Die Adelung durch Helmut Schmidt bringt dem gefühlten Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück kaum Wählerzuspruch.
Nachdem Helmut Schmidt mit seinem Urteil „Er kann es“ Peer Steinbrück geadelt hat, wird der von vielen Medien als der große Hoffnungsträger der SPD bewertet, der der amtierenden Kanzlerin gefährlich werden könnte.
Doch die Menschen sehen das wie so oft viel nüchterner und wahrscheinlich wieder einmal realitätsbezogener. So ist Steinbrücks Wert bei der Kanzlerpräferenz im letzten Stern-RTL-Wahltrend trotz des großen Medienrummels und des gemeinsamen TV-Auftritts von Helmut Schmidt und Peer Steinbrück nur um einen winzigen Prozentpunkt von 38 auf 39 Prozent gestiegen. Damit liegt er – trotz des schlechten Erscheinungsbildes der jetzigen Regierungskoalition – immer noch zwei Prozentpunkte hinter Angela Merkel mit 41 Prozent.
Steinbrücks Partei, der SPD, hat die Diskussion über den potentiellen Kanzlerkandidaten Steinbrück ebenfalls bislang wenig gebracht: Mit 28 Prozent liegt sie weiterhin 4 Prozentpunkte hinter der Union und damit weiter unter dem Wert, den eine Partei, die den Anspruch erhebt, „Volkspartei“ zu sein, in der Opposition haben müsste.
Einen Effekt immerhin hatte der Steinbrück-Rummel: Bei einigen Bürgern hat sich offenbar der Eindruck verfestigt, dass die SPD-Kanzlerkandidatur auf Steinbrück zuläuft. Damit werden die beiden anderen potentiellen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel in ihrem Stellenwert relativiert; die Werte für beide sind infolgedessen bei der Kanzlerpräferenz um 3 Prozentpunkte zurückgegangen.
Doch dieser Effekt dürfte der SPD wenig gefallen. Im Vergleich zum Ergebnis der Bundestagswahl vom September 2009, als die SPD auf 23 Prozent der gültigen Stimmen zurückfiel (und mit einem Anteil von 16 Prozent der Wahlberechtigten so wenig Wähler mobilisierte wie zuletzt bei der Reichstagswahl 1924), hatte sie in der letzten Zeit etwas bessere Umfragewerte, weil sie mit der „Troika“ Gabriel, Steinmeier und Steinbrück von ihrem ansonsten eher defizitären Personalangebot etwas ablenken konnte. Wenn aber schon zwei Jahre vor dem Termin der nächsten Bundestagswahl von dieser Troika nur noch Steinbrück übrig bliebe, wäre diese positive Wirkung schnell wieder verflogen.
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