Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Juni:
Deutschland auf dem Weg zum 100-Millionen-Volk

Hurra, wir wachsen!
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Weblogs > Weblog von stiftung neue verantwortung
 > Beteiligung ist mehr als direkte Demokratie

Blog: stiftung neue verantwortung
früheren Post
Zurück zur Übersicht
nächsten Post
früheren Post
Zurück zur Übersicht
nächsten Post

Beteiligung ist mehr als direkte Demokratie

12. Juli 2012 VON stiftung neue verantwortung
Schrift:

Volksentscheide sind ein probates Mittel der Bürgerbeteiligung. Und sie sind im Trend. Dr. Maik Bohne warnt jedoch: Beteiligung ist mehr als das bloße Abstimmen mit Ja oder Nein. Partizipation ist weitaus vielfältiger. Sie beschränkt sich nicht darauf, Bürger über geschlossene Fragen mit Entweder-Oder-Charakter entscheiden zu lassen.

 

Picture Alliance
3. Startbahn in München: Abstimmung über Ja oder Nein

Demokratie muss offener, beteiligter, responsiver werden. Diese Forderung ist in der Post-Stuttgart 21-Ära kein Aufreger mehr. Sie ist fast schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Doch wundert man sich, wie wenig die vielfältigen Möglichkeiten und Facetten von Bürgerbeteiligung in Deutschland bekannt sind. Allzu häufig wird Partizipation noch gleichgesetzt mit den Methoden direkter Demokratie – also mit Bürgerbegehren und Volksentscheiden. Wer hierzulande Partizipation sagt, der meint häufig das Abstimmen der Bürger über Fragen des Ja oder Nein.

Kein Zweifel: Das Thema direkte Demokratie hat derzeit Konjunktur. Finanzminister Wolfgang Schäuble brachte kürzlich eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung ins Spiel, die das Verhältnis zur Europäischen Union neu austarieren soll. Münchner Bürger hatten im Juni die Chance, über den Bau einer dritten Landebahn abzustimmen – und entschieden sich gegen ihn. In Duisburg enthob eine Mehrheit der Bürger kurzerhand den unbeliebten Oberbürgermeister Adolf Sauerland durch einen Volksentscheid seines Amtes.

An dieser Stelle soll nicht das Für und Wider von direkter Demokratie diskutiert, aber eine dringliche Warnung ausgesprochen werden: Die Debatte über neue Formen der kollaborativen Demokratie darf sich nicht auf den Einsatz von direkt-demokratischen Methoden beschränken. Volksbegehren und Volksentscheide sind wichtige Instrumente im Werkzeugkasten der Partizipation. Letztlich provozieren sie aber eine sehr limitierte (und häufig emotionale) Debatte über das Entweder-Oder, nicht über ein Sowohl-Als-Auch. Auf dem Stimmzettel stehen geschlossene Fragen, leider keine offenen, die Spielraum für Aushandlung lassen würden. Kurzum: Volksentscheide provozieren das Denken in Kategorien von schwarz und weiß.

Gute Bürgerbeteiligung stellt hingegen nicht das Abstimmen über Ja oder Nein in den Mittelpunkt, das am Tag X zu einer Entscheidung Y führt. Vielmehr geht es darum, einen involvierenden Prozess des gemeinsames Aushandelns zu gestalten, im Rahmen dessen Argumente entwickelt, Gestaltungsoptionen ausgelotet und Fakten sachlich bewerten werden können.  Dafür steht eine Vielzahl an unterschiedlichsten Methoden der Beteiligung bereit, die Elemente der Deliberation (Beratung) und der Kollaboration (Mitwirkung) integrieren – von Dialogforen und Bürgerkonferenzen über Online-Konsultationen bis hin zu Szenario-Workshops und Joint Fact Finding.

Bürger über den Gang in die Wahlurne hinaus zu involvieren, sie zu beteiligen und in den politischen Prozess zu integrieren, das ist anstrengend, das kostet Zeit und Ressourcen. Aber es lohnt sich. Entscheidungen, die auf Basis kollaborativer Prozesse entstehen, sind in der Regel nachhaltiger und ausgewogener.  Ein großes Plus in Zeiten prekärer Legitimität, in dem die Bereitschaft zur Anerkennung von politischen und rechtsstaatlichen Entscheidungen weitaus fragiler ist als noch vor zwei oder drei Dekaden. 

Volksentscheide haben ihre Berechtigung, insbesondere dann, wenn über den grundsätzlichen Sinn und Zweck von politischen Vorhaben abgestimmt werden soll. Der alleinige Fokus auf direkte Demokratie verstellt aber den Blick auf die Vielfalt von Beteiligung, die weit mehr ist als das Kreuzchen-Machen in der Wahlkabine.

Dr. Maik Bohne ist Fellow der stiftung neue verantwortung.

Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

Zu diesem Artikel gibt es
1 Kommentar
Diese Blogeinträge könnten
Sie auch interessieren:


Twitter
Diese Blogeinträge könnten Sie auch interessieren:


Ohne Volksabstimmungen gibt es keine Ergebnisse!

Eine Volksabstimmung muss nicht zwangsweise immer im Mittelpunkt eines politischen Prozesses stehen, sie sollte jedoch stets zwingend am Ende eines solchen Prozesses stattfinden.

Ansonsten produzieren diese schönen Deliberationen und Kollaborationen in Form von Dialogforen, Zukunftswerkstätten, Bürgerkonferenzen/-Foren, Bürgerhaushalte, Online-Konsultationen (z.B. nextmoderator®), Szenario-Workshops, Joint Fact Findings etc. nur Ideen für die Schublade der Verwaltungen (also den Mülleimer).

Die teilnehmenden Bürger sind dann regelmäßig nach Abschluss dieser Beteiligungsformen frustriert, da jeder viel wertvolle Zeit und Kreativität für wenig Ergebnisse investiert hat (aber schön, dass man mal darüber gesprochen hat und die Politiker so interessiert und aufmerksam zugehört haben).

Nur durch eine Entscheidungsebene, die eine zwingende Abstimmung für alle Bürger vorsieht, kann sicher gestellt werden, dass am Ende dieser politischen Prozesse auch etwas von dem umgesetzt und beschlossen wird, was zuvor von den beteiligten Bürgern gemeinsam erarbeitet wurde.

Solange das nicht passiert, werden sich die beteiligten Bürger nach einer ersten euphorischen Phase des Engagements frustriert abwenden und sich trotz aller modernen Beteiligungsverfahren irgendwann resigniert zurückziehen.

Dies hat auch die Piratenpartei erkannt, weshalb sie nicht nur in der nächsten Legislaturperiode eine Enquete-Kommissionen im deutschen Bundestag zum Thema Grundeinkommen einrichten möchte, sondern auch gleichzeitig für die Einführung des bundesweiten Volksentscheid sorgen möchte, damit in der Enquete-Kommissionen von Anfang an »auf Ergebnis gespielt wird« und man nicht als hochbezahlter Debattierclub endet.

Dazu passt auch die Pressemeldung »Bürger wollen mehr Mitsprache bei der Energiewende«:
http://www.presseportal.de/pm/50136/2277493/buerger-wollen-mehr-mitsprache-bei-der-energiewende-studie-von-nextpractice-zeigt-starken-wunsch

  • Antworten
Henrik Wittenberg12.07.2012 | 14:56 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

„Die nackte Wahrheit und anderes“ − Aktfotografie um 1900

zur Bildergalerie
Anzeige

Wulf Schmiese

Leicht gesagt. Die Mittwochskolumne von Wulf Schmiese

Von der Volks- zur 20-Prozent-Partei

SPD-Chef Gabriel auf der Pressekonferenz zum Parteijubiläum

Ist alt, sieht auch so aus: Cicero-Kolumnist Wulf Schmiese über den 150. Geburtstag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Göttinger Demokratie-Forschung
Parlamentswahlen in Norwegen: „Menschen, nicht Milliarden“

Im September wird in Norwegen ein neues Parlament gewählt. Fünf Monate vor der Wahl stehen die…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

De Maizières harte Landung
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
150 Jahre SPD: Ist die SPD noch eine Volkspartei?
Ja, die SPD wird wieder deutlich zulegen
28%
Nein, die SPD ist nicht mehr zeitgemäß
72%
Gesamtstimmen: 50
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Dossier

Nordkorea zündelt

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang