Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Juni:
Deutschland auf dem Weg zum 100-Millionen-Volk

Hurra, wir wachsen!
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Stille Post im Kanzleramt

Berliner Republik

Merkels SchweigenStille Post im Kanzleramt

Von Timo Stein28. Juli 2011
picture alliance
Die schweigsame Kanzlerin
Die schweigsame Kanzlerin
Schrift:

Schweigen ist Gold? Von wegen, sagen die Kritiker Merkels und sparen nicht mit ihren Vorwürfen, den rätselhaften Kanzlerstil betreffend. Doch Merkel ist mehr als die schweigende Opportunistin, sie ist der Prototyp eines modernen Politikers.

Seite 1 von 2

09. November heißt Saunatag. Zumindest bei der Kanzlerin. Zumindest im Jahre 1989. Als die junge Merkel  vermutlich ihren dritten Aufguss genoss, fiel (davon gänzlich unbeeindruckt) der eiserne Vorhang zwischen Bundesrepublik und Realsozialismus. Böse Zungen behaupten, Merkel hätte bereits an jenem deutsch-deutschen Schicksalstag ihr Talent zu erkennen gegeben, Historisches einfach auszusitzen, beziehungsweise auszuschwitzen.

Und nun? Nun ist Halbzeit. Halbzeit im Kanzleramt. Angela Merkel feiert Bergfest ihrer zweiten Legislatur. Nüchtern betrachtet, liest sich ihre Bilanz nicht schlecht. Der Wirtschaft geht es so gut wie in kaum einem anderen europäischen Land, trotz anhaltender weltweitumfassender Finanz- und Wirtschaftskrise.  Doch die Halbzeitansprache des deutschen Medienchors gleicht einer Kabinenpredigt strengster Güte. Dieses negative Bild spiegelt sich auch in den jüngsten Umfragen wider. Selten hat es eine derartige Diskrepanz zwischen der wirtschaftlichen Verfasstheit des Landes und der subjektiven Bewertung durch seine Bürger gegeben.

Einhellig raunt es durch die Gazetten: Die Fehlerhaftigkeit der Kanzlerin scheint medialer Konsens – von FAZ bis taz. Die Kritik, die sich die erste Frau im Staate gefallen lassen muss, richtet sich meist gegen ihren Führungsstil. Unzählige Bücher, Aufsätze und Artikel sind ihm gewidmet, überbieten sich in dem Versuch das „Rätsel Merkel“ zu entschlüsseln und neigen nicht selten dazu –hobbypsychologischer Einfalt folgend – einfachste Charakterisierungen zu bemühen, um das Wesen der Kanzlerin ein für alle Mal fassbar zu machen.

Während die einen die vermeintliche Führungsschwäche der Kanzlerin bemängeln, kritisieren andere ihr überbordendes Machtgespür. Einmal wird sie als prosaisch-kaltfühlige Physikerin dargestellt, die ihr politisches Handeln rein rational wissenschaftlich Kriterien unterwirft. Ein anderes Mal wird ihr Unberechenbarkeit und blindwütiger Opportunismus attestiert. Ihr fehle der Kompass, heißt es an anderer Stelle, sie fahre einen Schlingerkurs, interpretieren andere. Von einer halsstarrigen Person ist die Rede, der es an Leidenschaft und Visionen fehle.

Den einen ist sie bei der Atomwende zu inkonsequent, für andere zu autoritär. Was ist sie also: kalt, prosaisch, führungsschwach, machtgeil oder einfach nur Ossifrau mit Chuzpe? Letztlich sind all diese mühsam kleinsprossigen Umschreibungen nicht viel mehr als der Versuch, der mächtigsten Frau Deutschlands Eigenschaften zuzuschreiben, sie unter der „Methode Merkel“ zu subsumieren, um zu erklären, was sich eigentlich selbst erklärt: Wer Merkel wählt, bekommt Merkel. Denn: Merkels Stärke liegt seit Jahr und Tag in ihrer (vermeintlichen) Schwäche.

Was ihre Kritiker dann doch ganz merkellike verschweigen: Im Falle ihrer überraschenden Wende in der Atomfrage hat sie allen Widerständen in Partei und Wirtschaft zum Trotz – einen überparteilichen Konsens suchend – die Wende politisch verordnet. Sie vermochte das seit Jahr und Tag politisierteste aller Themen – die Kernenergie – mit einem Schlag zu entpolitisieren. Es ist kein Zufall, dass dies gerade Merkel glückte. Wer sonst hätte in der Atompartei CDU, in der seit jeher ideologische Grabenkämpfe um dieses Thema gefochten wurden, eine solche Wende erzwingen können.

Auch der nicht müde werdende Ruf, es fehle der CDU unter Merkel an konservativem Profil, ist das verzweifelte Geschrei ewig Gestriger, die die Modernisierungen Merkels zurückdrehen möchten. Sinnbildlich stehen von der Leyen und Röttgen für diesen innerparteilichen Modernisierungsprozess den Merkel maßgeblich vorangetrieben hat. Man erinnere sich nur an die alte CDU vor Merkel. Letztlich hat sie die Christdemokraten aus ihrer schwersten Krise geführt, als schwarze Koffer und der alte Kohl alles zu erdrücken drohten.

  • 1
  • 2
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
6 Kommentare

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

SPD-Phantom
„Ich bin nicht kleinlich, sondern real“
Interview mit
Jakob Maria Mierscheid
22.05.2013
Euro-Krise
Zurück nach Maastricht!
von
10.05.2013
Kanzlerkandidat Schmitt
„Hauptsache, das Ich gewinnt!”
Interview mit
Oliver Maria Schmitt
03.05.2013
BVG-Urteil zur Anti-Terror-Datei
Erfassungsschutz
von
25.04.2013
Netzpolitik im Bundestag
Pimp my Parliament
von
25.04.2013

zum Dossier Merkel, ihre Männer und die Machtzum Dossier Hat Angela Merkel die Wahl schon gewonnen?
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

SPD-Phantom
„Ich bin nicht kleinlich, sondern real“
Interview mit
Jakob Maria Mierscheid
22.05.2013
Euro-Krise
Zurück nach Maastricht!
von
10.05.2013
Kanzlerkandidat Schmitt
„Hauptsache, das Ich gewinnt!”
Interview mit
Oliver Maria Schmitt
03.05.2013
BVG-Urteil zur Anti-Terror-Datei
Erfassungsschutz
von
25.04.2013
Netzpolitik im Bundestag
Pimp my Parliament
von
25.04.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
Neues Dossier anlegen:

Bin sehr beruhigt dass Cicero

Bin sehr beruhigt dass Cicero offenbar doch noch kein komplett linksgeschaltetes Medium geworden zu sein scheint. Danke für die abwechslungsreiche, differenzierte Analyse und den Verzicht auf die schwarz-weiss malerei, die man wirklich nicht mehr hören kann. Schöner Text, Hut ab.

  • Antworten
Florian Kantner28.07.2011 | 18:34 Uhr

Eine ganz eigene Lesart

Um es als Erfolg der Kanzlerin zu werten, die Atomenergie entpolitisiert zu haben, bedarf es schon eines deutlichen Tunnelblicks. War da nicht was? Ein paar Monate zuvor hatte Merkel das genaue Gegenteil als alternatIvlos hingestellt. Die Wahrheit ist: Die Entscheidung für den Ausstieg diente wie so vieles allein dem taktischen Machterhalt vor den Wahlen. Eine Strategie ist nirgendwo erkennbar, so krampfhaft ihre Apologeten auch suchen.

  • Antworten
Helgoo28.07.2011 | 19:34 Uhr

super kommentar

vor allem für westdeutsche ist der unbeholfene auftritt merkels immer wieder anlass ihr schwäche zuzurechnen. dass das nur das äußere ist versteht keiner. endlich mal ein kommentar, der ein bisschen hinter die fassade blickt. merkel ist ein nerd, um es neudeutsch zu sagen, ein sozial unbeholfener mensch mit umso tieferem hang zu wissenschaft, logik, details. fern jeder oberflächlichen selbstdarstellung sucht sie wirkliche lösungen für ihr land. dass der in einem kommentar angesprochene atomkompromiss 2010 immer als gegenteil von dem jetzt beschlossenen ausstieg dargestellt wird, verstehe ich nicht. schon damals war es ein ausstieg. nur war politisch eben nicht mehr möglich. erst, als das volk druck gemacht hat, konnte sich die industrie nicht mehr dagegen wehren. mit so einer politikerin ist alles möglich. nur muss das volk es auch wollen.

  • Antworten
Benjamin29.07.2011 | 09:16 Uhr

Die politische Merkelkunst des Möglichen

„Merkel im freien Fall“, „Merkel, die gestürzte Königin“, „Merkel dies, Merkel das“, man hört schon gar nicht mehr hin. Macht sie etwas richtig, dann es kommt zu spät, macht sie etwas falsch, dann hat die Opposition es vorher schon gewusst. Zweifelt sie an einer Entscheidung, die sie kürzlich noch für richtig gehalten hat, dann ist sie wankelmütig. Macht sie eine Politik, die zwar erfolgreich ist, die aber die wenigsten verstehen, dann moderiert sie nur. Trifft sie einmal keine gewünschte Entscheidung, weil sie dazu gar keine Macht hat, dann führt sie nicht richtig. Manchmal ist erstaunlich, dass dieses Volk überhaupt noch einer regieren will.

  • Antworten
Heinz Pelzer02.08.2011 | 16:59 Uhr

Vielen Dank für den Artikel

Vielen Dank für den Artikel und für die Leserkommentare, ich finde es gut, dass sich hier auch mal positiv über ein pol. Verhalten geäußert wird. Ich finde es wirklich bedenklich, dass man neben "dt. Politikverdrossenheit", auch zunehmend "ein Meckern auf hohem Niveau" zu Ohren bekommt. Deutschland wirkt medial wie eine "Meckerrepublik" - und das bei unserem Lebensstandard und hinter jedem Politiker sieht man einen machtgeilen Opportunisten - das ist wirklich schade, ich hoffe doch sehr für unser Land, dass pol. wirkende Leute auch aus echten Interessen in die Politik gehen.
Ich halte Merkels pol. Stil auch viel eher für einen besonnenen, gut überlegten und vor allem auf dem Boden der Tatsachen geführten Stil, mit einer Frau, die auch versucht nicht aus jedem pol. Ereignis ein Theater zu machen, und die versucht zwischen verschiedenen Interessensgruppen neutral zu vermitteln und sich dann erst zu entscheiden.
Also, wie im Artikel schon gesagt, ein moderner Führungsstil, der unsere pluralistischen Interessen gut zu vertreten weiß.

  • Antworten
Veronika 17.01.2012 | 21:59 Uhr

Saunatag

Vielleicht hat Frau Merkel den 9. November in der Sauna dazu genutzt mal richtig nachzudenken. Hätte ich jedenfalls heute so gemacht. Damals war ich noch zu jung dazu. Auch sonst scheint sie sehr überlegt zu agieren, auch wenn mir das Ergebnis ihrer Überlegungen nicht immer gefällt.

  • Antworten
Robert12.06.2012 | 03:55 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

„Die nackte Wahrheit und anderes“ − Aktfotografie um 1900

zur Bildergalerie
Anzeige

Wulf Schmiese

Leicht gesagt. Die Mittwochskolumne von Wulf Schmiese

Von der Volks- zur 20-Prozent-Partei

SPD-Chef Gabriel auf der Pressekonferenz zum Parteijubiläum

Ist alt, sieht auch so aus: Cicero-Kolumnist Wulf Schmiese über den 150. Geburtstag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Brüssels neue Gurke

Die EU-Kommission ist in der Defensive. Nach der umstrittenen Konzessionsrichtlinie zum Wasser…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Wo steht die SPD im Jahr 2013?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Zu viel Nähe zwischen Medien und Politik?
Das Cicero-Meinungsbild

Eine Umarmung zwischen Diekmann und Rösler löst eine Debatte aus

Umfrage
150 Jahre SPD: Ist die SPD noch eine Volkspartei?
Ja, die SPD wird wieder deutlich zulegen
38%
Nein, die SPD ist nicht mehr zeitgemäß
62%
Gesamtstimmen: 99
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Die letzten 24 Stunden
Dossier

Die letzten 24 Stunden

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang