Reimer Claussen muss man nicht unbedingt kennen, der Mann war in grauer Vorzeit einmal Modedesigner und auch mit einem deutschen Promifriseur liiert. Treuen Lesern der Bild-Zeitung dürfte Claussen zumindest als Kolumnist ein Begriff sein: Jeden Freitag veröffentlicht er dort unter dem Titel „Sticheleien“ allerlei Petitessen aus seinem offenbar auch nicht immer glamourösen Leben.
Immerhin bekommt er für jeden seiner Beiträge (angeblich) 800 Euro an Honorar überwiesen, womit er sich im armen Berlin schon zu den Topverdienern zählen kann. Und weil er auch noch als „Modemacher und Stilexperte“ firmiert, stand einer Einladung zu einem Empfang in die italienische Botschaft nichts im Wege. Dort allerdings geschah das Unerhörte: Eine Berliner Gesellschaftsdame, der Claussen als Sitznachbar zugewiesen worden war, verfiel geradezu in helle Panik, als sie nur schon Claussens Namen auf dem Platzkärtchen erblickte.
Zeugen berichten, sie habe laut geschrien, dass sie unmöglich den Abend neben diesem xxx (die präzise Wortwahl muss an dieser Stelle aus Stilgründen unterbleiben) verbringen könne. Ob man diesen diplomatischen Fauxpas in der italienischen Botschaft zum Anlass nimmt, die Sitzordnung künftig einer genaueren Prüfung zu unterziehen, ist nicht überliefert.
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