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 > „Wir wissen nicht, wie viel Gold wir haben“

Berliner Republik

Peter Gauweiler„Wir wissen nicht, wie viel Gold wir haben“

Interview mit Peter Gauweiler26. Oktober 2012
picture alliance
Peter Gauweiler, Gold
Der Besuch im Goldtresor: "irgendwie nibelungenmäßig"
Schrift:

Peter Gauweiler durfte sich als einer von wenigen Bundestagsabgeordneten den Goldschatz der Bundesrepublik anschauen. Im Cicero-Online-Interview erklärt er, was für ein Gefühl das war und was er von der Entscheidung des Bundesrechnungshofes hält, Inventur zu machen

Herr Gauweiler, Sie haben das Gold der Deutschen gesehen…
Naja. Es war nur ein kleiner Teil. Zwei Drittel der deutschen Goldreserven liegen ja im Ausland, in Frankreich, England, das meiste davon in New York.

In den Köpfen der Menschen ist das deutsche Gold eine ziemlich mystische Geschichte. Wie fühlt man sich in den Tresorräumen der Bundesbank?
Der Besuch dort war irgendwie nibelungenmäßig.

Sind Sie nun zufrieden mit der Entscheidung, dass der Bundesrechnungshof eine Inventur des Goldes fordert?
Ich bin schon froh, dass die Sache nun in den richtigen Händen ist. Dafür gibt es ja den Bundesrechnungshof. Er muss durchsetzen, dass richtig bilanziert wird. Dabei geht es nicht um die Frage, ob das im Aus- oder im Inland ist. Wichtig ist, dass die 133 Milliarden Euro Goldreserven nach bilanzrechtlichen Vorschriften gezählt werden.

Machen Sie sich ernsthaft Sorgen, dass das Gold der Bundesrepublik nicht mehr in den Kellern der Federal Reserve Bank von New York liegt?
Eigentlich ist das Ganze ein Bilanzproblem. Wenn Sie die Bilanz der Bundesrepublik anschauen, sehen Sie: Dort gibt es einen Titel, der heißt aber nicht Gold. Sondern „Gold und Goldforderungen. Goldforderungen aber sind etwas anderes, die haben Sie auf dem Papier. Das Gold dagegen haben Sie physisch in den Händen. Jeder weiß, dass auf der ganzen Welt vielmal mehr Goldforderungen herumschwirren als körperlich Gold vorhanden ist. So wird also schon in der Überschrift gegen den Grundsatz der Bilanzwahrheit verstoßen.

Wieso ist das so?
Weil das Gold nicht sauber nachgezählt ist und wir deswegen nicht genau wissen, wie viel wir haben. Um das zu verschleiern, macht man diesen Bilanztitel. Der klingt numerisch korrekt. Seit 30 Jahren aber das Gold niemand gesehen, geschweige denn nachgezählt oder gewogen. Gerade bei Gold sollte regelmäßig das Gewicht geprüft werden. Wenn Ihnen jemand eine Goldkette schenkt, dann schauen Sie auch irgendwann einmal diskret auf den Stempel. Gold ist nicht gleich Gold.

Also sollten wir nun auch einmal diskret auf den Stempel schauen?
Das wird bei uns in der Bundesbank und in den Tresoren getan, die der Herr Weidmann mir in ganz korrekter und eindrucksvoller Weise gezeigt hat. Warum man das dann bei den Beständen nicht tut, die man bei Dritten in Verwahrung hat und die ganz andere, eigene Interessen haben, ist unbegreiflich.

Das Interview führte Marie Amrhein

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Holt unser Gold heim!

In der Zeit des kalten Krieges mag es gute Gründe gegeben haben das Gold außer Landes zu schaffen, seit über zwanzig Jahren sind diese jedoch obsolet.
Da es keine Goldbindung der Währung mehr gibt, dient das Gold quasi als letzte Sicherheit in Krisenzeiten. Warum das Gold nur an internationalen Handelsplätzen - ist Frankfurt kein Handelsplatz von internationaler Bedeutung? - als Währungsreserve dienen kann, muss Herr Thiele uns erklären. Nach der Logik der Bundesbank ist es doch egal, wo sich das Gold physisch befindet, solange die Lagerstätte seriös und von höchster Bonität ist. Ist die Bundesbank denn nicht seriös? Anleger oder andere Notenbanken, die gegebenenfalls künftig einen Teil der Reserven erwerben, sei es gegen Devisen oder Rohstoffe, können doch sicher sein, dass das Gold für sie sicher bei der Bundesbank in Frankfurt für sie verwahrt wird. Sollten sie dennoch Zweifel haben, können sie das Gold sicherlich alle paar Jahre in Frankfurt in Augenschein nehmen, sicherlich wird die Bundesbank auch jährlich Listen mit Barrenbezeichnungen an die Eigentümer versenden.
Davon ganz abgesehen handelt es sich bei der US-Währung inzwischen doch um keine Fluchtwährung mehr. Die USA sind extrem verschuldet und versuchen sich mit der Notenpresse zu entschulden. China sitzt auf einem riesigen Dollar-Berg und versucht diesen bei weltweiten Einkaufstouren loszuwerden. Es werden Lagerstätten mit Ölsanden und Schieferöl in Nordamerika sowie landwirtschaftliche Flächen in Afrika aufgekauft. Der Wert des Dollars gegenüber Rohstoffen wie Öl fällt stetig, der Ölpreis gegenüber Gold bleibt dagegen konstant. Auch wenn es derzeit weltweit noch üblich ist Öl in Dollar zu handeln, so würden die OPEC-Länder sicher gerne ihr Öl viel lieber in physischem Gold handeln. Das ist nur möglich, wenn man auch kurzfristig über die Bestände verfügt.
Von daher sollte man sich für den Rücktransport stark machen! www.gold-action.de

  • Antworten
buerickse26.10.2012 | 10:25 Uhr

Goldlook

Ich glaub kaum ein Bundesbürger wäre bös, wenn das Gold in heimischen Tresoren lagerte. Mißtrauen? Blindes Gottvertrauen ? Vielleicht!
Kontrolle, sehr gut!!!

  • Antworten
Heinz Boxan26.10.2012 | 13:04 Uhr

"Vertrauen...

...ist gut, Kontrolle ist besser!" Zitat: Lenin

  • Antworten
Gemini29.10.2012 | 13:46 Uhr

[1] Wenn dann, eines nicht

[1] Wenn dann, eines nicht ganz so fernen Tages, der EURO -wider allen Unkenrufen- dennoch zerfällt, dann ist es für ein Land mit genügend Gold im Rücken, umso leichter eine neue vertrauenswürdige Währung auszugeben.

[2] Physik: Es sollte bei jedem Gold-Audit nicht nur das Gewicht über prüft oder gar nur gezählt werden. Der Kern der Barren muss mit einer geeigneten Methode (z.B. Ultraschall-Laufzeitmessung)auf seine Konsistenz geprüft werden. Wie viele Barren werden wohl im Kern das etwa gleich dichte (aber wesentlich billigere) Wolfram enthalten?

  • Antworten
Karl28.10.2012 | 18:38 Uhr

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