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 > Zu Hause oder in der Kita – was sagt die Wissenschaft?

Berliner Republik

KinderbetreuungZu Hause oder in der Kita – was sagt die Wissenschaft?

Von Adelheid Müller-Lissner27. April 2012
picture alliance
Kindergarten, Kita, Jungs beim Spielen, Klötzchenbauen
Klötzchenbauen in einem thüringischen Kindergarten
Schrift:

Ob die Kleinen besser in der Kita oder zu Hause betreut werden, ist heftig umstritten. Was sagt die Wissenschaft?

Seite 1 von 3

Wie gebildet Deutschlands Jüngste mit zwei und mit vier Jahren sind oder sein sollten, darüber wird immer wieder kräftig debattiert. Und im Zusammenhang damit auch darüber, wie gut die Orte wirklich sind, an denen sie leben, lieben und lernen. Die Debatte über das Betreuungsgeld lässt die Wogen der Diskussion derzeit schier überschwappen. Dabei war über zwei Dinge, die eigentlich den Kernpunkt bilden sollten, bisher wenig empirisches Grundlagenwissen vorhanden, zumindest wenig Wissen aus Deutschland: nämlich über die pädagogische Qualität von Krippen, Kitas und Tagesmüttern und der familiären Betreuung zu Hause auf der einen Seite und über den Einfluss beider auf die kindliche Entwicklung.

Am Donnerstag wurden in Berlin die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die das Wissen darüber beträchtlich erweitert.

Was haben die Forscher untersucht?

In 32 ausgewählten Gebieten von acht Bundesländern haben die an der „Nationalen Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit“ (Nubbek) beteiligten Forscher die kurze, aber nicht unmaßgebliche Bildungsbiografie von insgesamt 2000 Zwei- und Vierjährigen genau unter die Lupe genommen: Sie haben sich den Alltag, die Ausstattung und die pädagogischen Leitbilder in den Krippen, Kitas und Kindertagespflegestellen vorgenommen, die die Kleinen besuchten, haben Erzieher und Erzieherinnen, Tagesmütter und -väter über die Kinder befragt und mit den Kleinen verschiedene Tests gemacht, um ihren Entwicklungsstand zu ermitteln. Genauso haben sie sich in den Familien umgetan und vor allem Mütter ausführlich interviewt. Und sie haben dafür gesorgt, dass ein großer Anteil von Kindern mit russischem oder türkischem Migrationshintergrund in die Studie aufgenommen wurde.

Seite 2: Wer nutzt Kita- und Krippenplätze?

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Betreuungsgeld Defacto

Einem Gericht geht es um die feststellung ob jeder das Betreuungsgeld nutzen kann. Es ist eine Wahloption, welche besagt das jemand das optimal für sich wählt. Defacto für oder wieder dem Betreuungsgeld, seiner Umgebung bezugnehmend. Erziehungsmaßnahmen sind hier nicht zu hinterfragen! Ob Familie oder Hort, was ist jetzt besser? Hollande betreibt Politik der Isolation für Wahlstimmen. Ganz grob formuliert, man wirft eine Schraube in einen gut funktunierenden HighspeedMotor und erklärt sich schon zum Sieger?

  • Antworten
plüschio27.04.2012 | 10:02 Uhr

Theorie und Praxis

Meine Sekretärin erzählte mir neulich, ihr jüngerer Sohn, knapp 5 Jahre alt, habe derzeit im Kindergarten keinen Spaß mehr. Grund war, eine von zwei Betreuerinnen wurde krank. In der Gruppe sind nun auch schon Kinder, die knapp 1 Jahr sind. Die andere Betreuerin musste sich dann den ganzen Vormittag mit dem Wickeln der Kleinsten beschäftigen. Da - natürlich - alle gleichzeitig "dran" waren, legte sie alle auf den Boden, wo sie brüllten, weil ja nur ein Kind von ihr gewickelt werden konnte und die anderen in der Windelwarteschlage schier verzweifelten. Abgesehen vom katastrophalen Lärmpegel, hatten die Großen keine Ansprechpartnerin mehr.
Das ist die Praxis, die in keiner Theorie vorkommen darf.

Das Eltern das ihren Kindern nicht zumuten wollen, kann ich verstehen, wobei dies kein Plädoyer für das idiotische Betreuungsgeld ist, das schon sowieso zu teuer wird und jetzt teuer erkauft wird mit steigenden Rentenentgeltpunkten, die dann von den zuwenigen Windelwarteschlangenkindern dann bezahlt werden müssen - obwohl mir noch niemand erklären konnte, warum jüngere Kinder mehr Punkte bringen als ältere.

Ein Irrsinn - vielleicht sollte man einfach jedem alle Subventionen streichen und dann mal sehen was passiert. Vielleicht entstünde dann die echte Wahlfreiheit für alle Lebenspläne aller Bürger. Ein schlimmeres Chaos wird wohl kaum herauskommen als unser Pseudosozialstaat, der Ungerechtigkeiten damit bekämpft, diese durch noch größere Ungerechtigkeiten zu ersetzen.

  • Antworten
B. Engelhart27.04.2012 | 18:04 Uhr

Wenn die " Wissenschaft" Kinder kriegen kann

dann kann sie auch bestimmen wo sie ihre Kinder aufziehen will. Aber bis dahin sollte man gefaelligst der Familie das ueberlassen.
Oder ist das Ziel Kitas fuer alle wo dann schon bei den Windeltraegern anfangen kann mit der Gehirnwaesche?

  • Antworten
Karin S.Bryant28.04.2012 | 20:25 Uhr

verhältnismäßigkeit

Ich liebe ja diese Begriffe wie "Gehirnwäsche", sie sind so ungeheuer sachlich und differenziert, außerdem kann man sie immer und überall aus der Tasche ziehen.
Aber ernsthaft: Wenn man auch noch die Entscheidungen abgenommen bekommen will, dann wird es eben schwieirg. Immerhin hat man heutzutage eine Chance sein Kind in einer Kinderbetreuungseio
nrichtung unterzubringen - oder wenn diese einem qualitativ nicht gut zu sein scheint, kann man sich um eine bessere bemühen.
Um jetzt auch eine Keule zu schwingen (macht irgendwie ja Spaß): Immerhin schon besser als in den 60er, als ich wie viele andere meine kleinen Geschwister nach der Schule betreut habe (selber noch in der Grundschule), da mit Muttern arbeiten konnte (notwendig). Die Qualität ließ sicher zu wünschen übrig, was emotionale und kognitive Förderung betraf (meine eigene zwangsläufig auch auch). Aber es war immerhin zu Hause;-)
Und man kann es nicht oft genug wiederholen: Die Akademikermutter fördert ihr Kind sicher hervorragend, und die meisten Nichtakademiker auch, aber gerade in der Gruppe, die sowieso gute Chancen haben, ohne Schulabschluss dazustehen, könnte frühe Förderung vieles ausgleichen - aber wozu diese Chancen wahrnehmen, die Sozialkassen tragen es ja am Ende.

  • Antworten
Carlo Siemers29.04.2012 | 20:29 Uhr

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