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Europäer im Bürgerkrieg

10. August 2012 VON Eric Bonse - Lost in EUrope
Schrift:

Lässt sich die EU in den Syrien-Konflikt hineinziehen? Enthüllungen aus Frankreich lassen dies befürchten

 

 

 

picture alliance
Syrien, Assad, Europa

Franzosen, Briten und Amerikaner bilden in der Türkei syrische Rebellen aus. Dies meldet der französische "Canard enchainé". Die Franzosen wollen zudem humanitäre Hilfe für die Opfer des Bürgerkriegs liefern. Ex-Präsident Sarkozy und der Philosoph B.H. Lévy fordern sogar ein noch stärkes Engagement zugunsten der Aufständischen. Gleichzeitig machen Amerikaner, Russen und Iraner mobil.

Lässt sich die EU in Syrien in einen neuen Krieg hineinziehen? Folgt man dem "Canard enchainé", geht es bisher "nur" um die Ausbildung der Rebellen. Sie soll in einem geheimen CIA-Lager nicht weit von der türkischen Stadt Adana stattfinden, Deutsche sind offenbar nicht dabei. Die Rebellen sollten lernen, wie man Verschlüsselungstechniken nutzt und Panzer ausschaltet, schreibt das französische Enthüllungsblatt.

Das klingt relativ harmlos, ist es aber nicht. Denn zum einen sind die französisch-britischen Aktionen nicht auf der offziellen EU-Linie, die bisher nur Sanktionen gegen das Assad-Regime vorsieht. Zum anderen droht ein Konflikt mit Russland, das ebenfalls nach Angaben des "Canard" "eine kleine Flotte" in den syrischen Hafen Tartus schickt. Es sei unklar, ob die Russen eine Machtdemonstration planen oder ihre Landsleute in Syrien schützen wollen, schreibt das Blatt.

Zum anderen tobt in Syrien ein Stellvertreterkrieg, bei dem es um Iran, Israel und die Vorherrschaft im Nahen Osten geht. Hier zündeln vor allem die Amerikaner. Die USA haben nicht nur ihre Militärpräsenz im Persischen Golf deutlich aufgestockt, was die Kriegsgefahr erhöht, wie ich hier schon vor Wochen schrieb ("Schweigend in den Krieg?"). Nach einem Bericht der "New York Times" wollen sie nun sogar einen Raketenschild errichten, um eventuelle iranische Attacken abzuwehren.

Der Konflikt um Iran, bei dem es nur noch vordergründig um das Atomprogramm geht, kann also jederzeit eskalieren. Zugleich könnte er auf Syrien ausstrahlen, das ein wichtiger Verbündeter Irans ist. Im schlimmsten Fall könnten sich beide Konflikte gegenseitig aufschaukeln. Und die EU wäre mittendrin - mit ihren völkerrechtlich umstrittenen Iran-Sanktionen, ihren wirkungslosen Syrien-Sanktionen und - last not least - den geheimen Beratern in der Türkei.

In Brüssel will man von alldem natürlich nichts wissen. Auch Berlin schweigt. Doch wenn sich die Falken in Washington, London und  Paris durchsetzen, wenn die Türkei oder Syrien durchdrehen oder Israel und Iran einen Krieg anzetteln, hängen die Europäer mit drin....

 

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Ich kann nicht finden,…

…dass in diesem Beitrag irgend welche Neuigkeit steckt.

  • Antworten
Reinard Schmitz10.08.2012 | 18:03 Uhr

Europa hat andere Sorgen

und weder die USA noch England oder Frankreich haben momentan die finanziellen Mittel für einen ernsthaften Krieg. Syrien ist nicht das Problem, sondern der Iran. Israel hat praktisch grünes Licht für einen Präventivschlag, seitdem klar wird, dass der Iran die Verhandlungen nur dazu nutzt, um mit Hochdruck an der Atombombe weiterzubauen. Ein atomar bewaffneter Iran ist auch keine Alternative. Er bedroht die Öllieferungen aus der gesamten Region und wir zahlen die Zeche trotz Wirtschaftskrise an der Tankstelle. Das muss auch irgendwann ein Ende haben. Allerdings ists owohl die Mehrzahl der Israelis als auch der US-Amerikaner gegen einen Krieg. Insofern schätze ich das Risiko nicht besonders hoch ein. Assads Regime wird in den nächsten Monaten fallen und die Nato und Russland werden sich bis dahin mehr oder weniger neutralisieren. Dass der diplomatische Weg gescheitert ist, haben eindeutig Russland und China zu verantworten, die damit international eine schwere Schlappe erleiden werden.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann11.08.2012 | 10:07 Uhr

Türkischer Imperialismus

"Enthüllungen", Herrgott, das weiss doch jeder. Ausser den Russen äußert sich nur keiner. Und dann mag es ja durchaus wünschenswert sein das syrische Regime loszuwerden. Sofern die Amerikaner nicht so dumm sind und türkische Ambitionen unterstützen.

  • Antworten
eiben12.08.2012 | 19:22 Uhr

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