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Deliberative Demokratie ist purer Paternalismus

23. März 2012 VON stiftung neue verantwortung
Schrift:

Bürgerbeteiligung wie im Zukunftsdialog der Kanzlerin heißt: der Bürger darf mitreden. Gut und richtig? Nein, ganz falsch, und sogar eine gefährliche Vorstellung, meint Dr. Christopher Gohl. Seine These: das eigentliche Potential der Bürgerbeteiligung liegt nicht in der Verständigung, sondern in der Veränderung.

picture alliance
Angela Merkel auf einer Verantaltung des Zukunftsdialogs mit Bürgern.

„Merkel holt sich Ratschläge von Mitbürgern“, notierte der Stern. „Merkels Zukunftsdialog: ‚Ich bin hier, um auf Sie zu hören’“, berichtete das Hamburger Abendblatt ganz atemlos: „100 Bürger durften in Erfurt mit einer ungezwungenen Merkel diskutieren.“ Dazu erläutert die Webseite des Zukunftsdialogs: „Die Kanzlerin will (...) nicht nur mit Wissenschaftlern und Praktikern über Deutschlands Zukunft sprechen, sondern auch die Ideen der Bürgerinnen und Bürger und der Zivilgesellschaft kennenlernen und diskutieren.“ Da darf man dann schon mal auf „Bürgernähe nach US-Manier“ (n-24) hoffen.

Merkel goes Obama: Ja, nimmt Deutschland denn da Anlauf zum Sprung in die Demokratie 2.0?

Nein – Bürgerbeteiligung als Diskussion ist ein Sprint in die Sackgasse. Zwar ist die Vorstellung populär, Bürgerbeteiligung bedeute argumentativen Austausch, möglichst in Form eines herrschaftsfreien Diskurses mit ungezwungenen Politikern. So populär, dass gar die Hoffnung auf „Regierung durch Diskussion“ gepflegt wird. Aber das ist eine kontraproduktive Vorstellung von politischer Beteiligung. Denn die damit verknüpften Rollen zwischen Regierenden und Regierten sind nicht von morgen, sondern von gestern. Das damit verbundene Verständnis von Politik gehört in den Bereich der Träume, nicht der Realität. Und der politische Effekt ist Frustration der Bürger über die Politik, nicht die Befreiung der Bürger zur Politik.

Schauen wir uns „Bürgerbeteiligung als Diskussion“ einmal genauer an – zugegebenermaßen etwas pointiert durch polemische Dialektik: Da hat die Politik ein Problem, das die Bürger lösen helfen sollen. Da fehlt eine Zukunftsvision für den Radwegeplan 2030, da besteht ein Konflikt zu einer Umgehungsstraße, da soll – wie im Zukunftsdialog der Kanzlerin – die Zukunft des Landes diskutiert werden. Dazu bittet die Politik Bürger – und natürlich Bürgerinnen, die Quote muss stimmen – an einen Tisch, rund ist er meistens, er steht im Rathaus oder im Ministerium, und es gibt einen freundlichen Moderator, denn am besten sollen alle mal drankommen. Dann tagen die Bürgerinnen und Bürger, besprechen und respektieren sich, und alles ist fast ganz herrschaftsfrei. Die junge Frau am Tisch hat eine schöne Handschrift und muss die bunten Kärtchen ausfüllen. Ein Bericht entsteht. Den dürfen am Ende ein paar Bürgerinnen und Bürger dann vorstellen. Die Politik oder das Amt hören zu. Sie machen ernste Gesichter, zeigen sich überrascht und nicken anerkennend. Übergabe des Berichts am Sonntag, Gruppenfoto „Politik im Dialog“. Salbungsvolle Worte: Gut, dass wir darüber geredet haben, neue Perspektiven, darüber wird dann jetzt mal nachgedacht.

„Deliberative Demokratie“ nennen die Experten das. Hinter dem Konzept stecken kluge Köpfe aus den USA, Professoren wie James S. Fishkin, Amy Gutman, David Held, Seyla Benhabib und John Rawls. Ein kluger Kopf aus Deutschland: Jürgen Habermas. Ihre Theorie ist ja gut und richtig: Macht muss sich rechtfertigen, Rechtsetzung wird durch Verständigung und rationale Argumentation legitimiert, Wahrheit kann nur intersubjektiv geteilte Wahrheit sein. Jeder soll beteiligt sein und seine Perspektive einbringen. Inklusion, Respekt, Fairness, Reziprozität, intersubjektive Verständlichkeit und Überprüfbarkeit sind wichtig. Dann führt das gemeinsame Gespräch auch zur Erhellung und Aufklärung.

Soweit die Praxis der Diskussion und ihre Theorie. Natürlich ist Verständigung was Gutes – miteinander reden ist allemal besser als übereinander reden. Demokratie braucht das große Gespräch der Demokraten, und deliberative Prozesse sind großartige Lernprozesse. Wir brauchen mehr davon.

Aber sie dürfen nicht unser Bild von Bürgerbeteiligung prägen. Denn dann übersehen wir die weit größeren Potentiale und Chancen politischer Beteiligung. Sie liegen, über die Verständigung und die Beratung der Politik hinaus, in der Arbeit an Veränderungen.

Im deliberativen Modell bleiben Bürger passive Untertanen. Sie werden, wenn es den Regierenden so gefällt, in die Hallen und Höfe der Macht vorgeladen, reden mit anderen Untertanen und beraten am Ende die Entscheider. Dann geht es zurück nach Hause. So ein Verfahren stabilisiert das bestehende System: der Untertan bleibt Untertan, der Regierende bleibt Regierender. Aber er weiß jetzt mehr über die Erwartungen der Bürger. Vielleicht fällt die Entscheidung gefälliger aus. Auf alle Fälle kann sie besser kommuniziert werden – Bürgerbeteiligung als qualitative Meinungsumfrage.

Das ist der Paternalismus deliberativer Demokratie. Zu ihm gehört auch eine romantische Vorstellung von Politik als Diskussion. Diskurse à la Habermas gehören zur Wahrheitssuche der Wissenschaft, und selbst dort sind die Diskussionen politisch aufgeladen. Aber Politik ist keine Diskussion, und ihr Kriterium ist nicht Wahrheit. Politik ist Handeln, und ihr Kriterium ist Veränderung: „Entscheidend ist, was hinten raus kommt“. Wer Bürgerbeteiligung als Diskussion gestaltet, vermeidet die Machtfrage und verpasst die Potentiale der Veränderung. Politische Beteiligung kann diskursive Politikberatung sein, aber warum sollte sie nicht Politik selbst sein?

Am Ende frustrieren Ergebnisse, die nicht umgesetzt werden. Deliberative Empfehlungen passen in der Regel nur zufällig zur Entscheidungslogik der Politik. Da haben sich Bürger ein Stück gemeinsamen Konsens erarbeitet, und das war eine aufregende Erfahrung mit wichtigen demokratiepädagogischen Effekten – aber dieser Konsens reicht in der Regel nicht zur Umsetzung. Das macht traurig. Es fördert den Zynismus über die Bürgerferne der Politik.

Was setzen wir dagegen? Politische Beteiligung sollte nicht als deliberative Politikberatung, sondern als kollaborative Politik verstanden werden. Dann beteiligen sich Bürger selbst an der Politik, statt darauf zu warten, dass sie zur Beteiligung gebeten werden. Dann handeln sie gemeinsam, um zu verändern, statt Argumente zusammen zu fassen, um andere zu beraten. Wer selbstbestimmt Verantwortung für öffentliches Handeln übernimmt, ist kein Untertan – er ist emanzipierter Bürger. Die Machtfrage wird gestellt und beantwortet: der Bürger ist der Souverän der Demokratie. Und Demokratie wird zum Gemeinschaftswerk – mehr dazu an dieser Stelle und in Zukunft.

Dr. Christopher Gohl ist Associate der stiftung neue verantwortung.

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Deliberative Demokratie

Herr Dr. Gohl,
für mich haben diese deliberativen Elemente auch den Charme der SED Delegiertenkonferenzen.Der Konsens bestand darin, dass der Sozialismus siegt, die Delegierten hatten die Machthaber zu legitimieren. Der Sozialismus durfte bei Strafe nicht kritisiert werden.

Ich lese jetzt immer, dass es einen überwältigenden Konsens zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz gibt. Ist ein solcher Konsens immer gut für die Menschen? Wir kennen zahlreiche Beispiele der letzten 100 Jahre, dass dies nicht so war. Wohin führte der heute verschwiegene Konsens der Eugenik der zwanziger Jahre, der Lysenko Konsens in der Sowjetunion der vierziger, fünfziger Jahre, der DDT Konsens der sechziger Jahre?

Ich würde mich wohler fühlen, wenn der Bürgerdialog an dieser Stelle ansetzt. Aus Ihrer Seite entnehme ich, dass Sie sich mit der Optimierung der Entscheidungsprozesse befassen. Netze, PSW, Speicher müssen voran gebracht werden. Müssen die wirklich sein? Auf der Sete der Frau Schavan zum Bürgerdialog zur Energiewende hatte ich von den meisten der Experten nicht den Eindruck, dass sie die Dimensionen und die Machbarkeit überblicken. Ich vermisse die Meinung der normalen Wissenschaftler und Ingenieure. So entsteht zunehmend bei mir der Eindruck von Lysenkoismus in unserer Wissenschaft.
In der Washington Post oder der New York Times kann ich den Streit der Wissenschaftler verfolgen , nur bei uns nicht.

Der Klimaschutz Konsens hat bis hierher nur eine Verteuerung der Nahrungsmittel, der Strompreise und der Ressourcen gebracht. Für die Bevölkerung der entwickelten Länder eine Belastung , für die dritte Welt tödlich.

  • Antworten
lapsus24.03.2012 | 10:35 Uhr

Retour zur klassischen Politik ...

... heißt das, denn das "Neue" kommt nicht:

"... Sie werden, wenn es den Regierenden so gefällt, in die Hallen und Höfe der Macht vorgeladen, reden mit anderen Untertanen und beraten am Ende die Entscheider. Dann geht es zurück nach Hause. So ein Verfahren stabilisiert das bestehende System: der Untertan bleibt Untertan, der Regierende bleibt Regierender. Aber er weiß jetzt mehr über die Erwartungen der Bürger. Vielleicht fällt die Entscheidung gefälliger aus. Auf alle Fälle kann sie besser kommuniziert werden – Bürgerbeteiligung als qualitative Meinungsumfrage.
..."

Ist ja richtig kritisiert, aber ...

"... Dann beteiligen sich Bürger selbst an der Politik, statt darauf zu warten, dass sie zur Beteiligung gebeten werden. ..."

und

"... Politische Beteiligung kann diskursive Politikberatung sein, aber warum sollte sie nicht Politik selbst sein? ..."

Diese und andere Stellen affirmieren die klassischen Wege der Politik, sich als Bürger in den Machtkampf zu begeben, in dem sie zu letzterem aufrufen, aber KEINE NEUEN Wege und Optionen dazu aufzeigen.
Das kann (und will vermutlich) der Autor auch nicht, weil er nicht zwischen Legislative (Machtplatz der Bürger und Interessenverbände) und Exekutive (Regierung!) unterscheidet, - was im übrigen bei einem promovierten Mitglied der SNV recht bedenklich stimmen muß.

Durch die Ausrichtung ALLER Legitimationslinien der gesamten Exekutive auf die Regierung, - und erst diese ist rechenschaftspflichtig gegenüber den Bürger- u. Interessvertretern (Parlamenten) -, kommt die beschriebene "Paternal"-Situation gegenüber Exekutiv-Vertretern zustande. (Vergleiche auch: Patriziat als 'demokratische' Selbstverwaltung einer lokalen Herrschaftsschicht mit Macht- u. z. T. Legitimationsreichweite über ALLE lokalen Klassen u. Schichten hinweg, - mindestens was "Öffentliche Ordnung", "Außenpolitik" u. ä. angeht.)

Aus über 30-jähriger Erfahrung in der Organisation von Entscheidungs- u. Umsetzungprozessen, davon über 20 als Wirtschaftsinformatiker, kann ich nur sagen:

Dieser Engpaß an der Schnittstelle von Regierung als höchster Exekutiv-Instanz und kontrollierendem Parlament ist viel zu DÜNN, um GUT funktionieren zu können.
Aber der Verbreiterung und Vertiefung kontrollierender und legitimierender Optionen zwischen Exekutive und Bürgern, - ob direkt oder als B.-/I.-Vertreter, und keineswegs eine NEUE Idee -, stehen gravierende Einwände entgegen, die für ihre Aufnahme und Berücksichtigung, soweit berechtigt, zuvor ein sorgfältiges Szenarienspiel erfordern.
Die dazu notwendige ALLGEMEINE Bereitschaft und die Kompetenz hierfür sind derzeit noch nicht erkennbar, wohl aber sehr kleine Ansätze.

  • Antworten
Dominikus Schmidt24.03.2012 | 12:01 Uhr

Habermas

Habermas, lange ists her. Und schon damals, war mir klar, dass er als ein sprachgewandter Intellektueller hervorragend Analysen darbieten kann, aber das wesentliche Verfehlt. Im Prinzip hat er das selbst bereits eingestanden, treffend formuliert: Ihm fehle die 'religiöse Musikalitä't. Ich denke, ihm fehlt tatsächlich 'Musikalität' und die wird auchnicht dadurch nachkonstruiert, indem der Notentext, dei musikaliscen Aufführungen im Nachhinein akkribisch nachanalysiert werden, worin er ja für den deutsche 'Meister' gehalten wird.

Auch in dem Gespräch mit dem damalgen Ratzinger konnte man das eindrücklich -live- erfahren.

Ein hervorragender Techniker, der die Meisterwerke andere perfekt seziert, aber selbst nicht die Quelle in sich spürt, und deswegen diese Werke nie in den rechten Sinnzusammenhang stellen kann, und den Sinn deswegen immer in dem statischen Bild verorten muss, wodurch es schal und geschmacklos wird, auch wenn er noch das letzte Detail des Werkes im Werkzusammenhang intellektuell erläutern kann.

Warum es den Menschen in seiner nicht mehr diskursfähigen Tiefe bewegt, und wohin es deutet - diese Qualität geht bei Habermas jämmerlich verloren. Das ist leider die Kehrseite.

Und wie in der Musik, gibt es immer auch jene Leute, welche nur die bloße Technik wahrnehmen und allein davon begeistert werden, und ihren blinden Wahrnehmungsfleck des dahinterliegenden, als empathische Rückdeutung der Technik auf den Menschen, und damit auf das, wozu die Technik überhaupt bemüht wird, den zu transportieren Inhalt, als bloße Tatsache und formal einbeziehen können, nicht aber das, was der Inhalt 'ist'.

So ergeben sich nach Habermaschen Diskursen Ergebnisse, die auch nur als formhafte Tatsache eines 'Ergebnisses überhaupt, vorkommen. Um den Rest braucht man sich gerade eben nicht mehr zu kümmern, weil man diesen innhaltischen Rückberufung auf etwas anderes (Oh Gott, so etwas wie Wahrheit - ein 'Teufel' für Habermas) auslagert auf bloße diskurisve und formale Mengenverhältnisse.

Dadurch wird aber auch etwas wesentliches verfehlt, nämlich die Tatsache, dass das Ergebnis nach dem Diskurs nie nur mengenmäßig 'errechnet' oder gebildet wird, sondern duch dunkle passiv-bekannte Tiefen zustande kommen.

Aber diese dunklen Tiefen, weil sie mal braunes Zeug hervorbrachten, gänzlich zu verleugnen, mag einem wie eine cleane Säuberungsaktion gelten, dem anderen aber als verfehlt.

  • Antworten
Anspruch24.03.2012 | 20:03 Uhr

Bitte "Habermas" richtig verstehen!

... diese Werke nie in den rechten Sinnzusammenhang stellen kann, und den Sinn deswegen immer in dem statischen Bild verorten muss, wodurch es schal und geschmacklos wird, ...
...
Warum es den Menschen in seiner nicht mehr diskursfähigen Tiefe bewegt, und wohin es deutet - diese Qualität geht bei Habermas jämmerlich verloren. Das ist leider die Kehrseite. ...

Habermas hat auch kaum beabsichtigt, "Sinn" im Sinne einer deutenden Philosophie zu stiften, - er hält das Angebot diesbezüglich wohl für mehr als ausreichend, und sieht in allgemeinen Sinn-Gebungen auch schnell die Freiheit des Einzelnen und der Schwachen beeinträchtigt, ihre je eigenen Sinn-Gebungen u. Setzungen gegenüber dem Anspruch des "Allgemeinseins" herkömmlich-deutender Philosophie durchsetzen zu können.

Einzig die Transzendentalpragmatik (TP) Otto Apels kann demnach eine ubiquitäre Gültigkeit, hohe Stufe des "Allgemeinseins" durch Allgemeinverbindlichkeit, legitim einfordern.(Durch Letztbegründung der TP)
Habermas' eigene Beiträge stellen sozusagen stets "Anwendungfälle" der TP dar.

Man kann diese Letztbegründung allerdings nur für den Kreis derer, die schon länger als MÜNDIGE in der Gesellschaft leben, aufrechterhalten. Kurz nach dem Übergang in die Mündigkeit gibt es eine Zeit, in der noch nicht klar sein MUSS, ob überhaupt ein Leben, das stets, auch für den Total-Eremiten, ein Leben mindestens "mit" Gesellschaft in irgendeiner Form, in aller Regel durch und für sie, geführt werden soll. Erst aber wenn das positiv beschieden wurde, i. d. R. durch konkludentes Handeln, aber auch explizite Annahme von Staatsbürgerschaften u. ä., kann die TP so, nämlich gesellschaftlich, legitimiert auftreten. Die TP kann nämlich die Frage nicht beantworten, warum/ob die Existenz von Gesellschaft(en) bzw. menschlichen Lebens überhaupt einen übergeordneten "Sinn" z. B. relativ zu einem Vernichtungswillen, geltend machen kann.
Das wäre deutende, sinngebende Philosophie allgemeinsten Anspruches, die und den man heute nicht aufrechterhalten kann.
Nicht ganz zufällig stellen JUNGE Mündige daher einen nicht geringen Teil der selbstopfernden Kohorten, vom stillen Suizid bis zum explodierenden Attentäter dar.
Die sozialhistorische und perspektivische Arbeit Gunnar Heinssons "Söhne und ..." markiert die relative "Überzeitlichkeit" einer seit je gegeben Wirksamkeit und prinzipiellem Vorhandenseins der TP im Kontext von "Gesellschaft(en)" anhand dieser Lücke: Wer als Mündiger noch nicht das sieht oder empfangen hat, was ihn veranlaßt, zum Leben und damit der Gesellschaft "Ja" zu sagen, ist auch von keiner TP in die Pflicht zu nehmen, schon logisch nicht.
Schwerwiegende Widersprüche in einer Gesellschaft, z. B. zwischen tradierten Bildern eines gelingenden Lebens (12 Kinder, 2-4 Ehefrauen) und den objektiven Möglichkeiten dazu, quellen an dieser Lücke der TP dann durch.

Vergl. auch meinen Blog auf Freitag zum 90 Geb. Otto Apels.

  • Antworten
Dominikus Schmidt28.03.2012 | 14:11 Uhr

Kollaborative Demokratie

Wir haben uns zu einer absolut narzisstischen Gesellschaft entwickelt. Da kann es gar nicht ausbleiben, dass sich jeder einzelne Mensch zunehmend wichtiger nimmt und seiner eigenen Person ein immer größeres Gewicht beimisst. Das Gewicht, das sie sich selber zumisst, möchte die betreffende Persönlichkeit auch in politischen Entscheidungsprozessen gebührend berücksichtigt wissen.

Dieses Bedürfnis ist eine der Haupttriebfedern beim Ruf nach mehr Mitsprache- und Mitentscheidungsmöglichkeiten. Ob das nun richtig oder falsch ist, gut oder schlecht, mag dahin gestellt sein, entscheidend ist die Tatsache, dass sich dieses Bedürfnis in immer stärkerem Maße Bahn bricht. Es lässt sich nicht mehr stoppen. Und die einzelnen Parteien wären gut beraten, diesen Drang ernst zu nehmen.

Welche Auswirkungen es hat, wenn man dieses Prinzip nicht beachtet, sieht man gerade an der FDP. Bei den Mitgliedern und den Stammwählern der FDP handelt es sich traditionell um besonders "selbstbewusste", weil meist auch erfolgreiche Persönlichkeiten. Solche Persönlichkeiten reagieren äußerst verschnupft, wenn sie das Gefühl haben, nicht gehört zu werden oder zu wenig Einfluss auf die politischen Positionen der Partei nehmen zu können. Wenn also über ihre Köpfe hinweg entschieden und hinweg regiert wird.

Die Zukunft wird jenen Parteien gehören, die nicht nur die technischen Voraussetzungen schaffen, über digitale Entscheidungsprozesse (Stichworte Liquid Feedback und Adhocracy) ihren Mitgliedern mehr Mitsprache- und Mitenscheidungsmöglichkeiten zu eröffnen, sondern die diese so getroffenen Entscheidungen auch in der Regierungsverantwortung umsetzen.

Wolfgang Baumbast

  • Antworten
Wolfgang Baumbast25.03.2012 | 22:48 Uhr

Pures Missverständnis

Der Autor denkt an aktuelle inszenierte Bürgerdialoge der Öffentlichkeitsabteilungen von Kanzleramt und Ministerien, setzt diese mit Bürgerbeteiligung schlechthin gleich und behauptet dann auch noch, damit hätte sich die Theorie deliberativer Demokratie in der Praxis als "purer Paternalismus" entlarvt. Das ist verquer.

Diskussion und Erörterung (Deliberation) gehen jeder politischen Entscheidung voraus. Die Idee deliberativer Demokratie besteht darin, die entscheidungsvorbereitenden Diskussionen zu öffnen. Gesetze, Pläne oder andere Beschlüsse entstehen heute meistens hinter verschlossenen Türen. Unsere gewählten Vertreter/innen sind in der Regel von einer Blase umgeben, in die nur mächtige Verbandsinteressen, ausgewählte Experten und Berater hineinkommen. Diese Form der Meinungsbildung ist verkrustet und undemokratisch. Deliberative Demokratie bedeutet die Öffnung dieser elitären Zirkel, bedeutet dass Gesetzentwürfe, Gutachten und andere Entscheidungsgrundlagen öffentlich gemacht werden und vor allem dass JEDE/R sich dazu öffentlich mit ihrer/seiner Meinung einbringen kann. Das hat mit Paternalismus rein gar nichts zu tun sondern mit Emanzipation von weniger mächtigen Akteuren (Bürgern) im demokratischen Prozess. Die Widerstände in Politik und Verwaltung für eine solche Öffnung zeigen, dass mit der Veränderung der entscheidungsvorbereitenden Kommunikationsprozesse auch eine Umverteilung von Einfluss verbunden ist.

Mit Romantik hat nur die vom Autor als einzige Alternative zum inszenierten Bürgerdialog stilisierte "kollaborative" politische Beteiligung zu tun, die er nur kurz anreißt. Soll jeder, der sich für eine bestimmte politische Angelegenheit interessiert, auch mitentscheiden, mitumsetzen und verändern? Wollen wir wirklich, dass diejenigen unter uns, die am lautstärksten und hartnäckigsten sind und die meiste Zeit haben, die Geschicke in die Hand nehmen? Das sind Überlegungen aus dem Reich der Utopie. In der Realität bedeutet kollaborative Politik häufig eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat und etablierten Verbänden. Ohne den Mehrwert, den das haben kann, in Frage zu stellen - der Königsweg für mehr Bürgerbeteiligung ist das nicht, weil defacto mit organisierten Interessenvertretern kollaboriert wird.

Mit Volksinitiativen, Bürgerbegehren und Volksentscheiden verhält es sich ähnlich. Zwar werden Bürgerbeteiligungen von Entscheidungsträgern noch ernster genommen, wenn die Möglichkeit einer erfolgreichen Volksinitiative besteht, zum Beispiel weil nachvollziehbare und vielfach vorgetragene Anliegen nicht berücksichtigt werden. Sie ersetzen jedoch in keiner Weise die Bürgerbeteiligung an politischen Vorhaben von Regierungen auf kommunaler-, Landes- oder Bundesebene. Selbst wenn in Deutschland so viele Referenden stattfinden würden wie in der Schweiz - nur ein Bruchteil der Entscheidungen könnte auf diese Weise getroffen werden. Die Möglichkeit für Bürger zur direkten Abstimmung in Sachfragen zum einen und die Öffnung der Entscheidungskommunikation für Bürger zum anderen sind keine miteinander in Konkurrenz stehende Demokratieformen. Stattdessen ergänzen und verstärken sie sich gegenseitig.

Im Übrigen muss mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, dass sich der einzelne Bürger nur beteiligen möchte, wenn er mitentscheiden kann. Jeder weiß, dass er mit einer einzelnen Stimme nicht den Ausgang von Wahlen beeinflussen kann. Entscheidend ist vielmehr, dass man sich in einen transparenten, gerechten und verbindlichen Prozess einbringen kann, dem man vertraut. Hierfür gibt es gestalterische Kriterien, die auf kommunaler Ebene, wo man schon mehr Erfahrung mit Bürgerbeteiligung gesammelt hat, besser umgesetzt werden als auf Landes- oder Bundesebene, wo man (wenn überhaupt) ganz am Anfang des Lernprozesses steht. Für die Kanzlerin war das der erste Bürgerdialog... Vergleiche zum Beispiel die Leitlinien für gute Partizipation von Zebralog: http://www.zebralog.de/unsere_leitlinien. Und es gibt konkreten Veränderungsbedarf an den rechtlichen Rahmenbedingungen: Bürgerbeteiligung muss obligatorisch werden und es werden verbindliche Abläufe gebraucht, durch welche die Auseinandersetzung mit den Bürgermeinungen genauso sicher gestellt wird, wie das mit Verbands-, Experten- und Beratermeinungen der Fall ist. Hierfür gibt es etliche internationale Beispiele. -- Damit sei das weite Feld der Möglichkeiten für bessere Bürgerbeteiligung auf Bundesebene beschrieben, das der Autor zwischen "inszeniertem Bürgerdialog" und "kollaborativer Politikbeteiligung" ganz übersehen hat.

Der Autor schreibt einen pointierten Meinungsbeitrag auf der Grundlage eines von Vielen geteilten dumpfen Gefühls, dass der inszenierte Zukunftsdialog der Kanzlerin außerhalb seiner selbst belanglos ist. Soweit so gut. Er bedient das Schema "Politik behandelt Bürger paternalistisch", das jeder funktionierenden kritischen Öffentlichkeit innewohnt, um es zu verallgemeinern und zu behaupten, der einzige Ausweg bestünde darin, dass Bürger "selbstbestimmt Verantwortung für öffentliches Handeln" übernehmen. Ist das mehr als eine Worthülse? Es bleibt unklar, wo uns der Autor hinführen will. Ob es sich um eine wünschenswerte Utopie handelt, kann man schwer beurteilen. Gleichzeitig unterschätzt er die Bedeutung von Kommunikation und Diskussion im Politikprozess und übersieht, welche Demokratie-Defizite hier bestehen. Diese zentrale Baustelle verschwindet nicht, auch wenn man sich neue Formen von Abstimmung oder Kollaboration ausdenkt. Deswegen ist Bürgerbeteiligung gefragt. Und deswegen sind wir alle gefordert, Bürgerbeteiligung ernster zu nehmen, verbindliche Maßstäbe zu entwickeln und einzufordern - die dann auch für die nächste Bürgerbeteiligung des Kanzleramts gelten.

  • Antworten
Matthias Trénel26.03.2012 | 13:14 Uhr

"...nicht in der Verständigung, sondern in der Veränderung. "

... soll die demokratische Zukunft liegen:

1. Diese und andere Stellen affirmieren die klassischen Wege der Politik, sich als Bürger in den Machtkampf zu begeben, in dem sie zu letzterem aufrufen, aber KEINE NEUEN Wege und Optionen dazu aufzeigen. Damit, bzw. einem simplen "No pleasure ? - Do-it-Yorself!", werden die aktuellen Impulse in Richtung "mehr Demokratie!" auf das, was es eh schon (möglich) ist zurückgebogen, - oder ins Nirwana, bzw. in die Utopie geschickt:

ZUNÄCHST völlig gleichgültig, ob deliberative oder (con-) dezisive Beteiligung je gefragt, günstig, machbar usw. sei, steht jeder dieser Formen die Struktur von Legislative und Exekutive in der HIESIGEN MACHART entgegen:
Zwischen Legislative (Machtplatz der Bürger(-Vertreter) und Interessenverbände) und Exekutive (Regierung!, Interessenverbände) unterscheidet der Auotor erst gar nicht, - was im übrigen bei einem promovierten Mitglied der SNV recht bedenklich stimmen muß, denn das ist hier zunächst der Kasus cnactus:

1.
"Die Politik", - verstanden als der parlamentarisch-legislative Kampfplatz von Interessen, An- und Einsichten -, ist von der eigentlichen Sphäre des "M a c h e n s" von Politik zunächst völlig g e t r e n n t , denn das ist die "Exekutive".
Sie erst "macht" die Politik indem sie diese "umsetzt", - im positiven Fall im Sinne der Legislative, des Gesetzgebers. Oft genug aber gegen die Absichten der Parlamentsmehrheiten.

2.
Lediglich die "Regierung" als HÖCHSTE EXEKUTIV-Instanz, auf die alle Legitimationslinien des exekutiven Handelns EINZIG zulaufen, wird vom Parlament eingesetzt, und bildet DERZEIT die EINZIGE SCHNITTSTELLE für den, sehr indirekten, kontrollierenden Zugriff der Bürger auf diesen Exekutivapparat.

Die (Regierungs-) Mehrheiten in den Parlamenten müss(t)en bei Versäumnissen, Unzulänglichkeiten und Fehlleistungen der Exekutive daher stets ihre "eigene" Regierung in die Mangel nehmen. Das riecht nach "Schwächen" der Regierungen und damit auch der sie installierenden, mithin "verantwortlichen" Parlamentsmehrheiten.

Und schon ist das System auf den 1. permanenten DEADLOCK programmiert, in dem buchstäblich fast nichts vorwärtsgeht, - wo Informationen verschwinden oder gar nicht erst als solche entstehen können usw.

Durch die Ausrichtung ALLER Legitimationslinien der gesamten Exekutive auf die Regierung kommt die beschriebene "Paternal"-Situation gegenüber Exekutiv-Vertretern zustande. (Vergleiche auch: Patriziat als 'demokratische' Selbstverwaltung einer lokalen Herrschaftsschicht mit Macht- u. z. T. Legitimationsreichweite über ALLE lokalen Klassen u. Schichten hinweg, - mindestens was "Öffentliche Ordnung", "Außenpolitik" u. ä. angeht.)

Aus über 30-jähriger Erfahrung in der Organisation von Entscheidungs- u. Umsetzungprozessen, davon über 20 als Wirtschaftsinformatiker, kann ich nur sagen:

Dieser Engpaß an der Schnittstelle von Regierung als höchster Exekutiv-Instanz und kontrollierendem Parlament ist viel zu DÜNN, um GUT funktionieren zu können.

Aber der Verbreiterung und Vertiefung kontrollierender und legitimierender Optionen zwischen Exekutive und Bürgern, - ob direkt oder als B.-/I.-Vertreter, - und das ist keineswegs eine NEUE Idee -, stehen gravierende Einwände entgegen, die für ihre Aufnahme und Berücksichtigung, soweit berechtigt, zuvor ein sorgfältiges Szenarienspiel erfordern.
Die dazu notwendige ALLGEMEINE Bereitschaft und die Kompetenz hierfür sind derzeit noch nicht erkennbar, wohl aber sehr kleine Ansätze.

@ Matthias Trénel (zebralog GmbH&Co.KG):
(ausgezeichneter Kommentar zum Artikel!)

3. MT spricht sehr richtig das Blasen-Phänomen um Politiker herum an, wobei er die Beratung/Erörterung als Mittel sieht, diese Aufzubrechen, zu Umgehen u. so ä.
Das KANN mal funktionieren, hat aber insgesamt eine viel zu geringe Wirkung.
Und das ist keinesfalls einer Paternal-Suprematie geschuldet solange der Begriff des Paternalen eine brauchbare Bedeutung hat, sondern das ist einem (Epi-)Phänomen aller "funktionellen Eliten" zuzuordnen:
Das Ertaubungsphänomen aus der Odyssee, wo der leitenden und steuernden, einige Zeit auf sich selbst gestellten Mannschaft in der Sirenen-Episode, ohne ihren strategisch-herrschaftlichen Kopf, der sich an den Mast fesseln läßt, - um gerade in den süßen Genuß von "Realität" zu kommen, die Ohren verstopft werden:
Diese "Stöpsel" sind bis heute nicht herausgenommen und stellen nach-wie-vor zwar einerseits den das Selbst schützenden, absichtsvollen Realitätsverlust sicher, andererseits erhöhen sie aber das Risiko, "an den Realitäten vorbei" zu operieren.

Bei Politikern manifestiert sich das in etwa so:

"Interessenten" verschiedenster Richtungen drängen in das Umfeld der Politiker, notfalls auch an/in ihre Familien.
Durch die notwendige Vorsicht, sich auf "Vertrauensleute" zu stützen, werden sie zu Opfern der Ertaubung vor den Wirklichkeiten, in dem eben auch nur das "Vertraute" wahrzunehmen ist.
Diese blasenhafte Abkopplung kann man gut an Gregor Gysi sehen, der vor ca. 4-6 Jahren auf Reporternachfrage genervt antwortete, er könne beim besten Willen nicht mehr als 200 Seiten täglicher Eingaben seiner Parteigenossen lesen.
Da fragt sich halt, was für Konsequenzen er, die Partei und ihre Mitglieder daraus ziehen können und WOLLEN. Offenbar (2011/12) wohl die, daß nunmehr "gewisse Kreise" über Personalvorschläge (und Sachthemen? warum nicht dann auch die ?) zu befinden hätten.
An eine unabhängige Struktur der Selbstverarbeitung auf Mitgliederbasis hat er offenbar nicht gedacht. Die könnte ja dann etwas liefern, mit dem er nichts anfangen kann bzw. WILL, oder sich gar im Gegensatz dazu sieht.
Auch die anti-demokratischen Löschungen unabhängiger Basis-Gruppen der Partei auf Facebook durch Mark Seibert (PdL) , eines ganzen Blogs dazu auf "Lafontaines Linke" durch Tom Strohscheider, ebenfalls mehrere Blogs auf dem Partei-Forum "linksaktiv.de" (Betreiber: M. Seibert) usw. sind/waren/wären selbstverständlich auch bei allen anderen etablierten Parteien möglich, sind aber kein Paternalismus-Phänomen, sondern hängen eng mit dem Blasen-Phänomen und handfesten Karriere-Interessen zusammen. Die Logik der letzteren besagt ganz klar: wenn du einen Gegner/Konkurrenten, ein lästige Themen oder Leute im Dunkeln die Treppe runterstoßen kannst, und die Sache bleibt an dir nicht hängen, - dann mach' das auch!

Auch das aber hat mit einem angeblichen "Paternalismus" in der unverzichtbaren bürger-beteiligten "Deliberation" herzlich wenig zu tun, sondern ist Ausdruck eines modernisierten Elitarismus, der gelernt hat, seine Resignation infolge Versagens vor den Wirklichkeiten mit Zynismus und (Macht-) Karrieren zu panzern.

Blase M. Tremel(zebralog)
das eigentliche Potential der Bürgerbeteiligung liegt nicht in der Verständigung, sondern in der Veränderung.

  • Antworten
Dominikus Schmidt31.03.2012 | 23:05 Uhr

Kollaboration versus Deliberation

Lieber Herr Gohl,

als Polemik finde ich Ihren Artikel großartig und richtig, denn er macht auf die Missstände aufmerksam, die mit Merkels Projekt aber auch mit Initiativen wie dem Bürgerdialog von Herrn Wulff (Bertelsmann etc.) einhergehen. Ich teile die Auffassung, dass diese "Beteiligungen" kontraproduktiv sind, weil sie ein falsches Bild von den Möglichkeiten von Partizipation vermitteln, Hoffnungen auf Mitbestimmung stimulieren, wo es faktisch keine gibt und die Machtfrage nicht stellen. Am Ende bleiben enttäuscht Bürger_innen, die unter Partizipation Manipulation und den PR-wirksamen Verkauf ihres Engagements verstehen. Das wäre eine dramatische Entwicklung.

Was die Thematik Deliberation versus Kollaboration angeht, macht die Überspitzung natürlich den Punkt deutlich, warum wir mehr kollaborative Demokratie benötigen. Im Institut für Partizipatives Gestalten stellen wir Deliberation und Kollaboration jedoch nicht gegeneinander, sondern ordnen sie in ein Stufenmodell der Partizipation, wobei informative Verfahren die geringste Partizipation ermöglichen, kollaborative Verfahren, die größtmögliche Partizipation und deliberative Verfahren dazwischen liegen, wobei auch kollaborative Prozesse natürlich immer informative und deliberative Aspekte im positiven Sinn beinhalten.

Auch in den Kommentaren ist zu Recht darauf hingewiesen worden, dass kollaborative Verfahren erst in den Anfängen stecken und natürlich nicht einen irgendwie gearteten Schulterschluss zwischen Institutionen bedeuten dürfen. Vielmehr sind kollaborative Verfahren in der Politik hoch austarierte an Gestaltungsfragen orientierte methodische Prozesse der Teilhabe. Und genau hier liegen jetzt die Baustellen zur Reformierung demokratischer Prozesse an denen wir arbeiten müssen.

Danke für die Anregung und die Diskussion!

Mit freundlichen Grüßen
jascha rohr

  • Antworten
Jascha Rohr03.04.2012 | 17:27 Uhr

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Gesamtstimmen: 106
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