Dass auf Weihnachten das Neujahr folgt, ist Segen und Fluch zugleich. Segen für die Grußkartenindustrie, die diese zivilisationsirrtümliche Sitte erfunden hat – natürlich in Nordamerika. Und Fluch für die Empfänger der meist vorgedruckten Botschaften, die inzwischen sogar von Zahnärzten, Geldinstituten, Aktiengesellschaften oder auch unschuldigen Stromproduzenten verschickt werden. Leider auch von politischen Parteien. Die persönliche Note verbirgt sich bei Letzteren in der Unterschrift des Absenders. Nicht immer ist sie leserlich.
Ein Neujahrsgruß der FDP erreichte auch die Cicero-Redaktion. Wer immer sie unterzeichnet haben mag (siehe rechts) – eine grafologische Expertin hat versucht, die Persönlichkeit hinter dem Schrifträtsel zu entziffern:
„Hinter der Flüchtigkeit der offenbar männlichen Signatur verbirgt sich ein gehetzter Mensch. Zugleich ist in der Heftigkeit des Schriftauftrags ein gewisser Zorn erkenntlich, der sich in den Abschwüngen bemerkbar macht. Der Unterzeichner will etwas hinter sich bringen, was ihm widerstrebt. Womöglich ist er es selbst. Wir sehen ähnliche Abschwünge in den Signaturen Napoleons nach dem Russlandfeldzug. Andererseits deuten die ausgeprägten Versalien auf eine gewisse leidenschaftliche Lebenslust hin, die freilich nicht frei genug ist, um auf die intendierte Anonymität zu verzichten. Der Unterzeichner verzichtet also auf partnerschaftliche Antworten und will bei sich bleiben.“
Hinweise auf die Identität des offenbar tief verärgerten Absenders aus dem Hauptquartier der FDP nimmt die Redaktion gern entgegen. Rt








