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 > Die Weichen sind auf Postdemokratie gestellt

Weltbühne

Europas ZersetzungDie Weichen sind auf Postdemokratie gestellt

Von Dirk Jörke8. Februar 2012
picture alliance
Athen, Proteste, Generalstreik, Demonstration
Griechische Proteste gegen den Sparkurs: lange Kette von Entdemokratisierungsprozessen
Schrift:

Ob Eurokrise, Elitenherrschaft oder Rechtspopulismus: Überall in Europa lassen sich politische Verfallserscheinungen beobachten. Sind wir schon in der Postdemokratie angekommen? Eine Analyse des Greifswalder Politikwissenschaftlers Dirk Jörke

Seite 1 von 3

Es war ein demokratischer Offenbarungseid: Vor mehr als zehn Jahren sagte der damalige Außenminister Joschka Fischer, man könne „nicht gegen die internationalen Finanzmärkte regieren“. Der Satz hätte auch heute gesagt werden können.

Die sogenannte Eurokrise mit all ihren Not- und vermeintlichen Rettungsmaßnahmen, die wir gegenwärtig erleben, zeigt in aller Deutlichkeit nicht nur die realen Machtverhältnisse eines globalen Finanzkapitalismus, sondern auch den Feigenblattcharakter demokratischer Institutionen. Denn diese werden, sofern es „die Märkte“ verlangen, schnell umgangen, etwa indem mal wieder ein neuer Rettungsschirm durch den Bundestag gepeitscht wird.

Oder sie werden den Erwartungen der Finanzmärkte gänzlich geopfert, wie bei der Einsetzung vermeintlich überparteilicher Expertenregierungen in Griechenland und Italien. Die jüngste Forderung der deutschen Bundesregierung, einen von der Europäischen Union bestellten Sparkommissar nach Athen zu schicken und damit die Haushaltssouveränität des griechischen Parlamentes aufzuheben, ist daher nur das gegenwärtig letzte Glied einer langen Kette von Entdemokratisierungsprozessen.

All das gibt Anlass, im Anschluss an Colin Crouch von „postdemokratischen Verhältnissen“ zu sprechen. Crouch zufolge sind die Institutionen der parlamentarischen Demokratie – periodische Wahlen, Wahlkämpfe, Parteienkonkurrenz, Gewaltenteilung – formal gesehen völlig intakt; und eben dadurch unterscheidet sich postdemokratische grundlegend von prädemokratischen Herrschaftsformen. Allerdings stimme die Legitimation politischen Handelns durch die Partizipation des Volkes nicht mehr mit den realen Gegebenheiten überein. Crouch bezeichnet den öffentlichen Wahlkampf als ein Spektakel, kontrolliert von rivalisierenden Teams professioneller Spindoctors. Im Rücken dieser Inszenierung des „Wahlspiels“ fände demgegenüber der tatsächliche politische Prozess statt – und zwar zwischen den Regierungen und den Eliten, die größtenteils die Interessen wirtschaftlich starker Akteure vertreten. Der Prozess ähnele damit eher einer privatisierten Interaktion denn einer demokratischen Mehrheitsfindung.

Es fällt schwer, dieser Diagnose von Crouch zu widersprechen. Das liberal-demokratische Modell, demzufolge die Bürgerinnen und Bürger mittels Wahlen die gesellschaftliche Entwicklung beeinflussen, befindet sich seit mehr als zwei Jahrzehnten in einem Prozess der Erosion. Ursächlich hierfür ist neben dem Beutungszuwachs der Finanzmärkte auch die Verlagerung der faktischen Entscheidungsgewalt in internationale Gremien. Zu nennen sind hier vor allem die Organe der Europäischen Union wie Kommission, EZB und Europäischer Gerichtshof.

Seite 2: Das Spardiktat, die Alternativlosigkeit und der Rechtspopulismus

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Eine ernüchternde,

Eine ernüchternde, erschreckende Analyse. Die Frage bleibt: was wäre zu tun, um einer wirklichen Demokratie in Deutschland, in Europa Geltung zu verschaffen?

Eines dürfte klar sein: solange eine Demokratie den Kernbereich des menschlichen Zusammenlebens und Zusammenarbeitens, nämlich die Wirtschaft und das gesamte Arbeitsleben, ausschließt, bleibt eine sogenannte "Demokratie" (Volksherrschaft als Staatsform) lückenhaft und unvollständig.

Wo jedoch sind die Lobbyisten "des Volkes", die sich für eine Demokratisierung der gesamten Volkswirtschaft einsetzen, und zwar gegen den Widerstand der Geld- und Finanzeliten, also der Herrschenden Klasse?

Gewerkschaften dürften ausfallen, denn diese haben sich - zumindest hier in Deutschland - viel zu stark den Wirtschaftsverbänden und den Großunternehmen "angenähert", was ihre Durchsetzungsfähigkeit stark geschwächt, wenn nicht gar vernichtet hat.

Bleibt also nur, wenn wir uns als Volk selbst durchzusetzen versuchen. Aber wie?

Ob sich die Unionsparteien, die Sozialdemokraten, die (Wirtschafts-)Liberalen oder die Bündnisgrünen zu einem radikalen Politikwechsel in Richtung Demokratisierung des Wirtschaftslebens bereitfinden würden, dürfte mehr als fraglich sein, denn unser etabliertes Parteienspektrum wird bekanntlich mittels Parteispenden aus der Wirtschafts- und Finanzwelt massiv "gesteuert".

Einzig Die Linke könnte sich als wirtschaftlich unabhängig bezeichnen, denn dort waren bislang keine Spendengelder aus Großunternehmen oder Wirtschaftsverbänden zu verzeichnen.

David gegen Goliath? Ja, aber dennoch kann es bekanntlich immer auch Überraschungssieger geben. Geben wir die Hoffnung nicht auf...

  • Antworten
Yvonne Walden08.02.2012 | 11:13 Uhr

Prof. Dirk Jörke und Frau Yvonne Walden

Liebe Frau Walden!
Volk, ein schwieriges Thema, meinen Sie damit die mehrheitliche Masse?
Und Demokratie das Herrschen der Mehrheit über die Minderheit.
Elite, meinen Sie damit die Großverdiener…..?
Arbeit – meinen Sie damit - jeder muss Arbeit haben?
Alles nur halbherzig, liebe Yvonne Walden…..
Meine Wahrheit besagt, die mehrheitliche Masse ist derzeit hilflos vermanipuliert und beschädigt.
Demokratie ist keine, wenn Sie friedliche Minderheiten unterdrückt.
Elite sind nicht unbedingt die Großverdiener, die das System nach ihren Regeln gestalten
oder und…. Sondern die sind Elite, die uns zur gegenseitiger Achtung, Frieden, Toleranz und Respekt erziehen.
Gleich nach dem Studium war ich 8 Jahre Aussteiger, lebte von Luft, Liebe und ein wenig
von Gartenpflege, Hühnerfüttern und vom Melken richtiger Milchschafe. Mein Käse war köstlich…. „richtige Arbeit“ – brauchte ich nicht – schuften für Zins- und Zinseszins?
Dann schuftete ich 8 Jahre am Stück 36 Stunden pro Tag.
Und was glauben Sie, in welcher Zeit hatte ich die meisten Glückshormone, lebte in natürlicher Art und Weise, war bodenständig und spürte instinktiv was gut für mich und meine Familie war?
Also ganz klar gesehen, zerstört der Kult Wachstum, Wachstum, Geld, Geld , Gold, Gier, Gieriger unsere Lebensgrundlage…..Jede Übertreibung führt zum Infakt oder zum Krebs, wir
werden immer kränker…..erkennen die normalsten Zusammenhänge nicht mehr.
Mein Vorschlag: Sofortiger weltweiter Waffenstillstand und Klartext in alle Medien ohne
jede Volksverdummung. Bildung, Bildung, Bildung….Gartenarbeit für alle.
Das Krebsgeschwür „Geld“ und andere menschengemachte Geschwüre auf den Prüfstand, dann die Stunde Null mit ehrlichem Herzen erklären und alle Völker werden sich in den Armen liegen.
….und dann mit gesunden Menschenverstand ran – aber friedlich bitte ja!
Keine Tricks meine Herren und Damen aus der aktuellen „Schein“ –Elite.

Und alles Schubladenwissen auf den Tisch! - sofort…! Fast alles ist schon gut vorgedacht,
nur kaum einer ist darüber informiert.

So, ich lege mich jetzt mit hoher „Bombensicherheit“ in die Tonne, im Nichtstun kommen
oft die besten Ideen und besten gedanklichen Verbindungen zu anderen. Igel oder Hase sein.
Rein praktisch gesehen hat A.M. recht, Frankreich als militärischer Partner….?
Die haben Atomwaffen….., wir Deutschen nicht, trotz einer der größten Waffenexporteure und Erfinder der wichtigsten Waffensyteme zu sein.
Wir brauchen eine neue Welt…. merken Sie schon was – hier stimmt was nicht!
Ja, und warum wohl?
Prof. Dirk Jörke nennt die Dinge nicht ernsthaft beim Namen! Prof. Hörmann gefällt mir da u.a. schon besser?
Oder?

Bis neulich!

Ihr Uwe E. Mertens

  • Antworten
Uwe E. Mertens08.02.2012 | 16:17 Uhr

Demokratie

Die Demokratie ist ein schöner Traum, insofern alle Bürger eines Landes an der politischen Gestaltung mitwirken,m aber wer das in dieser idealen Form schon erelebt. Den Eliten sind offensichtlich demokratische Entscheidungen lästig. Die Meinung des Völkes wird nicht mehr gebraucht. Die Eliten haben sich längst den Märkten und dem Lobbyisten ergeben. Der Staat ist nicht mehr unabhängig und der Bürger fühlt sich dem Spiel der Interessen ausgeliefert. Warum wählen wir eigentlich noch?

  • Antworten
Otmar Schütze08.02.2012 | 11:28 Uhr

Demokratie verlangt Einsicht

Demokratische Sozialstaaten funktionieren in der Realität als Scheeballsysteme. Es werden diejenigen Politiker gewählt, die ihren Wählern heute mehr geben als nehmen. Dass sie dafür die Rücklagen derjenigen plündern müssen, die für ihr eigenes Alter vorsorgen wollen, fiel jahrzehntelang nicht auf. In der Schuldenkrise wird es offenbar, da nun klar wird, dass diese Rücklagen großenteils aus uneinbringlichen Forderungen bestehen. Das gilt angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland vermutlich auch für die Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung nach 2030.

Es ist undenkbar, dass eine Staatsform Bestand haben wird, die auf Dauer über ihre Verhältnisse lebt. Das hat der Untergang des Sowjetsozialismus gezeigt. Dieses Schicksal blüht auch den westlichen Demokratien, wenn die Bürger nicht lernen, von ihren Politikern nicht mehr als das zu verlangen, was aus den laufenden Einnahmen finanziert werden kann. Entweder die Wähler lernen das oder sie müssen die Konsequenzen tragen. In großen Linien sehe ich zwei Möglichkeiten: Demokratie mit Geldvermögensentwertung oder Technokratie mit der Möglichkeit von Geldstabilität. Entweder wäre dann das Geld (die Rücklagen für das Alter) oder die Freiheit zur Gestaltung zentraler politischer Entscheidungen weg. Demokratie auf lokaler Ebene (Volksentscheide über Bahnhofsbauten etc.) wird wohl erhalten bleiben.

Die jetzige Krise des Euroraumes in eine Schuldenkrise, die aus drei sich gegenseitig verstärkenden Quellen hervorging:

1. der Tendenz von Demokratien zum konsumtiven Borgen (s.o. Schneeballsystem) - das betrifft alle westlichen Demokratien außer diejenigen mit signifikanten Sondereinkünften wie Norwegen (Erdöl) und Schweiz (weltweites Fluchtgeld).

2. der Finanzierung der Auswirkungen der US-amerikanischen Finanzkrise von 2008. Auch diese Krise wurde durch unsolides Borgen für den Konsum, die politisch gewünschte Kreditfinanzierung von Hausbesitz für Geringverdiener, und die täuschende weltweite Streuung der sich daraus ergebenden Risiken durch die Banken, verursacht.

3. die Auswirkungen der Einheitswährung Euro, die wenig wettbewerbsfähige Volkswirtschaften Zugang zu billigem Borgen für den Konsum verschaffte, dadurch Löhne und Preise anheizte, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit weiter zurückging. Im Euro kann sie nur durch interne Abwertung (Senkung von Löhnen und Erzeugerpreisen, Einschnitte bei den Staatsausgaben) wiedererlangt werden. Dass europäische Völker so etwas demokratisch hinbekommen, haben Balten und Rumänen gezeigt. Sollten sich die Griechen dafür zu gut sein, dann müssen sie entweder einen Dummen finden, der ihnen ihren Lebensstandard weiterhin bezahlt oder aus dem Euro ausscheiden. Bankrott sind sie in jedem Fall. Mit ihrer Wut darüber und ihrer geringen Einsicht in wirtschaftliche Notwendigkeiten bedrohen sie ihre eigene Demokratie direkt und unsere indirekt.

  • Antworten
Karl Schade08.02.2012 | 12:58 Uhr

Verhinderte Demokratie

Der Bedeutungszuwachs der Ratingagenturen war keine politische Entscheidung. Politische Entscheidungen, von denen man so etwas nicht erwartet hatte, haben ungeplant zu dem Bedeutungszuwachs der Ratingagenturen geführt. So viel Genauigkeit muss sein !
Und im übrigen handelt es sich bei der Macht der Finanzindustrie in vielen Fällen um eine durch die Politik zu verantwortende Handlungsunfähigkeit der staatlichen Organe. Um die eigene, nationale Finanzindustrie nicht zu schwächen, werden national keine Regelungen durchgeführt, die international von der Finanzlobby verhindert werden. Mit anderen Worten : Alle tun nichts, weil die anderen auch nichts tun. Das ist das Prinzip, was zumindest schon mal für die Klimapolitik als falsch erkannt wurde, jedoch auch dort noch weite Verbreitung findet.

  • Antworten
Detlev Lesser08.02.2012 | 16:14 Uhr

Demokratie versus Elitenherrschaft

Sicher ist bei der zunehmenden Komplexität moderner Gesellschaft das Ende der klassischen Parteiendemokratie längst erreicht. Keine Partei kann auch nur annähernd die Expertise vorhalten, die sie zur Regulierung der sich ständig erweiternden Komplexität in allen Funktionssystemen der Gesellschaft braucht. Das führt im Endergebnis dazu, dass sich die Eliten die Gesetze selber schreiben, einfach weil in der klassischen Politik das notwendige Know How fehlt. Hinzu kommt die segmentäre Differenzierung des politischen Systems in Nationen, deren Gesetze nur eine begrenzte Reichweite haben, und die im permanenten Standortwettbewerb stehen. Gesellschaftstheoretisch geht Niklas Luhmann von der Entwicklung segmentär differenzierter Gesellschaften in stratifizierte Formen, aus denen sich wiederum die funktional differenzierte Gesellschaft entwickelt. Die Politik ist also im Stadium der segmentären Differenzierung stecken geblieben. Insofern ist eine Regulierung der Kapitalmärkte einfach nicht möglich, weil zumundest zwei Staaten, nämlich die USA und England nach der Deindustrialisierung wirtschaftlich primär vom Finanzsektor abhängen. Daraus folgt, das die Kosten der Krise weltweit von den Steuerzahlern getragen werden müssen. Suprastaatliche politische Akteure sind also dringend nortwendig damit die Politik ihre Regulierungsfunktion gegenüber einer globalen Finanzwirtschaft überhaupt wahrnehmen kann. Allerdings brauchen wir dazu Akteure mit demokratischer Legitimation, die nicht ausschließlich von interessegebundenen Experten geleitet werden, sondern von Politikern, die sich für die Folgen ihrer Entscheidungen zu rechtfertigen haben. Insofern bringt es nichts, eine Renationalisierung politischer Entscheidungen über global vernetzte Strukturen zu fordern. Wir sind im Übergang und das Erstarken des Rechtspopulismus ist in erster Linie auf politische Steuerungsdefizite zurückzuführen. Also auf die mangelnde Orientierung am Willen der Wähler, bei der Gestalung einer Welt, die immer mehr zusammen wächst. Dieses Phänomen erleben wir allerdings im nationalpolitischen Rahmen. Die suprastaatlichen Akteure sind keineswegs allein, oder in erster Linie für diese Entwicklung verantwortlich.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann08.02.2012 | 16:46 Uhr

Postdemokratie

Schon der Begriff "Postdemokratie" ist Neusprech im Dienste der "Sache". In Wirklichkeit haben wir eine notdürftig kaschierte Diktatur des Finanzkapitals. Für die Kaschierung ist ein System zuständig, das Regierung genannt wird. Diese ist auch der Zeremonienmeister für demokratische Rituale. Die Führungsoffiziere der Regierung sind "Eliten", ein breitgefächertes Personal, bestehend aus Lobbyisten von Kapital und Industrie, die weit in die Universitäten, Sozialverbände und Gewerkschaften hineinreichen. Die Führungsoffiziere wiederum erhalten ihre Weisungen aus den Vorständen der internationalen Banken und Großunternehmen, die ihrerseits Ausführende von Großaktionären und Kapitalverbänden sind. Die Masse der Bürger dient der Gewinnung von maximalem Mehrwert durch lohnabhängige Arbeit, der Absaugung von Steuergeldern für finanzielle Transaktionen, als Verfügungsmasse für die Absicherung oder Neueroberung von Rohstoffmärkten, als Wahlvolk, um die Fassade aufrecht zu erhalten etc.. Aufgabe der Regierung(en) ist es, dieses Geflecht finanzpolitischer Abhängigkeiten, vor allem aber die Rolle der Politker hierbei, so unsichtbar wie möglich zu machen. Neusprechartige Postdemokratie kann sich erst global voll entfalten. Wäre Karl Marx noch am Leben, hätte er wohl einen weiteren Band des Kapitals geschrieben.

  • Antworten
Cephalin Blum08.02.2012 | 17:32 Uhr

Umverteilung statt Postdemokratie

Es hat keinen Sinn, für einen Mechanismus der Umverteilung, der seit Jahrtausenden so und nicht anderes funktioniert, einen neuen Begriff wie Postdemokratie zu erfinden. Speziell in Deutschland funktoniert das seit Helmut Schmidt, also seit gut 40 Jahren. Niemand hat damals, als Schmidt begann, die Umverteilung von unten nach oben zu forcieren, an den internationalen Finanzkapitalismus gedacht.
Die Finanzkrise, soweit sie Europa betrifft, hat ihre Ursache im Euro selbst, der als "hyperstabile" Währung (als DM) angelegt ist. Der Euro ist eben keine Währung, sondern eine (deutsche) Pathologie. Für eine Kreditgeldwährung sollen die Stabilitätskriterien einer idealisierten Goldwährung gelten.
Der Euro ist eine Beamten- und Rentierswährung. Er erzeugt automatisch einen deflationären Wirtschaftsraum, weil er die immer von Auf- und Abwertungsprozessen (und damit auch von Inflation) begleitete wirtschaftliche Dynamik regelrecht unterbindet. Kurz: Er soll Inflation verhindern, indem er Wachstum verhindert und damit Erwerbschancen vernichtet.
Flexibilität soll über die Arbeitsmärkte kommen. Das aber bedeutet, dass die "flexibilisierten" Arbeitnehmer wirklich jede Bedingung akzeptieren müssen, dass sie über keinerlei Wahlmöglichkeiten verfügen dürfen. Natürlich gilt das nur für die untere Hälfte der arbeitenden Bevölkerung. Die andere Hälfte, die sämtliche politischen Prozesse beherrscht, Beamte, Freiberufler, Selbständige und gut verdienende Angestellte, hat sich hingegen vollständig gegen die Wechselfälle des Lebens abgesichert. Deutschland ist eine Republik der gehobenen Mittelschichten, keine Ackermann-Republik. Das kann man Postdemokratie nennen, es ist aber ein alter Hut. Neu ist jedoch, dass diese Politik der Umverteilung nicht mehr funktioniert, weil die unteren Schichten seit einigen Jahrzehnten die Möglichkeit haben, sich nach und nach aus diesem System zu verabschieden. Und sie tun dies, indem sie sich "flexibel" an die wenig komfortablen Verhältnisse anpassen: mit dem Verzicht auf Familie und Kinder (wie alles so kam und warum und was noch kommt).

  • Antworten
Dieter Staas08.02.2012 | 23:07 Uhr

„nicht gegen die internationalen Finanzmärkte regieren“

Das Zitat von Fischer bezeichnet genau den Nagel, an dem alles hängt: Das Finanz- und Geldsystem.

Die Entwicklung dessen hat bereits 1913 mit der Gründung der amerikanischen FED eine verhängnisvolle Richtung eingeschlagen. Diese (wovon?) „unabhängige“ Institution ist das Produkt privater Banken, die seither den Geldfluss global kontrollieren.
1971 wurde noch die Goldbindung der Weltleitwährung Dollar aufgehoben und seitdem ist es möglich in unbegrenzter Menge Geld aus dem Nichts zu erschaffen. Dieses virtuelle Vermögen produziert – auf der anderen Seite der Bilanz - Schulden, die von der Bevölkerung real erarbeitet werden müssen.

Die Arbeit von Lobbyisten besteht übrigens darin, staatliche Subventionen für ihre Branche zu erwirken. Diese erhöhen sowohl den Gewinn der Branche, als auch die Schulden oder Belastungen der Verbraucher oder Steuerzahler.

Damit gehören vor allem Banken, Politiker und auch Medien zu den Gewinnern dieses Geldsystems, das mit realen Wertet immer weniger zu tun hat. Jene, die in der Realwirtschaft die auf Knopfdruck erzeugten Schulden begleichen sollen, können dies unmöglich schaffen. Wachstum ohne Ende nennt man in der Medizin Krebs, und auch der ist ungesund.

Alle parteipolitischen Versuche das Problem beheben zu wollen, sind lediglich Scheingefechte. Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer z. B. ist vollkommen lächerlich, da die Banken auch diese Kosten auf ihre Kunden „umlegen“ werden.

Selbst Nazis und Kommunisten haben sich schwer gehütet dieses System anzutasten, da es viel zu einträglich für jene ist, die sich als Eliten wähnen. Die Nutznießer werden absolut alles tun, damit das System möglichst lange erhalten bleibt. Eine funktionierende Demokratie wirkt dabei mittlerweile als massiver Störfaktor. Dennoch wird dieses Geldsystem unvermeidlich in Inflation und Staatsbankrott enden müssen.

  • Antworten
Peter Müller09.02.2012 | 09:09 Uhr

Demokratie

Demokratie ist eine Farce, wenn ...

Ein Plädoyer für mehr politische Bildung

"Zwischen 55 und 60 Prozent der wahlberechtigten Deutschen sind derzeit aufgrund mangelnder Kenntnisse oder Fähigkeiten auf dem Gebiet der Politik nicht imstande, eine halbwegs rationale Wahlentscheidung zu treffen." (Dieter Roth, langjähriger Leiter der bekannten und angesehenen "Forschungsgruppe Wahlen", Mannheim)

Die Demokratie, Volksherrschaft, ist nicht deswegen die beste aller Staatsformen, weil sie von vorn herein, grundsätzlich und ganz allgemein besser, moralischer ist als denkbare andere, etwa weil in ihr sozusagen das "gute Volk" als eine Ansammlung ausschließlich guter, uneigennütziger Seelen regiert - statt eventuell nur eines bösen egozentrischen Tyrannen. Auch ein autoritärer Führer kann im Prinzip ein guter, wohlmeinender Führer sein und auch eine Demokratie kann eine schlechte, unmoralische Politik praktizieren. - Demokratie ist vielmehr primär deswegen die beste Staatsform, weil sie - gegebenenfalls - die effizienteste sein kann, weil sie theoretisch die Chance eröffnet, daß in ihr die zahlreichen Menschen eines Volkes insgesamt mehr kluge und nützliche politische Ideen und Programme hervorbringen als nur einzelne "Erwählte" - oder nur eine "Führungsmannschaft", eine "Elite".
Die mögliche größere Effizienz der Demokratie kann jedoch nur dann eintreten, wenn die zahlreichen Menschen eines Volkes, die mehr nützliche politische Ideen und Programme hervorbringen sollen, von den Dingen, um die es in der Politik geht, hinreichend viel verstehen. Versteht das Volk von den Bedingungen des politischen Geschehens nicht genug, kann Demokratie die gewünschte Effizienz nicht bringen, ist sie - so gesehen - sinnlos. Menschen ohne politische Sachkenntnis können keine Demokratie praktizieren. – Und Wahlen sind dann bloß ein ziemlich lächerliches Spiel, bei dem der einfache Bürger seine Macht mehr oder weniger blindlings in die Hände von (wenn auch vielleicht durchaus wohlmeinenden) "Volksvertretern" legt, deren politischer Sachverstand aber unabdingbar im Durchschnitt auch nicht größer sein kann als der des gesamten Volkes, aus dem sie hervorgegangen sind. Wahrscheinlicher ist sogar, daß als Berufspolitiker wirkende Volksvertreter von politischen Fragen noch weniger verstehen als Nichtprofis, da nur unzureichend gebildete Ehrgeizlinge, wenn sie schon mangels politischer Sachkenntnis nicht mit Hilfe dieser entsprechenden Bildung politisch erfolgreich sein können, notgedrungen zu viel Zeit dafür aufwenden, mittels Einsatz von Äußerlichkeiten, von Eloquenz beispielsweise sowie von parteipolitisch-taktischem Geschick, wenigstens persönliche Karriere zu machen und deshalb ihre eigene politische Bildung zu sehr vernachlässigen. Vielleicht sollte jedem Berufspolitiker abverlangt werden, daß er ein beachtenswertes politisches Buch geschrieben haben muß, bevor man ihm ein politische Amt überträgt.
Andererseits ist es einigermaßen unverschämt, wenn "das Volk" "die da oben" für eine eventuell schlechte Politik verantwortlich macht - so es doch selbst auch nicht hinreichend Bescheid weiß, wie denn eine bessere Politik aussehen soll und realisiert werden kann.
Noch einmal: Demokratie ist sinnlos, wenn das Volk nicht genug von dem versteht, was es beherrschen soll. Dann ist "Volksherrschaft" nur eine Farce. Dann wird – in Wirklichkeit – nur das dilettantische Volk von Dilettanten regiert. - Demokratie setzt also politische Bildung voraus. – Und zwar sehr viel politische Bildung !

Eine skeptische Frage: Ist es vielleicht so, daß der heutige Mensch ist – mit Ausnahmen – eigentlich gar nicht reif ist für eine Beteiligung an wirklich mitbestimmender Demokratie. Ist er zeitlebens eine "Frühgeburt", die sich, dabei selbst lieber möglichst passiv bleibend, immer nur wünscht, daß "Vater und Mutter", der Staat also, schon für ihn alles zum Guten richten ? Sich an dem Bemühen um Wohlergehen für das Allgemeinwesen selbst zu beteiligen, ist er dazu – meist - nicht unabhängig genug und deshalb zu ungebildet ?
Wird der Mensch allenfalls nur dann vorübergehend wirklich politisch aktiv, wenn er sich subjektiv schlecht versorgt und schlecht behütet fühlt ? Strebt er dann – "revolutionär" – hinsichtlich der von ihm sonst lieber still akzeptierten Obrigkeit einen Wechsel an, ohne sich selbst konstruktive Gedanken zu machen, welchen Wechsel in der Sache es geben müßte ? Kann sich der Mensch also – in den meisten Fällen - eigentlich glücklich schätzen, wenn an der Spitze seines Staatswesens möglichst humane, väter- und mütterliche, gutmeinende und kompetente – mehr oder weniger – "Diktatoren" möglichst gut regieren ?

Günter Woltmann-Zeitler

  • Antworten
Günter Woltmann-Zeitler09.02.2012 | 11:18 Uhr

Wohlmeinende Diktatoren

Nach Ihrer Meinung ist Demokratie nichts für das Volk sondern nur für "wohlmeinende" diktatoren

  • Antworten
Peter Müller09.02.2012 | 15:15 Uhr

Eventuell

könnten sie mal einige nennen. Das wäre sicher sehr aufschlußreich.

  • Antworten
Peter Müller10.02.2012 | 19:32 Uhr

Sehr wohl

Vor mehr als zehn Jahren sagte der damalige Außenminister Joschka Fischer, man könne „nicht gegen die internationalen Finanzmärkte regieren“.

Es ist sehr wohl möglich gegen diese zu agieren -reagieren ist hier immer schlecht-, wird jetzt auch gemacht! Die Finanzmärkte können gegen die Politik reagieren und agieren (wird jedoch diese nur dadurch verbessern), die ganzen hochspekulativen Märkte werden durch diese mittelfristig entschärft.
Bestes Beispiel Griechenland: Die sind nicht einmal jetzt in der Lage, in solch einer Situation Reformen umzusetzen und wehren sich gegen einen europäischen Diktator? Die Insolvenz droht und damit sind Gelder futsch. Danach wird Griechenland mehr den je von Europa an die Hand genommen werden, zwangsläufig, denn ohne können diese offensichtlich nicht stehen.

  • Antworten
plüschio09.02.2012 | 12:49 Uhr

Ach so, dass vereinfachte

Ach so, dass vereinfachte Finanzsystem der Amerikaner -welches agiert und reagiert- ist Geld drucken. Total easy!

  • Antworten
plüschio09.02.2012 | 13:03 Uhr

nur noch spezialisten

wir werden für diese schreckliche entwicklung, das auseinanderklaffen der schere reich - arm, niedergang der demokratie, verarmung, zunehmender rechtsradikalismus,schein-revolutionen, zunehmende instabilität, krieg, keine lösung finden, indem wir nur in einem fachgebiet forschen. die allgemeinwohlmeinenden politiker und politikwissenschafteler haben keine ahnung von mathematik und volkswirtschaftslehre, die allgemeinwohlmeinenden wirtschaftswissenschaftler keine ahnung von politik und soziologie. so sind wir den eliten, die sich fächerübergreifende spezialisten in einflussreichen lobbyverbänden zur beratung halten, schutzlos ausgeliefert und werden nie verstehen was der eigentliche grund für den niedergang ist.

uns wird nie die exponentialfunktion des zinseszinses erklärt und wenn doch, dann nur humorvoll und vollkomen zusammenhanglos.......

wir werden nie wirklich wissen was in den 20ger und 30ger jahren des letzten jahrhunderts wirklich passiert ist. wir erfahren nie welche lösungsansätze es gab.( wörgl, roosewelts new deal mit der reichensteuer bis zu 80% bis ende der 70ger jahre) wir werden nie vom hochmittelalter erfahren, als unermesslich riesige investitonen getätigt wurden, ohne dass das volk geknechtet wurde ( gothik). wie z.b eine damals 5000 einwohner zählende stadt köln es finanziell bewerkstelligte den kölner dom zu bauen. wir werden auch nie erfahren, dass es zu dieser zeit in deutschland umlaufgesichertes geld gab und zinsen geächtet waren und was dies bewirkte...........

und so machen sich die politkwissenschaftler sorgen um die demokratie und finden keine lösung und die wirtschaftswissenschaftler sorgen um das geld und finden keine lösung und die soziologen sorgen um die gesellschaft und finden keine lösung.

und dann krachts!

  • Antworten
christian09.02.2012 | 18:17 Uhr

Wer ist Treiber und wer ist Getriebener?

Alles hängt in der Wirtschaft mit allem zusammen und für die meisten Menschen fehlt immer etwas. Empfindet dieses Fehlen ein zunehmend größerer Teil der Gesellschaft als eine moralische Ungerechtigkeit, so kommt es zu Protesten bis hin zur Abwahl der Regierung, sofern die wirklichen Machthaber in einem demokratischen Prozess überhaupt noch abgewählt werden können. Nun ist wirtschaftliches Handeln nicht Moral sondern Gewinn optimiert. Nicht der größte Moralist gewinnt, sondern der Pfiffigste. Dabei treibt jeder jeden ohne dass beide wirklich erkennen können wer schiebt und wer selber geschoben wird.

Davon ist der Finanzkapitalismus nicht ausgenommen. Wer ist hier Herr und wer ist Knecht? Wer treibt hier wen? Wer sitzt oben und wer unten? Wer ist Subjekt, wer ist Objekt? Wer ist für die weltweite und nicht nur für nationale asymmetrische Wohlstandverteilung verantwortlich? Wer hat den Finanzkapitalismus zu dem gemacht, was er heute ist?

Gerade im Finanzkapitalismus sind es oft die vielen Kleinen, die die wenigen Großen treiben. Es beginnt bei den vielen kleinen Sparern, um nur ein Beispiel zu nennen. Sie tragen in der Summe Milliardenbeträge zusammen. Von den vielen kleinen und großen Unternehmen ganz zu schweigen. Es sind Betriebe, die ihre Gewinne nicht re-investieren wollen oder können. Gelder, die dem Konsum entzogen werden und bei den Finanzinvestoren mit der Forderung landen eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften. Wer ist hier Treiber und wer Getriebener?

Weitere Treiber auf dem Finanzmarkt sind die großen privaten Pensionsfonds. Es sind die Kapitalsammelstellen deren Gelder für die private Altersversorgung gedacht sind. Dort häufen sich riesige Vermögen an. Es dürfte bei 50 Billionen Dollar liegen. Und je älter die Gesellschaft wird, desto mehr Gelder fließen in die private Altersvorsorge.
Besagter Geldtopf ist auf diese gigantische Summe angewachsen, weil in den überalterten Industriegesellschaften die Menschen dem Umlageverfahren in der gesetzlichen Rentenversicherung mangels Kinder nicht mehr eine alleinige Altersversorgung zutrauen. Auch diese Gelder werden dem Konsum entzogen und landen ebenfalls bei den professionellen Finanzinvestoren

So bilden sich Geldtöpfe, weil viele Personen wenigen Personen ihr nicht mehr für den Konsum gebrauchtes Geld übergeben, mit der Forderung es renditeträchtig anzulegen. Dieses, so dem Konsum entzogene Geld wird jedoch nicht etwa als Kredit den Unternehmen oder sonstigen Kreditnehmern gegeben, sondern damit wird spekuliert auf alles was steigt oder fällt bis hin zu feindlichen Übernahmen von Unternehmen und deren vorteilhafte Ausschlachtung. Auch hier gilt die Frage: Wer treibt wen?

Das sich im Zuge dieser Entwicklung mit Hilfe weltweit vernetzter EDV-gestützer Computerprogrammen immer komplexere Systeme von wenigen Menschen beherrschen lassen ist unmittelbar einsehbar. So bilden sich nicht nur finanzielle, sondern vor allem intellektuelle fast unangreifbare Herrschaftsstrukturen. Waren früher hochbegabte Mathematiker lediglich ein belächelter Geheimbund, so gehören sie heute zu den gefragtesten Protagonisten dieser Herrschaftsstrukturen.

Wer treibt also wen? Wer ist somit verantwortlich für die ständig steigende globale Institutionalisierung unserer Lebensverhältnisse. Wer hat das so gewollt? Wo sitzt dieser vermeintliche Feind in den globalen Machtzentren, der unsere nationalen demokratischen Willensbildungen übergeht und wer treibt ihn an?

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Heinz Pelzer10.02.2012 | 13:13 Uhr

Volk von Dilettanten

"Wissen ist Macht!" möchte man ausrufen...

In der Tat ist es ziemlich egal, welches politische Thema man bespricht. Es könnte genauso gut um Energiepolitik gehen. Die Komplexität der Machtverteilungen ist im Grunde nicht durchschaubar - für niemanden...

Demokratie? Demokratie ist eine Utopie, solange sie von fremden finanziellen Mitteln abhängig ist. Demokratie ist ohne Vertrauen in die Vertreter des Volkes nicht möglich. Und Demokratie ist eine Illusion, wenn das Volk nicht gebildet ist.

Aber schauen wir uns doch mal an, womit sich das Volk befasst und befassen muss. Schauen wir doch mal, was die Medien meinen, dem Volk mitteilen zu müssen. Schauen wir doch mal hin, wie schwierig es ist, an profunde Informationen zu kommen.

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Chris Dimotten10.02.2012 | 14:07 Uhr

Wie entsteht Macht und wie

Wie entsteht Macht und wie geht sie wieder verloren? Nachzulesen schon bei Tolstoj. Oder nehmen wir Nietsche. Wir muessen erst im Schlamm unseres Gestern liegen, damit unsere Kinder daraus etwas neues schaffen koennen. Hoffentlich haben sie die Kraft dazu und lassen nicht einfach das alte Ungeheuer wieder erwachen. Sie werden ihre Vaeter verurteilen, wie Kinder in Deutschland es schon so oft taten.

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Franz11.02.2012 | 15:08 Uhr

Der Artikel regt zum

Der Artikel regt zum Weiterdenken an.
Diese sachliche Art führt zum Ziel.
Meiner Ansicht ist die Lösung ein Abwägen
(zwischen Wohlstand und Freiheit)

Wenn wir nicht bereit sind, uns dem oben geschilderten Diktat zu unterwerfen, müssen wir uns erheblichen Einschränkungen aussetzen lassen.

Hier gibt es "Vorleistungen", wie Schulden, ...

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Karl11.02.2012 | 19:31 Uhr

Zivilisiert die Märkte!

Wenn man "die Märkte" in den Rang von Naturgesetzen hebt, überschreitet man eine prinzipielle Grenze: Konkurrenz "am Markt" verwandelt sich dann in blanken Sozialdarwinismus. Dass wir so weit bereits sind, sehen wir an der Stigmatisierung der "Hartzer". Es ist nicht nur "Postdemokratie", was uns bevorsteht, sondern ein Zivilisationsbruch der Art, wie er im dystopischen Kino schon ausgemalt wird ("Tribute von Panem" beispielsweise). Man könnte auch das böse "F"-Wort wieder in Betracht ziehen. Es wird ein schmerzhafter kultureller Lernprozess sein, der eine "postkapitalistische" Gesellschaft hervorbringt, um den gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen zu vermeiden.

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Ingbert Jüdt04.05.2012 | 13:02 Uhr

Die demokratisch verfassten Wohlfahrtsstaaten,

haben mit jedem Kredit ein Stück politischer Autonomie verkauft. Dieser Trend wird durch die Globalisierung vertstärkt, der politische Kontrolle zunehemend auf die internationale Ebene verlagert. Die Welt wächst zusammen und der Nationalstaat verliert auch dadurch zwangsläufig an Autonomie. So what? Die einzige Lösung des Problems besteht in verstärkter internationaler politischer Kooperation. Diesem Trend werden sich auch autoritär-nationalistische Gruppierungen nicht verschließen können. Auch sie werden internationalen Investoren Rechtssicherheit gewähren müssen. Wenn Ungarn Europa verschreckt, dann muss es halt mit China verhandeln, oder auf eine nationionale Subsistenzwirtschaft umstellen. Die Postdemokraten werden ebenso scheitern, wie die, denen sie den Ausverkauf nationaler Interessen vorwerfen. Das Außerkraftsetzen der demokratischen Kontrolle wird vielmehr Korruption und Vetternwirtschaft begünstigen und den Leidensdruck zur Anpassung an die entstehende Weltgesellschaft erheblich erhöhen. Leider wird dadurch jedoch auch die internationale Kontrolle des globalen Kapitalismus verzögert.

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Christoph Kuhlmann04.05.2012 | 13:38 Uhr

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