Der Streit um die italienischen “Clowns” geht weiter. Nach dem Aufschlag von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück keilte der Komiker Grillo nun zurück – der Deutsche sei ein “Flegel”.
Hinter den Verbalinjurien verbirgt sich ein wichtiger Konflikt: Es geht um die Frage, ob Italien im Euro bleibt – bei einem Austritt könnte den Euro”rettern” das Lachen vergehen.
Auf den ersten Blick streiten da zwei unverbesserliche Besserwisser. Die Bundesregierung in Berlin ist, so scheint es, ebenso wenig betroffen wie die EU in Brüssel. Steinbrück gegen Grillo, ein reines Medienspektakel?
Weit gefehlt. Spätestens seit Grillos Interview im “Focus” sollten in Berlin und Brüssel die Alarmglocken klingeln. Denn der Sieger der italienischen Parlamentswahl droht kaum verhohlen mit einem Austritt aus dem Euro.
In einem halben Jahr werde das politische System Italiens zusammenbrechen, sagte er. „Dann können sie die Renten nicht mehr zahlen und auch die öffentlichen Gehälter nicht mehr“.
Italien werde dann gezwungen sein, die Schulden neu zu verhandeln – oder aus dem Euro auszutreten. Wie er sich das vorstellt, sagte Grillo zwar nicht.
“Ich wäre für Online-Abstimmungen zum Euro”, sagte er der “Bild am Sonntag”, dem anerkannten Fachblatt für diese Fragen. Bindend wäre ein solches Votum aber wohl nicht.
Doch allein schon die Drohung muss den Euro”rettern” das Fürchten lehren. Bisher hatten sie gedacht, sie könnten Italien mit der Angst vor höheren Risikoaufschlägen und mit Spardiktaten disziplinieren.
Deutsche Politiker und Experten glauben dies offenbar immer noch; einige drohen unverblümt mit Sanktionen. Doch Grillo und Berlusconi ist damit nicht mehr beizukommen. Um die Spreads scheren sie sich einen ….dreck.
Völlig unerwartet scheinen ihnen die Märkte sogar noch recht zu geben. Bisher jedenfalls hält sich die Spekulation gegen Italien in engen Grenzen. Damit entfällt Merkels wichtigstes Disziplinierungsmittel (denn eine Troika gibt es in Italien nicht – Rom hängt noch nicht am Tropf des ESM, und es wird dies vermutlich auch nie akzeptieren).
Was aber, wenn Italien tatsächlich mit dem Euro-Austritt droht? Das wäre ein völlig neues Katastrophen-Szenario. Denn sehr schnell könnten sich Spanien, Portugal und wohl auch Griechenland anschließen.
Käme es tatsächlich so weit, so würde sich der Spieß umdrehen. Dann müssten plötzlich Berlin und Brüssel um ihren schönen Euro fürchten und versuchen, die Südländer mit Zugeständnissen bei der Stange zu halten.
Ich glaube zwar nicht, dass Grillo schon so weit gedacht hat. Doch gerissen ist er schon, dieser “Clown”. Gerissener als Steinbrück allemal. Und wie heißt es so schön: Wer zuletzt lacht…













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