der Cicero-Artikel, der diese Debatte auslöste ist eher geeignet die Presse in Frage zu stellen und erweckt bei mir orwellsche Assoziationen. Es ist aber auch eine Frage des Stils und des Anstandes. Manche haben ihn und manche nicht.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann04.04.2012 | 11:19 Uhr

Lachhaft

Wenn man verloren hat, dann sollte man zumindest die Größe haben, die Niederlage einzugestehen!!

Hier weitere unschuldige Menschen in das Geschehen ein zu beziehen ist einfach nur lachhaft. Oder - eigentlich genau andersrum - der Grund der Politikverdrosenheit in Deutschland. Unseriöse Medien graben tagtäglich dermaßen viel Schrott aus, dass die Wahrheit einfach keinen mehr interessiert. Ist das das Ziel von Pressearbeit?? Überdenken sie mal ihr eigenes Ego...Danke... Cicero würde sich im Grabe umdrehen angesichts ihrer Berichtverfälschungskampagne

  • Antworten
Tut nix zur Sache04.04.2012 | 23:59 Uhr

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