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 > Wo bitte ist der Sexismus, Ladies?

Berliner Republik

Aufgeblasene Medien-DebatteWo bitte ist der Sexismus, Ladies?

Von Petra Sorge31. Januar 2013
picture alliance
Überall protestieren Frauen jetzt gegen Sexismus – warum fehlt Journalistinnen der Mut, die Zustände in ihren Redaktionen zu thematisieren?
Überall protestieren Frauen jetzt gegen Sexismus – warum fehlt Journalistinnen der Mut, die Zustände in ihren Redaktionen zu thematisieren?
Schrift:

Seit einer Woche wissen wir: Es gibt ihn, den Sexismus in Politik und Alltag. Aber warum lesen wir nichts von Pöbeleien in den Redaktionen, von Übergriffen gegen Volontärinnen? Ein Versuch, Opfer zu finden

Seite 1 von 2

Eigentlich sollte dieser Text ein schönes Empörstück werden. Er sollte jenen Chauvinismus in den Medien anprangern, den schon Spiegel-Feuilletonist Matthias Matussek erblickte, als er von seiner „Großredaktion mit 300 vorwiegend Testosteron-gesteuerten Bullen“ sprach: der zotige Spruch hier, der flirtende Ressortleiter da, der unflätige Blick ins Dekolleté dort.

Schließlich erheben sich eine Woche, nachdem die Sexismus-Debatte von Spiegel und Stern angestoßen wurde, nun allerorten die Stimmen. Etwa im NDR-Politmagazin Panorama 3, in dem drei weitere Journalistinnen über ihre schlüpfrigen Begegnungen mit Rainer Brüderle berichten. Die Katze ist aus dem Sack, Zeit also für etwas Prügel gegen die Medien-Machos!

Ein Kinderspiel, dachte ich. Und fragte bei den zuständigen Stellen nach: Wie oft wenden sich Sexismus-Opfer an sie? Und welcher Fall war besonders aufsehenerregend?

Zuerst die Gewerkschaften: Ver.di kann nicht weiterhelfen; der Deutsche Journalistenverband verweist auf seine Landesverbände. In Berlin und Brandenburg erinnert man sich „nur an einen einzigen Fall, der schon länger zurückliegt“ und den man aus Datenschutzgründen nicht ausführen könne. Das Macho-Land Bayern? Fehlanzeige: Der Landesverband weiß von keinen Fällen zu berichten. Im Fachbereich Gleichstellung? „Keine offiziellen Beschwerden oder Hilfegesuche.“

Bildergalerie: 20 Gründe, Männer zu lieben

Langsam fürchte ich, mich trifft der durchschnittliche Reporteralbtraum: Ich recherchiere mir meine These kaputt.

Bleibt noch die Geheimwaffe. Der Verein „ProQuote“, der sich für mehr Frauen in Führungspositionen einsetzt. Dort muss man doch von irgendwelchen Fällen wissen!

Ein Anruf bei der Vorsitzenden Annette Bruhns, die selbst unter den Spiegel-„Bullen“ arbeitet. Wir plaudern über die Notwendigkeit von mehr Frauen in den Chefetagen, darüber, dass es echtes Teamwork zwischen den Geschlechtern braucht. „Natürlich gibt es auch in unserer Branche Sexismus."

Hätte sie ein Beispiel parat? Bruhns zögert. „Die erschütterndste Meldung erreichte uns via Facebook von einer Frau, die in der Werbung arbeitet.“ Sie halte es für "naiv zu erwarten, dass Angestellte ihre Vorgesetzten öffentlich anprangern – egal ob Journalistinnen, Bankangestellte oder Arzthelferinnen. Für solche Vorfälle – die meines Wissens in keiner Branche zum Alltag gehören – gibt es Betriebsräte, Personalabteilungen oder, etwa bei öffentlich-rechtlich Sendern, Frauenbeauftragte."

Beim WDR schwärmt die Gleichstellungsbeauftragte Wilhelmine Piter erst einmal von den dortigen Strukturen: Frauen in Nöten könnten sich an sie, ihre Vorgesetzten, den Personalrat, die Personalabteilung oder aber an den hauseigenen psychosozialen Dienst wenden. Außerdem gebe es Verhaltenskodizes und regelmäßige Konfliktbewältigungsschulungen. Sexismus im Arbeitsalltag? Eigentlich „kein Problem“, ausgenommen von „wenigen Einzelfällen“, lässt Piter wissen. Vielleicht liegt das auch daran, dass sich die WDR-Belegschaft im Jahre 2011 aus 2158 Frauen und 2304 Männern zusammensetzte.

Das war's, Geschichte gestorben.

Liebe Ladies in den Medien, was ist hier eigentlich los??

Seite 2: Wenig Fundament, viel Wortgewalt

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Sehr guter Artikel

Bravo, Fr. Sorge,
endlich jemand der den Begriff Recherche ernst nimmt und auch gleich korrekt berichtet, dass die Recherche die These des "Überall-Sexismus" so gar nicht bestätigt. gute Journalismus wird immer seltener, ich werde mir Ihren Namen merken (-:

Warum nur gibt es dann im aktuellen Cicero-Heft auch gleich das Gegenbeispiel der Artikel über das "Ende der Männer". Alles, was sie hier in ihrem Artikel gut machen wird dort nahezu gegenteilig recherchiert, also der fast schon bewiesene Sieg über das "seit 200.000 Jahren andauernde" Patriarchat, die Unmengen an willkürlich ausgewählten, nicht repräsentativen Zahlenkolonnen und all die Totschlagargumente, die nur das Ziel haben, die Aufmacherthese zu "beweisen" und das mit dem dümmsten Resumee von allen, es gäbe einen Sieg des einen Geschlechts über das andere! Wenn das nicht als Satire gedacht ist, ist das nicht mehr als ein Armutszeugnis für schlechten Journalismus.
Es würde mir sehr leicht fallen, genau die Gegendarstellung zu schreiben, mit Zahlen, die die verschwindend geringe Frauenquote in technischen Zukunftsberufen belegen, die die extrem geringe Erfolgsrate des "Girls Day" an Schulen im technischen Bereich, den kaum vorhandenen Extremfall des technisch talentierten und gut benoteten Mädchens in Berufsschulen, etc. etc. bringen und das unter dem Aufreißertitel: "Wie die Frauen in Europa die Zukunft verschlafen "zu summieren und damit auch nachzuweisen, wie erbärmlich schlechter Journalismus a la "Ende der Männer" funktioniert. Albern, lächerlich, peinlich...

Na ja, trotzdem zeigt Cicero viel Licht und Schatten. Trotzdem, weiter so mit Artikeln wie dem Ihren...

  • Antworten
Jurugu31.01.2013 | 12:00 Uhr

Klasse Artikel,

volle Zustimmung!

Dem Artikel und dem Leserbrief von Jurugu ist NICHTS mehr hinzuzufügen!!!

  • Antworten
Leo31.01.2013 | 17:52 Uhr

Schöner und wichtiger Beitrag

Es ist schon sehr erstaunlich, dass kein Sexismus-Fall aus den Redaktionen bekannt wurde. Und es ist richtig: Wer das Geschäft kennt, der kennt auch die Schlüpfrigkeiten, den teils rauhen Ton und die Alkohol umnebelte Anmache bei den zahlreichen Feiern.

Der Beitrag bringt die kritischen Aspekte der Sexismus-Debatte auf den Punkt. Ob das vom blindwütigen Schwarm (auf Twitter) gehört und verstanden wird, bleibt zu bezweifeln.

  • Antworten
Offliner31.01.2013 | 12:09 Uhr

Debatte Sexismus

Sorry, aber ich kann diese allerorts stattfindende Debatte über den angeblichen Sexismus gegenüber Frauen, ausgerufen von ein paar offensichtlich unterbeschäftigten, frustrierten und hysterischen Krampfhennen nicht mehr hören. Hier wird eine meines Erachtens eine schon fast pathologische Aggression gegen Männer mit dem Schlachtruf "Sexismus" ausgedrückt und ich frage mich ernsthaft, ob hier nicht vielmehr vermeintliche Täter vielmehr Opfer und die angeblichen Opfer die eigentlichen Täter sind.

  • Antworten
Katharsis31.01.2013 | 13:47 Uhr

Es erleichtert, sich Luft zu machen

Zwar ist Sexismus nicht typisch für Demokratien, aber eine Debatte darüber schon.
Darum Leute, welchen Geschlechts auch immer - weiterhin frisch vom Leder gezogen!

  • Antworten
Jonardo Tenner31.01.2013 | 14:29 Uhr

Schlecht recherchiert

Der Artikel ist, trotz gegenteiliger Behauptung, hundsmiserabel recherchiert. Schon auf den naheliegenden Gedanken, beim Journalistinnenbund nachzufragen (statt beim Journalistenverband), ist die Autorin anscheinend nicht gekommen. Hätte sie es getan, wäre sie vielleicht zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, wie ihre Kollegen vom NDR:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/sexismus121.html

  • Antworten
Rechercheur31.01.2013 | 15:40 Uhr

Wer hat Rechercheur

Wer hat Rechercheur ermächtigt, darüber zu entscheiden, welche Quellen bei einer Recherche als zuverlässig und objektiv einzustufen sind?

  • Antworten
Jonardo Tenner31.01.2013 | 18:49 Uhr

idiotische Debatte

Diese ganze "Sexismusdebatte" ist doch vollkommen idiotisch. Wenn einer Journalistin nach einem Jahr einfällt, sexuell belästigt worden zu sein, kann nur eine unlautere Absicht dahinter stecken. Wenn es so schlimm war, warum ist sie nicht gleich zur Polizei gegeangen? Nein, sie will sich auf Kosten des Ministers proflieren, vielleicht, weil er nicht so ihrer politischen Glaubensrichtung entspricht.
Und überhaupt, was ist eigentlich "Sexismus"? Hat den schon mal jemand wissenschaftlich definiert? Oder sollten wir uns in den Frustrationen des (beruflichen) Alltags nicht alle etwas zurück nehmen und an unsere Ursprünge denken? Die Evolution hat uns zweigeschlechtlich geschaffen, uns mit den zueinander führenden Hormonen ausgestattet, auf dass die Art erhalten bleibt.
Ist es da so verkehrt, wenn es ein bisschen knistert sobald Männlein und Weiblein aufeinander treffen? Und Männer haben es nun mal mit der Optik - wer deren Blicke gezielt auf sich zieht, muss auch mit den Reaktionen klar kommen. Statt uns deshalb in idiotischen Grabenkämpfen gegenseitig aufzureiben, sollten wir das mit dem gebührenden An- und Abstand genießen und locker zum Alltagsgeschäft übergehen. Gleich ansprechen, was gefällt oder auch nicht, und wer eine intelligente Ansage macht, wird auch eine intelligente Absage locker verkraften.
Also, was soll das Ganze eigentlich?

  • Antworten
Jürgen Pahn31.01.2013 | 16:17 Uhr

"Wo bitte ist der Sexismus, Ladies".

Brava, Petra Sorge. Jemand muß ja mal den Frauen und Männern etwas Vernunft predigen. Mir hat schon Ihr Beitrag vom 24.1.13 "Der Journalist als Hirte, der Rezipient als Schaf" viel Freude gemacht und ich habe auch den Cicero sogleich wieder abonniert.(Nicht nur diese Artikels wegen).
Meinen recherchierenden Vorredner möchte ich daran erinnern, daß Petra Sorge lauter Frauen als Gesprächspartner hatte. Außerdem muß ja nicht jeder NDR-Gläubiger sein. Ich persönlich tue mir keine dieser Quatschbuden an und bin auch ein schlechter "Rezipient" des journalistischen Hirtenamtes.

  • Antworten
Dr.Michael Schneider-Flagmeyer31.01.2013 | 16:57 Uhr

Danke!

Einfach mal danke für Ihr Lob! Ich freue mich aber auch über die kritischen Kommentare, eine Debatte wie diese ist wichtig.

  • Antworten
Petra Sorge01.02.2013 | 11:06 Uhr

... und da kann man gleich weitermachen

Da kann man gleich bei anderen Frauen-Mythen weitermachen. Ich habe noch keine Frau gefunden, die bei gleicher Arbeit die berüchtigten 25 % weniger bekommt (die ja selbst in dem ominösen bericht schon auf max. 8 % runtergerechnet wurde). Die Ungleichheit zwischen Ost und Welt, Nord und Süd, Tankstelle an der Autobahn und in der Stadt (um einmal andere Preise zu vergleichen) ist größer als die angebliche Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau.

  • Antworten
GAST31.01.2013 | 17:22 Uhr

Willkür

Die Skandalisierung eines Kompliments zum vorgeblich sexistischen Übergriff bedient einmal mehr das weibliche Opfer-Abo zwecks zielgerichteten Dämonisierung des Mannes.

Parallel dazu haben wir es hierzulande seit Jahrzehnten im Familienrecht mit gesetzlich festgeschriebenen und in der Rechtspraxis verbreiteten Sexismus zu tun, der einzig durch die Verurteilung des Europa-Gerichts gestern eine marginale Modifizierung erhielt.

"Unverheiratete Väter sind künftig nicht mehr Willkür ausgesetzt, wenn sie für ihre Kinder sorgen wollen."
heißt es bei zeit-online. Ja richtig, Willkür – unter der Millionen Kinder und Väter leiden, ohne dass sich ein frauengeführtes Familien- oder Justizministerium zum handeln veranlasst sieht. Ein anderer abgrundtiefer Sexismus, nämlich die Legalisierung der Jungenbeschneidung hingegen wird innerhalb von Monatsfrist durchgepeitscht. Und dass in beiden Fällen nach 40 Jahren "mein Bauch gehört mir" mit Schnarrenberger eine Frau den Gesetzestext hierzu liefert, schlägt nicht nur dem Fass den Boden aus, sondern zeugt von zutiefst sexistischen Positionen.

Aber Hauptsache Männer stehen am Pranger und mit der Staatsquote kommt die Himmelreich - nein das muss es heißen.

  • Antworten
ReVolte01.02.2013 | 07:58 Uhr

Da honkt der 'Cicero' wegen

Da honkt der 'Cicero' wegen dieser "aufgeblasenen Mediendebatte", und dann bläst er - ausweislich der Randspalte - gleich mit mindestens vier Artikeln diese Mediendebatte selber bis zum Platzen auf. Selbstreferentiell? Nö, ach wat!

  • Antworten
Klaus Jarchow01.02.2013 | 09:08 Uhr

Bravo, da bekommen Sie ja

Bravo, da bekommen Sie ja viel Zuspruch von Herren, die ziemlich "gestrig" wirken! Und die ganz sicher GAAAANZ doll mitreden können, wenn es um Sexismus geht. bestimmt sprechen sie ganz viel und voller mit betroffenen Frauen ;-)

  • Antworten
Kathrin J.01.02.2013 | 12:22 Uhr

Ganz genau, Kathrin. Der

Ganz genau, Kathrin. Der Zuspruch kommt von der Macho-Ecke. Ein Wunder, dass Ihr Kommentar von den Herren nicht gelöscht wurde, die hier die Regeln bestimmen und jeden kritischen Beitrag zensieren, der nach etwaigen Belästigungen von Frauen innerhalb der Cicero-Redaktion fragt. Was für eine Schande. Glücklicherweise habe ich alles dokumentiert.

  • Antworten
Robert01.02.2013 | 16:30 Uhr

Pseudo - Doppelmoral

Da eröffnet eine Claudelle Deckert nur wenige Tage vorher im australischen Dschungel, dass sie sich schon auf ihren nächsten Blow Job freue, sie degradiert sich selbst als F.ckschlitten, Bückstück usw. - alle jubeln, wie emanzipiert doch die Frau Deckert ist - manch einer schämt sich fremd - muss man das allen mitteilen, möchte ich das hören - too much information - Und dann, sagt ein älterer Politiker einen zugegeben dämlichen aber banalen Spruch und Deutschland steht Kopf. Da fass ich mir an den Kopf!

  • Antworten
Rolleyes01.02.2013 | 21:02 Uhr

Hallo Kathrin, ewig gestrig

Tja, dann bin ich wohl "ewiggestrig" Ich halte geschlechtspezifische Kinderverstümmelung für sexistisch. Und ich denke, daß ich nicht im Bekanntenkreis jede Frau dumm anquatschen muß, ob sie "auch Betroffene" ist. Im Gegenteil, ich z.B. werde mehrfach die Woche von einer Frau leicht angegraben, die das offenbar für ihr Wohlbefinden braucht und es auch mit anderen Männern so macht. Ich mag sie trotzdem ganz gern ( zumal ich weiß, wie zickig sie werden kann, wenn ihr Botenstoffwechsel nicht passt ).
Ich halte es auch für sexistisch, Männer wg. substanzloser Denunziationen auszugrenzen, zu psychiatrisieren, in den Knast zu sperren. Und daß Du meinst, sich gegen üble Sexismen zu wenden, wenn sie Männer betreffen wäre "gestrig", besonders wenn "solche" Männer auch noch "mitreden" wollen, zeigt m.E. auch eindeutig sexistische Züge mit totalitärer Tendenz.
Ist aber recht typisch in der Vorgehensweise: keine Substanz, dann wird eine Keule, ein "Totschlagsargument" ausgepackt.
Gestrig? Gern, Du darfst mich sogar als "traditionell" beschimpfen, denn ich mag sogar den Common sense und der hat eine lange Tradition.
Darum meinen intersexuellen Dank an Petra Sorge für den Artikel. Im Zeitalter von feministischem Hatespeech und Genderrapeculture ist das noch mal ein richtig erfrischend "altmodisch" sachlicher Text.
Mit gleichwertschätzenden Grüßen......................

  • Antworten
F. Mahler02.02.2013 | 05:20 Uhr

Danke für die Recherche und weitere Gedanken

Frau Sorge,
danke für Ihren Artikel!! Dieser spricht mir aus dem Herzen.
Wenn ich als Mann die Artikel der letzten Tage lese fühle ich mich schon wegen meines Geschlechts unter Generalverdacht gestellt. Mann = Sexist. Mann = Schwein.
Mir fehlen aber noch andere Gedankengänge
- wie müssen sich in der Vergangenheit misshandelte und/oder vergewaltigte Frauen fühlen wenn diese den "Aufschrei" nach dem Brüderle Artikel lesen? Wer hat bei ihnen aufgeschrien? Wo waren da die anderen Frauen, Männer, Journalisten, Forumsschreiber und haben sich zu Wort gemeldet?
- welche berufliche Zukunft haben politische Journalistinnen in den nächsten Wochen und Monaten in Deutschland/in Berlin? Werden sie eher gemieden werden? Wird die Autorin vom Brüderle Artikel in den nächsten Jahren noch ihren Job ausüben können oder ist sie beruflich den (überzogen gesagt) "Märtyrer Tod" gestorben ... für das was da passiert ist? Und hat der MÄNNLICHE Chefredakteur des Stern die Autorin nicht einfach nur "benutzt" ... und mit dem Artikel auch ihren Namen verbrannt, um 1. die Auflage zu steigern und 2. der FDP auf populistisch niedrigsten Niveau zu schaden?
Ich habe für mich die Konsequenz gezogen: Stern, SPON, Bild, Welt sind auf der Sperrliste und werden nicht mehr gelesen. Ich will mich nicht verarschen lassen. Neue Blogs und interessante Seiten (Google+) sind abonniert. Lieber lese ich direkt bei den Parteien und Organisationen nach, es gibt so viel interessantes wie LobbyControl, Transparency, etc etc etc
Da muss ich meine Zeit nicht so sinn- und ergebnislos verbringen.

  • Antworten
Oliver02.02.2013 | 10:21 Uhr

"Kann es vielleicht sein,

"Kann es vielleicht sein, dass hier eine gewaltige Sexismus-Debatte aufgeblasen wurde? Eine Debatte, die zwar wenig Fundament, dafür aber umso mehr Wortgewalt bietet? Die im Kampf um die rare Ressource Aufmerksamkeit einen deutlichen Punktsieg für das weibliche Geschlecht verspricht?"

Wäre dies denn tatsächlich ein Punktsieg? Selbststilisierung als Opfer zum Zwecke der moralischen Selbstermächtigung - klar, vielleicht in diesem Sinne. Aber der Preis ist hoch. Nicht nur bedeutet die völlige Negation weiblicher Verantwortung und Eigenverantwortung - alles andere wäre ja "blaming the victim", nicht wahr? - eine faktische Infantilisierung von Frauen. Vor allem impliziert die Behauptung weiblicher Ohnmacht immer auch die komplementäre Behauptung männlicher Allmacht. Gut möglich, dass dies einigen sich profeministisch gerierenden Männern insgeheim durchaus schmeichelt. Natürlich sind beide Behauptungen falsch (allein die Behauptung weiblicher Ohnmacht widerlegt sich schon durch ihre Omnipräsenz selbst). Es lohnt sich aber die Frage, welche Sehnsüchte oder Ängste sich in der bereitwilligen Übernahme oder sogar aggressiven Verteidigung einer solchen Sicht auf Männer und Frauen eigentlich äußern.

  • Antworten
GeraldL02.02.2013 | 16:05 Uhr

Sexismus

Die Gender-Mainstream-Ideologie hat uns doch permanent eingeredet, es gäbe nicht „typisch weibliches“; was wundert, dass Mann glaubt, Frauen denken und empfinden genauso wie er. Wenn dazu noch durch das Gender „social engineering“ die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden, ist die innere Identität von Frauen zerstört und es bleiben nur noch Äußerlichkeiten, die dann kultmäßig in den Mittelpunkt rücken (Diäten, Schönheitsoperationen, Castingshows usw.) Die Kommunikationswissenschaftlerin Petra Grimm hat bereits 2010 erkannt: Mädchen ziehen zunehmend Selbstbewusstsein daraus, Jungen als Sexobjekte zu dienen. [Siehe Buch „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie", 3. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2013]

  • Antworten
Nonnen03.02.2013 | 15:19 Uhr

Die allgemeine Trivialisierung

Auch bei diesem Thema stellt man fest, wenn etwas trivialisiert wird, dass es das Besondere verliert. Das scheint dem Journalismus eigen zu sein. „Eine große Raupe Nimmersatt“, wie Michael Naumann treffend die Massenmedien in der FAZ beschrieben hat. In jeder Reaktion unserer Massenmedien wird alles erwürgt. Das Leben aber verlangt Liebe zu Menschen oder zu Sachverhalten. Man benötigt schon Tiefe, um das Substantielle hervorzuheben. Sigmund Freud hat das bei diesem Thema versucht- das liegt uns vor. Deutschland, nur noch ein Land der Satire. Dieser Missklang der Subjektivität, bringt jedoch nichts hervor. Diese kalte Härte, dieser verdrießliche Geist, der sich überall breitmacht, er will sich natürlich dadurch Luft verschaffen. Die Verhältnisse sind wie sie sind, sie begnügen sich damit, was schlecht ist, lächerlich zu machen. Bei mir kommen mediale Satiren schon lange nicht mehr an. Wo ist Versöhnung? Z.B. in der Höflichkeit, eine bürgerliche Tugend. Und Frau Sorge, an anderer Stelle habe ich Ihnen bereits gepostet: Eine authentische Kultur hingegen ist nicht zielgerichtet, sondern Selbstzweck. Sie fördert die Phantasie des Menschen, indem sie Anregungen gibt, aber anders. Authentische Kultur will nicht die Wirklichkeit nachstellen, sondern weit über sie hinausgehen. Sie ist individuell und lässt sich nicht in ein Schema pressen.

  • Antworten
bernhard jasper04.02.2013 | 20:50 Uhr

Für Männer

Verführung ist die wahre Gewalt.

  • Antworten
bernhard jasper04.02.2013 | 23:21 Uhr

Wenn ich mich mit zur Schau

Wenn ich mich mit zur Schau gestelltem Busen um Mitternacht in eine Hotelbar zu angetrunkenen Politikern begebe, muss ich naiv bis blöd sein, wenn ich keine entsprechenden Blicke und Bemerkungen einkalkuliere oder aber berechnend sein. Anderenfalls sollte ich mir ein Buch kaufen :" so ticken Männer."

  • Antworten
kultura05.02.2013 | 20:59 Uhr

Verführungstheorie, Trieb-Ich, Lust-Ich, usw.

Sorry, ist missverständlich. Destruktive Tendenzen (Verführungstheorie, Trieb-Ich, Lust-Ich, usw.) können in sublimierter Form des Gewissens als Schranke aufgebaut werden und dabei auf ein Stück sinnlicher Lust verzichten gelernt werden. Ich wende mich gegen Pseudo-Menschenbilder, in denen oft Verfügungsgewalt steckt. Nur der Mensch kennt kein Maß. Maßlosigkeit gehört zum Menschsein und so bleibt die Würde des Menschen oft auf der Strecke.

  • Antworten
bernhard jasper06.02.2013 | 10:14 Uhr

Schlecht oder gar nicht recherchiert, Frau Petra Sorge.

Wer mitten im Leben steht, Augen, Ohren und eine geschärfte Beobachtungsgabe besitzt, hat hinreichende Hinweise und Beweise für einen permanenten Sexismus gegen Frauen. Es gibt ja leider auch Mütter, die ihren vom Vater mißbrauchten Töchtern die Schuld in die Schuhe schieben. Also, Frau Sorge, bleiben Sie als Frau bei der wahrheit.

Ich schließe mit Papst Gregor dem Großen, dessen bekanntes Wort lautet: "Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht."

  • Antworten
Der Entdecker15.02.2013 | 14:04 Uhr

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