Jump to Navigation
Startseite

Fernweh, Abenteuer & Exotik:

Warum reisen wir?

Reise Spezial
  • Magazin
    • Berliner Republik
    • Weltbühne
    • Kapital
    • Salon
    • Themen der Zeit
    • Merkel-Projekt
    • Kolumnen
    • Blogs
  • Mediathek
    • Bilder
    • Videos
    • Karikaturen
    • Titelbilder
  • Bücher
  • Service
    • Impressum
    • Anzeigen/Media
    • Redaktion
    • Autoren
    • Presse
    • Über uns
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Helden oder Verräter?

Berliner Republik
Euro-Abweichler

Helden oder Verräter?

von 
Petra Sorge
30. September 2011
picture alliance
Wolfgang Bosbach
„Wenn ich das Gefühl habe, ich bin mit meiner Haltung nicht mehr willkommen, dann muss ich mir das noch einmal überlegen.“

Die 15 Abweichler mussten nach ihrem Nein zur Euro-Rettung teilweise heftige Kritik einstecken – bis hin zu übler Nachrede. Der CDU-Innenexperte erwägt nun sogar einen Rückzug aus der Politik. Von den Wählern treffen dagegen reihenweise Glückwunschschreiben ein.

Seite 1 von 3

Es war eine historische Szene. Frank Schäffler schreitet im Bundestag zum Rednerpult, rückt seine Brille zurecht. Die FDP-Fraktion hatte ihm nicht das Wort erteilt, stattdessen hatte er seine Redezeit alleine beim Parlamentspräsidenten beantragt. Schäffler holt aus zum Frontalangriff: „Sie nutzen die Angst vor einem Zusammenbruch des Finanzsystems, um Europa in eine neue Stufe des Zentralismus zu führen.“ Zentralismus – das ist eigentlich ein Giftwort für Freidemokraten. Ein Schlag in die liberale Magengegend.

Der Rebell griff auch auf das Zitat des heiligen Augustinus zurück, mit dem der Papst seine Bundestagsrede schmückte: „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine Räuberbande.“ Niemand rührte die Hand zum Applaus, nicht einmal in der Linkspartei, die den Gesetzentwurf geschlossen ablehnte.

„Natürlich war meine Rede auch gar nicht darauf angelegt, dass irgendjemand klatschte“, sagte Schäffler auf CICERO-ONLINE-Anfrage. Allerdings habe Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ihn darauf hingewiesen, dass der Papst für die Rettungspakete sei. „Da habe ich ihm gesagt, das sei eine starke Behauptung.“

Schäffler habe nicht versucht, die drei weiteren FDP-Abweichler umzustimmen, zollte ihnen aber Respekt. So hatte sein Bremer Kollege Torsten Heiko Staffeldt, der sich sonst eigentlich für Themen wie Schifffahrt und Energie interessiert, in einer Presseerklärung vor einer Transferunion gewarnt: „Als hanseatischer Kaufmann sage ich, es macht keinen Sinn, dem schlechten Geld Gutes hinterherzuwerfen.“

Finanzexperte Schäffler gratulierte ihm und den anderen Abweichlern „für ihre mutige Entscheidung. Es ist nicht einfach, gegen die Fraktion zu stimmen.“

Was wie eine Mutprobe klingt, ist eigentlich ein vom Grundgesetz verbrieftes Recht der Abgeordneten. In Artikel 38 heißt es, dass die Volksvertreter „an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“ sind. Faktisch wird der Fraktionszwang – der nirgendwo im Grundgesetz erwähnt ist – als Disziplinierungsmaßnahme eingesetzt. Die EFSF-Abstimmung galt zuvor als Lackmustest für den Zusammenhalt der schwarz-gelben Koalition; auch die FDP fürchtete eine weitere Niederlage. Jeder Abweichler sah sich somit der Frage ausgesetzt, ob er die Regierung stürzen wolle, wie etwa die CDU-Abgeordnete Veronika Bellmann berichtete.

Wie die Stimmung in der eigenen Fraktion war, das erklärte CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach  auf CICERO-ONLINE-Anfrage mit drastischen Worten. Es sei zwar kein Druck gewesen, was da passiert sei, „da geht man schon subtiler vor. Da wird zum Beispiel behauptet, der Bosbach stimmt nur dagegen, weil seine Karriereerwartungen sich nicht erfüllt haben.“ Der CDU-Politiker hält diese Unterstellungen für „Unsinn“, da er allen bisherigen Rettungspaketen zugestimmt habe. „Warum hätte ich das tun sollen, wenn ich angeblich frustriert bin? Mit solchen Unterstellungen wird die Grenze zur üblen Nachrede überschritten.“

Im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger erwägt er nun sogar den Rückzug aus der Politik. Er sei sich nicht mehr so sicher, ob er 2013 wieder für den Bundestag kandidiere. „Wenn ich das Gefühl habe, ich bin mit meiner Haltung nicht mehr willkommen, dann muss ich mir das noch einmal überlegen.“

  • 1
  • 2
  • 3
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
13 Kommentare

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

CDU und SPD im Vorwahlkampf
Gabriel zetert, Merkel handelt
von
Christoph Seils
21.05.2012
Wahlnachlese
In NRW für Kraft, im Bund für Merkel
von
Manfred Güllner
17.05.2012
Norbert Röttgen
Beim Wähler durchgefallen, von Merkel entlassen
von
Timo Stein
16.05.2012
FDP nach NRW-Wahl
Was wird aus Philipp Rösler?
von
Christian Tretbar
15.05.2012
CDU
Röttgens Niederlage ist Merkels Problem
von
Christoph Seils
14.05.2012

zum Dossier Des Euros letztes Stündlein?zum Dossier Es war einmal die Christdemokratiezum Dossier Die FDP in der Dauerkrise

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
Neues Dossier anlegen:

HELDEN

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen die Übernahme von Garantien für Staatsschulden anderer Euroländer. Eine überwältigende Mehrheit der Abgeordneten winkt genau das nun in einem kollektiven Rausch durch das Parlament, wie es ihn seit 1914 im Reichstagsgebäude nicht mehr gegeben hat.

Wer verrät nun wen? Diejenigen, die Volkes Stimme im Parlament erheben ihre Kollegen, oder diejenigen, die ein elitäres Spiel betreiben, ihre Wähler? Wenn ein Held "durch tapfere Thaten Ruhm erlanget" (Zedlers Universal Lexikon, 1735, zit. nach wikipedia.de), so ist Frank Schäffler ein Held im Rahmen der Möglichkeiten, in denen ein Bundestagsabgeordneter in Ausübung seines Mandates ein Held sein kann.

Wenn unsere deutsche Demokratie noch ernst genommen werden will, muss es bei der nächsten Bundestagswahl in der entscheidenden Frage, wie Deutschland in Europa eingebunden sein soll, eine ernsthafte und hochkarätige Alternative geben. Wenn von den heutigen Bundestagsparteien keine eine solche Alternative anbietet, müssen Persönlichkeiten vom Kaliber eines Frank Schäffler, Wolfgang Bosbach, Peter Gauweiler und Hans-Olaf Henkel eine Partei neu gründen, die für eine Europäische Union souveräner demokratischer Nationalstaaten, aber gegen die Rettung des Euroraumes in seiner heutigen Zusammensetzung um den Preis von Schuldenvergemeinschaftung und zentraler Planwirtschaft eintritt.

  • Antworten
Karl Schade30.09.2011 | 18:29 Uhr

Konrad Adenauer: "Wir wählen

Konrad Adenauer: "Wir wählen DIE FREIHEIT"

  • Antworten
Immanuel01.10.2011 | 11:08 Uhr

Die Gewissensfreiheit der Abgeordneten

Diejenigen Politikerinnen und Politiker der Regierungsfraktionen CDU/CSU und FDP, die den EURO-Rettungsschirm konsequent abgelehnt haben, müssen - wie dargestellt - mit ihrem Karriereende rechnen. Jemand, der nicht wiedergewält werden möchte oder seinen Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag im Jahre 2013 für unwahrscheinlich hält, darf endlich seinem Gewissen folgen, wie Artikel 38 Absatz 1 Satz 2 unseres Grundgesetzes dies vorsieht ("Sie sind Vertreterinnen und Vertreter des ganzen Volkes, an Anträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.")

Wenn der sogenannte "EURO-Rettungsschirm" ganz überwiegend dazu dient, Großbanken und Investmenttöcher dieser Großbanken vor Riesenverlusten zu schützen, handelt es sich - wie bereits mehrfach dargelegt - um einen Betrug am Volk.

"Gewinne werden privatisiert und Verluste sozialisiert"! Wenn es so ist, wären wir im Turob-Kapitalismus angekommen. Hoffentlich nur ein böser Traum?

  • Antworten
Yvonne Walden01.10.2011 | 14:00 Uhr

Verräter

Wenn man es extrem positiv sehen will, so entspricht es möglicherweise den Tatsachen, dass lediglich 15 Abgeordnete wirklich wußten, worüber sie eigentlich abstimmen.

http://www.youtube.com/watch?v=S7UxST8nzHA&feature=player_embedded

Andernfalls müßte man schon die Frage stellen dürfen, wer diese Versammlung wofür bezahlt.

  • Antworten
Peter Müller01.10.2011 | 14:15 Uhr

Das Schicksal des einsamen Volksvertreters

Ist es nicht bemerkenswert, dass die den Volkswillen reproduzierenden Rufer im Bundestag generell nur in der mengenmäßigen Konstellation auftreten, in der man sich getrost darauf verlassen kann, dass sie entscheidungstechnisch unwirksam sind? Und ein Schelm, wer was Böses dabei denkt.

War es Roosevelt, der sagte: "In der Politik geschieht nichts zufällig!"?

Das ganze Theater gewinnt vor dem Hintergrund, dass selbst Ministaaten wie Malta eine Volksabstimmung über die Euroeinführung abhielten, während das bevölkerungsreichste Land, welches am meißten draufzahlt, kein Mitspracherecht hatte. Und bei einer Steigerung der Draufzahlung Deutschlands ist der Volkeswille im Bundestag mal wieder in der Minderheit?

Welch eine Posse!

  • Antworten
Richard01.10.2011 | 18:26 Uhr

Die nationale Politik hat

Die nationale Politik hat sich selbst entmachtet, indem sie die Euro-Rettung als alternativlos und um jeden Preis einstufte. Jede Kritik an Brüssel wird als politisch unkorrekt deklassiert und als antieuropäisch verteufelt. Politiker, die schon jetzt die Transferunion propagieren, nehmen die finanzielle Inhaftnahme Deutschlands billigend in Kauf.
Der deutsche Leitindex ist zwischen Juli und September um 25 Prozent gefallen. Dadurch wurden 155 Milliarden € verbrannt.
Es darf nicht verwundern, wenn die Aktienwerte in Deutschland – vor allem im direkten Vergleich zum Dow Jones – noch viel tiefer fallen.
Das zeugt von einem massiven Einbruch des Vertrauens in die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Die weltweit gefürchtete Rezession schlägt auch beim europäischen Musterknaben durch, dessen außerordentliche Wirtschaftskraft doch in letzter Zeit so gerne von seinen Politikern gelobt wurde.
Der deutsche Wirtschaftsaufschwung erweist sich zunehmend als Strohfeuer, das vornehmlich durch die Reaktion auf den Zusammenbruch der Euro-Randstaaten genährt wurde. Die weltweite Flucht in deutsche Güter entfachte ein Exportfeuerwerk, das nun langsam erlischt.
Wir brauchen sofort eine überzeugende politische Lösung für die Schuldenkrise. Andernfalls werden uns die Märkte um die Ohren fliegen.

Die sich verschärfende Schuldenkrise und die sich immer stärker ankündigende Wirtschaftskrise wird von den überqualifizierten Europa-Funktionären in Brüssel und Straßburg: <EU-Kommissions-Präsident Baroso, Währungskommissar Rehm, EU-Ratspräsident van Rompuy und dem Chef der Euro-Gruppe Junker, u.s.w.> als willkommener Anlass aufgegriffen, um die angebliche Notwendigkeit der Entmachtung nationaler Regierungsgewalten zu propagieren. Die Gier nach eigenen Steuereinnahmen, die eigenwillige Festlegung der finanziellen Verpflichtung bestimmter Nationalstaaten, die Einmischung in immer persönlichere Belange des Lebens der Europäer bieten aufschlussreiche Zeugnisse dieser Bestrebungen.

Was die Europäer nicht können ( aber trotzdem, fabrizieren ) können die USA: Schulden machen, wie sie wollen. Der Dollar macht's möglich. Die Welt zahlt mit. Sie bezahlt für den US-Immobiliencrash, für die mit unglaublichen Kosten fürs US-Militär verbundenen imperialen Einstellungen (natürlich zur Rettung der globalen Freiheit, nicht brutaler Interessen); für einen maßlosen (schuldenfinanzierten) Konsum; für die Verschiebung der Einsicht, dass die USA immer mächtig sein werden, aber nie mehr global-dominant.

Fakt ist: wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt. Deshalb haben wir die größte Krise nach dem zweiten Weltkrieg.
Wir konnten schon, seit in den siebziger Jahren, nicht mehr das Erwirtschaften, was wir anschließend bis heute zu durch unseren sozialen Volksbeglückungswahnsinn aller Parteien verschwendet , verprasst, verjubelt haben.

Bei 2 Billionen € Verschuldung ( pro Kopf-Verschuldung: 28.000 €) dazu die wahnsinnigen Verpflichtungen durch den Rettungsschirm – von den Kosten des waghalsigen Atomausstiegs
ganz zu schweigen - ist nur eine Frage der Zeit, wann die Herabstufung Deutschlands durch die Ratingagenturen von derzeit „AAA“ auf „BBB“ geschieht.
Wer rettet hinterher "Deutschland"?

  • Antworten
Hermann Huberet01.10.2011 | 22:06 Uhr

EURO-Rebellen sind "Gewissenstäter"

Kanzleramtsminister Pofalla soll seinem "Parteifreund" Wolfgang Bosbach ins Gesicht gesagt haben: "Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen!".

Wenn dies stimmt, sollte Pofalla als Kanzleramtsminister abgelöst und durch Wolfgang Bosbach ersetzt werden.

  • Antworten
Yvonne Walden02.10.2011 | 11:54 Uhr

Armutszeugnis

Wer als Regierungschefin selbständige Geister wie Merz, Kirchhof, Koch, Oettinger, Köhler, Weber, Sarrazin, Westerwelle und Bosbach zu anstrengend findet, um mit ihnen zum Wohl Deutschlands fruchtbringend zusammenzuarbeiten, bekommt nur drittrangiges Personal wie Pofalla, Kauder, Rösler und ehemalige Größen wie Schäuble. Die Politik ist dann eben auch entsprechend. Der Wähler wird sich Zweitrangigen wie sie Sozialdemokraten und Grüne vorweisen, zuwenden müssen, wenn sich die Eurorebellen nicht endlich zu einer eigenen Parteigründung entschließen.

  • Antworten
Karl Schade02.10.2011 | 20:48 Uhr

Freiheit des Abgeordneten laut GG

Ich habe mir schon überlegt, ob man nicht die Nationalhymne umschreiben müßte. "Einigkeit" herrscht nicht mehr zwischen Regierung/Parlament und dem Volk, das "Recht" wurde schon mehrfach gebrochen (vor allem die Klausel, daß ein Euro-Staat nicht für einen anderen haftet), und die "Freiheit" des deutschen Vaterlandes ist auch dahin, wenn die Garantien fällig werden. Von der Freiheit des Abgeordneten, nach seinem Gewissen zu entscheiden, ganz zu schweigen.

  • Antworten
H. S.02.10.2011 | 12:12 Uhr

Kanzermehrheit, welche Unding

Die Kanzlermehrheit als Ziel für die Regierung,
die Hoffnung auf das Scheitern der Kanzlermehrheit für die Opposition,
und das Theater über diese Kanzlermehrheit in den Medien,
waren die Ursache für den undemokratischen Umgang mit den Abgeordneten.

Die Begründungen der Abweichler waren schlüssig.

Hut ab!

Besonders, weil es sich nicht gerade um Revoluzer handelte.

  • Antworten
Karl Letis02.10.2011 | 12:29 Uhr

Respekt, Herr Bosbach! Herr Pofalla, Rücktritt sofort!

Es ist nicht zu fassen: Erst wurde aus mehreren Bundestagsfraktionen der Regierungsparteien wie auch der Opposition heraus massiv versucht, die Skeptiker eines erweiterten Euro-Rettungsschirmes im Parlament nicht zu Wort kommen zu lassen. Was für ein Demokratieverständnis!

Dann wurde der Bundestagspräsident Norbert Lammert, der sich als wahrer Demokrat erwies, indem er den Gegnern des kostspieligen Gesetzesvorhabens mit für Deutschland wahrscheinlich ruinösen Folgen trotzdem Rederecht in der Volksvertretung einräumte, dafür auch noch hart angegangen. Was für ein Respekt vor dem Amt! Und: Leben wir denn in einer nur formalen Demokratie?

Und nun wird bekannt, dass der Abgeordnete Wolfgang Bosbach, der in Unionskreisen und darüber hinaus für seine oftmals geradlinige Haltung geschätzt wird, ausgerechnet vom früheren CDU-Generalsekretär und aktuellen Kanzleramtsminister Ronald Pofalla auf das Übelste beschimpft worden sein soll. Wenn das auch nur im Ansatz stimmt: Kein bisschen Achtung vor dem Menschen und vor dem Abgeordneten Bosbach, kein Respekt vor dessen Gewissen. Wer wie Herr Pofalla offenbar nicht weiß, was Achtung und Ehre bedeuten und ein derart mangelhaftes Demokratieverständnis an den Tag legt, der sollte besser zurücktreten - sofort!

  • Antworten
Guido Schümann02.10.2011 | 19:09 Uhr

Das Profalla Syndrom

Es ist eine Errungenschaft unserer Zivilisation, dass man durch das Wort oder genauer durch das bessere Argument seinen Kontrahenten zu einem Tun oder Lassen bewegen kann. Wer das nicht kann, der sollte solange an sich arbeiten bis ihm das gelingt oder schweigen.

Schweigen ist offenbar eine Kunst, die im Persönlichkeitsprofil Profallas nicht vorgesehen ist. Lieber redet er sich Kopf und Kragen. Hier liegt die eigentliche Gefährlichkeit des Politikers Profallas, nämlich auch dort zu reden, wo er nichts mehr zu sagen hat. An diesem Punkt angekommen entlarvt er sich als intellektueller Winzling und charakterloser Schwächling von seiner absurden undemokratischen Haltung ganz zu schweigen

Politiker mit einem solchen miserablen Standing taugen nicht für höhere Staatsämter. Wer schon in einer solchen vergleichsweise harmlosen Krisensituation versagt, der versagt erst recht, wenn die Krise zwei Klassen höher in der Oberliga stattfindet. So sollte Profalla zu seinem eigenen Schutz und zum Schutz des Wählers in die zweite Liga zurücktreten, bevor schwierigere Aufgaben ihn zurücktreten lassen.

  • Antworten
Heinz Pelzer03.10.2011 | 10:41 Uhr

Helden oder Verräter.........wie auch immer, es hilft nichts.

Wäre denn der EURO eingeführt worden, wenn die DM so "schwach" wie DRACHME/PESETE/LIRA/ESCUDO und in Grenzen FRANC gewesen wäre? Wie "naiv" darf man denn sein? Das sarkastische Bonmot des LE FIGARO
lautete: "Maastricht ist Versailles ohne Krieg (Die Deutschen zahlen)". Alle Verträge wurden einfach gebrochen. Europa wird zur
finanzpolitischen Transfer-Union a la deutscher Länder-Finanzausgleich.
Den Deutschen wird man ihr Geld einfach - ohne jede Mitbestimmung - über die Inflation, Schrott-Papiere-Ankauf etc. abnehmen.
Zahlen werden es die deutschen Rentner und Pensionäre spätestens ab 2030. Und dazu macht man den Deutschen noch ein schlechtes Gewissen:
die deutschen Exportüberschüsse sind an allem schuld und nur die Deutschen haben vom Euro profitiert.
"Deutschland braucht Europa, aber Europa braucht auch Deutschland". So lautete der erste Satz in der Antrittsrede des damaligen Bundespräsidenten THEODOR HEUSS. Europa wird sich noch wundern, wenn Deutschland ausgeplündert und ab 2040 (spätesten) zahlungsunfähig sein wird......
Nicht mehr mein Problem: Also: CARPE DIEM und fröhlich bleiben .....

  • Antworten
Wolfram Wiesel06.10.2011 | 20:50 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
24h | letzte Woche | letzter Monat
Die Schweiz Das deutschfeindlichste Land Europas
ZDF-Wutinterview Hooligan Horst und die hohe Kunst der Diplomatie
Republik der Rechthaber Sarrazin, der Euro und die Brüllaffen
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Facebooks Börsengang „Zuckerberg ist ein Hütchenspieler“
Olaf Scholz Der Macher im Parlament
Louise T. Blouin MacBain Ein erfolgreicher Feldzug durch die Kunstwelt
Die Karriere der Condoleezza Rice Wie schwarz ist Condi?
Chronist der Massenkultur Gurskys schöne teure Welt
"Die Gegensätze sind viel zu groß"
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Merkel-Projekt Was macht die Bundeskanzlerin heute?
Merkels Europapolitik Die Kanzlerin hat verloren
Hans-Olaf Henkel „Wir brauchen ein Fukushima beim Euro“
Urheberrecht und Lobbyisten Die Copyright-Kriege
24h | letzte Woche | letzter Monat
Die Schweiz Das deutschfeindlichste Land Europas
Springer-Ehrenpreis Wie Ayaan Hirsi Ali Breiviks Massenmord erklärt
Verwilderung der Sitten Fußball als Kampfsport
Megaupload Falsche Märtyrer, die Piraten und ein Nazivergleich
Facebooks Börsengang „Zuckerberg ist ein Hütchenspieler“
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Republik der Rechthaber Sarrazin, der Euro und die Brüllaffen
Matussek und die Katholiken „Diese Verblödung war unerträglich“
Die Schweiz Das deutschfeindlichste Land Europas
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Die Emanzipation ? ein Irrtum?
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Gedicht zum Israel-Iran-Konflikt Was spricht in Günter Grass?
Piraten Digital naiv, neoliberal und gefährlich
Anzeige

DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Ratlos in Camp David

Wie kann man die Eurokrise eindämmen, ohne dass es noch mehr kostet? Und wie kann man die …

zum Blogeintrag
Merkel, Kanzlerin, bissig, Gebiss, Jugend forscht Mundwasser
Dossier

Merkel, ihre Männer und die Macht

zum Dossier

Frage des Tages

Wie teuer wird der Abzug?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage
Euro, Krise, ratingagenturen, Tod des Euros, AAA+, Herabstufung
Dossier

Des Euros letztes Stündlein?

zum Dossier

Bildergalerie

WIM WENDERS - PLACES, STRANGE AND QUIET

WIM WENDERS - PLACES, STRANGE AND QUIET
zur Bildergalerie

Thema der Woche

Merkel, ihre Männer und die Macht
zum Dossier

Die Mai-Ausgabe jetzt am Kiosk

Moral-Standort Deutschland
Republik der Rechthaber

Ziemlich beste Feinde
Das FDP-Fernduell Lindner gegen Rösler

Leseprobe
Inhaltsverzeichnis
Hier bestellen

Anzeige
Video

Merkel und Hollande - Wie steht es um die deutsch-französische Harmonie?

Video
alle Videos
Merkel-
Projekt

Was macht
Angela Merkel heute?
Anzeige
Add to Google

Anzeige

© Cicero 2012
  • Impressum
  • Nutzungsbedigungen
  • Stellenangebote
  • Weitere Titel des Ringier Verlags: Monopol - Magazin für Kunst und Leben