Was haben Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble gemeinsam?
Beide wurden 1990 von geistig verwirrten Attentätern lebensgefährlich verletzt, und beide waren beziehungsweise sind Finanzminister: Lafontaine von 1998 bis zu seinem abrupten Rücktritt im März 1999 und Schäuble seit 2009.
Politisch trennen die beiden Politiker Welten. Trotzdem gehen sie anders miteinander um als normale Gegner – er habe, gestand Schäuble kürzlich einem Besucher, bei Lafontaine eine Art Beißhemmung.
Nun gibt es seit neuestem eine weitere, bisher kaum beachtete Parallele: Lafontaine drängte (was vielfach vergessen ist) während seiner kurzen Amtszeit vehement darauf, die Finanzmärkte zu regulieren und Spekulationsgewinne weltweit zu besteuern. Auch Schäuble setzt sich, sehr zum Ärger der Liberalen, seit einiger Zeit für eine Finanztransaktionssteuer ein.
Und da vor allem die Briten derlei Regungen schon immer fürchteten wie der Teufel das Weihwasser, kriegt jeder Politiker, der in diese Richtung zu denken wagt, sein Fett ab.
Das Massenblatt Sun zeigte seinerzeit Lafontaines Konterfei, das aussah wie ein Steckbrief, mit der Titelschlagzeile: „Der gefährlichste Mann Europas“. Und Schäuble wurde kürzlich in der britischen Boulevardpresse: „Der gefährlichste Mann der Welt“.
Darauf angesprochen, musste der Christdemokrat lachen. Lafontaine, frotzelte er, „wird wahrscheinlich beleidigt sein, dass man ihn seinerzeit für den gefährlichsten Mann Europas gehalten hat, mich aber jetzt für den gefährlichsten Mann der Welt“. hp










