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 > Wird die Energiewende zerrieben?

Berliner Republik

KompetenzwirrwarrWird die Energiewende zerrieben?

Von Dagmar Dehmer16. Juli 2012
picture alliance
Hochspannungsmast,Elektroleitung,Stromautobahn,Energiewende,Netzentwicklungsplan,Monteur, Tennet
Beim Ausbau hakt's noch gewaltig: Monteure arbeiten in Nordrhein-Westfalen an einem Hochspannungsmast
Schrift:

Die Energiewende ist ein ambitioniertes Projekt. Ob alle Teilziele erreichbar sind, bezweifelt selbst der Umweltminister. Wie ist das zu bewerten?

Seite 1 von 2

Am Montag und Dienstag findet zum dritten Mal der „Petersberger Klimadialog“ statt, zu dem Umweltminister aus 35 Staaten nach Berlin reisen. Ein wichtiger Termin, um „Vertrauen aufzubauen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. Das scheint auch im eigenen Land nötig zu sein. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) gestand ein, dass die Regierung die Schwierigkeiten auf dem Weg zur Energiewende vor einem Jahr ziemlich unterschätzt hat. In einem Interview mit „Bild am Sonntag“ sagte er: „Wir haben Fehler gemacht.“

Zweifelt die Regierung tatsächlich an der Umsetzbarkeit der Energiewende?

Die Regierung eher nicht – vielleicht mit Ausnahme von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Aber in der Wirtschaft selbst gibt es starke Zweifel am Sinn und der Umsetzbarkeit der Energiewende. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel warnte am Wochenende in der „Rheinischen Post“ davor, „blind in die Krise“ zu kaufen. Altmaier selbst sagte: „Nicht jedem war der Koordinierungsbedarf bei der Energiewende klar.“ Bei ihm sind die leisen Zweifel an einigen Teilzielen der Energiewende eher als „Erwartungsmanagement“ zu verstehen. Beim Weltgipfel Rio+20 vor zwei Wochen sprach er immer wieder davon, dass verhindert werden müsse, dass die Erwartungen zu hoch seien. Sonst gäbe es Enttäuschungen wie nach dem katastrophal gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen 2009. Da er sein politisches Schicksal direkt mit dem Gelingen der Energiewende verbunden hat, muss er nun verhindern, auch für das Versagen anderer in Haftung genommen zu werden. Das trifft seinen Vorgänger Norbert Röttgen (CDU), der sich kaum um einen Dialog aller Beteiligten bemüht hatte. Es betrifft aber auch seine Kollegen Rösler und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Altmaier nennt beispielsweise das Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen zu haben. 2011 sind nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts ganze 2.154 zugelassen worden. Bis Ende 2011 gab es 4.541 Elektroautos in Deutschland. Würden bis 2020 jedes Jahr 2.154 neue zugelassen, wären es bis dahin gerade mal 21.773 – weit entfernt von einer Million.

Braucht das Land einen Energieminister?

Darüber sind die Meinungen geteilt. In der SPD hat diese Forderung relativ viele Anhänger. Auch der Bremer Regierungschef Jens Böhrnsen zählt dazu. Sein Parteichef Sigmar Gabriel sagte am Sonntag: „Die Bundesregierung muss Verantwortung abgeben, weil sich die Ministerien gegenseitig blockieren und das System selbst wohl nicht mehr verstehen.“ Er schlug eine „Energiewende-Agentur“ vor, in der Industrie, Wirtschaft, Verbraucherverbände, Länder, Stadtwerke und Energieunternehmen sitzen sollten. Ob er die Branchenverbände der erneuerbaren Energien absichtlich vergessen hat? „Diese Agentur muss der Politik dann Vorschläge machen, an welcher Stelle Entscheidungen getroffen werden müssen“, fuhr Gabriel fort.

Aktuell sind die Zuständigkeiten für die Energiewende auf mehrere Ministerien verteilt: Das Umweltministerium verantwortet den Ausbau erneuerbarer Energien. Das Wirtschaftsministerium ist für die Energieeffizienz, den Ausbau des Stromnetzes, das Gas-Pipelinenetz und die strategische Ölreserve zuständig. Das Bau- und Verkehrsministerium soll mittels eines Sanierungsplans die Gebäudesanierung und zudem einen klimafreundlichen Wandel beim Verkehr bewirken. Das Landwirtschaftsministerium achtet darauf, dass die Bauern vom Ökoenergieboom profitieren. Und das Forschungsministerium entscheidet, woran geforscht wird.

Einerseits macht diese Verteilung eine enge Kooperation zwischen den Ministerien notwendig. Andererseits bildet diese Verteilung die Realität ab. Energiepolitik hat eine zentrale wirtschafts-, umwelt- und gesellschaftspolitische Bedeutung. In einer Agentur, wie sie Gabriel vorschlägt, würden die verschiedenen Interessen ebenso aufeinanderprallen wie sie es jetzt bisweilen im Kabinett tun. Aber es ist ziemlich sicher, dass es keine Energiewende gäbe, wenn die bisherigen Wirtschaftsminister – von Wolfgang Clement (SPD) über Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bis zu Rösler – dafür zuständig wären. Die Ressortverteilung führt zu einer Machtteilung, die der Energiewende mehr nutzt als schadet.

Seite 2: Wo hakt es bei den erneuerbaren Energien?

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Im 21. Jahrhundert wird zwar nicht mehr Licht in Säcken ins Rathaus getragen, doch die Schildbürgerstreiche im Energiesektor sind immer noch von gleicher hoher Qualität.

  • Antworten
Domingo17.07.2012 | 08:41 Uhr

Plan

Zumindest die Pläne der Regierung scheinen nicht zu funktionieren. Nicht das das etwas überraschendes wäre, Regierungspläne scheitern häufig. Der Verdacht ist nun, dass mit den Plänen auch die Erneuerbaren geschrottet werden sollen. Bei dem Vorleben der Schwarz-Gelben scheint mir die Vermutung nicht unbegründet zu sein.

  • Antworten
Robert17.07.2012 | 15:40 Uhr

Wird die Energiewende zerrieben? Hoffentlich sofot!!

Wir leben in einer riskanten Sinnkrise, aber nicht des Kapitalismus u. Bankenwesens wie uns suggeriert wird – sondern angesichts der grünen Mafia mit ihrer Ökodiktatur.

Unheilvoll dabei die Heilversprechen wie die "Lösungen" der eben nicht vorrangig Banken verursachten Finanzkrise und dem Drang zu Zentralismus mit religiös wahnhafter Anbetung zeitgemäßer goldener Kälber wie Klimawandel, CO2, Energiewende, um jeden Preis.

Fast alle Kriege sind in einer Form mit Religionen (Glauben und Visionen) in Verbindung zu bringen um seinen Glauben (Christentum, Islam, Judentum usw.) durch zusetzen oder zu verteidigen.
Immer wurde daraus Krieg. Religion ist eine Weltanschauung von einigen, die direkt oder indirekt durch die Politik unter das Volk gebracht wird.

Der Angstglaube an den Klimawandel macht hier keine Ausnahme. Der Klimawandel wurde zur Religion erhoben.
Diese Religion hat ihre Anhänger, die alles tun um diesen Glauben immer weiter zu verbreiten. Wie bei jeder Religionsverbreitung wird hier mit Lügen, Angst, Einschüchterung, Kriegen, Ächtung und weiteren "schönen" Floskeln der Machtergreifung und Meinungshoheit zur Durchsetzung der jeweiligen Religion gegriffen.

Der neue Umweltextremismus ist längst existent. Der Kampf gegen den angeblichen Klimakollaps wird von den Ökofaschisten zur Weltreligion erhoben. Im Zentrum steht eine zu ende gehende Weltvorstellung in dem der Einzelne oder die ganze Gesellschaft zum Sünder deklariert wird.
Schon heute muss die Umweltverschmutzung wie eine Lüge gebeichtet und mit Formen behandelt werden, die an den Ablasshandel im Mittelalter erinnern. Diese Logik des Sündenablasses wird sich in Zukunft gewaltig ausdehnen.
CO² vermeiden, zu einer Art Ritual, wie das in vielen Religionen sei eh und jeh gestaltet wird.

Die deutsche Selbstverstümmelung bei der Energiewende - ohne Not – wird in die Geschichte eingehen.
Allein der Solarausbau kostet mehr als 110 Milliarden Euro!!!

Die Deutschen werden dank Ihrer selbstverschuldeten „Grünen-Revolution“ in Armut versinken.
Die nächste Generation wird die Gleiche Frage stellen wie nach 1945: Warum habt Ihr nichts dagegen unternommen.

  • Antworten
Hubert Hermann18.07.2012 | 17:09 Uhr

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