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London als Nabel der Welt

13. August 2012 VON Eric Bonse - Lost in EUrope
Schrift:

Die Medien loben die Olympischen Spiele in London in den höchsten Tönen - doch wo blieb das britische Understatement, wo der europäische Geist?

picture alliance

London hat die Olympischen Spiele beendet, wie sie begonnen haben: mit einer pompösen Nabelschau, die einzig und allein um das britische Ego kreiste. Wer die "beste After-Party der Welt" (Selbstlob) verfolgte, konnte vergessen, dass London in Europa liegt, und dass Olympia ein internationales Sportfest ist. Es zählten nur britische Geschichte, britische Popkultur und britische Medaillen - oh my God! 

Fangen wir mit den guten Nachrichten an: dies waren fröhliche und friedliche Spiele. Obwohl sich Großbritannien mit seiner Beteiligung am Irakkrieg viele Feinde gemacht hat, blieben die befürchteten Terroranschläge aus. Es gab auch keine Randale wie vor einem Jahr, als ganze Straßenzüge in London brannten. Eine Armee von Soldaten und Freiwilligen sorgten dafür, dass alles ruhig und "cool" blieb.

Doch wer London als "heimliche Hauptstadt Europas" (FTD) sieht, musste - wenn er das Spektakel nur am TV-Schirm verfolgen durfte - enttäuscht sein. Wo war das britische Understatement? Wo war der europäische Geist, wo das internationale Flair? Jedenfalls nicht bei Eröffnungs- und Schlussfeier. Alles kreiste um britische Geschichte und Kultur, permanent wurde einem der Union Jack aufs Auge gedrückt. 

Nicht einmal ein Ire wie Bono durfte bei der Abschlussfeier dabei sein, von Franzosen oder Deutschen ganz zu schweigen. Im Vordergrund stand die Nostalgie, immer wieder wurden tote Stars wie John Lennon oder Freddy Mercury beschworen. Zukunftsweisend war dies nicht, eher ein Hinweis darauf, dass London der Selbstversicherung bedarf, und dass man lieber zurück schaut als nach vorn. 

Die Briten taten einfach so, als seinen sie der Nabel der Welt, und kamen nicht im Traum auf den Gedanken, "ihre" Spiele zu einem europäischen Ereignis zu machen. Da waren selbst die Griechen bei ihrer Olympiade 2004 weiter! Und auch die Franzosen, die als Favoriten für Olympia 2012 ins Rennen gegangen waren, und von Ex-Premier Blair auf die nicht so feine britische Art ausgestochen wurden, hätten sicherlich mehr europäisches Flair gebracht als die selbstverliebten Briten.

(Und sei es nur, dass man die europäischen Medaillen zählt, wie es die Vertretung der EU-Kommission in Frankreich gemacht hat - mit dem stolzen Ergebnis von 92 Goldmedaillen...)

Letztlich hat Olympia in London nur gezeigt, dass die Popkultur zum Teil des Mainstreams geworden ist, der sich mühelos zu nationalen und kommerziellen Zwecken im Sinne der auch in Deutschland so beliebten "Standortpolitik" einspannen lässt. Europa war abwesend - es sei denn, man wolle die Harry Potterisierung der Kultur als "europäisch" bezeichnen, und die fröhlichen Londoner Spiele als Gegenbild zur Tristesse der Eurozone begreifen...

 

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Goldrauch am Ufer der Themse

Haben die Organisatoren von London dem olympischen Idee eine Renaissance bereitet? Nein, die vom englischen Pop okkupierten Feiern zur Eröffnung und zum Abschluss haben das Selbstbild einer britischen Elite offenbart, schon Chaplin kritisierte diesen Londoner Snobismus. Kein Funke von Selbstreflexion über die eigene Rolle in der Weltpolitik, am Ende hättest du meinen können, die Spiele finden im Anschluss einer Siegesparade statt. Die Kommentatoren von ARD & ZDF waren überfordert mit einer Berichterstattung jenseits der Lobhudelei. Ihr Contra ist angemessen, denn die narzisstisch anmutende Selbstgerechtigkeit der britischen Organisatoren, war oft genug unerträglich, not amused.

Die Omnipräsents des Union Jack u. des englischen Pops hat den olympischen Geist zur Marginalie verkommen lassen. Mir fehlten britische Größen, wie Sting, Vanessa Radgrave, Emma Thomson, Kenneth Baranagh usw. und es waren Spiele, mit zweifelhaften sportlichen Ergebnissen.

Der ganze Hype um die Spiele ist nüchtern betrachtet doch sehr fragwürdig. Denn wenn irgendwo auf der Welt ein Ingenieur/ ein Team eine gute Idee hat, kann das dem Gemeinwesen Wohlstand und Fortschritt bringen. Diesem Ingenieur/ Team wird kaum solche Beachtung geschenkt, doch wenn ein Sportler, bei einer völlig sinnfreien Tätigkeit, z. B. einen 2 kg schweren Teller möglichst weit zu werfen, gewinnt und sich hinterher sein Leibchen zerreisst, wird das in einer Endlosschleife im Fernsehen gezeigt und das gesamte Land gerät in Verzückung, Oder wenn, wie die Hockeymannschaft von D. Gold gewinnt, weil das entscheidende Tor, von Rabente (14) gegen Oranje, nach seinem abtauchen hinterm Tor, irregulär zustande kommt, somit das Controlling der Arbitrage versagt, dann frage ich mich doch, was für Leistungen wir hier bejubeln?
Der Goldrausch an den Ufern der Themse hat dem Londoner Snobismus eine Renaissance beschert, mit Unterstützung, von gestutzten Prinzen, Hoheiten und selbstgerechten Sportfunktionären, mit einem BMI > 25.

  • Antworten
Lutz Oppermann13.08.2012 | 21:34 Uhr

Europäischer Geist?

Also, bitte - den hatten die Briten noch nie. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet.

Bei den aktuellen Ereignissen wünschte ich allerdings, unsere Politiker hätten auch deutlich weniger davon.

  • Antworten
M. W.14.08.2012 | 15:28 Uhr

Post-Olympic response

A remarkably idiotic, surreal and impertinently arrogant piece of humble opinion that does not stack up to the praise and admiration accorded to London from a global, not narrow-minded and Teutonic audience and media. Needless to say that the unintelligent author expresses mostly his disappointment over his own, deeply personal expectations. Fact remains that the 2 Olympic Games of true fiasco, and tragedy, have only taken place on German soil. THAT seems to the root cause of the inept author's waffling: London 2012 have been joyous games, spared of the Munich-style massacre, and with security pleasantly unnoticeable yet ever present.

Clearly, the Olympic Games 2012 have not been abused to stoop to an infantile adoration of yet another undemocratic bloc (after the 2008 Games in communist China): the Soviet EUnion. Sadly, the daft author of the pamphlet had thorough misconceptions of the Olympic Games and Britain alike, an intelligence deficit and ineptitude rather unforgiveable and incomprehensible.

  • Antworten
ElgarCS14.08.2012 | 15:30 Uhr

Ein duemmlicher und typisch

Ein duemmlicher und typisch Teutonisch-arrogant verfasstes Pamphlet, fern von Realitaet und durchwachsen von Minderwertigkeitskomplexen - nicht zu unrecht!- und gellender Eifersucht auf - grosses Britannien.

  • Antworten
ElgarCS14.08.2012 | 20:15 Uhr

Den Britten haben die Spiele

Den Britten haben die Spiele gefallen und darum ging es. Ansonsten gut gebrüllt britischer Löwe. Dennoch das Contra ist nötig, wer wen nicht wir, sollte Britania den Spiegel vorhalten.

  • Antworten
H. Lutz Oppermann15.08.2012 | 14:25 Uhr

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